KATZENTAL

Das Katzental wird [bereits] 1670 erwähnt
(Hallbauer, Band I, S. 380).
So wird "Die nordwestliche Verlängerung des Westertales in Richtung Ravensberg" bezeichnet;
"Der Ursprung des Namens dieses Katzentales ist nicht belegt; eine Vermutung besagt, daß die Chatten Pate gestanden haben können." [Anm. Ralph Boehm: aus meiner Sicht wird der "Dreiherren-Stein" unterhalb der Ravensberg-Spitze in Bezug auf Alter und Bedeutung bisher deutlich unterschätzt]
(Hallbauer, Band III, S. 356)
Sei`s drum:
"Eine Bank im Katzental, die Stegerbank, gewährt ihm (Rektor Steger aus Halle a.S.) erquickende Rast und erhebenden Ausblick auf die den Ort umgebenden bewaldeten Täler und Höhen. Seltsam ist ja der Name, den das erwähnte Tahl führt: Katzental. An seiner Lieblichkeit und Schönheit wird ihm dadurch nichts genommen."
(Zeitung für den Harz, 11.08.1904)

Katzenstein im Katzental

PLATZHALTER

(1901, Slg. pLATZHALTER)


 "Zu den meistbesuchtesten Gaststätten der näheren Umgebung unseres Kurortes gehört unzweifelhaft das Berghotel Katzenstein. Bereits im Jahre 1874 wurde von dem Gastwirt Kurth auf dem Berge eine Ausschankbude errichtet, die der Ratskellerwirt Carl Riemenschneider im gleichen Jahr über nahm und in den nächsten Jahren weiter ausbaute. Mit dem Bau des heutigen Hotels wurde im März 1884 begonnen und es konnte bereits im Spätherbst desselben Jahres eröffnet werden. Sehr schwierig gestalteten sich die Bauarbeiten. Der Bauplatz war eine Felskuppe, die für den Bau hergerichtet werden mußte. Ein Fahrweg zur Heranschaffung des Materials war nicht vorhanden, so daß es herangeschafft werden mußte:
Im Laufe der Jahre wurde das Gasthaus zu dem heutigen Hotel und Pensionshaus ausgebaut. Mit seinen schönen, behaglich eingerichteten Gasträumen, seiner Glasveranda, seinen Terrassen und seiner Liegewiese gehört es zu den schönsten Waldlokalen unserer näheren Umgebung." 
(75 Jahre Kurort, BSN 22.07.1939)

PLATZHALTER

(1884, Führer R.v.Schlieben, Slg. pLATZHALTER)


Eigentümlich mutet der Name an. Mit unserer Hauskatze hat der Name wohl kaum etwas zu tun, trotzdem man sich erzählt, daß auf dem Berge früher viele Wildkatzen gehaust hätten. Auch von dem Volksstamm der Katten kann der Name nicht abgeleitet sein, da dieser Stamm in unserer Gegend nicht wohnte. Vielmehr ist anzunehmen, daß der Name Katzenstein aus dem friesischen "KAT" gebildet worden oder entstanden ist. "Kat" bedeutet soviel wie Gruppe (Versammlung). Der Berg Katzenstein ist daher wohl in alter
Zeit ein Versammlungsort der Germanen gewesen (Thingstätte).

Hotel Katzenstein wird Wohnanlage

(02.04.1982, Bad Sachsaer Aktuelles Echo)

"Die Umbauarbeiten des ehemaligen Berghotels Katzenstein zu einer modernen, zeitgemäßen Wohnanlage gehen ihrer Vollendung entgegen. Lange wird es nicht mehr dauern, bis die ersten Wohnungen bezugsfertig wind. Unser Foto zeit einen Blick auf das ehemalige Hotel Katzenstein. Foto: Degenhardt"

KUCKANSTAL

"Eines der schönsten und geheimnisvollsten Täler des Harzes überhaupt, westlich von Bad Sachsa gelegen. Durch das Kuckanstal erreicht man die Ostra-Eiche und die Kantorwiese, welche in alten Zeiten (1692) als Guckhanswiese genannt worden ist; die heutige Bezeichnung Kuckanstal könnte hierin ihren Ursprung haben (vermutet Löhnis, S. 179).
"...Der Festplatz [der Schützen] liegt im Ostertal. (Ostaratal erinnert an die Göttin Ostara; das Kuckanstal aber erinnert mit seinem Namen an das einzige Rittermärchen unseres Heimatortes, hiernach soll es einen Ritter Kuckan gegeben haben, der mit seinem Troß die steilen Wände des Kuckanstals hinabgestürzt sei und unter den Felsen begraben liege.)"
schreibt Richard Saage (Ortsgeschichtliche Bilder aus Bad Sachsa, S. 10)

