WARTEberg
FORSTMEISTER BAERplatz
Forstmeister Baer ist der erste von vier Bürgern dieser Stadt, denen die Ehrenbürgerwürde 1910 verliehen wurde
(sowie: Kommerzienrat F.W. Reinhardt 1911, Louis Deibel postum 1933, Hermann Döbrich 1961).
Auch war der Königliche Forstmeister Baer seit 1909 "Stadtältester".
Lediglich fünf weitere Personen, die mindestens zwanzig Jahre ein Ehrenamt ohne Tadel innehatten, konnten diese Ehrenbezeichnung erhalten: Kolonialwarenhändler Steph 1895, Sägewerkbesitzer August Heise 1911, Hotelier August Frind 1919, Holzindustrieller Louis Deibel 1929, Kaufmann Hermann Döbrich 1939.
(1901, der Forstmeister Baerplatz kurz vor seiner Fertigstellung)
Der Platz wird zwischen Talstraße, mit seien wunderbaren Villen an der Südseite, der Wiesenstraße im Osten, der nördlich gelegenen Brandstraße sowie dem Pferdeteich gleichzeitig als Ruhepol wie auch als Verbindung dieser Bereiche gedacht.
Steinbruch am Pfaffenberg
Brand 14 (1897) - Brand 1 (1896) Brand 2 (1891)
Pferdeteich Forstmeister Baerplatz Wiesenstraße
Der zukünftige Forstmeister Baerplatz aus der Gegenperspektive, vermutlich um 1900.
(Ausschnitt einer Ansichtkskarte: Monika Bauer, Facebook 02.01.2023)
Unter dem Pseudonym "Irrwurz" wird am 28. Sept. 1906 in hiesiger Zeitung
der Forstmeiser Baerplatz in nachfolgenden Zeilen geschildert:
Wo das Salztal mündet
Ins Uffetal
Rauscht aus dem Teiche.
Ein Wasserfall.
Talwärts dahinter
auf freiem Raum
Pflanzt ich inmitten
Einen Lindenbaum.
Acht Linden wuchsen
Im Kreise alsbald,
Zu bilden das Achteck
als Grundgestalt.
Mit Straßen umsäumt ich
hier den Ort
Nach Osten und Westen,
Nach Süden und Nord.
Zwischen Achteck und Viereck
Steigt an der Plan.
An dreien Seiten
Hier legt ich an
Auf Rasenteppich
Blutbuchen, geschnitten
Von kundiger Hand
zu Pyramiden.
Als Borde: Sträucher,
Dann Blätterwald,
Dann Koniferen
Hoch gestalt`t.
Geteilt in Arme
Geschwätzig durchziehn
Des Wassers Fluten
Das saftige Grün.
Komm`, ich zeige den Greis dir,
Der früh und spät
Mit rührigen Händen
Hier waltet stät!
Der Forstmeister Baerplatz in seiner Vollendung; hier als "Forstmeister-Baer-Platz".
(ca. 1905/10, Ansichtskarte, Slg. Ralph Boehm)
Ehrenmitgiedschaft im Harzclubzweigverein. (Zeitung für den Harz, 09.07.1901).
"Gestern Vormittag ist unser unvergeßlicher, allseitig hochgeehrter Ehrenbürger und Stadtältester, der kgl. Forstmeister a.D. Adolf Baer im 90. Jahre sanft entschlafen..."
(BSN, 04.11.1910)
(BSN, 04.11.1910)
(BSN, 05.11.1910)
(BSN, 10.11.1910)
Den Bad Sachsaer Nachrichten vom 12. November 1910 verdanken wir folgenden Bericht über einen warmen Nachruf von Stadtverordnetenvorsteher August Dreger auf
Forstmeister a.D. Baer:
"Meine Herren!
Vor Eintritt in die heutige Tagesordnung gestatten Sie mir eines lieben Mitbürgers zu gedenken, den wir vor wenigen Tagen zur letzten Ruhe geleiteten und der sich um das Wohl unserer schönen Stadt hohe Verdienste erworben hat, ich meine unseren Stadtältesten und Ehrenbürger, den verstorbenen Herrn Forstmeister a.D. Baer.
Meine Herren,
als der Verstorbene vor ca. 15 Jahren, aus dem Staatsdienste pensioniert, seinen Aufenthalt unter uns nahm, wählte ihn bald darauf die Stadtverordnetenversammlung zum Ratmann diesiger Stadt in der richtigen Erkenntnis, daß er der städtischen Verwaltung eine kräftige Stütze und in Forstsachen ein guter Ratgeber sein werde. Er hat diese Voraussetzungen in reichstem Maße erfüllt; überall wo es die Hebung und das Wohl Sachsa`s galt war er dabei und hat stets unverdrossen an der Entwicklung unseres Gemeinwesens mitgewirkt.
Er hat uns unsern Wald verschönen helfen, hat uns schöne Wege und Anlagen gebaut, er hat das Kuckanstal zu einem kleinen Paradiese umgeschaffen, ja trotz seines hohen Alters haben wir ihm bei Wind und Wetter draußen gesehen, wenn es galt Bäume zu beschneiden und Verschönerungen anzulegen.
Meine Herren,
dafür sind wir ihm Dank schuldig und haben solchem auch schon zu Lebzeiten dadruch Ausdruck verliehen, daß wir den Platz vor seiner Wohnung, ihm zu Ehren, den Forstmeister Baerplatz nannten, ich auch, nachdem er 12 Jahre als Ratmann tätig gewesen und eine Wiederwahl, wegen seiner Schwerhörigkeit nicht gut möglich war, den Titel STADTÄLTESTER verliehen; ihm ferner an dem Tage, an dem 70 Jahre vergangen waren, als er in den Staatsdienst trat, das Ehrenbürgerrecht hiesiger Stadt verliehen.
Meine Herren,
er war über alle diese Ehrungen sehr erfreut und sagte noch bei Verleihung des Ehrenbürgerrechts, wie gern er den Rest seines Lebens und Könnens in den Dienst der Stadt stelle. Dem hat der Tod ein Ziel gesetzt!
Meine Herren,
ich sagte schon wir sind dem Verstorbenen Dank schuldig und glaube wir können diesen Dank nicht besser betätigen als daß wir ihm nachrufen:
all seine Werke sollen erhalten und sein Andenken bei uns in Ehren bleiben.
Meine Herren,
zum Zeichen Ihres Einverständnisses und zu seiner Ehre bitte ich Sie, sich von Ihren Sitzen zu erheben!
Ehre seinem Andenken!"
Hier ruht aus
nach arbeitsreichem Leben
der Kgl. Forstmeister a.D.
Gustav Adolf Baer,
Ehrenbürger
der Stadt Bad Sachsa.
* 8. Juli 1821 zu Königsberg i. Pr.
t 4. Nov. 1910 zu Bad Sachsa.
____________________
(13.04.2013, Foto: Ralph Boehm)
GOETHEstraße und HERDERstraße
(Übergang zur Moderne durch andere in Bad Sachsa ansässige Baumeister im Dichterviertel)
1950er, Goethestraße
(1950er, Dr.B.Spieweck, Foto: Kirstin geb und Dieter Lauenstein)
Goethestraße
Goethestr. 1
(09.05.2019, Foto: R. Boehm)
Goethestr. 2
IN ARBEIT
Bisher sind uns lediglich zwei diese Villa betreffende Anmerkungen untergekomenn:
"Schreiber, Hauptmann a.D., 408"
ist der einzige Teilnehmer, der dem Fernsprechbuch von 1935/1936 zu entnehemen ist.
Seinen 85. Geburtstag feiert Dr. med. dent. Wilhelm Müller in der Goethestr. 2.
Goethestraße 3
Vermutlich 1929 ließ Familie Michel diese Villa erbauen.
Else, geb. Wiedekind und Reinhard Michel (wohnhaft bisher wohl Marktstr. 23/24) bekommen 4 Kinder.
Insbesondere Ehemann Richard Michel hat in Bad Sachsa Spuren hinterlassen,
ein Auszug:
Lehrer Richard Michel, 1876 bei Erfurt geboren, war seit 1896 im öffentlichen Schuldienst Preußens beschäftigt und seit 01.01.1899 an der Volksschule Sachsa in den Fächern Deutsch, Rechnen, Zeichnen. 1900 wird er als "Mitglied des Militärvereins ehemaliger Waffengefährten" -und in den Folgejahren für zwei Jahrzehnte als dessen Vorstandsmitglied- genannt;
seit 1901 ist er Bürger unserer Stadt.
Der Kriegsteilnehmer wird als "Mitglied der kirchlichen Gemeindevertretung genannt", ist "Dirigent des Gesangvereins LIEDERTAFEL", kandidiert bei Satdtverordnetenwahlen (1924 auf "Liste Döbrich", 1929 auf Liste "Kommunale Wohlfahrt"). Der Konrektor (seit 1926) wird Vorsitzender des "Lehrervereins Bad Sachsa und Umgegend" und tritt 1933 der NSDAP bei.
Nach 40 Dienstjahren, davon 37 ½ Jahre in Bad Sachsa, wird Reinhard Michel zum 31.03.1938 pensioniert.
(Die Informationen basieren auf den Forschungen von Markus Jaeger, die er im Rahmen seiner Examensarbeit über die 1930er Jahre in Bad Sachsa zusammengetragen hat, Stadtarchiv Bad Sachsa)
Goethestr. 3: Familie Michel
(zwischen 1929 und 1934, Foto: Roswitta Mierau)
Goethestr. 3 FALSCHES FOTO, gezeigt wird die 4 (links, dahinter die 3)
(23.04.2011, Foto: Horst Möller)
Wolfgang Michel
Mein Lebenslauf!
Mein Lebenslauf!
Am 23.3.1918 wurde ich als Sohn des Konrektors Richard Michel und dessen Ehefrau Els, geb. Wiedekind in Bad Sachsa am Südharz geboren. Von 1924 bis 1928 besuchte ich die Volksschule in Bad Sachsa. Von 1928 bis 1934 ging ich zur Oberrealschule und verließ sie mit Obersekundarreife. Von 1934 bis 1936 lernte ich bei der Stadtverwaltung Bad Sachsa. Anschließend besuchte ich die zweijährige Höhere Handelsschule in Nordhausen. Von April 1938 bis Oktober 1938 genügte ich meiner Arbeitspflicht in der Rhön. Am 17. November trat ich bei der Wehrmacht ein. Dort wurde ich für die Wehrmachtbeamtenlaufbahn vorgesehen und erhielt meine Ausbildung auf der Zahlmeisterei. Anfang 1940 wurde ich Rechnungsführer, 1943 Sachbearbeiter auf der Zahlmeisterei der
Feldeinheit, die ich bis Kriegsende allein und selbständig führte. Im Mai 1945 geriet ich in sowjetische Kriegsgefangenschaft, aus der ich am 24. November 49 entlassen wurde. Bis Mai 1950 wurde ich zum Zwecke der Erholung krank geschrieben. Seidem bin ich beschäftigungslos. Ich bin hier bei Verwandten. Meine Eltern wohnen in der Ostzone.
Wolfgang Michel
Goethestraße 4
Goethestr. 4:
FALSCHES FOTO ERSETZEN UND gESCHICHTE ERzählen
Goethestr. 4
(23.01.2009, Foto: Horst Möller)
Villa Ohnesorge, Goethestraße 5, erbaut 1930
(1930, Baumeister August Heise, erhalten in 2013 von Horst Möller)
Baumeister August Heise hat diese Villa für Elsa und Albert Ohnesorge 1930 erbauen lassen, die auch anschließend im Parterre einzogen; in die oberen Etage zog zeitgleich ein der Sparkassen-Gegenbuchführer Hermann Rode (Einwohnerbuch 1935), der hier bis zu seinem Tode Ende der 1960er Jahre wohnte.
Ein nahezu quadratischer Grundriss (kleiner als zuvor), einfache Putzfassaden aufgelockert durch schmale Fenster, dazu ein paar einfache Verzierungen aus Ziegelsteinen und fertig ist der neue architektonische Stil um 1930. Statt der reich verzierten und üppigen Villen unserer "Bäderarchitektur", prägen jetzt schlichte bis puristisch gehaltene Gebäude, welche die Bad Sachsaer Scherzes halber als "Kaffeemühlen" bezeichnen.
Haus Behnsen, Herderstraße 5, erbaut 1937
(2009, Foto: R. Boehm)
Einer Immobilienanzeige kann man 2007 entnehmen, dass dieses Wohnhaus 1937 gebaut wurde auf einem Grund von 560 qm. ("derregionalmakler", Juni 2007).
Auch bei diesem Haus sind die links erwähnten typische Stilelemente der 1930 Jahre zu finden, auch wenn hier beinahe spielerisch runde Anbauten nach vorn und hinten den eigenen Charakter ausmachen. Im Original von 1937 war auch eine Garage im Keller umgesetzt worden, von dem heute nur noch das rechte Kellerfenster Zeugnis ablegt. (Horst Möller, 15.02.2023)
Der Architekt Alfred Behnsen entwarf dieses Wohnhaus für sich selbst; auch bei der Innengestaltung (u.a. holzvertäfelte Wände, Bauhaus-Deckenleuchten) erreichte er, trotz der relativ geringen Raumgrößen, durchaus einen großzügigen repräsentativen Eindruck zu vermitteln.
HERDERstrasse
Goethestraße und Herderstraße
(Übergang zur Moderne durch andere in Bad Sachsa ansässige Baumeister im Dichterviertel)
Herderstraße 9, 7, 5, 3, dahinter die katholische Kapelle
(1949, AK: Slg. R. Boehm)
Herderstraße + Goethestraße a, b, c, d, e IN ARBEIt
(Mitte/Ende der 1960er Jahre, Foto: Klaus Petersen) IN ARBEIT
Goethestraße und Herderstraße
Goethestraße 5 und Herderstraße 5
Villa Ohnesorge, Goethestraße 5, erbaut 1930
(1930, Baumeister August Heise, erhalten in 2013 von Horst Möller)
Baumeister August Heise hat diese Villa für Elsa und Albert Ohnesorge 1930 erbauen lassen, die auch anschließend im Parterre einzogen; in die oberen Etage zog zeitgleich ein der Sparkassen-Gegenbuchführer Hermann Rode (Einwohnerbuch 1935), der hier bis zu seinem Tode Ende der 1960er Jahre wohnte.
Ein nahezu quadratischer Grundriss (kleiner als zuvor), einfache Putzfassaden aufgelockert durch schmale Fenster, dazu ein paar einfache Verzierungen aus Ziegelsteinen und fertig ist der neue architektonische Stil um 1930. Statt der reich verzierten und üppigen Villen unserer "Bäderarchitektur", prägen jetzt schlichte bis puristisch gehaltene Gebäude, welche die Bad Sachsaer Scherzes halber als "Kaffeemühlen" bezeichnen.
Haus Behnsen, Herderstraße 5, erbaut 1937
(2009, Foto: R. Boehm)
Einer Immobilienanzeige kann man 2007 entnehmen, dass dieses Wohnhaus 1937 gebaut wurde auf einem Grund von 560 qm. ("derregionalmakler", Juni 2007).
Auch bei diesem Haus sind die links erwähnten typische Stilelemente der 1930 Jahre zu finden, auch wenn hier beinahe spielerisch runde Anbauten nach vorn und hinten den eigenen Charakter ausmachen. Im Original von 1937 war auch eine Garage im Keller umgesetzt worden, von dem heute nur noch das rechte Kellerfenster Zeugnis ablegt. (Horst Möller, 15.02.2023)
Der Architekt Alfred Behnsen entwarf dieses Wohnhaus für sich selbst; auch bei der Innengestaltung (u.a. holzvertäfelte Wände, Bauhaus-Deckenleuchten) erreichte er, trotz der relativ geringen Raumgrößen, durchaus einen großzügigen repräsentativen Eindruck zu vermitteln.
Goethestraße und Herderstraße
Die Katholische Heimstätte auf dem (im Volksmund bezeichneten) "Heiligen Berg".
Spätestens seit 2020 "gehört die St. Josef-Kirche zur Pfarrei St. Benno, Bad Lauterberg
("Broschüre der religiösen Gemeinden und Religionsgemeinschaften in Stadt und Landkreis Göttingen". Hrsg. Stadt Göttingen, 3.5/1.20. Wohl 2020)
Schützenstraße 20, Hotel Schröder, Alias 4318
"Die Geschichte der Katholiken in Bad Sachsa ist seit der Reformationszeit bis zum Jahre 1928 recht unbedeutend; denn 1837 waren erst drei von den fast 1.600 Einwohnern katholisch, dann wuchs ihre Zahl auf zirka 30 an, die von der katholischen Kirche Ellrich mit betreut wurden." (Wochen-Chronik 18.11.1992).