Der "KURZ"-Parkplatz im Kuckanstal

Der "KURZ" Parkplatz                   (Eingang zum Kuckanstal)

(ca. 2018. Foto: Hans-Jürgen Liebau 17.08.2020 auf facebook)

Wer meint, dass er während seines Spazierganges hier sein KFZ abstellen darf, befindet sich auf dem Holzweg, denn dieser Parkplatz ist ausschließlich dem Sportler Josef Kurz, in Bad Sachsa bekannt als Peppi, vorbehalten. (Leider ist das Schild um 2020 untergegangen im Rahmen der Forstarbeiten) 

Josef "Peppi" Kurz                        (im Foto ganz links)

(Foto: privat, 06.08.2015 im Harz Kurier)
 

Nicht zu bremsen: „Peppi“ läuft und läuft  Die Südharzer Lauflegende Josef „Peppi“ Kurz feiert am 18. November 2018 seinen 80. Geburtstag.
Das Kuckanstal war seine Trainingsstrecke: Etwa 40.000 Runden hat Josef „Peppi“ Kurz im Laufe seiner Läuferkarriere dort im Training absolviert. Heute ist sein Pensum geringer, rennt er noch dreimal in der Woche entlang des Radwegs zwischen Walkenried bis hin zur Ortsmitte Wiedas – und flößt mit seinem Tempo immer noch manch anderem Respekt ein. Am 18. November feiert er seinen 80. Geburtstag im Kreis von Familie – darunter Ehefrau Gerlinde uns seine beiden Töchter Martina und Andrea – sowie Freunden. 

Die Schar der Gratulanten wird dabei sicher wieder groß werden, gilt es doch einer lebenden Südharzer Lauflegende Tribut zu zollen. Viermaliger Vizeweltmeister, fünfmaliger Europameister und 35-facher Deutscher Meister – „Peppi“ Kurz zählt – obwohl er bereits vor zehn Jahren seine Wettkampfkarriere beendete, immer noch zu den erfolgreichsten Deutschen Seniorenläufern aller Zeiten. „Eigentlich war mein Ziel einmal Deutscher Meister zu werden“, erklärt der gebürtige Südtiroler lachend. Dass es soviel mehr geworden sind, sei für ihn vor allem ein Ergebnis seines harten Trainings. „Mir wurde oft gesagt, dass ich wie ein Profi arbeite. Aber bei mir galt immer, wenn ich etwas mache, dann auch richtig“, betont er. (Thorsten Berthold in HK online 16.11.2018)

Mit Sack und Pack zieht die ganze Familie

(2018-07-17 online, Zum 70-jährigen Bühnenjubiläum, DX-Gerlinde-Kurz-cd-Cover-Mit-Sack-und-Pack)

In Arbeit!"Mit Sack und Pack zieht die ganze Familie" hieß nicht nur die Schallplatte der Bad Sachsaer KURZ-FAMILIE, sondern viele Jahre packte die hübsche Mutter, Gerlinde, in ihrer Geschenk-Boutique (Marktstrasse 66) Sack und Pack zusammen und zog mit Mann "Peppi" und den beiden Töchtern, Andrea und Martina, von einer Veranstaltung zur anderen, von Sender zu Sender- und natürlich auch zum Fernsehen.
Diese Auftritte gehörten dann zum Alltagsleben der beliebt und bekannt gewordenen KURZ-FAMILIE aus dem Südharz dazu. Es fing alles damit an, dass die damals noch kleine Gerlinde am 23.5.1948 mit sieben Jahren in den örtlichen Harzklub-Zweigverein eintrat und von Meisterjodler Erich Storz (zuletzt wohnhaft bis zu seinem Tode ebenfalls in Bad Sachsa in der Hohe Bergstrasse 8), der zur "Familie" der "Lustigen Musikanten" gehört, entdeckt und seine erste Jodelschülerin wurde. das sollte Folgen haben, denn zwei Jahrzehnte danach jodelte Gerlinde Kurz in der Meisterklasse.
Biographie in Ausschnitten + verkürzt: 1957 Erster Fernsehauftritt in Bad Sachsa, 1969 Erster Auftritt der Kurz-Familie (Gerlinde und Peppi Kurz mit den beiden Töchtern Andrea, 5 Jahre und Martina, 4 Jahre). Nach 18 Jahren wird aus der Kurz-Familie das Kurz Duo (Gerlinde + Peppi). 1975 Erste Schallplatte und Kassette des Harzklubs "Die Lustigen Südharzer" mit dem Titel "Waldbedeckte Berge" gesponsert vom Produzenten Erich Storz. 1979 Schallplatte und Kasette der Kurz-Familie mit dem Titel "Mit Sack undPack zieht die ganze Famlie".

Gedenkstein von Laer im Kuckanstal

(August 2005, Foto:  Ralph Boehm)


Ihrem ehemaligen Vorsitzenden Oberst von Laer setzte der Jagd=Verein Ravensberg 1912 am Eingang des Kuckanstales diesen Gedenkstein mit dem Gruß "Waidmannsheil."

Gedenkstein im Kuckanstal 

(H.W. Degenhardt in: Bad Sachsaer aktuelles Echo, 26.02.1982)

Ete ballert-Weg


Nach dem II. Weltkrieg wurden die sogenannten Notstandsarbeiten (Wegebau um den Ravensberg und Bau des Vorwärmbeckens am Schwimmbad) durchgeführt; auch zum Anlegen des (fälschlich bezeichneten) "Ede Baller Weg" wie auch des Ski-Zentrums wurde Sprengstoff benötigt.

Sprengmeister Eduard König, Pfaffenwiese, genannt "Ete",

hatte hier im Kuckanstal (am Anfang gleich links; nordwestlich der alten Familienrodelbahn) Sprengstoff eingelagert. 

Man sagte damals, als man seinen Sprengarbeiten lauschte:

"Ete ballert schon wieder".

oder

"Achtung!!  Ete ballert wieder!!"

(vgl. Gerhard Seiert und Peter Beyermann auf facebook am 18.11.2021)

Ehemaliger Sprengstoffbunker                  (Eingang zum Kuckanstal links)

(2018. Foto: Ralph Boehm)

Linker Hand des Einganges zum Kuckanstal, rechts der alten  Familien-rodelbahn wurde dieser Sprengstoff-bunker in den Porphyr-Felsen einge- baut.

(2021; Foto:Silvia Gerlach, 18.11.2021 auf facebook)

(2021; Foto:Silvia Gerlach, 18.11.2021 auf facebook

(2021; Foto:Silvia Gerlach, 18.11.2021 auf facebook 

Entwurf / Platzhalter: Facebook 2018-04-12, Feuer-Salamander morgens im Kuckanstal, Sascha Storz

HARZKLUB-Tafel

(22.12.2012, Foto, Photograph: Ralph Boehm)

In Arbeit!!!

Brunnenhaus

(22.12.2012, Foto, Photograph: Ralph Boehm)

In Arbeit!

Kanzelfelsen im Kuckanstal (Hotel Katzenstein oben rechts, ca. 1900; AK: Slg. R. Boehm)

Ein jähes Ende nahm eine Vatertags-tour (üblicher Brauch für Väter und solche, die es noch werden wollten), in den 1980ern mit Bollerwagen und Kiste Bier in die freie Natur, diesmal ins Kuckanstal. Beim Hinaufklettern zur Kanzel verließ ihn das Glück, er stürzte ab, die Fichten fingen ihn nicht auf; doch rechtzeitig kam das Glück zurück - er überlebte den Aufprall und konnte im Krankenhaus Herzberg wieder hergestellt werden. (Ralph Boehm 2020 über einen Freund).


Waldarbeiter-Stein im Kuckanstal. (Ausschnitt)

Waldarbeiter-Stein im Kuckanstal. (rechter Hand der Abzweig zum Ete ballert-Weg / fälschlich bezeichnet als Ede-Baller-Weg. 2018-07-06; Foto: R. Boehm)

Mit diesem Stein haben die langjährigen Forstarbeiter im Stadtwald Bad Sachsa Pavao Ceh, Wolfgang Lieberum, Holger Krach und Hans-Otto Bruchmann 2018 in den ersten Juli-Tagen ihrem Berufsstand ein ehrendes Gedenken geschaffen: "Mit ihrer oft gefährlichen Arbeit formen Waldarbeiter, Holzrücker und Fuhrleute seit Generationen unsere Wälder, damit werden für uns die Erzeugnisse des Waldes erst nutzbar." ist der grünen Tafel zu entnehmen.