Das scheint den Ellrichern aber so gut nicht gefallen zu haben: so gaben sie Mitte der 1920er eine Ansichtskarte heraus (s.o.), gezeigt wird ein Raum im Hotel Schröder (Schützenstraße 20, vgl. auch BSN 13.08.1971) mit dem rückseitigen Text:
"Jetziger Raum für den Kath. Gottesdienst in Bad Sachsa. Kapellenbau dringend nötig. Gaben erbeten an Postsch.=Konto Erfurt 27924 für Kath. Kirchengemeinde Ellrich."
(BSN 16. März 1929)
Demnächst können sich die Katholischen Einwohner freuen auf ein eigenständiges Gotteshaus. So ist den Bad Sachsaer Nachrichten (BSN) 1928 zu entnehmen:
"Bad Sachsa, 18. August (Katholischer Gottesdienst.) Nunmehr ist auch Bad Sachsa in die Reihe jener Kurorte getreten, die in Erfüllung der berechtigten Wünsche der katholischen Kurgäste die Abhaltung des katholischen Gottesdienstes an Ort und Stelle ermöglichen. Die Stadt hat ein geräumiges Zimmer in der Volksschule [Anm: in der Pfaffenwiese] dafür zur Verfügung gestellt. Am Sonntag, den 19.8.d.Js. wird um 8 Uhr die erste heilige Messe darin gefeiert..." (BSN. wohl 18.08.1928)
Die neuerbaute katholische Kapelle und die evangelische Kirche (um 1932. Slg. R. Boehm)
"Der katholischen Kirche wurde ein Bauplatz zur Errichtung einer Kapelle geschenkt" (heißt es im "Nachtrag zum 75. Geburtstag des früheren Bürgermeisters Dr. Grießentrog", BSN 09.01.1958) und so kam es, dass...
"Im Jahr 1931 wurde nach den Plänen des Bonifatius-Vereins in Paderborn von der hiesigen Firma Kälz ein Kirchlein auf einer Erhöhung im Westen der Stadt errichtet."
Die Benediktion nahm der Generalvikar von Fulda, Prälat Günther, vor. Bei der Feier am 21. Juni 1931 waren 300 Festteilnehmer anwesend." (BSN 07.10.1987).
Katholische Kapelle, Herderstraße
(1931, Originalfoto: Slg. R. Boehm)
Einweihung der Katholischen Kapelle
(1931, Originalfoto: Slg. R. Boehm)
Die Ähnlichkeiten der St. Josef-Kirche Bad Sachsa mit der St. Marien-Kirche in Bad Frankenhausen (u.a.) könnten kaum größer sein. "Hier (Anm.: in Bad Frankenhausen) konnte am Sonntag, den 21. Dezember 1930, die feierliche Kirchenweihe erfolgen. Der Neubau erfolgte nach Entwürfen des Diözesanbauberaters des Bistums Paderborn Max Sonnen, durch den Bauunternehmer Pott aus Artern. In gleicher bzw. ähnlicher Bauweise der bewusst schlicht gehaltenen und mit einem Lamellendach versehenen, als Diasporakirche konzipierten Kirche, entstanden auch in anderen Orten. Im ursprünglichen Stil erhalten geblieben sind nur Vereinzelte - wie die gleichartige so genannte >>Schnitterkirche<< in Klütz, westlich von Wismar."
(27.06.2022, https://regionalmuseum-bfh.de/katholische Kirche)
Einweihung der Katholischen Kapelle, Einweihung 21.06.1931
(ca. 1961, Fotoalbum Gerhard Pfeiffer, Bild 121)
St. Marien in Bad Frankenhausen, Einweihung 31.12.1930
(ca. 1935, https://regionalmuseum-bfh.de/katholische Kirche)
Kirche Mariä Himmelfahrt in Klütz, Einweihung 1932
(o.J. Foto: www.katholische-kirche-wismar.de 2022-06-27
Diese Kirche erfüllt auch heute noch ihre Aufgaben in der Katholischen Pfarrei Wismar.
Allerdings wurde jedoch dieser Bau "für die durch Umsiedler und Flüchtlinge aus katholischen Gegenden nach dem zweiten Weltkrieg in Bad Sachsa heimisch gewordenen 620 Katholiken viel zu klein. Sie wurde abgerissen (m.E. jammerschade!) und am 23 April 1962 wurde der Grundstein für die weitaus größere St. Josef-Kirche gelegt, die im Folgejahr... feierlich eingeweiht wurde. Neben dem hohen Glockenturm von ungewöhnlicher Ausführung hat der modernistische Bau auch ein Begegnungszentrum und prägt durch seine großzügige und ins Auge fallende Gestaltung den oberen Stadtteil Bad Sachsas ganz wesentlich." (Wochen-Chronik 18.11.1992).
"Nach Plänen der Architektengemeinschaft Herbert Roer und Erich Weber in Fulda begann im Herbst 1961 ein Neubau der Kirche, da sich das alte Gotteshaus nicht erweitern ließ."..."Das alte Kirchlein mußte dem Neubau Platz machen. Die Bauausführung lag in den Händen der Firma Josef Gremm in Bad Sachsa. Die Innenausstattung übernahm die Benediktinerin Ehrentraud Trost aus Varensell"... "Die Weihe der Kirche fand am 14. Juli 1963 durch den Bischof von Fulda, Adolf Bolte, statt. die Kirche bietet nun 300 Sitzplätze. Der Turm hat eine stattliche Höhe von 22 Metern. Es blieb der Name St. Josef." (BSN 07.10.1987).
Apropos Turm:
in der Bevölkerung hält sich hartnäckig das Gerücht, dass der Turm etwas höher ausgeführt sein soll, als zuvor erlaubt (und damit höher sei als der Kirchturm St. Nikolai).
Wirklich nachgemessen hat bisher niemand!
PFERDEteich
auch: "Neue Teich" sowie "Kämmereiteich"
[vgl. oben unter "F", mit unterhalb liegendem FORSTMEISTER BAER-PLATZ]
Der erstmals 1568 erwähnte "Neue Teich", im Salztal gelegen, wurde zum Schutz gegen Brandgefahr angelegt
(Löhnis S. 196)
Auch 1572 findet der "Neue Teich" Erwähnung in der Verhandlung über
"ein Stücke Land am Wartteberge gegen den Neuen Teiche zwischen d[er] Kirchen und Hans Schmits Jun. Länderey, gehet biß für die Zehen gerthen."
(StABS I.d.21; Hallbauer I, S. 382)
1709: Der Damm des Pferdeteiches zerreißt. (Löhnis S 162);
1718: Nach dem großen Brand wird der Teich neu angelegt zur Sicherung bei Feuersgefahr. (Hallbauer S. 162, Löhnis, S. 181).
1782 ca.: Der durch Wasserdurchbruch im vergangenen Jahr beschädigte Kämmereiteich. Bei Feuersgefahr ist dieser Teich der Stadt unentbehrlich.
Der andere über der Stadt gelegene Teich, der sogenannte Schmelzteich, triebe die Mühlen, deshalb im Sommer weinig Wasser...."
1947/1948: Nach Dammbruch des Pferdeteiches in Bad Sachsa erneut Hochwasser, insbesondere bei den Grundstücken Beherzig, Beyer, Bruchmann und Hesse"
in Neuhof (Wolfgang Hebestreit 2007, S. 24).
1949: Am Pferdeteich wurde die eingestürzte Mauer durch die Errrichtung einer Böschung mit Geländer und Ziersträucheranpflanzung ersetzt (Hallbauer III, S. 229f)
Brand 14 (1897) - Brand 1 (1896) - Brand 2 (1891) - Steinbruch
(1909 oder davor, Ansichtkskarte: Monika Bauer, 2.1.2023)
Und morgen geht es über Stock und Stein!
Die Pferdeschwemme
Der später als "Pferdeteich" bezeichnete Teich verdankt seinen Namen den Fuhrmannsleuten, welche zum Reinigen der Pferde (oder zum Kühlen im Sommer) diese direkt in das Wasser führen konnten (an der hellen Stelle am oberen rechten Rand). Noch wichtiger war für die Fuhrmannsleute allerdings, dass sie mit dem gesamten Fuhrwerk dort ins Wasser fahren konnten, damit sich das Holz des Wagens mit Wasser vollsog (die Verbindungen richtig fest wurden), so dass es am kommenden Tag z.B. in den Oberharz über "Stock und Stein" gehen konnte.
Diese flache Einfahrt ist auch in 2026 noch zu erkennen (ebenso in der unteren rechten Ecke an der Talstraße)!
(19./20.09.1961, Foto: Ahrens-Archiv/Bad Harzburg-Stiftung)
Stellt der Pferdeteich eine Gefahr für die Bevölkerung dar?
genauer:
"... steht dem p. See die Rettungsmedaille am Bande zu?
"...betr. Lebensrettung des p. Jödecke..."
21.11.1889 f
"Ich erkläre auf Pflicht und Gewissen Folgendes:
Am 2. Juni 1889 Morgens ritt ich in Sachsa im sogeannten Pferdeteich einen etwas bockigen Gaul in die Schwemme, kam dabei zu Falle und hätte, des Schwimmens unkundig, bei 2-3 mtr. Tiefe ertrinken müssen, wenn ich nicht durch Umstehende gerettet wäre. Zuerst machte ein gewisser Weisshuhn den Versuch, stand aber dann, als er von mir in die Tiefe gezogen wurde, davon mit den Worten ab:
"ich will nicht ertrinken, ich habe Frau und Kinder zu Haus.".
Nun sprang Ernst See, zur Zeit Kutscher beim Major v. d. Goette, jetzt Musketier im
60. Inf. Rgt. Markgraf Karl, in den Teich und brachte mich mit großer Mühe und Anstrengung, wobei er sich nach meiner festen Ueberzeugung, wie auch Weisshuhn, in eigenster Lebensgefahr befand, gkücklich ans Ufer.
Friedrichsort, den 19. Mai 1890 Jödecke Lazarethgehülfen=Anwärter
"Der umstehenden Erklärung des August Jödecke vom 19. Mai d. J. schließe ich mich,
da ich ja die Rettung des selben vom 2. Juni 1889 durch den jetzigen Musketier Ernst See im 60 Inf. Regiment mit angesehen habe, vollständig an und erklären nochmahlich, daß auch nach meiner festen überzeugung die Rettung des Jödecke mit Lebensgefahr verbunden war. Sachsa d. 2. Juni 1890 Carl Espe
"Auf Grund weiterer in der Sache angestellen Ermittlungen wird hiermit bescheinigt, daßdie am 2. Juni v. Jrs. erfolgte Rettung des Landwirths August Jödecke aus Lebensgefahr herausholen desselben aus dem s.g. Pferdeteich hierselbst -durch den füheren Kutscher, jetz Musketier im 60. Infanterie Regiment Markgraf Karl, Ernst See für diesen mit eigener Lebensgefahr verbunden gewesen ist.
Die Polizei=Verwaltung
Weber
(StABS I.a.43)
Die bisher eingereichten Begründungen und Stellungnahmen reichen aber für eine vernünftige Beurteilung der Sachlage nicht aus!
War die Rettung tatsächlich mit Lebensgefahr verbunden?
Welche Tiefe hat der Teich?
Sachsa, den 24. December 1889
"Außerdem ist aber auch die genaue amtliche Feststellung der Wassertiefe gg mit nicht unerheblichen Schwierigkeiten und Kosten verbunden und die gerichtliche Ver= nehmung der Zeugen würde wegen Mangels eines Gerichts am Ort Kosten verursachen, weshalb Wohldemselben die unterzeichnete Polizei=Verwaltung ganz ergebenst anheimstellt, die Sachsa auf sich beruhen zu lassen.
Die Polizei=Verwaltung
Weber"
Einige Schriftwechsel weiter beantwortet dann das Infanterie-Regiment Markgraf Karl namentlich von Derschau, Oberstlieutnant und etatsmäßger Stabsoffizier
"Weißenburg, d. 25. Juni 1890
An die Wohllöbliche Polizei=Verwaltung Sachsa Kr. Nordhausen
Nach einer Mittheilung des Major v. d. Goette daselbst ist Wohldieselbe auf Grund weiterer, in der Rettungsangelegenheit des Landwirths August Jödecke durch den jetzigen Musketier See diesseitigen Regiments angestellten Ermittlungen nunmehr in der Lage die amtliche Bescheinigung dahin abzugeben, daß die Rettung des gg. Jödecke aus Lebensgefahr durch den gg. See mit eigener Lebensgefahr für den letzteren verbunden gewesen ist.
Mit Bezug hierauf wiederholt das Regiment sein Ersuchen vom 16.12.89 No. 2661 behufs Beibringung der amtlichen Bescheinigung über Wassertiefe und die Rettung aus Lebensgefahr mit eigener Lebensgefahr - in eine zusammengefaßt.-
In demselben muß enthalten sein:
a) das sich die angegebene Wassertiefe der Stelle, an welcher der Gerettete ins Wasser fiehl, auf genaue Messungen gründet,
b) wie weit diese Stelle von dem Theil des Teiches entfernt ist, welche eine auch für Nichtschwimmer ungefährliche Tiefe hat,
c) wie die Sohle des Gewässers beschaffen ist,
d) ob der Gerettete ohne die Hülfe des p. See voraussichtlich sein Leben verloren haben würde.
Die frühere Correspondenz ist mit der Bitte um Rückgabe zur Orientierung beigefügt.
Ferner wird um gefl. Mittheilung der Aufenthalsort bezugs der Truppentheile von folgenden Zeugen in dieser Angelegenheit gebeten:
1. Cigarrenmacher Karl Espe
2. Zimmermann Karl Weißshuhn
3. Maurer Friedrich Klapproth
4. Gottfried Bolle und
5. August Jödecke."
Dass hat offenbar den hiesigen Bürgermeiseter Weber, hier in seiner Funktion als Chef der Polizei=Verwaltung, beeindruckt:
"Sachsa, den 15. Jul 1890
I. Es wird hiermit bescheinigt,
1, daß der frühere Kutscher, jetzt Musketier im Infanterie=Regiment Markgraf Karl (7. Brandenburgischen) No. 60 Ernst Seee mit eigener Lebensgefahr den früheren Landwirth, jetzt Lazarethgehülfen zu Friedrichsort August Jödecke im Monat Juni 1889
- aus dem s.g. Pferdeteiche - aus Lebensgefahr gerettet hat.
2, daß die Wassertiefe an der Stelle, an welcher der p. Jödecke vom Pferde ins Wasser geworfen wurde, nach genauer Messung 1,95 m geträgt,
3, daß an diese Stelle von dem Theil des Teiches, welcher auch für Nichtschwimmer ungefährlich, 3 1/2 m entfernt ist,
4, daß die Sohle des fraglichen Teiches aus mindestens 70 cm hohen Schlamm besteht und
5., daß der Gerettete ohne die Hölfe des p. See entschieden sein Leben verloren hätte.
II. Reinschrift vorstehenden Attests ist zu fertigen,
III. An das Kgl. Kommando des Infanterie Regiments Markgraf Karl (7. Brandenburgisches) No. 60 zu Weißsenburg"
desweiteren schreibt Weber
"das gewünschte Attest mit dem ganz ergebensten hinzufügen zu übereichen, daß
1, der Cigarrenmacher Karl Espe
2, der Zimmermannn Karl Weißshuhn
sich hier
3, der Maurer Friedrich Klapproth sich gegenwärtig im Harz [darüber: in Rübeland] aufhalten.
4, der Maurer Gottfried Polle bei der 8. Kompagnie des 3. Garde Regiments zu Fuß in Berlin steht und
5, der Aufenthaltsort des [darüber: Landwirth August] p. Jödecke aus dem Atteste hervorgeht.
Die Polizei-Verwaltung
Weber."
Jetz fehlen tatsächlich nur noch wenige Angaben, damit die Stadt durch Weber den Retter ehren kann:
Die genaue Dienststellung des Herrn Weber ist noch anzugeben und:
"Die Umschrift des Attestes wurde infolge von Wohlderselben zu groß gewählten Papiers
-welches bei Vorlage Sr. Majestät nur Reichsformat sein darf-
bedingt. Ferner war in dem Attest der Ausdruck "Lazarethgehülfen-Anwärter" gebraucht,
statt "Lazaet-Gehülfen Lehrling."
gez: Otto
Oberst und Regiments Commandeur."
Die Antwort ergeht direkt am Folgetage, sie ist nun unterzeichnet,
offenischtlich auf korrektem Papier mit
"Die Polizei=Verwaltung
Weber
Bürgermeister"
Na also, geht doch! Wenn man nur will! Aus dieser Sache ist kein weiterer Beleg im Stadtarchiv vorhanden
Gehen wir also davon aus, daß die Rettungsmedaille am Bande ordnungsgemäß an den tapferen Helden, Ernst See, übergeben werden konnte.
Pferdeteich mit Villa Reinhard (oben links)
(ca. 1900; AK: Slg. R. Boehm).
Der Pferdeteich ist ein gefährliches Wasser! Vor 5 Jahre Ernst See - und nun Hermann Krügener...:
Sachsa, den 25. Juli 1894
1, An das königl. Amtsgericht
zu
Ellrich
Dem pp zeigen wir ergebenst
an, daß gestern Abend gegen
9 Uhr beim Baden im s.g. Pferde=
teiche der 20 Jahr alte Schumacherge=
sell` Hermann Krügener hierselbst
Sohn der unverehelichten Friederike
Krügener jetzt verehel. Hoppmann
in Steina ertrunken ist. Die Lei=
che hat erst nach Verlauf 1/2 bis 3/4
Stunden aufgefunden werden kön=
nen, sie ist vom Dr. med. Schoeten=
sack hier besichtigt und ist von
demselben der Tod des p. Krügener
festgestellt. Zugegen waren der
Tischler Albert Spicher und der
Maurer Friedrich Müller, die aber
zur Rettung des p. Krügener nichts
thun konnten, weil sie nicht
schwimmen können.
Den Umständen nach zu
urtheilen, muß angenommen
werden, daß Tod p. Krügener
von einem Schlaganfalle betrof=
fen worden ist.
2, An die königlich. Staats=Anwaltschaft
zu
Sondershausen
Wie ad 1 mit folgendem Zu=
satze: eine gleiche Anzeige ist
im Königl. Amtsgericht in Ellrich
erstattet.
3, An das königl. Landrats=Amt
in
Nordhausen
Dem pp xxxx wir uns
gehorsamt anzuzeigen, daß
gestern Abend gegen 9 Uhr
beim Baden im s.g. Pferde=
teiche hier der 20 Jahre alte
Schumachergesell Hermann Krü=
gener hiers. ertrunken ist.
Den Umständen nach zu ur=
theilen, muß angenommen
werden, daß der p. Krügener von
einem Schlaganfalle betroffen
worden ist
Die Polizei=Verwaltung
Weber
Sachsa, den 25. Juli 1894 6
No. 880
Gestern Abend gegen 9 Uhr
ist der Schuhmachergesell Hermann
Krügener geboren am 10. Septbr.
1874 hiers., Sohn der unverehelichten
Friederike Krügener, jetzt verheiratet
mit dem Waldarbeiter Wilhelm
Hoppmann in Steina, beim Baden
im Pferdeteich hierselbst ertrunken.
Die Leiche ist erst nach Verlauf
1/2-3/4 Stunden aufgefunden, von
Dr. med. Schoetensack besichtigt und
in der Leichenhalle untergebracht.
Der Tod des p. Krügener ist von dem
p. Schoetensack festgestellt.
Von den erklär=
te der Tischler Albert Spicher Folgen=
des:
Der p. Krügener, der Maurer
Friedrich Müller und ich beabsich=
tigten gestern Abend gegen 9 Uhr
im Pferdeteiche hier zu baden. wir
entkleideten uns und gingen Mül=
ler & ich nur einige Schritte in`s
Wasser, kehrten dann wieder um
und gaben das Baden auf. Der
p. Krügener spöttelte darrüber, wollte
seine Courage zeigen und lief
ziemlich wild in`s Wasser hinein
verschwand aber sehr rasch unter
demselben, kam wieder hoch und
blieb dann unter Wasser. Der
p. Müller und ich konnten zur
Rettung des p. Krügener nichts
tuhn, weil wir beide nicht schwim=
men können. Auch Krügener
konnte nicht schwimmen und xxxx
es in seiner Unvorsichtigkeiteiner
tiefen Stelle zu nahe gekommen;
Der p. Müller & ich holten nun
rasch Hülfe herbei und gelang es
den Anstrengungen des Maurer
Friedrich Spicher, des Zimmermanns
Fritz Heise u. des xxxxxxgehülfen
Willi Schaub die Leiche aufzufin=
den u. ans Land zu bringen.
Bemerkt soll noch werden, daß
der Maurer Friedrich Müllen we=
gen Abwesenheit nicht gehört
werden konnte
X. m. r.
Weber
Eisschneiden
auf dem Pferdeteich für die Eiskellereien der Hotels und Schlachtereien sowie der Brauerei
oben links: 1909, Anzeige in den Bad Sachsaer Nachrichten
oben recht: 1923, Magistratsbeschluß 15.02.1923
links: "Bedingungen" der Eisverpachtung 07.12.1925
(3 Dokumente: StABS 1.7.5)
Mit den gut 2 bis 2 1/2 Meter langen Eissägen (Originale in unserem Museum) wird das Eis des Pferdeteiches aufgeschnitten,
an Land gezogen und per Pferde-Fuhrwerk zu den jeweiligen Eiskellern verbracht;
um vor Ort auf die gewünschte Größe mit kleinen, ca. 70 cm langen, Sägen eingekürzt zu werden.
(Winter 1931/32. Fotos: Slg. R. Boehm)
Villen an der Talstraße am Südufer des Pferdeteiches
(ca. 1960; AK: Tom Schreiber, auf Facebook 18.07.2021)
"Höchste Alarmbereitschaft in Sachsa"
"Hochwasser verwandelte die Flüsse in reißende Ströme" im Kreis Osterode
(09.12.1974, Bad Sachsaer Nachrichten)
Hochwasser 2007: Der Deich drohte zu brechen. (09/2007, 3 Fotos: Ralph Boehm)
"Höchste Alarmbereitschaft in Sachsa"
"Hochwasser verwandelte die Flüsse in reißende Ströme" im Kreis Osterode
Das hier ist der erste Text, den Leute sehen, wenn sie auf deine Webseite kommen. Hier kannst du gut einen kurzen Satz oder Slogan einfügen, der auf knackige Weise dein Unternehmen beschreibt.
Jeder fängt mal klein an - so wie wir. Aus einer gemeinsamen Vision haben wir zusammen Schritt für Schritt etwas Großes gemacht. Darauf sind wir stolz.
Anläßlich des 40-jährigen Jubiläums der Deutsch Französischen Gesellschaft (DFG Bad Sachsa e.V.) schenkten die Castelnaudeser den Sachsaern diese Fischerhütte.
(18.08.2013, Foto: Ralph Boehm)
(03.11.2013, Foto: Horst Möller)
(18.08.2013, Foto: Ralph Boehm)
Kaum war die "Cabane de pêcheurs" (auch "Carrelet" genannt) eingeweiht/getauft - wurden ihr direkt die Beine genommen und es prangte das Schild
"Betreten der Baustelle verboten! Eltern haften für ihre Kinder". Respekt!!!
(18.08.2013, Foto: Ralph Boehm)
(18.11.2013, Foto: Ralph Boehm)
(21.08.2013, Foto: Horst Möller)
Kaum war die "Cabane" (auch "Carrelet" genannt) eingeweiht/getauft - wurden ihr direkt die Beine genommen und es prangte das Schild
"Betreten der Baustelle verboten! Eltern haften für ihre Kinder"
(18.08.2013, Foto: Ralph Boehm)
(18.11.2013, Foto: Ralph Boehm)
(21.08.2013, Foto: Horst Möller)
Löschwasser-Entnahmestelle
Der erstmals 1568 erwähnte "Neue Teich", im Salztal gelegen, wurde zum Schutz gegen Brandgefahr angelegt -
und auch in 2024 erfüllt der Pferdeteich treu seine Funktion!
(30.08.2024, Foto: Joachim Pförtner)
Einige Impressionen
im Wechsel der Jahreszeiten
(04.06.2024, Foto: Kai Loewe)
Frühling am Pferdeteich (16.04.2025, 3 Foto Helena Liewald)
Herbst am Pferdeteich (26.10.2024, 3 Foto Joachim A. Pförtner)
links: 30.07.2025 (Foto: Anonym), mittig und rechts: 10.07.2025 (Foto: Heidi Lautenbach)
POSTstraße
SCHACHTBERGstraße
(1950er, AK: Slg. R. Boehm 6306)
Blick vom Knickberg
Von unten links nach mittig: Schillerstraße.
Von mitte links nach der Schillerstraße der Nikolausgrund.
In der Verlängerung des Nikolausgrund kommt später die Schachtbergstraße (weiter über die Schillerstraße) hinzu.
Auf der bisher freien Fläche wurde im Winter gerodelt;
entsteht ca. 1970 ff der Terassenbau in der Schachtberg- und Schillerstraße.
Schachtbergstrasse 2-4: ein Terrassenbau am bisherigen Rodelhang.
Schachtbergstr. 2-4 während der Bauphase.
Die zukünftigen Garagen sind noch nicht als solche zu erkennen.
(ca. 1970/1972, Foto: Regina Boest)
Schachtbergstr. 2-4 bereits fertig;
Schillerstraße 26 noch im Bau
(Siegfried Ross auf Facebook 23.10.21)
(Bad Sachsaer Nachrichten, 15./16.05.1971)
STEINAER Straße
Steinaer Straße
(1904, Ansichtskarte, Slg. R. Boehm)
Zweifamilienhaus für Otto Kaiser, 1932/1933 erbaut
Steinaer Str. 6
(1932, Bauzeichnung: Kopie Slg. R. Boehm, erhalten in 2020 von Heidi Heimann)
Dem Maurermeister Otto Kaiser verdankt Bad Sachsa einen großen Teil seiner schönsten Villen, insbesondere auf dem Pfaffenberg. Hier eines seiner "späteren" Werke (verstorben 16.07.1934), bezeichnet als "Zeichnung zum Bau eines Zweifamilienhauses für Herrn Maurermeister Otto Kaiser in Bad-Sachsa". Der Maurermeister ist sich treu geblieben und baut weiter selbstbewußt auf eigene Rechnung, um die jeweilige Villa dann später der werten Kundschaft anzubieten.
Steinaer Str. 6
(1932, Bauzeichnung: Kopie Slg. R. Boehm, erhalten in 2020 von Heidi Heimann)
Verändert hatte sich allerdings die Umwelt und damit auch die Kundschaft; Inflation und die Wirtschaftskrise 1929 hatten ihre Spuren in der Welt und in Bad Sachsa hinterlassen. Außerdem fanden die "Reichen und Schönen" auch bsplw. die Schweiz und Seereisen ganz schön und hatten ihr Augenmerk von Sachsa ein wenig abgewendet. Deshalb wurden hier viele große Villen, bis dahin privat genutzt, zu "Pudingschulen", Pensionaten und Kurheimen umfunktioniert.
Aber auch Materialien, Stile und Funktionen änderten sich in dieser Zeit: Das, teilweise verspielte, Sicht-Fachwerk spielte keine Rolle mehr und verschwandt zugunsten des verputzten Mauerwerks genauso wie die offenen Wintergärten (die Genesung an/in bester Sachsaer Luft stand nicht mehr im Vordergrund), Fenster werden mehr schmal hochkant ausgeführt, auf teuren "Schnickschnack" wurde von da an verzichtet: die Zeit der typischen Sachsaer Türmchen ist beim Neubau endgültig vorbei! (siehe auch insbesondere die Häuser Otto Kaiser-Weg 5 bis 7).
Steinaer Str. 6
(1958, Foto: Slg. R. Boehm; direkt nach dem Eigentumswechsel in 1958 fotografiert der stolze neue Eigner sein Anwesen!).
Auch der seit 1929 in Sachsa tätige Architekt Josef Gremm aus dem Hause Albinmüller (in leitender Position an der Künstlerkolonie Darmstadt-Mathildenhöhe seit 1908 tätig) brachte ein neues Denken in die Sachsaer Architekturgeschichte mit der Ausführung des Umbaus der "Amerikanischen Villa" des Geschäftsmannes Max Pahlke am Waldsaumweg 20 (siehe dort) wie auch des Baus seines Privathauses Glaseberg 2 (siehe dort).
Steinaer Str. 13
(08.11.2018 Facebook, Foto: Carsten Zühlke)
Steinaer Str. 6
(1966, Bauaufnahme, Kopie: Slg. R. Boehm)
Auch wenn diese "Bauaufnahme" erst 1966 für "Herrn Fritz Kühn, Bad Sachsa, Berghotel Ravensberg" durch das Herzberger Architekturbüro angefertigt wurde, läßt es doch das ursprüngliche Erscheinungsbild dieser Villa an der Steinaer Straße nachvollziehen.
Exkurs zu Heinz Bick:
Heinz Bick eröffnete sein Büro 1955. Zu seinen ersten Arbeiten zählte ein Anbau an das Krankenhaus Herzberg - seinerzeit noch an der Ecke Lonauer Straße/Bundesstraße 243 gelegen - später u.a. die Kreiswohnbau, die Seniorenheime Stiemerling und die Harz-Weser-Werkstätten.
1976 steigen die Partner Wolfgang Probst und Volkhard Wille bei Heinz Bick ein und in 1991 übernahm Wolfgang Probst nach dem altersbedingten Ausscheiden Heinz Bicks das Büro, das er erfolgreich unter dem Namen „Architektur- und Ingenieurbüro Dipl.-Ing. Wolfgang Probst“ weiterführt.
Mit Detlef Schmidt als neuem Geschäftsführer und seinem Partner Stefan W. Klima kommt im Jahr 2008 schließlich der Standort in Nordhausen hinzu.
Das Büro erhält den Namen „Ortsbild Architektur- und Ingenieurbüro GmbH Probst-Schmidt-Klima“ und wird durch die langjährigen Mitarbeiter Birgit Vasel, Marco Gerken, Michaela Heckel, Ralph Darby, Hartmut Kolberg und Anne-Kristin Schmidt komplettiert.
(Harz Kurier, 01.09.2015, 09:30 aktualisiert)
Bisher ist über diese Villa aus den ersten drei Jahrezehnten nichts bekannt. In den städtischen Archivalien wird erstmals 1933 auf diese vermutlich 1907 errichtete Villa näher eingegangen, da der "Schwester Luise Müller von der Lehr gestattet" [wird], ein Privat-Entbindungs- und Säuglingsheim zu betreiben (siehe deshalb bei der gesonderten Kategorie "Borntal + andere Kinderheime" bei den spannenden Geschichten). Im April 1938 wird festgestellt, das das Heim mit 38 Kindern überbelegt ist und 1940 schließt das Gesundheitsamt Nordhausen das Kinderheim wegen diverser Mängel: Frau Müller verzieht nach Dresden.
Zum 1.4.1940 eröffnet Erika Krüsmann, geb. Kumnick, hier ihr Kindererholungsheim der Luftwaffe, von denen 50 % von Flüchtlingen beansprucht werden.
Auch in den 1950ern ist Erika Krüsmann für das "Evangelische Kinderkurheim", und somit für durchschnittlich 35 Kinder verantwortlich (siehe deshalb bei der gesonderten Kategorie "Borntal + andere Kinderheime" bei den spannenden Geschichten; StABS 471/01 + 471/02/1).
Evgl. Kinderkurheim / Frau Erika Krüsmann
Steinaer Str. 13
(23.08.1949, AK rs + vs: Slg. R. Boehm 6302)
(siehe auch in der Rubrik
"Borntal + andere Kinderheime)
Bad Sachsa. Blick vom Warteberg zum Ravensberg
Im Vordergrund eine Sprungschanze im Salztal
Ansichten aus spätestens 1959 (Slg. R. Boehm 3823 + 3824)
Steinaer Straße 26
Pension PETERLE
(25.5.1968, AK: Slg. R. Boehm 6265)
"... Ich habe das Zimmer vom 1.-12.6 fest vorgemerkt und hoffe, daß Sie sich bei uns recht wohl fühlen. Freundlichen Gruß. Frau L. Wilhelm"
Zum Besitz der Familie Wilhelm siehe auch bei "Borntal + andere Kinderheime" (Steinaer Str. 24)
Steinaer Straße 29
Steinaer Str. 29, erbaut 1932
(1930/1931, Bauakte Stadt Bad Sachsa)
Dieser "Bau eines Landhauses für den Prokuristen Ernst Krause (Leuna) durch den Architekten Baurat Karl Barth" ist ein weiterer Beleg für das neue Bauen in Bad Sachsa. Ein spannendes Haus, welches erst vor kurzem in 2020 einen neuen Liebhaber gefunden hat, der sich mit den Spezialitäten und Eigenarten auseinandersetzt. In Bad Sachsa verwirklichte Barth ausserdem für Dr. Mittendorf dessen Haus in der Schillerstraße 33.
Steinaer Str. 29, erbaut 1932
(Bad Sachsaer Nachrichten 20.02.1932)
(Hier nur zum Vergleich; siehe die Spezialseite unter Villen).