Reinhardtsbrunnen im Kuckanstal

(seit 1889; 1907, AK:  Slg. R. Boehm)

"Nach dem in der vergangenen Woche die Arbeiten am REINHARDTSBRUNNEN vollendet worden waren, wurde am Sonnabend den 13. d.M. die Einweihung dieses Brunnens vorgenommen. Zu dem Ende hatten sich am gedachten tage Abends die Mitglieder des Magistrats und der Verschönerungs=Commission, außer-dem die Herren Meister Kälz sen. und jun., Beiermann und Adam, welche sich direkt an der Herstellung des Brunnens zund zwar Herr Kälz jun. in hervorragender Weise betheiligt hatten, mit den beiden tüchtigen Gesellen Lohmann und Polle und dem Bademeister Meisner nebst den Arbeiterinnen Höfer, Malter und Polle ein-gefunden. Der Vorsitzende der Verschö-nerungs=Commission, welcher die Arbeiten am Brunnen geleitet hatte, erläuterte zunächst in einigen Worten die Entstehung des Brunnens in seier jetzigen Verfassung. Dieselbe war ja nur dadurch möglich geworden, daß Herr Reinhard in Reudnitz=Leipzig in freisinniger Weise die nothwendigen Mittel der Versch.= Commission überwiesen hatte. Ihm gebühre deshalb der erste und hauptsächliche Dank, welchem man nicht besser Ausdruck geben könne, als daß man dem Brunnen seinen Namen gäbe. Aber auch den Herren Meistern nebst ihren Gesellen und Arbeitern sei die Commission zu großem Dank verpflichtet, da es nur in Folge ihrer Umsicht und regen Thätigkeit gelungen sei, die mancherlei Schwierigkei-ten beim Bau zu überwinden. Hiernächst übergab der Vorsitzende der Versch.=Commission den Brunnen Wohllöblichem Magistrat und bat um Schutz und Schirm desselben. Der Herr Bürgermeister ergirff dann das Wort, vollzog in sehr würdiger Weise die Taufe des Brunnens, dankte der Versch.=Commission für die bewiesene Thätigkeit, übernahm den Brunnen als Eigenthum der Stadt und er-klärte nach Kräften dahin wirken zu wollen, daß derselbe vor Schädigungen bewahrt bliebe. Zum Schluß wurde noch auf das Wohl des Herrn Reinhardt getrunken und ihm von den Anwesenden ein Hoch ausgebracht." (Zeitung für den Harz, 18. Juli 1889).

1966 wurde der Reinhardtsbrunnen umgestaltet, die Quelleinfassung und die Inschrift erneuert (berichtet der Harzklub Zweigverein Bad Sachsa in seinen Entwicklungsplanungen für 1962 und 1966).

Kanzel u. Einsame Tanne

(ca. 1910, AK: Slg. R. Boehm 3334)

Blick auf die Kanzelfelsen (im Kuckanstal) und Hotel Katzenstein (oben rechts)

(ca. 1900, AK: Slg. R. Boehm)

Ein jähes Ende nahm eine Vatertags-tour (üblicher Brauch für Väter und solche, die es noch werden wollten), in den 1980ern mit Bollerwagen und Kiste Bier in die freie Natur, diesmal ins Kuckanstal. Beim Hinaufklettern zur Kanzel verließ ihn das Glück, er stürzte ab, die Fichten fingen ihn nicht auf; doch rechtzeitig kam das Glück zurück - er überlebte den Aufprall und konnte im Krankenhaus Herzberg wieder hergestellt werden. (Ralph Boehm 2020 über einen Freund).

IN ARBEIT

OSTERTAL

"Westertal: das westliche Tal im Gegensatz zum Ostertal; das Westertal wird [bereits] 1692 erwähnt"
(Hallbauer, Band I, S. 382)
"Ostertal im Gegensatz zum Westertal (Minigolf- und Tennisplatz) führt zum Pädagogium, dem DRK-Jugendheim,
dem Schützenplatz sowie zu den Uffequellen"
(Bad Sachsaer Nachrichten 23.11.1971).
"...Der Festplatz liegt im Ostertal. (Ostaratal erinnert an die Göttin Ostara)."
(Richard Saage: Ortsgeschichtliche Bilder aus Bad Sachsa, S. 10).
Eine "Ostra-Eiche" steht allerdings im Kuckanstal.

Das von der Uffe durchflossene Ostertal verdankt seinen Namen eventuell der Göttin Ostara eventuell aber eben auch nicht; denn "Am oberen Westrand der Kantorwiese im Kuckanstal" steht die "Ostra-Eiche" ; "Ostara war dem christlichen Theologen und Historiker Beda (637-735) zufolge eine germanische Frühlingsgöttin." (Bad Sachsaer Nachrichten 23.11.1971). Bleibt eigentlich nur die Aussage bei Hallbauer (Band I, S. 382): "Westertal: Das westliche Tal im Gegensatz zum Ostertal. Westertal erwähnt 1692". So einfach!? oder eben auch nicht!?

PÄDAGOGIUM im Ostertal

Die "Realschule" liegt hier noch direkt an der Ostertalstraße!