Hotel Warteberg
Steinaer Straße 30 (ehedem 14)
(in Bearbeitung: 1896, Bauzeichung)
In Bearbeitung
(in Bearbeitung: 1900, Kur=Liste)
()
In Bearbeitung.
(Anmerkungen von Hans-Jürgen Liebau, Facebook 27.11.2018: "Walter Neusel wohnte bei Kriegsende im Hause Köbrich, dem ehemaligen Hotel Warteberg. Kurze Zeit nach dem Ende des Krieges zog in das Haus, das auch viele Flüchtlinge aufgenommen hatte, ein anderer prominenter Gast in Spee ein: Heinrich Nordhoff, der von Bad Sachsa nach Wolfsburg berufen wurde, um das Werk wieder aufzubauen, das dann unter dem Namen Volkswagen-Werk weltbekannt wurde.".)
Sprungschanze am Warteberg
unterhalb der Steinaer Straße 30 (ehedem 14)
Blick vom Warteberg über die Sprungschanze auf Katzenstein und Ravensberg
(23.08.1949, AK: Slg. R. Boehm 6302)
Nährere Information. in der Rubrik "SKI HEIL !":
Villa Margarethe und Villa Marga
Steinaer Straße 45 und 49
"Bad Sachsa, Panorama von Westen, No. 9208"
(rs. handschriftlich)
Blick vom Warteberg
Pferdeteich (links), darüber Haus Anneliese (Brandstraße), darüber der Pfaffenberg-Steinbruch.
Mittig Villa Bergfried mit anschließenden Villen in der Wiesenstraße.
Hochwärts rechter Hans der Steinaer Straße die Villa Marga, runterwärts Richtung Talstraße die Villa Wilden.
(Original-Abzug, vmtl. vom Simonsen-Verlag, vmtl. um 1920. Slg. R. Boehm)
Villa Margarethe, erbaut 1905
Steinaer Straße 45 (ehedem Steinaer Str. 15)
(1916, AK: Slg. R. Boehm)
Wer Form und Anstand in Bad Sachsa wahren wollte und etwas auf sich hielt, baute ein Haus mit Wintergarten und Türmchen, ließ sich mit diesem Haus ablichten und verschickte Neujahrsgrüße; wie mit dieser Foto-Ansichtskarte in 1916:
Bad Sachsa 3.I.16
Liebes Frl. Enke.
Mein Mann & ich senden Ihnen und Ihren lieben Eltern viel Glückwünsche fürs neue Jahr verbunden mit den besten Grüßen
Ihre Marg. Tietze u. Mann.
"Baujahr 1905, 1.575 qm, Wohnfläche 280 qm, 10 Zimmer, voll unterkellert. Villa mit Walmdach, Turmdach mit vielen Schmuckdetails in Holz. Keller in Naturstein mit 60 cm Außenwänden und preußischen Kappendecken. Erd- und Obergeschoß in Fachwerk mit Ausmauerung und Holzbehang. Aufwendig durchsaniert in 2012 ." (so kann man es einer Immobilien-Anzeige der Firma Spillner 1917 entnehmen).
Das prächtige Anwesen des Dr. phil. Max Tietze und seiner Gattin Margarethe ging Anfang der 1930er Jahre in das Eigentum des Dr. Griepentrog und seiner Frau Helene über. Ewald Griepentrog hat der Stadt Bad Sachsa von 1922 bis 1934 sowie von 1946 bis zu seinem freiwilligen Rücktritt als Bürgermeister gedient.
Villa Marga, erbaut 1886
Steinaer Straße 49 (ehedem Steinaer Str. 21 und zur Bauzeit "Haus Nr. 311", Ansicht von der Talstraße)
(1912, AK: Slg. R. Boehm 864)
Auch bei dieser Villa, bereits 1886 erbaut (der Hinweis auf das Baujahr ist in einem Eckquader im Sockelmauerwerk des Eckturmes an der Südseite zu entdecken), dürfen natürlich weder Wintergarten noch Türmchen fehlen! Wer Erbauer dieses stattlichen Anwesens war, bleibt vorläufig im Dunkeln. "Als ausführende Firma ist das damals in Sachsa führende Baugeschäft Kälz anzunehmen" (Fritz Reinboth: Von der Huwe`schen Töchterschule zum Haus Kulenkampf 1886-1986", Braunschweig 2008).
Die "Puddingschule", oh! Verzeiung!: die Haushaltungsschule Arthur von Steinmetz, Erna von Knobelsdorff, erbaut 1886
Steinaer Straße 49 (ehedem Steinaer Str. 21, Ansicht von der Steinaer Straße)
(AK: Slg. R. Boehm 173)
So vielversprechend diese Anzeige im "Badeprospekt" von 1913 auch klang, bereits in den Kriegsjahren, 1916 mieten sich Arthur von Steinmetz und Erna von Knobelsdorff (Nichte des Ersteren) ein, um wieder ein Töchterheim verbunden mit einer Koch- und Haushaltungsschule zu betreiben (StABS 1.29.4) unter dem Namen "Töchterheim Elisabeth" (StABS I.26.2). Die im Volksmund despektierlich "Puddingschule" genannte Einrichtung wurde ihrem Ruf nicht gerecht, denn es war eine durchaus ansprechende gute Ausbildung, die verabreicht wurde. -
Auch hier wurde nochmals das alte Klischee der Ansichtskarte aus dem ersten Jahrzehnt ein wenig überarbeitet (die Bezeichnung am Balkon wurde geschwärzt und der Erker am rechten Rand entfernt). In den Folgejahren (so z.B. 1929) heißt es in einem Hausprospekt: "Staatlich anerkannte Haushaltungsschule mit Töchterheim. Jahres- und Sonderkurse, Erholungsmöglichkeit.". Die "Haushaltungsschule v. Knobelsdorff" ist als solche zuletzt 1941 belegt (Amtliches Fernsprechbuch 1941) und stellte den Betrieb wohl während des Krieges ein. Inhaber war der Major Arved von Knobelsdorff, als Leiter fungierten der Hauptmann Manfred von Knobelsdorff sowie S. von Helldorff (nach dem Kriege: Bismarckstr. 29!)
"Seit 1950 hatte das Pädagogium ein Stockwerk des Hauses VON KNOBELSDORFF als Sextanerheim gemietet. Besitzer war jetzt der Polizeimajor a. D. Arwed von Knobelsdorff. Damit begann erstmals seit dem Auszug von Dr. Härtel wieder eine Verbindung des Hauses mit dem Pädagogium, die bis 1986 bestand." (Fritz Reinboth, a.a.O., S. 15). "Im Oktober 1986 wurde Frau von Hirthum, eine Niederländerin, als neue Besitzerin ins Grundbuch eingetragen. Aus dem Haus Kulenkampff (so die Bezeichnung seit des Erwerbes durch die Familie Kulenkampff in 1953) wurde nun ein Altenheim mit vegetarischer Verpflegung; dazu wurden Naßzellen und Toiletten eingebaut. ...So wechselte die Immobilie schon im November 1988 wieder den Besitzer. Ein Bäckermeister aus Osterode erwarb das Haus und richtete darin Mietwohnungen ein." (Fritz Reinboth, ebenda) Heute, nach der Jahrtausendwende hoffen die Anwohner der Steinaer Straße, und nicht nur diese, darauf, dass dieses prächtige Haus wieder bessere Zeiten sehen möge.
Steinaer Str. 49
Villa Huwe (damals: Steinaer Str. 21)
Panorama von Westen
-vom Pferdeteich über die Stadt bis zur Villa Huwe bzw. Marga- (um 1910, AK: Slg. R. Boehm)
"Oberlehrer Huwe hatte zu Ostern 1897 in diesem Gebäude eine HÖHERE TÖCHTERSCHULE eröffnet. Hauptamtlich war Huwe an der 1891 eröffneten Realschule von Dr. Wilbrand Rhotert angestellt... Ende des Jahres 1900 bot Huwe seine Höhere Tochterschule in Zeitungsinseraten zum Verkauf an" und fand mit Fräulein Amalie Potthoff eine junge Lehrerin als Käuferin. "Offenbar war sie eine tatkräftige, wirklich emanzipierte Frau, denn es war damals noch gar nicht so lange her, daß Frauen überhaupt im höheren Schuldienst tätig sein durften. In ihren Erinnerungen, VOM ZAUBER EINER KLEINEN STADT erzählt Amalie Potthoff (S. 10): So reiste ich in den Weihnachtsferien in den Harz und kam in eine wundervolle Winterpracht, wie ich sie bis dahin nicht gesehen hatte. Ich kam aus dem Getriebe mud der Unruhe der Industriestadt, der Kohlengruben und Fabrikschornsteine. Nun sah ich die dunklen Tannen im weißen Kleid, ich empfand die tiefe Stille und Unberührtheit der Gärten und Felder, des ganzen Ortes. Der Oberlehrer, mit dem ich verhandelte, erzählte, daß seine beiden Töchter den Dezember hindurch täglich auf dem Rodel gewesen seien, die größere auf dem den Ort krönenden Ravensberg. Ich kaufte die Schule, die allerdings nur von achtzehn Schülerinnen besucht war, aber sie war in einem geräumigen Haus, in dem ich eine große Wohnung hinzumieten konnte. Meine Eltern, die im Ruhestand lebten, und meine Schwestern zogen mit. Bis dahin war die Schule von einem Oberlehrer der Realschule geleitet worden; die Doppelarbeit wurde ihm zuviel.".
(Wilhelm Falk: Führeer durch Bad Sachsa am Südharz und Umgebung. Dritte, verbesserte und vermehrte Auflage, Bad Sachsa, Verlag von Albert Rüstenberg, 1899, S. 9)
Im April 1901 erfolgte die Eröffnung der Höheren Privat-Mädchenschule. Allerdings erwarben die Geschwister Potthoff bereits 1904 die unterhalb in der Talstr. 7 gelegene Villa und verlegten den Schulbetrieb.
In der Steinaer Str. 49 eröffnete im Folgejahr "Dr. Härtels Pädagogium" als Realschule mit angeschlossenem Internat, welches nach ebenfalls nur kurzer Zeit in das Ostertal verlegt wurde.
1910 (spätestens 1912) kam die Villa nun in die Hände der Pensionsinhaberin Margarete Genz, geb. Behrens, die ein altes Klische einer Ansichtskarte mit der Aufschrift "Dr. Härtels Pädagogium" und dem Werbeschild am Balkon "Pädagogium Bad Sachsa" umnutzte zu nunmehr ihrer "Villa Marga" (siehe die Ansicht oben), einer "Fremden-Pension I. Ranges - VILLA MARGA - auch Winter offen, herrlich gelegen, dicht am Walde, gr. schattiger Garten bietet Erholungsbedürftigen angenehmen Aufenthalt, auch für Alleinstehende, da vollst. Familienanschluß, nicht einsam. Vorzügliche Verpflegung, sehr gute Betten, frdl. Zimmer, Zentralheizung, elektr. Licht, Wasserspülung. Volle Pension von 4 bis 6 Mk. pro Tag. Dauerpension billig von 3 Monaten an. Empfolen durch den Offizier-Verein. Prospekte frei durch Frau MARGARETE GENZ."
(Badeprospekt Bad Sachsa, 1913)
Arthur von Steinmetz (Onkel der staatlich geprüften Haushaltungslehrerin Erna von Knobelsdorff) schreibt am 25.11.1916 an den hiesigen Bürgermeister, daß Steinmetz und Knobelsdorff die Villa auf ein Jahr zur Errichtung eines Töchterheims verbunden mit einer Koch- und Haushaltung-sschule gemietet haben; danach soll das Grundstück in deren Besitz übergehen, wenn die Genehmigung zur Leitung erteilt worden ist.
Steinaer Str. 49
Haushaltungsschule v. Knobelsdorff
(damals: Steinaer Str. 21)
Arthur von Steinmetz (Onkel von Erna von Knobelsdorff) schreibt am 25.11.1916 an den hiesigen Bürgermeister, daß Steinmetz und Knobelsdorff die Villa auf ein Jahr zur Errichtung eines Töchterheims verbunden mit einer Koch- und Haushaltungsschule gemietet haben; danach soll das Grundstück in deren Besitz übergehen, wenn die Genehmigung zur Leitung erteilt worden ist. (StABS 1.29.4)
1917 erhält Erna von Knobelsdorff (aus Nikolassee bei Berlin) die Erlaubnis zur Leitung eines Töchterheims für hauswirtschaftlich und wissenschaftliche Fortbildung. (StABS 1.29.4)
Haushaltungsschule v. Knobelsdorff
(1945, AK vs + rs: Slg. R. Boehm)
Als Inhaberin des "Töchterheim Elisabeth" wird das Frl. Erna von Knobelsdorff von Steinmetz von 1919 bis 1939 genannt.
In all den Jahren waren hauptamtlich 3, unbeamtlich 2 Lehrerinnen, zuständig für die Ausbildung im Kochen, Hauswirtschaften mit wissenschaftlicher Weiterbildung für mindestens 18/höchstens 36 Mädchen. (StABS 1.26.2)
Ab 1940 wird Major Arved von Knobelsdorff als Inhaber und Hauptmann Manfred von Knobelsdorff gemeinsam mit S. v. Helldorff als Leitung für die staatlich anerkannte private Haushaltungsschule genannt -
mit zur Zeit 3 Lehrerinnen für 38 Schülerinnen im Alter von 15 bis 19 Jahren; keine ist aus Bad Sachsa. (StABS 1.29.5)
Steinaer Str. 49
Haushaltungsschule v. Knobelsdorff
Sommer 1965: Haus Kuhlenkampf
(Chamba Riegelsberg auf Facebook, 30.06.2024)
Seit 1950 mietet das Pädagogium ein Stockwerk im Hause "von Knobelsdorff" als Sextanerheim vom Polizeimajor a.D. Arved von Knobelsdorff (vgl. "60 Jahre Pädagogkum"); und 1953 kauft die Familie Kulenkampf das - nunmehr "Haus Kulenkampf" genannte - Anwesen und nutzt alle 28 Zimmer als Internat für die Unter- und Mittelstufe. (Reinboth 2015: "Aus der Geschichte des Pädagogiums...").
Laut eines Prospektes von 1966 haben hier 56 Schüler/innen ein Bett.
Im Oktober 1986 erwirbt Frau von Hirthum (Niederlande) das Grundstück und betreibt für kurze Zeit ein "Altenheim mit vegetarischer Verpflegung." Naßzellen und Toiletten sollen eingebaut werden.
(vgl. auch: Kompendium der K.V. Absolvia e.V., Stefan Bierwisch, 1922, vgl. S. 48f; dort heißt es u.a.:
"Offensichtlich waren zum damaligen Zeitpunkt die Vorteile dieses Standortes so überzeugend, dass im Jahre 1953 das gesamte Haus erworben und unter dem neuen Namen "Haus Kulenkampff" als Internat genutzt wurde. Mit dem Schritt gelang es, den guten Ruf des Pädagogiums als Internatsgymnasium auf lange Zeit auszubauen. 1987 waren die Tage des inzwischen in die Jahre gekommenen alten "Hauses Kulenkampff" gezählt und man zog in das neu gebaute und modernen Ansprüchen genügende Internatsgebäude gleichen Namens um. Es bietet bis zu 20 Jugendlichen Platz und setzt die Tradition erfolgreich fort.").
(28.10.2007, Foto: Horst Möller)
Ob das umgesetzt worden ist, bleibt unklar. Bereits im November 1988 erfolgt der Verkauf an einen Bäckermeister aus Osterode, der zu Mietwohnungen umbaut.
Der an der Talstraße gelegene untere Teil des Gartens wurde abgetrennt als Baugrundstück; dessen neuer Besitzer , Geschäftsführer einer nahegelegenen Gipsfabrik kommt bei einem Autounfall um 1997 ums Leben - so blieb dieser Grund unbebaut.
Als Mieter wohnen 1989 ff Umsiedler aus Russland in der Villa, die aber vor Ort keine Arbeit fanden; die letzten Bewohnen kamen aus der DDR, sie zogen um 2000 aus (Reinboth 2015: "Aus der Geschichte des Pädagogiums...")
Spätestens ab 1995 steht die Fachwerkvilla, 700 qm Wohnfläche, 1000 qm Grundstück wieder zum Verkauf (Harz Kurier 03/04.06.1955)
Zum hierüber stehenden Foto aus dem Sommer 1965 kamen auf Facebook ab 30. Juni 2024 folgende Kommentare:
Marion Jödicke Und so traurig, wie es jetzt aussieht!!!!Aber ich erinnere mich, an das Mädcheninternat! 31 Wo.
Rainer Wetzel Marion Jödicke und viele hübsche Mädchen waren da 31 Wo.
Marion Jödicke Rainer Wetzel ja kann sein...Heike Heinemann, kann mich erinnern-hab sie Jahre später gesucht, aber nie gefunden! 31 Wo.
Stefanie Habermann Marion Jödicke ich war zusammen mit Heike Heinemann im Haus Kuhlenkampf, sie ist auch hier bei FB. 29 Wo.
Heike Heinemann Marion Jödicke hier bin ich doch 29 Wo.
Marion Jödicke Wenn du DIE Heike bist, erinner ich mich gern!Sagt dir auch Heiko noch etwas? LG, ich hoffe es geht dir gut! 29 Wo.
Sa ReKa 1972 dort eingezogen, anschließend im Haus Tannenberg gewohnt 31 Wo.
Manu Doormann Sa ReKa Jupp, ich erinner mich. Liebe Grüße 31 Wo.
Christiane Laurig Sa ReKa ich bin 1984 dort eingezogen und anschließend auch ins Haus Tannenberg 29 Wo.
Chamba Riegelsberg Die Mädchen waren damals unter dem Dach, dieJungs waren unten und im 1.Stock, im Keller hat der Hausmeister Kreuzer mit Frau und Sohn gewohnt 31 Wo.
Sa ReKa Chamba Riegelsberg meine Erzieherin (wie das schon klingt ) hieß Fuchs und war noch recht jung und sehr nett. Da waren die Damen im Tannenberg schon ein anderes Kaliber.
Gibt es eigentlich eine FB-Gruppe für ehemalige Päda-Schüler? 31 Wo.
Marion Jödicke Sa ReKa Carola Fuchs, hat damals dann Wolfgang Krieghoff geheiratet, Polterabend fand als Überraschung in einem 3Achser-Müllauto (unbenutzt u. neu!) statt, in der Hindenburgstr....Waren Freunde meiner Eltern 29 Wo.
Chamba Riegelsberg Leiterin war Annemarie Apel, Fuchs muss lange nach mir gewesen sein, Tannenberg war damals schon der Hammer 31 Wo.
Sa ReKa Chamba Riegelsberg ich bin ja auch erst 1972 "eingerückt" 31 Wo.
Chamba Riegelsberg war da Frau Apel nicht mehr an Bord 31 Wo.
Sa ReKa Dann waren wir ja gleichzeitig da 31 Wo.
Chamba Riegelsberg Sa ReKa nö, ich war von 63 - 69 im Päda 31 Wo.
Sa ReKa Chamba Riegelsberg sorry falsch gelesen 31 Wo.
Christiane Laurig Chamba Riegelsberg Frau Apel kenne ich auch noch, die war irgendwie etwas gestört 29 Wo.
Christiane Laurig Chamba Riegelsberg Herr Kreuzer war 1984 auch noch da 29 Wo.
Christian Kreutzer Christiane Laurig und ich war da auch schon da! 29 Wo.
Christiane Laurig Ach cool. Wie alt warst Du damals? 29 Wo.
Christian Kreutzer Christiane Laurig 1984 war ich 3 Jahre alt. Franz und Hermine Kreutzer waren meine Großeltern. Ich war oft bei ihnen und bin oft mit dem Dreirad durch den Keller gefahren. In guter Erinnerung sind mir auch die Stachelbeersträucher geblieben, die ich oft abgeerntet habe. 29 Wo.
Chamba Riegelsberg Christian Kreutzer ist dein Vater vlt. Werner Kreuzer? 29 Wo.
Christian Kreutzer Chamba Riegelsberg ziemlich sogar! 29 Wo.
Chamba Riegelsberg Christian Kreutzer dein Vater hat damals 64 vlt. Im Haus eine Band aufgestellt und in Ermangelung notwendiger Finanzen eine Trommel aus einem Blecheimer gebaut, die ich sogar spielen durfte, vlt. erinnert sich Werner noch an mich, deine Tante? in der Küche war eine Seele von Mensch, wir hatten uns sehr gut verstanden, grüße sie alle von mir. 29 Wo.
Chamba Riegelsberg Christian Kreutzer mein Name hilft vlt. bei der Erinnerung – Eberhard 29 Wo.
Christian Kreutzer Chamba Riegelsberg er erinnert sich daran und hat sich sehr gefreut. Zitat: „…da läuft es einem kalt den Rücken runter…“ 29 Wo.
Chamba Riegelsberg Christian Kreutzer super, dann grüße Werner recht herzlich von mir, es war eine schöne Zeit, ich muss mal in meinen Bildern kramen, da könnte noch etwas von damals dabei sein. 29 Wo.
Chamba Riegelsberg Christian Kreutzer kann es sein, dass deine Tante Frau Knoll war? 29 Wo.
Christian Kreutzer Chamba Riegelsberg ja, Helga Knoll 28 Wo.
Chamba Riegelsberg Christian Kreutzer grüße sie bitte von mir, sie kann sich bestimmt noch an mich erinnern, wir hatten viel Spaß und ich habe sie als sehr liebe und immer gut gelaunte Frau in Erinnerung, hat mir auch manchmal eine extra Portion zugesteckt 28 Wo.
Christian Kreutzer Chamba Riegelsberg mach ich gerne! 28 Wo.
Chamba Riegelsberg Christian Kreutzer Danke, ich schicke dir noch ein Foto nicht-öffentlich von Helga Knoll und Annemarie Apel 28 Wo.
Christiane Laurig Chamba Riegelsberg darf ich das Foto auch haben? 17 Std.
Steinaer Str. 49
"Meine Familie hat da auch mal drin gewohnt. Wir gehörten zu den letzten 3 Familien, die drinn wohnten und hatte die Kellerwohnung (Damals hatte das Haus seine besten Zeiten bereits Jahrzehnte hinter sich); das war zwischen [19]96 und [19]98. Auch damals was SCHÖN was anderes. Im obersten Stock konnte keiner drin wohnen, dann wohnte eine Mutter mit Kind in der Mitte, die rechtzeitig ausgezogen und wir waren die letzten, die da raus sind. Mein Vater hat immer noch versucht, dem Garten Herr zu werden - aber vergebens... Alles im allen waren wir froh, als wir da wieder raus kamen...". (Ste Fa Nie auf Facebook 30.05.2024)
Leerstand und Verfall über viele Jahre. Seit 2002 in der Zwangsversteigerung.
U.a. im Oktober 2018 wird die ehedem prächtige unter Denkmalschutz stehende Villa bei immobilienscout24 für 80.000 Euro zum Kauf angeboten (NK 8.500 Euro) und beschrieben mit 25 Zimmern, einer Wohnfläche von 600 qm auf einem Grund von 996 qm.
Die Villa soll in 2024 an die "interspa" verkauft worden sein.
Durch Brandstiftung am Donnerstag früh gegen 3 Uhr entsteht ein Schaden von angeblich 50.000 € (Harz Kurier 27.08.2021).
Die Freiwillige Feuerwehr Steina mußte tätig werden.
(26.08.2021, Foto: FFW Steina)
Bedauernswerter Zustand
(19.03.2022, Foto: Heinz Meißner)
Bedauernswerter Zustand
(07.04.2022, Foto: Heinz Meißner)
Die Villa soll in 2024 an die "interSPA" verkauft worden sein. - In der Nacht vom 04./05. Oktober 2025 bei Nieselwetter:
FFW Bad Sachsa
FFW Bad Sachsa
FFW Neuhof, C Dennis Klinke
FFW Steina
Gegen Böswilligkeit hilft auch der Denkmalschutz nicht weiter...
Rehgarten an der
REHgasse
REHgasse, REHgässchen
verdankt seinem Namen dem Hotelbesitzer August Frind, der hier um 1900 bis vor kurzem sein Rehwild im "Rehgarten" hielt, um für sein Hotel immer Frischfleisch vorrätig zu haben. Vielleicht machte die Nutzung eines Eiskellers den Rehgarten überflüssig. Jedenfalls gab es Interesse am Verkauf und von Bauwilligen an diesen Grundstücken und wohl deshalb stellte Frind an das Kollegium des wohllöblichen Magistrats einen Antrag, welcher dahin lautet, "die nach dem Stadtbebauungsplan als Fahrstraße auszuweisende Verbindungsstraße zwischen Thalstraße und Steina`er Straße" längs dem Huweschen Grundstück lediglich als Fußgängerweg auszubauen, also nicht eine Breite von 10 Metern, sondern von 2 Metern, zu nutzen; dementsprechend mehr Platz bliebe für die angedachten Neubauten. Auf eigene Kosten hatte Frind bereits einen solchen einfachen 2 Meter breiten Weg angelegt, und dieses auch dem Magistrat seinerzeit zur Kenntnis gegeben.
Der Magistrat allerdings hielt an dem um 1900 angelegten städtischen Bebauungsplanes fest; und in diesem war nun mal vorgesehen die "Verbindungsstraße zwischen Thalstraße und Steina`er Straße" - also 10 Meter breiter Ausbau. Der Antrag wurde (1909, auch ein wiederholter 1910) negativ beschieden. Tatsächlich ist das Rehgässchen auch heute noch vorhanden - und die Grundstücke bebaut... (vgl. StABS XVI,c,26)
Die Ablehnung wird unterzeichnet von Hermann Haacke, Robert Kellner, Carl Klapproth, G. Liesegang, Schulze, Emil Lohoff, August Dreger, Carl Spicher und Raude Otto Kaiser.
(1909, Protokoll: StABS XVI,c,26)
Der Rehgässchen-Einstieg von der Talstraße, sie wird gerade komplett erneuert, hoch zur Steinaer Straße.
(Juni 2009, Foto: Ralph Boehm)
Rehgarten an der Rehgasse
Steinaer Straße 46
"Gastwirtschaft zur Rehgasse,
Bes. Konrad Riechel"
Steinaer Straße 46
(<=1966, AK, Slg. R. Boehm 6259)
Die "Rehgasse" (auch "Rehgäßchen" genannt), zwischen der Talstraße und der Steinaer Straße gelegen, verdankt ihren Namen dem Anfang des 20. Jahrhunderts hier durch Familie Frind für ihr Hotel Schützenhaus betriebenes Wildgehege. Anlass genug für Konrad Riechel sein Lokal hiernach zu benennen.
Café-Restaurant "Rehgarten", Bes. Konrad Riechel
Steinaer Straße 46
(1968, AK rs.: Slg. R. Boehm 1485)
Vermutlich war die Familie Riechel der Erbauer und erste Betreiber dieser Gaststädte (<= 1966 bis 1969)
Café-Restaurant "Rehgarten", Bes. Konrad Riechel
Steinaer Straße 46
(1968, AK vs.: Slg. R. Boehm 1485)
"Zum Mann hinter der Theke wurde er [Claus-Dieter Faupel († 27.03.2025)] ab dem Jahr 1969, als man das Café und Restaurant REHGARTEN eröffnete. Streng genommen kam dieser Start über Ehefrau Christel zustande, die dort arbeitete. Nach einer EIGNUNGSPRÜFUNG stieg Claus-Dieter Faupel dort mit ein. Um das Geschäft mit anzukurbeln, zeigte sich der Bad Sachsaer kreativ. Da wurde das Auto an einer Straße abgestellt, der Kofferraum aufgeklappt und ein Hinweisschild für den Mittagstisch platziert". (Harz Kurier online, 10.04.2025).
Ihn löste Familie Nickel 1973 ab, Familie Faupel ging als Pächter in die "Apollo"-Tanzbar, einer Discothek in der Schützenstraße 20.
Steinaer Straße 51
vor 1900: Haus 312 in der Steinaer Straße (?)
um 1900: Steinaer Straße 24 (?)
Villa Heidecke (vermutlich, z.Zt. in der Recherche! Haben Sie Fotos? Helfen Sie uns bitte!)
Schwesternwohnheim der Diakonie Wolfsburg
Steinaer Straße 51 (ehedem Steinaer Str. xx)
(29.11.1990, Bad Sachsaer Nachrichten)
Auch bei dieser Villa,
Schwesternwohnheim der Diakonie Wolfsburg
Steinaer Straße 51 (ehedem Steinaer Str. xx)
(29.11.1990, Bad Sachsaer Nachrichten)
BAUSTELLE !!!
nicht nur hier auf dieser Seite - sondern auch im wirklichen Leben.
Diese Villa hat in (vermutlich) 2019 den Eigentümer gewechselt und erblüht seit dem Stück für Stück in neuem Glanze!
Steinaer Straße 51
(09.05.2019, Foto: R. Boehm)
BAUSTELLE !!!
nicht nur hier auf dieser Seite - sondern auch im wirklichen Leben.
Diese Villa hat in (vermutlich) 2019 den Eigentümer gewechselt und erblüht seit dem Stück für Stück in neuem Glanze!
Der Bauunternehmer Heidecke wird als Eigner um 1900 erwähnt (StABS 'XII.c.2)
Ab 1990 Sozialstation der Diakonie Wolfsburg
Kurzzeitpflege durch die Diakonie Wolfsburg
(29.11.1990, Harz Kurier)
"...Das Projekt, für das das Diakonische Werk Wolfsburg rund 700.000 DM investierte - 280.000 DM gab das Land Niedersachsen als Zuschuß - bereichert das große Angebot des DWW in der Kurstadt.
Aus dem ehemaligen Schwesternwohnheim ist eine moderne Pflegestation mit insgesamt 13 Plätzen geworden, die nicht nur beim Alten- und Pflegeheim Haus Feierabend, sondern allen betroffenen Seniorinnen und Senioren, zugute kommen soll."...
... "Das Diakonische Werk Wolfsburg stellt mit der Sozialstation (in Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Sachsa und der Samtgemeinde Walkenried) sowie mit dem Seniorenzentrum am Bornweg, mit dem Alten- und Pflegeheim Haus Feierabend sowie mit den im Sommer eingeweihten Seniorenwohnugen in der Hindenburgstraße und schließlich mit der neuen Kurzzeitpflegestation eine breite Palette an Hilfen für die ältere Generation."
"...Der Innenausbau und schließlich der Anbau einer Aufzuganlage und die Umgestaltung des Eingangsbereiches sprengten jedoch den vorgesehenen Kostenrahmen. Schließlich mußten noch Fragen des Denkmalschutzes berücksichtigt werden..."
TALstraße
Pensionat Potthoff
Talstraße 6
"...Ebenso finden die Töchter in der Potthoffschen Privat-Mädchenschule sorgfältige Ausbildung. Da es kleine Klassen sind, kann jeder Schülerin sorgfältige Beachtung und individuelle Förderung zu teil werden. Mit derselben ist ein Pensionat verbunden, in dem evangelische Töchter gebildeter Stände liebevolle Aufnahme, tüchtige Anleitung im Haushalt, gründlichen Unterricht in Sprachen, Literatur, Musik und Handarbeiten erhalten.
Außerdem gibt es noch verschiedene Privat-Töchter-Pensionate"
und natürlich das Pädagogium..., wie man einer städtischen Broschüre um 1920 (ohne Datum, ohne Verlag) entnehmen kann.
(08.09.1906, AK vs, Slg. R. Boehm)
Fräulein Amalie Potthoff schreibt Geburtstagsgrüße an die Kollegin Ida Buse, die am Pensionat Heinrich u. Pressel in Dresden (bereits in 1902 als "Frauen-Industrie-Schule" am Eliasplatz 4) in Stellung ist.
(08.09.1906, AK rs, Slg. R. Boehm)
Pensionat Potthoff (in Arbeit)
(1933 oder früher, Foto-Album Pastor Lindenberg, Frau Chaulant)
Im Eingangsbereich zeigt sich evtl. Pastor Lindenberg?
Der Wintergarten der Belle Etage wurde zwischenzeitlich komplett verglast (eine typische Vorgehensweise - verständlich, aber bedauerlich)
(1906, Foto-AK, Slg. R. Boehm)
Geschwister Potthoff mit Schülerinnen
(27.02.1906, Foto-AK, Slg. R. Boehm)
Zur Erinnerung an die Auffführung des Festspieles "Das Kaiserpaar im Silberhaar." durch die Höhere Töchterschule, Bad Sachsa 27. Feb. 1906.
Die Aufnahme verdanken wir dem Bad Sachsaer Photographen Hugo Löhnis.
(1906, Foto-AK, Slg. R. Boehm)
Geschwister Potthoff mit Schülerinnen
(01.09.1910, Foto-AK vs, Slg. R. Boehm)
Das Fräulein Else Bürgers, wohnhaft im Pensionat A. Potthoff, sich auch über ausserschulische Belange Gedanken machen sollte, mag diese Foto-Ansichtskarte verdeutlichen...