(1909, Wasserleitungen, StABS 1,20,4 )

"1890 erwarb der aus Osnabrück stammende, aber zu jener Zeit in Roßla tätige Pädagoge Dr. Wilbrand Rhotert das bis dahin als Schützenplatz genutzte Grundstück im Ostertal und zog 1891 mit 17 Schülern von Roßla nach Sachsa um. Seine Einrichtung wuchs und gedieh, was sich nach dem Fachwerk-Kernbau in mehreren Anbauten (u.a. ein Quertrakt, dann 1897-1898 der Aulatrakt) und Zusatzgebäuden (1898 Wohnhaus für Lehrer und Hausmeister, 1899 das „Schwarze Haus“) äußerte."
(R. Boehm + M. Reinboth: Bad Sachsa - Bauwerke erzählen Geschichte, 2015, S. 107; siehe auch: Fritz Reinboth: Aus der Geschichte des Pädagogiums Bad Sachsa und seiner Heime Haus Kulenkampff und Haus Tannenberg, Verein für Heimatgeschichte Walkenried/Bad Sachsa und Umgebung e.V., Heft 43, 2015)

Bereits 1896 gab es bereits eine "Einfahrt" (!) und "Aborte"; auch der

"Spielplatz für die Zöglinge" ist bereits angelegt (noch ohne Linde).

(1896, Zeichnung: StABS I,r,6 )

Rhotert`sches Institut.  Sachsa a/H.

(1896 gelaufen, AK: Slg. R. Boehm)


Rhotert`s Lehranstalt.  Bad Sachsa.

(Mitte der 1890er, CDV: Slg. Dieter Lauenstein, Facebook 18.11.2018)

Turnhalle, 1899

"1900 entstand nach Plänen des Nordhäuser Architekten Habermann, dem wir bereits mehrfach begegnet sind, die noch heute vorhandene Turnhalle. Im Ostertal wurde also immerzu gebaut, doch augenscheinlich geriet Rhotert mit der einen oder anderen Rechnung etwas in Rückstand. 

Paedagogium, berechtigte Realschule zu Bad Sachsa a/Südharz.

(1900, AK: Slg. R. Boehm A 188)

Einige architektonische Besonderheiten zeichnen diesen Turnhallen-Bau aus; so wurde z.B. die Wasserabführung des Daches in eine innenliegende Dachrinne geführt. Leider wurde bei der Bauausführung auf den angedachten seitlichen Turm verzichtet (wäre doch typisch für die Bad Sachsaer Spielart der Bäderarchitektur  der Jahrhundertwende gewesen); wohl aufgrund der nebenstehend angedeuteten klammen Kasse.

Das Pädagogium hatte und hat häufig Grund zum Feiern! Manche Jubiläen werden sogar gefeiert obwohl sie kein Jubiläum sind oder aber man vertut sich manchmal mit den Jahreszahlen - Aber (Schul-) Schwamm drüber. Man soll die Feste feiern, wie sie fallen und sonst eben auch!

Das 10jährige Bestehen der Rhotert`schen Anstalten wurde zu Recht 1899 gebührend begangen, auch wenn die Schule selbst erst 1891 nach Umzug in Sachsa (wieder-)eröffnet wurde; die tatsächliche Gründung erfolgte bereits 1889 in Roßla! Mittig der stolze Gründervater Direktor Rhotert im Kreise des Kollegiums und vieler Rhotertianer (dem Verein ehemaliger Schüler). 

(1899, Foto: Wintersport- + Heimatmuseum Bad Sachsa)

IN ARBEIT

Ihre Mitarbeit ist gefragt!

Diese handgemalte Ansichtskarte wurde in Bad Sachsa geschrieben und ist mit Poststempel von 1926 versehen. Aber was zeigt es ???

(1926, handgemalte AK: Slg. R. Boehm Alias A 187)

SACHSENSTEIN

Curt Topel, Öl auf Leinwand
(Slg. R. Boehm)

SACHSENSTEIN

mit der Sachsenburg

"gez. Kurt Pfeiffer"
(Slg. R. Boehm ohne Nummer)

Walter Reinboth, Walkenried, brachte es auf eine treffliche kurze Geschichte:
Diese Burg besteht nicht nur aus den Trümmern der Steinburg auf dem nördlichen Sachsenstein, der Name galt schon für eine auf gleichem Gelände befindliche Wallburg, die Sachsen um 741 bis 748 anlegten. Deshalb heißt sie Sachsenburg; diesen Namen behielt auch Heinrich IV. bei, als er 1073 den Bau seiner Kaiserburg begann.
(BSN 05.12.1969)

Wem diese kurze Beschreibung als Info zur Sachsenburg nicht reichen sollte, 
möge sich bitte diesen Artikel im Archiv der Stadt Bad Sachsa oder die Ausführungen im weiteren Verlauf zu Gemüte führen.