(01.09.1910, Foto-AK rs, Slg. R. Boehm)
Haus Feierabend
Talstraße 6-7
"In der Talstraße liegt es, das schöne Altersheim HAUS FEIERABEND der Evangelischen Frauenhilfe in der Kirchenprovinz Sachsen..."
"In diesem Zusammenhang: Bad Sachsas berühmteste Bürgerin, Frau Arndt-Ober, hat auch seit einiger Zeit hier ihre Aufnahme gefunden, konnte jedoch von uns nicht besucht werden, weil sie zur Zeit verreist ist.
Unsere Zeitung hat ja früher schon des öfteren berichtet - von dieser einzigartigen Sängerin,..."(24./25.12.1966, Bad Sachsaer Nachrichten)
[siehe auch: EULINGSWIESE 2 - bei KRONBERG]
Laut eigener Homepage gehört das Haus Feierabend seit 1973 zum Diakonischen Werk Wolfsburg.
Geschichte und Übernahme des „Haus Feierabends“ (1973)
Der Bereich der Altenerholung, den die Inneren Mission mit dem „Haus Seeblick“ ab 1964 in Bad Sachsa etabliert hatte, sollte und konnte von ihr im Laufe der Jahre weiter ausgebaut werden. Sie kam dabei in Kontakt zu der „Schwesternschaft der Evangelischen Frauenhilfe in der Provinz Sachsen" mit Sitz in Magdeburg. Die Schwesternschaft war bereits seit 1936 in der Altenarbeit in Bad Sachsa tätig und konnte auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. In den 1930 Jahren waren vielerorts Diakonissen aus politischen Gründen aus Gemeindeschwesternstationen verdrängt worden. Dieses Vorgehen hatte auch die Provinzialabteilung der Schwesternschaft der Evangelischen Frauenhilfe, die 1935 ihren Dienst im städtischen Krankenhaus Aschersleben einstellen musste, getroffen. Mit Zustimmung der Provinzialvorsitzenden Anna Braem suchte die Oberin Friedel
Bethmann daraufhin nach einem geeigneten Ort, der der Schwesternschaft eine neue Wirkungsstäte und Existenzgrundlage bieten konnte. Der fand sich schließlich im äußersten Westen der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen, in dem 1898 erbauten Haus Talstraße 7 des Kurorts Bad Sachsa.
Das Haus, ein ehemaliges Privatlyzeum, die „Potthoffsche Schule“, wurde gepachtet und diente von nun an als Altenheim. Es bot den Jungschwestern die Möglichkeit sowohl zur theoretischen Ausbildung als auch zur praktischen Übung. Da das Gebäude aber aufgrund der Nachfrage und der Rentabilität schon bald nicht mehr ausreichte, pachteten die Diakonissen wenige Jahre später zusätzlich die Häuser Talstraße 10 und Goethestraße 1, mit zehn bzw. sechs weiteren Plätzen. Die Entscheidung hierfür traf Schwester Lenchen Bombach, die, wie Oberin Bethman, schon seit 1936 in Bad Sachsa war. Da Bad Sachsa 1945 durch Gebietstausch zwischen den britischen und sowjetischen Oberkommando an die britische Besatzungszone fiel [Anm. Ralph Boehm: siehe hierzu die Abhandlungen bei dem Kapitel "GRENZE"] und der Kontakt zum Provinzialverband in Magdeburg brüchig wurde, gründete sich 1949 unter Führung des Konsistorialrats Dr. Bream, Ehemann der zu der Zeit im Altenheim lebenden ehemaligen Provinzialvorsitzenden Anna Braem, ein Freundeskreis, der die Funktion eines rechtkräftigen Trägervereins übernahm. Der „Freundeskreis des Mutterhauses der Schwesternschaft der sächsischen Frauenhilfe in Bad Sachsa e. V.“ verfolgte das Ziel, das von der Schwesternschaft in Bad Sachsa zunächst gepachtete und 1950 erworbene Altenheim
„Haus Feierabend“ (entstanden aus dem Namen „Feierabendhaus der Schwesternschaft“),
unabhängig von der Zentrale in Magdeburg zu betreiben, um die in Bad Sacha geleistete Altenarbeit auch zukünftig sicherstellen zu können. Da die Nachfrage nach Heimplätzen weiter stieg, fasste man den Entschluss, das Altenheim zu sanieren und zu erweitern. Wegen fehlender finanzieller Unterstützung, musste die Schwestern-schaft mehrere Darlehen aufnehmen, um die Erweiterung des Altenheims zum neu entstandenen „Haus Feierabend“ finanzieren zu können. [Dr. Braem richtete auch an die amerikanische Sektion des Lutherischen Weltbundes eine Bitte um einen finanziellen Zuschuss, die mit einem Darlehen über 5.000 DM beantwortet wurde. In Dr. Braems Schreiben findet sich auch eine Beschreibung des Aufgabenbereichs der Schwesternschaft. Neben Mutterhaus und Altenheim in Bad Sachsa mit Oberin, vier Schwestern und Schwesternkursen mit drei bis sechs Schülerinnen, existierten Gemeindeschwesternstationen in der Ostzone mit fünf und in der Westzone mit sechs Schwestern. Außerdem wurde eine Krankenhausstation in Lennep mit zwölf Schwestern und eine Krankenpflegeschule in Schwerte und Soest mit fünf Schwestern betrieben. Vgl. H.-G. Gellersen, „Haus Feierabend“ in Bad Sachsa – 1936 bis 1972 – Ein Beispiel für Diakonie in schwieriger Zeit –, in: Das Diakonische Werk Wolfsburg e.V., 50 Jahre „Haus Feierbend“, S. 8. Zum Baubeginn im Winter 1955 war Probst Müller aus Naumburg, bis 1960 Vorsitzender des Freundeskreises, anwesend.] Die schon 1952 erstellen Baupläne konnten zunächst nicht verwirklicht werden, da die Kirchengemeinde Bad Sachsa als Teil der altpreußischen Union nun zur westfälischen Landeskirche gehörte, während sich die Schwesternschaft dem Dachverband des „Vereins für Innere Mission der hannoverschen Landeskirche“ anschloss. Aufgrund der doppelten Zugehörigkeit sowohl zur Evangelischen Kirche von Westfalen als auch Inneren Mission der hannoverschen Landeskirche lehnte die Ev.-luth. Landeskirche Hannovers die Bitte zur Finanzierungshilfe ab. Erst als Darlehen von verschiedenen Seiten eingeworben waren, konnten die Umbauarbeiten am Altenheim 1955 begonnen werden, die bereits ein Jahr später beendet werden konnten. Oberin Friedel Bethmann berichtete 1961 aus ihren Erinnerungen folgendes
„Als wir dann 1956 dieses Haus einweihen durften und die Zimmer sich füllten mit all den
betagten Menschen, die sich in unsere Obhut begaben, wussten wir, dass wir zu einem
kleinen Teil dazu beigetragen hatten alten Menschen eine Heimat zu schaffen.
Wir konnten die gemieteten Häuser aufgeben, denn wir hatten durch den Erweiterungsbau 40
neue Plätze geschaffen und die Zahl auf 73 erhöht.
Bis heute sind 236 alte Menschen durch unser Heim gegangen in den 25 Jahren, ausser den
Erholungsgästen der ersten Zeit. Bis auf etliche, die ihren Wohnsitz änderten, haben sie hier
ihr Leben beschlossen. Es sieht aus, als wäre die Zahl nicht sehr hoch, sie lässt aber erkennen,
dass viele ein hohes Alter erreichten und lange in unserem Heim lebten.
So haben wir es bisher zweimal erlebt,
dass Insassen 19 Jahre bei uns lebten."
Nach Jahren der finanziellen Unabhängigkeit, in denen es jedoch an Rücklagen gefehlt hatte, wurde das Fehlen neuausgebildeter Schwestern für die Schwesternschaft der Frauenhilfe im zunehmenden Maße problematisch. Da die Gefahr bestand, dass das Haus aufgrund des Alters der Diakonissen und aufgrund mangelnden Pflege-personals schließen musste, wandte sich Oberin Friedel Bethmann an das „Diakonische Werk Wolfsburg e.V.“, wie sich die Innere Mission von 1972 an nannte. Da das „Diakonische Werk Wolfsburg e.V.“ zu der Zeit eine Lösung für das den gestiegenen Ansprüchen nicht mehr genügende „Haus Seeblick“ suchte und bereits Pläne zum Bau eines umfangreichen Altenerholungsheims und Altenwohnheims in Bad Sachsa entwickelt hatte, eröffnete sich mit der Anfrage der Schwesternschaft für das „Diakonische Werk Wolfsburg e.V.“ die Gelegenheit das „Haus Feierband“ und das entstehende Seniorenzentrum miteinander zu kombinieren. Nachdem sich der Freundeskreis von der vorbildlichen Arbeit in Wolfsburg überzeugt hatte und sicher war, dass das Heim im bisherigen Sinne und Geiste weitergeführt werden würde, so Pastor Lüke, damaliger Vertreter des Freundeskreises, übernahm das „Diakonische Werk Wolfsburg e.V.“ „Haus Feierabend“ zu Beginn des Jahres 1973. Ein umfassender Umbau in Höhe von 2,1 Millionen DM und eine Erweiterung der Heimplätze ermöglichten es dem „Diakonischen Werk Wolfsburg e.V.“ die Einrichtung ab 1974 unter Bei-behaltung des Namens „Haus Feierabend“ sowohl als Alten- als auch als Pflegeheim zu nutzen. Insgesamt elf weitere Plätze kamen hinzu, als auch das Schwestern-haus und das Haus der Heimleitung übernommen wurden. Die Oberin Friedel Bethmann, die die Heimleitung bis kurz vor ihrem 80. Geburtstag innehatte, konnte diese nun dem Ehepaar Stoppe übertragen, das vorher in leitender Funktion im Michaelis-Heim in Brome tätig war. Während Ruth Stobbe, die ihre Ausbildung zur Alten-pflegerin in der Altenpflegeschule des Diakonischen Werkes Wolfsburg absolviert hatte, die Heimleitung übernahm, wurde Arthur Stobbe Technischer Leiter. Er betreute 1975 auch den Bau des Seniorenzentrums am Bornweg. 1981 übernahm Elke Liehmann, die ebenfalls in Wolfsburg ausgebildet worden war, und zuvor zwei Jahre lang das Diakoniehochhaus geleitete hatte, die Heimleitung des „Haus Feierabends“. Nach einigen weiteren Umbauten in den folgen Jahrzehnten, musste 2003 auch der Altbau, die ehemalige „Potthoffsche Schule“, einem neuen Gebäudeteil weichen.
(vgl. in: Diakonie Wolfsburg: Forschungsbericht, Pastor Erich Bammel (1913-1985) und die Gründung des DIAKONISCHEN WERKES WOLFSBURG e.V.. /
bitte dort die einzelnen Zitate nachvollziehen)
Zum Wirken der Diakonie Wolfsburg siehe u.a. auch unter
Bismarckstr. 26: Haus Seeblick
HIndenburgstr. 7
Bornweg 10: Seniorenzentrum
(21.09.2002, Bad Sachsaer Nachrichten)
(12.08.2003, Bad Sachsaer Nachrichten)
(12.08.2003, Bad Sachsaer Nachrichten)
Geschichte der Schwesternschaft in Stichworten
[H. Bedenbender, Geschichte der Schwesternschaft in Stichworten, in: Das Diakonische Werk Wolfsburg e.V., 50 Jahre „Haus Feierabend“, S. 4. Bedenbender ergänzt: „Im Jahr 1986 gehören noch zwei Schwestern zur Schwesternschaft: Schwester Lenchen Bombach (86 Jahre) und Schwester Melanie Keßler (74 Jahre). Nur Schwester Lenchen wohnt noch in Bad Sachsa“. Vgl. Schwester Elke Liehmann, Erinnerungen. Nach einem Gespräch mit Schwester Lenchen Bombach und Ilse Krieghoff, in:
Das Diakonische Werk Wolfsburg e.V., 50 Jahre „Haus Feierabend“, S.14f.]
(vgl. in: Diakonie Wolfsburg: Forschungsbericht, Pastor Erich Bammel (1913-1985) und die Gründung des DIAKONISCHEN WERKES WOLFSBURG e.V.. /
bitte dort die einzelnen Zitate nachvollziehen)
1902 Gründung des „Verbandes der Frauenhilfe in der Kirchen-provinz Sachsen“. Ausbildung von Helferinnen für die ländliche Krankenpflege.
1914-1918 Einsatz von Helferinnen der Frauenhilfe in Lazaretten und Krankenhäusern; Fortsetzung der Ausbildung der Helfer-innen bis zum staatlichen Krankenschwesternexamen.
1920 Privatpflegestation der Frauenhilfe in Magdeburg mit diesen Schwestern.
1921 Gründung der Schwesternschaft der Frauenhilfe durch den Hauptvorstand des Gesamtvereins der Frauenhilfe in Potsdam.
1921 Zusammenschluss von etwa acht Schwestern in Magdeburg zu einer Provinzialabteilung der Schwesternschaft mit Schwester Friedel Bethmann als erster und einziger Oberin.
Anschluss an die „Zehlendorfer Konferenz“.
1924 Die neue Schwesternschaft entsendet Gemeindeschwestern in Gemeindestationen.
1925 Erste Lernschwestern werden aufgenommen und ausgebildet. Praktische Ausbildung in benachbarten Mutterhäusern in Halle, Halberstadt und Wittenberg.
1931-1935 Übersiedlung der Schwesternschaft nach Aschersleben.
18 Schwestern sind am städtischen Krankenhaus tätig. Eigene Krankenpflegeschule.
1935 Lösung des Vertrags aufgrund von Schwierigkeiten. Einsatz von Schwestern in anderen Krankenhäusern.
1936 Umzug nach Bad Sachsa. Pachtvertrag über das Haus Talstraße 7 zur Einrichtung eines Alten-heimes.
1940/42 Kaufvertrag über das Haus, der 1950 in Kraft treten soll.
1945-1948 Allmähliche Trennung der Schwesternschaft vom Provinzialverband der Frauenhilfe in Magdeburg infolge der Grenzziehung.
1949-1950 Gründung des Freundeskreises des Mutterhauses der Schwesternschaft der Frauenhilfe in der Kirchenprovinz Sachsen, Bad Sachsa e.V. als von Magdeburg unabhängigem Rechtsträger.
1950 Erfüllung des Kaufvertrages durch den Rechtsträger.
1955-1956 Erweiterung des Hauses Feierabend auf 75 Plätze durch einen Anbau.
1973 Übergabe des Hauses Feierabend an „Diakonisches Werk Wolfsburg e.V.“
Der Schwesternschaft verbleibt das Haus Steinaer Straße 55.
1977 Übernahme des Schwesternhauses durch „Diakonisches Werk Wolfsburg e.V.“.
1978 Oberin Friedel Bethmann stirbt.
Noch in 2017 wirbt das Diakonische Werk Wolfsburg auf der eigenen Homepage:
"Mit seinen 82 Einzelzimmern in überschaubaren Wohnbereichen bietet es die besten Voraussetzungen für ein Leben im Alter. Das Angebot umfasst sowohl die vollstationäre Pflege als auch die Kurzzeitpflege."
(07.07.2023, Harz Kurier, Titelseite)
(07. Juli 2023, Harz Kurier)
Persönliche Stellungnahme
auf Facebook 23.07.2023
zur Schließung des altehrwürdigen Haus Feierabend von
Ralph Boehm:
Herzlichen Glückwunsch zum 50jährigen!
Alt-Bürgermeister Karl-Otto Wienecke, könnte er uns zuhören, würde es nicht glauben, was diese heutige Diakonie in Bad Sachsa für einen "Wandel" durchmacht. Diese Diakonie, "nomen est omen" gilt nicht mehr! Diakonie steht offensichtlich nicht mehr für den Dienst - für den Dienst für hilfe-bedürftige Menschen. - Leider kein Einzelfall in Bad Sachsa! Nach dem Schließen und jahrelangen Leerstand des Borntales und dem "sich zurückziehen" aus dem Seniorenzentrum am Bornweg nun der Dritte Fall! --- Nach dem Sterben der Kliniken/Kurhäuser aufgrund der Gesundheitsstrukturgesetzte der 1980/90er Jahre (Bad Sachsa verlor direkt ca. 10 große Einrichtungen!!!) ein erneuter Schlag durch Diakonie und die Sozialpolitik des Gesetzgebers, der Bad Sachsa unmittelbar und hart trifft und eben nicht durch die Politik vorort zu verantworten ist. Es wird Zeit - nein: es ist überfällig, dass die überregionale Politik anders gestaltet wird und die Leistungen dieser Stadt über Jahrzehnte anerkannt werden!