Der hier bewaldete Teil des mit "Sachsenberg" bezeichneten Teils lag vor rund 1000 Jahren strategisch bestens für die Sachsenburg
(1920er Jahre, AK, Slg. Pfeiffer, Wieda)

Es träumt die Burg vor Sachsas Toren

Sie sollte mit anderen für Heinrich IV. eine feste Hausmacht schaffen
(Bad Sachsaer Nachrichten, 10. Februar 1960, ohne Autor)

Wer sich von Walkenried in Richtung Bad Sachsa auf den Weg macht, findet im Walde mehrere Schilder des Harzclubs mit dem Hinweis "Zur Sachsenburg". Dicht nördlich der den Gips des Sachsensteins in einer Schlucht von zehn Meter Tiefe schneidenden Bahnlinie (von Northeim nach Walkenried) ist er dann an Ort und Stelle, noch auf Walkenrieder Gemarkung und diesseits der an dem Felsen entlang fließenden Uffe, die hier die Grenze zwischen dem Klosterort und Bad Sachsa, zwischen dem Verwaltungsbezirk Braunschweig und dem Regierungsbezirk Hildesheim bezeichnet. Und von dieser Sachsenburg ist bislang in unserer Zeitung so wenig die Rede gewesen, daß sie unbedingt einmal angeleuchtet werden soll!

Das vom Gebirgsstock des Sachsensteins abgeschnittene Plateau liegt ca. 40 Meter über dem Spiegel der Uffe, die sich hier mit einem kaum spürbaren Gefälle durch Morast und Schilf schlängelt. Ist diese Bergzunge bereits im Westen durch eine Steilabfall geschützt, wird sie auch im Norden durch einen steilen Abhang begrenzt, von der Natur so recht geschaffen zur Verteidigung. Nur die nach Osten offene Seite des Dreiecks war noch zu befestigen.

Von den Ungarn zerstört
Wer jetzt auf dem Plateau steht, das früher die Burg trug, hat einen weiten Blick auf Bad Sachsa mit dem krönenden Ravensberg und über die ersten Häuser von Neuhof hin. Die Reste der Burg dagegen sind dürftig. Kaum ist in dem sowieso leicht hügeligen Gelände noch der angeblich vorgeschichtliche Wall zu erkennen, der die Bergzunge noch weit vor den Mauern abriegelte. Nach Angaben des Walkenrieder Chronisten Leuckfeld aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts soll die Burg von den Ungarn erstmals zerstört worden sein. Vielleicht hat es sich hiernach um eine uralte Fluchtburg gehandelt, nur ausgestattet mit Wall und Graben, mit Stämmen verstärkt und nur in Notzeiten besetzt.
Wehrmauer kam später
Die Mauerreste haben immer wieder zum Forschen angeregt. 1891 bis 1893 wurden Burgstelle und Wall vom Geh. Baurat K. Brinkmann untersucht, der auch eingehende Grabungen vornahm. Nach seinem Bericht ist das Mauerwerk auffällig glatt und sauber gewesen im Gegensatz zu anderen Burgen im Harz, die mehr in Fronarbeiten entstanden sind. Mauerstärken bis zu 2,60 Meter konnten nachgewiesen werden. K. Brinkmann nimmt an, daß die vorgeschichtliche Umwallung später weiter innen durch eine Wehrmauer ergänzt wurde, auf die dann wieder später noch zwei runde Türme gesetzt worden waren, die dann schließlich die Fundamente für zwei sechseckige Türme  abgaben, zwischen denen sich die Torhalle öffnete. Ob sich in dem so gebildeten Hofraum noch Gebäude befanden, z.B. Vorrats- und Wirtschaftsräume, kann nur vermutet werden. Einwandfreie Nachweise fehlen.
Auf Kampf eingestellt
Um eine Burg, wie wir sie aus dem deutschen Mittelalter kennen, hat es sich bei unserer Sachsenburg jedenfalls nicht gehandelt. Sie war kaum als Wohnung gebaut, sondern mehr zur Verteidigung gedacht und auf Kampf eingestellt. Sind die Angaben über eine vorgeschichtliche Wallung der Sachsenburg sehr ungenau, bringen zeitgenössische Chronisten Licht in das 11. Jahrhundert. Hiernach gehörte sie mit zu den Burgen, die Heinrich IV. bei seinem Versuch, sich rund um den Harz eine Hausmacht zu schaffen, errichtete und oft mit fränkischen Ministerialen besetzte, eine Politik, die dann zum Aufstand der Sachsen führte. Nach der Flucht des Kaisers aus Goslar und der Harzburg über den Heidenstieg nach Pöhlde und weiter nach dem Süden ist die Sachsenburg dann wahrscheinlich von de aufständischen  Sachsen bereits zum Teil zerstört oder zumindest geplündert worden. 1074 befand sie sich unter den vom Kaiser vertragsmäßig zu schleifenden Zwingburgen. Nach der Walkenrieder Klosterüberlieferung gehörte sie 1127 mit zur Erstausstattung der Klosters, jetzt aber ausdrücklich nur als Ruine erwähnt.
Lebt noch in Heimatbüchern
Dann wurde es still um die Burg. Mehrfach wird sie noch als im Besitzt des Klosters befindlich bezeichnet, während die Mauerreste weiter abbröckelten und die Buchen die Bergzunge eroberten. Gäste von Walkenried und Bad Sachsa, die gern auf dem Steilabfall stehen, fragen oft nach der Bedeutung der letzten Mauerreste. Klarheit über die Zeit vor Heinrich IV. konnten aber auch die Ausgrabungen nicht erbringen. Weder Waffen noch Geräte fand man damals, die vielleicht eine Altersbestimmung ermöglicht hätten. Eine außerhalb der inneren Befestigungslinie gefundene Urne, die weder Knochen noch Brandreste enthielt, wurde dem Mittelalter zugeschrieben. Die Spuren der letzten Ausgrabungen sind bereits wieder überwachsen. Das Rad der Geschichte hat sich weiter gedreht, mitsamt seinen bescheidenen die Sachsenburg betreffenden Spuren, die festgehalten wurden in den vom Heimatpfleger Waßmann in Walkenried mit viel Mühe und Liebe zusammengestellten Heimatbüchern.

Von der Kunst des Mauerns von rund 1000 Jahren.
(3 Fotos aus 2018 von Horst Möller, Bad Sachsa
und 8 Fotos aus 2019 von R. Boehm)

Burgen und Schlösser der Harzregion, Band 1
Bernd Sternal, Lisa Berg, Wolfgang Braun,
Books on Demand GmbH, Norderstedt
7. überarbeitete Auflage Oktober 2015
ISBN:  978-3-8391-8878-1
S. 84-86

Unsere Sachsenburg unter der Lupe

Beitrag zur Heimatgeschichte mit interessanten Einzelheiten
(Bad Sachsaer Nachrichten, Nov. 1967, ohne Autor)

Wer mit der Bahn von Bad Sachsa nach Walkenried fährt, sieht zwischen diesen beiden Stationen die gewaltigen Gipsfelsen des Blumenberges und damit das Gelände der Sachsenburg, einer Burg Kaiser Heinrich des IV., aber auch einer alten germanischen -vermutlich sogar vorgermanischen- Fluchtburg. Leider fehlen bei der Sachsenburg genauere Beweise, doch es liegt die Vermutung nahe, daß sie ebenso wie der Kohnstein bei Niedersachswerfen auch schon der Verteidigung in vorchristlicher Zeit gedient hat. Sie dürfte um 500 jetziger Zeitrechnung wie die meisten der vorchristlichen Wallburgen wieder instandgesetzt worden sein.

Um diese Zeit drangen die Sachsen gegen die Thüringer vor, so daß es sich bei der Sachsenburg eigentlich zunächst um eine solche der Thüringer gehandelt haben dürfte, die gegen den Ansturm der Sachsen wieder erbaut worden war. Sie konnte jedoch dem Ansturm der Sachsen nicht trotzen, denn schon der Name Sachsa deutet ja darauf hin, daß hier eine sächsische Gründung vorliegt
[Anm.: dafür gibt es keinen Beleg!!], ebenso der Name der Burg selbst, der sich ja bis heute erhaltn hat. Bei ihrem stetigen Vordringen bis zum Jahre 700 müssen sie ja auch bis zur Wieda und Zorge gekommen sein.

Bei diesen Kämpfen ging es, nachdem die Franken im Jahre 531 die Selbständigkeit des alten Thüringerreiches zerschlagen hatten, um die Entscheidung, ob Sachsen oder Franken die Nachfolger der Thüringer werden sollten. Um 700 begannen die Sachsenkriege Karl Martells und Pippins des Kleinen, die durch Karl den Großen mit der völligen Unterwerfung der Sachsen endeten.