Der Diakonie und der Stadt Bad Sachsa ist zu wünschen, dass eine Nachfolgenutzung, vielleicht auch durch die anderen in Bad Sachsa ansässigen in diesem Bereich tätigen Unternehmen, zügig gestaltet werden kann. Ralph Boehm.
Ein namenloses leerstehendes Haus (27.09.2023, Foto: Ralph Boehm)
Doch dann wird im Harz Kurier "eine überraschende Wendung" angekündigt
(Auszüge, Harz Kurier 27.09.2025, 19.50 Uhr)
Feierabend im Haus "Feierabend" in Bad Sachsa: Die überraschende Schließung des Seniorenheimes der Diakonie Wolfsburg - sie hat im Südharz im Sommer 2023 für einen Schock gesorgt. 60 Bewohnerinnen und Bewohner mussten damals kurzfristig eine neue Heimat für ihren Lebensabend finden, dazu verloren 57 Mitarbeitende unterschiedlicher Berufsgruppen ihren Job.
...Gerüchte gab es regelmäßig, dass angeblich Betreiber anderer Altenheime vor Ort das "HAUS FEIERABEND" gekauft hätten - allesam falsch. Jetzt steht fest: das Seniorenheim wird eine Wiedereröffnung erleben m mit einer Wendung, die in Bad Sachsa sicher niemand erwartet hätte.
Diakonie Wolfsburg plant Mega-Projekt für Demenzzentrum
Es ist ein Mega-Projekt, dass das Diakonie Wolfsburg jüngst für die VW-Stadt vorgestellt hat: 33 Millionen Euro sollen in das neue
"Leben mit Demenz - Daikonisches Kompetenzzentrum in Niedersachsen"
investiert werden....
Was hat das mit Bad Sachsa zu tun?
Für die Pläne soll das sogenannte Hanns-Lilje-Heims der Diakonie auf dem Klieversberg in Wolfsburg abgerissen werden - und deren Bewohnerinnen und Bwohner sollen nunmehr im Südharz eine neue Heimat für ihren Lebensabend finden.
...Bleibt vor allem die Frage, wann das ehemalige "Haus Feierabend" im Südharz seine Wiedereröffnung feiern wird.
Dazu teilt Bettina Enßlen mit:
"Wir gehen derzeit davon aus, dass wir Anfang 2026 den Betrieb in Bad Sachsa aufnehmen."
Bis dahin sind aber noch einige Arbeiten zu erledigen, denn im Südharz sollen vor allem Menschen mit (geronto-)psychiatrischen Veränderungen untergebracht werden.
Persönliche Meinung von Ralph Boehm: Vertrauen aufbauen dauert lange - Vertrauen verspielen geht sehr schnell... Schau`n wir mal, wie es weitergeht...
Talstraße 19-22
(ca. 1925, Ansichtskarte: Horst Möller)
Schwimmbad im Salztal
(1960er. Quelle unbekannt)
IN ARBEIT:
??? "1880 Im Salztal wird das Freibad eröffnet" ???
IN ARBEIT
??? "1880 Im Salztal wird das Freibad eröffnet" ???
"Die Anlegung eines Schwimmbades ist schon lange der Wunsch vieler Kurgäste und auch sonstiger Einwohner gewesen und tritt derselbe in neuerer Zeit immer lauter hervor, so daß sich die Stadt diesem Wunsche wohl kaum noch länger entziehen kann, um so weniger, als die Nothwendigkeit eines Schwimmbades für den hiesigen Kurort allseitig anerkannt wird.
Als geeigneter Platz ist dazu die Wiese des Polizei-Sergeanten, des frühhern xxxx anzusehen.
Die Kosten sind ausweislich der Anlage 1810 M. veranschlagt, die sich aber voraussichtlich noch verringern werden, wenigstens soll nach Möglichkeit auf Kostenersparniß Bedacht genommen werden...."
(11. Februar 1892), Brief, Quelle???)
Bereits am 15. Februar 1892 beschließt die Stadtverordneten-Versammlung "Die Anlage eines Schwimmbades" und lädt die Mitglieder des Magistats und die Stadtverordneten zu einer Besichtigung ein.
Die Einladung spricht Bürgermeister Weber am 23. Februar für den 28. des Monats, Nachmittags 3 Uhr aus.
"Bei dem heutigen Lokalbesicht, bei dem uns die Ratsmänner Euling u. Eckstein und der Stadtverordnete Willige fehlten, wurde einstimmig beschlossen, das Schwimmbad nach dem von Herrn Fischer angefertigten zweiten Projekt auszuführen.
Weber."
"Auch das Schwimmbad ist vollendet, und es wird nunmehr die Anstellung eines schwimmkundigen Bademeisters ins Auge gefaßt."
(ZfdH., vmtl 24. Mai 1892)
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und Foto der Anzeige einfügen
Bad Sachsa (Südharz) - Schwimmbad im Salztal
(1914, AK, Slg. Ralph Boehm 3610)
(o.D., ca. 1929)
rs. handschriftlich:
"Zur Erinnerung an die Erbauung des Schwimmbades Bad Sachsa,
Sommer 1929, Otto Hanke, Eisenbetonbau Erfurt"
Juli 1929
(2 Fotos. Slg. R. Boehm)
"Ein schnittiger Kopfsprung vom Turm" (rs.)
(Juni 1961, Foto: Kirstin geb. Spies und Dieter Lauenstein)
Stolz sind die Eigner auf den Baufortschritt. Und so schreibt die Eignerin des "Haus Lang" zu Ostern 1939 an die Berliner Bekanntschaft.
Ca. 1937. (Slg. Ralph Boehm)
SALZtal-Paradies (Teil 1)
In Bad Sachsa entwickelt sich Großes! Ein Ferienpark im Salztal
Kräne und Bagger neben dem Paradies
auf den Hängen zwischen Steinaer Straße und Talstraße.
(05.12.1995, Harz Kurier)
In Bad Sachsa entwickelt sich Großes! Ein Ferienpark im Salztal
auf den Hängen zwischen Steinaer Straße und Talstraße.
Kurz vor der Fertigstellung der Ferienhäusern erscheint im November 1996 dieses Prospekt inklusive Preisliste.
(November 1996, Prospekt, 3 Ausschnitte. Slg. R. Boehm)
Kurz nach der Fertigstellung von 24 Ferienhäusern mit je 2 Wohnungen wird Ende 1996/Frühjahr 1997 die
folgende "PR-Information" der "Bädergesellschaft Bad Sachsa GmbH"
Parallel fasst die "Bädergesellschaft Bad Sachsa GmbH"
ihr aktuelles Programm der
"Freizeitanlage mit der besonderen Atmosphäre"
so zusammen:
"Hier ist Action"
SALZTAL-PARADIES BAD SACHSA
"RELAXEN - ENTSPANNEN - SICH WOHL FÜHLEN"
SALZTAL-PARADIES BAD SACHSA
"FREIZEITBAD IM SALZTALPARADIES
Öffnungszeiten, Eintrittspreise, Schulschwimmen
Nach der sportlichen Betätigung relaxen im SALZTAL-PARADIES
SAUNARIUM: Saunen mit unterschiedlichen Temperaturen
Eukalyptussauna, Römisches Dampfbad, Badegrotte
Einmalig im Harz und Umgebung:
100 m Erlebnis-Reifenrutsche
mit
Wildwasserkanal
Wellenbecken 20 x 10 m
Außenbecken und Schwimmkanal
Schwimmbecken
Whirlpools
Kinderbecken...
Sonnenwiese, Einzelsolarien, Tropischer Duftgarten....
TENNISHALLE IM SALZTAL-PARADIES BAD SACHSA
Preisliste TENNISHALLE
Preisliste SQUASH- und BADMINTON-COURT
Preisliste Indoorgolf
Sturmschäden am Brand (15.11.2006, Foto: Horst Möller)
SALZtal-Paradies (Teil 2)
Die Ferienhäuser vom “Salztal-Paradies ” werden am 27. Januar an einen niederländischen Investor verkauft. Anschließend beginnt der Ausbau des Ferienparks. Zu den 48 vorhanden Wohnungen in 24 Häusern kommen noch 61 Wohnungen in 33 Häusern dazu, außerdem wird ein Rezeptionsgebäude gebaut. Die Grundsteinlegung findet am 27. Mai statt. Ab Anfang Juli werden die Wohnungen durch Landal GreenParks vermietet. Der Ausbau wird am 18. November 2011 abgeschlossen, nun stehen 596 Betten zur Verfügung.
(Text: Horst Möller, 13.10.2025
http://www.bad-sachsa-geschichte.de/index.php?option=com_content&view=article&id=14&Itemid=28)
(auch die Fotos hierunter stammen von Horst Möller: vom 13.06.2010 bis Juli 2012)
2010, Harz Kurier, ERGÄNZEN UM EINEN ZEITUNGSARTIKEL
"Kommunikation ändert sich" oder auch "Befreit die Bücher aus ihren Zellen!"
Der Geschäftsführer der städtischen Gesellschaften Martin Völz besorgt 2017 ehemalige Telefonzellen, läßt diese umarbeiten und lackieren, um sie anschließend unterhalb der Marktstraße 32 und am Salztalparadies zwischen Eis- und Schwimmhalle aufstellen zu lassen.
Zweck ist der Büchertausch für jedermann/jederfrau: Reinstellen + Rausnehmen. (30.05.2017, 2 Fotos: Martin Völz)
Zwischen Eishalle und Schwimmhalle: Grete Boehm (Leiterin der Stadtbibliothek) und Martin Völz (GF städt. Gesellschaften) freuen sich mit Sponsoren Ralf Müller (Stadtsparkasse Bad Sachsa) und Sören Schaal (Seniorenheim am Pfaffenberg).
Untere Marktstraße/Uffeplatz: Grete Boehm (Leiterin der Stadtbibliothek) und Martin Völz (GF städt. Gesellschaften) freuen sich mit Sponsoren (u.a. Volksbank im Harz).
Bücherzellen in Bad Sachsa
Abwechslungsreiche Literatur kostenlos und rund um die Uhr in Bad Sachsa
Ausleihen rund um die Uhr – das kann man auch in Bad Sachsa! Über die Stadt verteilt befinden sich, neben der Stadtbibliothek in der Hindenburgstraße, zwei Bücherzellen, die im ersten Moment wie eine Telefonzelle aussehen, in denen jedoch an Stelle eines Telefons rund um die Uhr eine Fülle an Literatur zur Verfügung steht.
Mit ihren Standorten in der unteren Marktstraße (am Uffeplatz) sowie am Salztal Paradies ergänzen sie das Angebot der Bibliothek, indem sie eine 24h-Tauschbörse für gelesene Bücher bieten. Bereits gelesene Bücher können dort für den nächsten Nutzer hinterlegt und neues kostenloses Lesematerial mit nach Hause genommen werden.
Der anonyme Bücherschrank ist damit idealer Anlaufpunkt für alle Gäste und Einwohner, die noch Ferienlektüre oder einfach ein neues Leseerlebnis suchen – ganz ohne Anmeldung oder zeitliche Begrenzung!
(13.10.2025: https://www.bad-sachsa.de/kultur-museen/buecherzellen/)
Die Bebauung des Salztales (28.05.2023, Foto: Rainer Hattenhauer)
Oktober 2023:
Erfolg statt Insolvenz:
Salztal Paradies Bad Sachsa im Aufwind.
Der Harz Kurier schreibt in seiner Ausgabe vom 27. Oktober 2023 (verfasst von Kirsten Buchwald):
"Probleme in der Vergangenheit: Zuviel Geld aus dem Fenster geworfen.
Die Bädergesellschaften in Bad Sachsa haben eine eher unrühmliche Vergangenheit, stand noch im Jahr 2021 vor dem Aus. Nur eine Finanzspritze seitens der Kommune konnte die mögliche Insolvenz damals noch abwenden. Auch die Wechsel der Geschäftsführung in der jüngeren Vergangenheit des Unternehmens waren stets nicht ganz frei von Problemen.
Der aktuelle Geschäftsführer Döbber-Rüther benennt die Fehler so:
"In der Vergangenheit wurde zu viel Geld für unwesentliche Dinge ausgegeben und die Kosten nicht optimal analysiert und bearbeitet."
Doch damit soll es ja jetzt vorbei sein.. Denn es gibt, so heißt es in der Pressemitteilung weiter, eine "bedeutende Veränderung": Die Entstehung der Bad Sachsa Holding GmbH. Diese ist ein Zusammenschluuss aus der Bad Sachsa Holding GmbH Co.KG, der Servicegesellschaft Bad Sachsa mbH sowie der Marketing Verwaltungsgesellschaft Bad Sachsa mbH. Die von den drei bislang verwalteten Gebäude und Liegenschaften können so optimal betreut werden. Dazu gehören das Kurmittelhaus, das Grenzlandmuseum, die Tourist-Information, die Parkplätze gegenüber der Tourist-Information, die Minigolfanlage, der Märchengrund, die Lift- und Skianlage am Ravensberg sowie das Kurparkgelände.
Haushalt der Uffestadt soll entlastet werden: 250.000 Euro Zuschuss im Jahr entfallen
Weiterhin soll der zusammenschluss der drei Gesellschaften zu einer einzigen Gesellschaft den Haushalt der Stadt Bad Sachsa entlasten. Thomas Döbber-Rüther erklärt hierzu:
Sobald der neue Hotelkomplex und die Erhöhung der Attraktivität des Salztal Paradies abgeschlossen ist, wird es keinen städtischen Zuschuss zum Bad mehr geben.
Dies entlastet die Stadt Bad Sachsa um jährlich 250.000 Euro. Des Weiteren gibt es bereits ca. 50.000 Euro Ersparnis durch die Neustrukturierung der städtischen Gesellschaften."
Ab dem 1. November
hat das Salztal Paradies außerdem, wie der Harz Kurier schon mehrfach berichtete, einen neuen Betreiber. Es handelt sich hierbei um die
InterSPA-Gruppe aus Stuttgart.
Die Nachricht hatte in der Uffestadt für etwas Unruhe gesorgt, weil die Gruppe in der Vergangenheit mit Insolvenzen für Schlagzeilen sorgte. Diese jedoch hätten, so hatte es Geschäftsführer Volker Kurz dem Harz Kurier gegenüber erklärt, die Betriebsgesellschaften betroffen und nicht die Besitzgesellschaften."
Desweiteren werden die Pläne im Überblick dargestellt und behauptet, dass "es etwa 25.000 Besucher mehr" bräuchte, um das Bad gut aufzustellen.
Geschäftsfürher Döbber-Rütherr "ist optimistisch, vor allem vor dem Hintergrund der immens hohen Inverstitonen von 49 Millionen Euro, die in das Bad fließen sollen. "Dies wird durch die Investitionen in das Salztal Paradies sicherlich zu erreichen sein."
[persönliche Anmerkung von Ralph Boehm: Mich überzeugt das mir bisher Bekannte nicht! - im Gegenteil]
Links der Einfahrt Talstraße (03.02.2024, Foto: Grün-Weiß Bad Sachsa)
Rechts der Einfahrt Talstraße (07.07.2024, Foto: J. Pförtner)
Der Traum von 49 Millionen
(Harz Kurier, 01.03..2024)
Aufreger im Südharz
Bad Sachsa: Widerstand gegen neues Hotel - das fordern Bürger
01.03.2024, 08:23 Uhr • Lesezeit: 9 Minuten
Von Thorsten Berthold
Blick auf den Pferdeteich in Bad Sachsa. Im Hintergrund ist ein Teil vom Erlebnisbad Salztal Paradies zu sehen. Aktuell gibt es Pläne, den Teich teilweise mit einem neuen Hotel zu überbauen. Doch eine Bürgerinitiative will dies verhindern. © FMN | Thorsten Berthold
Bad Sachsa. Protest im Südharz: Bürgerinitiative gegen 49-Millionen-Euro-Umbau des Salztal Paradies formiert sich. Das sind die Kritikpunkte.
- Widerstand in Bad Sachsa: Umbaupläne für das Erlebnisbad stoßen auf Kritik
- 49 Millionen Euro sollen unter anderem in einen Hotelbau im Südharz fließen
- Bürgerinitiative fordert Planung für nachhaltigen Tourismus
Es gibt Ärger im Paradies - genauer gesagt im Salztal Paradies in Bad Sachsa. Der Grund: Gegen die geplanten, umfangreichen Neu- und Umbaupläne des Erlebnis- und Spaßbades im Südharz durch den neuen Betreiber, die InterSPA-Gruppe, regt sich Widerstand.
49 Millionen Euro wollen die Investoren mit Sitz in Stuttgart in die Sanierung der Touristenattraktion in Bad Sachsa forcieren, um damit Marktführer im Altkreis Osterode zu werden, wie Geschäftsführer Volker Kurz erklärte. Die Nachricht über die Pläne sorgte nach dem Bekanntwerden Anfang September 2023 für reichlich Aufsehen, aber es kamen auch kritische Stimmen auf. Und diese wollen sich jetzt formieren. Am 7. März findet die Gründungsversammlung der Bürgerinitiative unter dem Namen „Bad Sachsa - Bürger gegen das Investitionsprojekt im Salztal“ statt.
Umbau-Pläne für das Spaßbad: Das stört die Einwohner in Bad Sachsa
Denn während sich Bürgermeister Daniel Quade bei der Präsentation des Projektes, die er als größte Einzelinvestition in der Geschichte der Uffestadt beschrieb, freute, finden Einwohner wie Joachim Pförtner ganz andere Beschreibungen: Für ihn und seine Mitstreiter ist das Projekt „voreilig, riskant, überdimensioniert - und zerstört die Natur“, erklären sie im Flyer zur Versammlung.
Dabei ist die Gruppe keinesfalls gegen eine Stärkung des Tourismus in Bad Sachsa an sich, „wir sehen hier drin viel Potenzial.“ Vielmehr fordern sie aber, dass alles unternommen wird, im Einklang mit dem Raumordnungsprogramm des Landes Niedersachsen erfolgen soll.
Hochwasserschutz & Naherholungswert: So wichtig ist der Pferdeteich aus Sicht der Initiatoren
Insbesondere der geplante Neubau eines Hotels über den Pferdeteich sowie die Schaffung eines neuen, angrenzenden Parkplatzes betrachten er und die weiteren Initiatoren der geplanten Bürgerinitiative als eine Idee, die nicht im Sinne der Bürgerschaft von Bad Sachsa sein sollte. Dabei war es den Verantwortlichen von InterSPA wie auch Bad Sachsas Bürgermeister bei der Vorstellung wichtig zu betonen, dass sich Planungen und Bauten „harmonisch in die Lage vor Ort einpassen“. Einwohner wie Joachim Pförtner konnten sie damit aber nicht überzeugen.
Konkret am Beispiel des Pferdeteiches sehen sie hier verschiedene Faktoren, die gerade nicht berücksichtigt würden. Gerade während des Hochwassers über Weihnachten 2023 habe der Teich, aber auch die anliegenden Wiesen, die nach den aktuellen Plänen dem neuen Park-deck weichen würden, ihre Schutzfunktion eindrucksvoll unter Beweis gestellt. „Wir werden es vermehrt mit Extremwetter zu tun haben, sodass wir diese Hochwasserschutzfunktion brauchen“, verdeutlicht Joachim Pförtner. Ferner habe der Teich auch eine soziale Funktion für die Stadt, Spaziergänger und Hundehalter drehten hier gern ihre Runden. „Wir haben in Bad Sachsa ein wirklich schönes Ensemble an innerstädtischen Parks und Gärten, dass darf nicht zerstört werden“, erklärt Pförtner mit Blick auf den Naherholungswert.
Zum 1. November 2023 hat die InterSpa-Gruppe das Erlebnis- und Spaßbad Salztal Paradies in Bad Sachsa als neuer Betreiber übernommen. Aber nicht nur das: In der Summe sollen mit Eigenkapital, Fördergeldern und auch städtischen Mitteln 49 Millionen Euro in die Moderni-sierung des Bades und den Bau eines neuen Hotels fließen. Die Karte zeigt, was wo entstehen soll. © Mundel Architekten | Mundel Architekten
Auch der naheliegende Kinderspielplatz sei aktuell noch im Grünen. Komme aber das Parkdeck, heize dies den gesamten Bereich auf, listet er weitere Punkte auf. Zudem sei dies auch wieder eingebettet in die Frage nach dem nachhaltigen Verkehrskonzept für Bad Sachsa, die die Gruppe nicht beantwortet sieht. Gerade die Talstraße bzw. deren Anwohner litten seit jeher unter den Verkehrsmassen hin zum Salztal Paradies. Zuletzt auf der Sitzung des Bauausschusses der Kommune kam dieses Thema auch erneut hoch, konkrete Lösungen konnte die Verwaltung aber nicht präsentieren.
Bürgerinitiative im Südharz: Darum geht es
- Die Gründungsversammlung der Bürgerinitiative findet am 7. März um 19 Uhr im Hotel „Lindenhof“, Hindenburgstraße 4, in Bad Sachsa statt
- Die Gruppe soll ein Zusammenschluss engagierter Bürgerinnen und Bürger werden, die sich um den Erhalt der Natur rund um den Pferdeteich, für nachhaltigen Tourismus und klimagerechte Stadtplanung im Sinne der Einwohnerschaft von Bad Sachsa einsetzt
- Am 1. und 5. März, jeweils von 15 bis 17 Uhr, sind die Initiatoren mit einem Informationsstand in der Marktstraße in Bad Sachsa vertreten. Ziel ist es hier, mit der Einwohnerschaft ins Gespräch zu kommen.
- Weiterhin hat man bei der Online-Plattform Campact eine Petition gegen den Verkauf des Pferdeteiches gestartet. Der Link hierzu: https://kurzelinks.de/krp4
- Weitere Informationen zur Bürgerinitiative erhalten Interessierte unter der Telefonnummer 0162-1565196
Wir sind nicht gegen das Bad an sich, aber gegen die Art und Weise, wie gerade gearbeitet wird Joachim Pförtner - Initiator der Bürgerinitiative
Die mahnenden Worte der Initiative sind aber auch auf darauf gerichtet, was Bad Sachsa in Zukunft erwartet. „Was ist, wenn der Investor doch wieder in eine Insolvenz geht? Was ist, wenn der Bau nicht fertig wird? Stehen wir dann in Bad Sachsa vor einer Ruine?“, sind nur einige Fragen der Gruppe.
Gerade hier wünschten sie sich mehr Transparenz seitens der Verwaltung und des Stadt-rates. „Wir sind nicht gegen das Bad an sich, aber gegen die Art und Weise, wie gerade ge-arbeitet wird. Wir wollen den Dialog mit den Verantwortlichen, um gemeinsam etwas Gutes für Bad Sachsa zu schaffen, dass sowohl den Tourismus stärkt, als auch nachhaltig ist.“
Aber nicht nur deswegen gibt es Verstimmungen, sondern auch die Geschäfte der InterSPA-Gruppe an sich sorgen seit vergangenen Herbst für Diskussionen in Bad Sachsa. Schlag-zeilen von Insolvenzen aus den Jahren 2020 und 2022 sorgen für eine gewisse Verun-sicherung. Hinzu kommen auch Nachrichten über Gerichtsverfahren in Bayern, da man dort Wasser aus einer Heilquelle zur Befüllung der Becken eines Spaßbades „abgezapft“ hatte, der Geschäftsführer vor Ort wurde hierfür zu einer Geldstrafe verurteilt. Kein Grund zur Beun-ruhigung, versicherten aber die Verantwortlichen, es habe die Insolvenz gegeben, diese hätte aber nie die gesamte Gruppe getroffen.
Salztal Paradies - das alles soll neu in Bad Sachsa gebaut werden:
- Ein neues Hotel wird über einen großen Teil des Pferdeteiches neben dem Salztal Paradies entstehen, wobei die Anlage auf Stelzen über dem Wasser „schweben wird“.
- Das Hotel wird zweigeschossig erstellt und über 110 Doppelzimmer verfügen. Die Erstellung erfolgt in Modulbauweise für jedes Zimmer. Die Module werden komplett fertig und möbliert angeliefert und müssen vor Ort nur noch per Kran an ihre Position gebracht und die Anschlüsse angeschlossen werden.
- Integriert in die Fläche vom Hotel, aber auch vom angrenzenden Bad, wird ein Restaurant gebaut, das sowohl von Hotel- und Badgästen, wie auch normalen Besuchern genutzt werden kann. Hier sind ca. 200 Sitzplätze vorgesehen.
- Auf der Freifläche neben dem Pferdeteich wird ein Parkdeck auf zwei Ebenen mit zwei Ein- bzw. Ausfahrten entstehen. Dort sollen 200 Stellplätze geschaffen werden, auch um die Verkehrssituation an der Anlage zu entschärfen.
- Über den Pferdeteich wird zudem ein Steg gebaut, der die Menschen zum Hotel bzw. zum Spaßbad leitet.
So wird das Spaß- und Erlebnisbad im Südharz modernisiert:
- Der Eingangsbereich wirt neu strukturiert mit einem anderen Kassensystem, ein Badeshop wird errichtet, neue Duschen, Toiletten und Umkleiden geschaffen.
- Ein Fahrstuhl wird eingebaut, um Barrierefreiheit zu erreichen.
- Für Kinder wird die neue Piratenwelt geschaffen, mit Kletteranlagen, Wasserkanonen und vielem mehr.
- Nebenan wird eine Indoor-Surfanlage gebaut, die vor allem Jugendliche begeistern soll. Die Abmessungen für diese sind 10 Meter breit und 15 Meter lang.
- Ein neuer Spabereich wird geschaffen, inklusive eines Palmenhauses und Zen-Garten mit Mineralforum. Teile hiervon sind als absoluter Ruhebereiche vorgesehen, in die nur Erwachsene Zutritt haben.
- Es werden weitere Saunen geschaffen, wobei darunter auch Textilsaunen sein werden.
- Das reguläre Hallenbad, die Eissporthalle, sowie das Kinder- und Regenbogenland bleiben erhalten, ebenso die im vergangenen Jahr sanierte Saunalandschaft des Salztal Paradies.
Das bleibt erhalten:
- Das reguläre Hallenbad, die Eissporthalle, sowie das Kinder- und Regenbogenland bleiben erhalten, ebenso die im vergangenen Jahr sanierte Saunalandschaft des Salztal Paradies.
Die Kosten für das Projekt:
- Die Investitionen für all das Geplante taxieren die Vertreter der InterSPA-Gruppe mit 49 Millionen Euro, wobei ein großer Teil auf Fördermittel entfallen soll.
- Zudem verbleibt auch bei der Stadt Bad Sachsa ein jährlicher Zuschuss von ca. 400.000 Euro nach den bisherigen Planungen.
"Spaßbad-Umbau"
(Harz Kurier, 24.05.2024)
Erweiterung BPlan, 14.02.2025
"Salztalparadies Bad Sachsa, 4. Bauabschnitt Hotel Pferdeteich + Parkdeck
Auszüge zur Finanzausschusssitzung: 09.12.2025
"Die InterSPA-Gruppe ist neuer Betreiber des Erlebnisbades Salztal Paradies. Neben der Attraktivierung des Erlebnisbades soll in den Neubau eines Hotels einschließlich Parkdeck investiert werden.
Das neue Hotel soll über dem Wasser „schweben“, d. h. die Anlage wird über einer Teilfläche des Pferdeteichs auf Stelzen errichtet. Es handelt sich um ein zweigeschossiges Gebäude. Die Erstellung erfolgt in Holzmodulbauweise. Auf der Wiesenfläche vor dem Teich soll ein Parkdeck für zusätzlich ca. 200 Fahrzeuge entstehen. Über dem Teich soll ein Steg angelegt werden, um direkt zum Hotel oder zum Erlebnisbad gelangen zu können.
Der Geltungsbereich des aufzustellenden Bebauungsplanes „Pferdeteich“ umfasst den Bereich der Flurstücke 76/14 und 76/18 der Flur 3, Gemarkung Bad Sachsa und ist aus der beigefügten Karte ersichtlich."
Der Beschlussvorschlag lautet:
Die Aufstellung des Bebauungsplanes PFERDETEICH und Änderung des Flächennutzungsplanes der Stadt Bad Sachsa wird beschlossen."
(Ratsinformationssystem der Stadt Bad Sachsa, 09.12.2025)
Pferdeteich + Parkdeck
Höhen
Grundriss Erdgeschoss
Grundriss Obergeschoss
Talstraße 29, erbaut 1966/67
(vermutlich 1968, Slg. Ralph Boehm)
Ein "großstädtischer Stil" hält Einzug in Bad Sachsa: der in Berlin beheimatete Horst Gall (zu dem Zeitpunkt in Steina wohnend) läßt diesen Hotel-Neubau in 1966/1967 durch den Architekten Erich Reiner errichten.
Talstraße 29, erbaut 1966/67
(vermutlich 1968, Slg. Ralph Boehm)
Nicht jeder war mit diesem anderen Geschmack einverstanden und gab folgende Stellungnahme ab
im November 1965:
RESTAURANT
HARZSTUBE
BAR
(1969, Ansichtskarte: Slg. R: Boehm)
Talstraße 29, erbaut 1966/67
(vermutlich 1968, Slg. Ralph Boehm)
Seit 1968 betrieben die "Oelkers Betriebe" gleichzeitig das "Parkhotel" sowie das "Kurhaus".
Um 1980 zeichnet der Inhaber Heinz Görlich verantwortlich, der 1991 vom Ehepaar Heinz und Gabriele Pohl mit Sohn (ehedem Bad Pyrmont) abgelöst wird (zusätzlich übernimmt diese Familie zwischen 1992 und 1994 auch den Kursaal).
Noch in 1995 wird eine Nutzungsänderung von 5 Wohnungen zur Hotelnutzung durch Gisela Marzahl, Nördlingen, beantragt und durch das Pächterehepaar Schüchner aus Fürstenberg übernommen.
Ab 1999 pachtet die Familie Strebe; sie wird aber bereits 2005 durch S. Engelhardt und C. Kaufhold abgelöst.
Im August 2014 steht das Objekt, welches im "Erdgeschoß über ein Café mit Terrasse, ein Restaurant, ein Kaminzimmer, einen Thekenbereich und eine Rezeption" verfügt, für ein Mindestgebot von 195.000 Euro zur Auktion.
Und heute? In 2023 steht das Hotel leer, Wohnungen sind vermietet.
Der "Thekenbereich"
(ca. 1970, Slg. Ralph Boehm)
Verwechselungen nicht ausgeschlossen:
"HOTEL AM PARK" in der Talstraße 29.
"KUR-PARKHOTEL" am Kurpark 6 b gelegen.
Beide Hotels wurden jeweils mal von der Familie Oelkers betrieben
(Anzeige: ADAC echo, Juli 1974 Nr. 7)
oben sind weiterhin Mietwohnungen, unten wird komplett umgebaut
(25.08.2023, Facebook)
(02.09.2023, Foto: R. Boehm)
WIELANDStrasse
Wielandstraße 3, erbaut 1939, Ansicht von Süden
(1939, Foto-AK. Slg. R. Boehm 2585)
Stolz sind die Eigner auf den Baufortschritt. Und so schreibt die Eignerin des "Haus Lang" zu Ostern 1939 an die Berliner Bekanntschaft.
Wielandstraße 3, erbaut 1939, Ansicht von Nord/Osten
(1939, Foto-AK. Slg. R. Boehm 2586)
Ein halbes Jahr später folgt der Neujahrsgruß auf einer Foto-Ansichtskarte mit Darstellung der Straßenfront.
Wielandstraße 4, erbaut 2011
(2011, Foto: R. Boehm)
Die Grundstücke werden im 20. Jahrhundert kleiner; Baulücken werden geschlossen. Dieses aus Kalksandstein-Mauerwerk (von innen sichtbar) errichtete Haus verfügt über eine der vermutlich ersten in Bad Sachsa verbauten Wärmepumpen.
Wielandstraße 14, erbaut 1954
(2009, Foto: R. Boehm)
"Leicht oberhalb des Ortskerns der Kleinstadt Bad Sachsa im Südharz (Niedersachsen) befindet sich in einer ruhigen, sehr gepflegten Seitenstraße (Sackgasse) dieses Dreifamilienwohnhaus mit grünem, einfach gestalteten Garten und einer Pkw-Garage im Kellergeschoss. Zudem ist weiterer Parkraum auf und vor dem Grundstück vorhanden.
Das massive Mehrfamilienhaus in einer guten, ruhigen Wohngegend der Kleinstadt Bad Sachsa im Südharz (Niedersachsen) erfreut sich eines sehr guten Allgemeinzustandes. Alle vorhandenen Wohneinheiten, zwei Wohnungen mit drei Zimmern (EG/OG, ca. 68 m² Wohnfläche) sowie eine Dachgeschoss-Wohnung (drei Zimmer, ca. 45 m² Wohnfläche) sind gut vermietet! Die Hauptwohnungen im Erd- bzw. Obergeschoss bieten zwei nach Süden gerichtete Wohnräume (18 bzw. 21 m² Wohnfläche), Schlafzimmer (ca. 14 m² Wohnfläche), Küche und Bad sind nordseitig untergebracht. Die kleine Wohnung im Dachgeschoss bietet ebenfalls drei Zimmer." (Anzeige der Stadtsparkasse Bad Sachsa 2017)