Das Land, auf das der Franke seine Hand legte, wurde - wenn herrenlos - Königsgut. Da in dieser Gegend viel herrenloses Land war, entstand viel Königsgut. Der ganze Harzwald unserer Landschaft, der größere Teil des Zorge- und des oberen Helmetales wurden in karolingischer Zeit Reichsgut, damit natürlich auch das Gebiet der Wieda. Im Jahre 1132 verlieh z.B. Kaiser Lothar dem Kloster Walkenried sein Recht an dem Wildbann des Harzes; im Jahre 1231 genehmigte Kaiser Friedrich II. (1212-50), daß das Kloster ohne Abgrenzung den Forst Harz ausnutze.
Als die Herrschaft der Karolinger ihrem Ende zuging, hatten die Ludolfinger und Ottonen hier in unserer Gegend gewaltigen Familienbesitz, der wohl dadurch entstanden sein dürfte, daß das Reichslehen beim Zerfall der Reichsgewalt in erblichen Familienbesitz übergegangen ist. Es ist daher anzunehmen, daß Heinrich I., als er 919 deutscher König wurde, auch die Sachsenburg wieder in ihren Verteidigungszustand versetzt hat, einmal, um seine Macht zu stärken, zum anderen angesichts der Ungarngefahr, doch urkundliche Beweise herfür liegen nicht vor.
Erwähnung findet die Sachsenburg erst wieder, als der Frankenkaiser Heinrich IV. (1056 bis 1106) sein Königsrecht an dem herrenlosen Gebiet wieder zur Geltung bringen wollte. Der Geschichtsschreiber Lampert von Hersfeld - ein leidenschaftlicher Gegner dieses Kaisers - schrieb in den Jahren 1063-1106 im Kloster Hersfeld seine Annalen und berichtet, daß Kaiser Heinrich bald alle Berge mit Burgen besetzt habe, doch nennt er nur die Harzburg, die Heimburg (bei Blankenburg), die Sachsenburg, die Mosiburg (Moseberg) [Anm.: sehr unwahrscheinlich, daß hiermit unser Moseberg gemeint ist!!], die Hasenburg, die Spatenburg und Vokenroth.

Südlich der Sachsenburg zog die alte Heerstraße über Obersachswerfen, Branderode, Tettenborn nach dem Westen. Es ist möglich, daß der Kaiser die Burg auf der Grundlage alter germanischer Anlagen befestigen ließ, einmal, um diese Heerstraße im Auge behalten zu können, zum anderen aber auch, um einer Reihe "auf Königsgut wildernde Herren Einhalt zu gebieten". Hier am Harzrand wuchsen die kleinen Grafen fast zu Herren heran: die Ilfelder Grafen, ein Graf Volmar (1095), der der Ahnherr der Clettenberger Grafen war.

Bischoff Benno von Osnabrück - mehr Architekt als Priester - war Kaiser Heinrich des IV. Festungsbaumeister, "der eine besondere Begabung dafür besaß, die Formen einer ganzen Landschaft, den Wert der einzelnen natürlichen Erhebungen darin und ihre Bedeutung für die Nachbarschaften zu erfassen." Auch die Sachsenburg dürfte er, wenn auch nicht erbaut, so doch planmäßig konzipiert haben.
...Die Sachsenburg entstand in nur zwei bis drei Jahren; und bald war die Zeit da, in der sie sich bewähren mußte. Es kam zu den Kämpfen der sächsischen und thüringischen Adligen gegen die Reichsgewalt. Unter den Klagen, die vorgebracht wurden, standen an erster Stelle die gegen die Bauten der Burgen. Die Heimburg wurde zerstört, die Hasenburg in der Nähe von Pöhlde mußte sich ergeben, die Harzburg und die übrigen Burgen wurden belagert.
Im Jahre 1074 gab der Kaiser nach und unterschrieb im Vertrag von Gerstungen die Bedingung, daß die Burgen zerstört werden sollten. So wurde auch die Sachsenburg völlig niedergerissen und ist anscheinend nie wieder zu ihrer früheren Bedeutung gelangt. Im Gründungsbericht des Klosters Walkenried vom Jahre 1127 wird sie "castrum Sachsenburg nune destrictum-Burg" (nun niedergerissen), genannt.
Auch die Mosiburg auf dem heute noch Moseberg [?wohl nicht hier?] genannten Gelände zwischen Wieda über den Burhey nach Sachsa dürfte damals zerstört worden sein. Im Jahre 1132 findet sie noch einmal Erwähnung in einer Urkunde, aber dann verschwindet sie völlig aus den Geschichtsunterlagen.

Künstler gaben sich den Gips in die Hand und beschäftigten sich mit unserem Sachsenstein   (Stiche + Lithographien), der damals gänzlich unbewaldet war.
Das Forstamt Walkenried entschloß sich vor über 100 Jahren, eine Aufforstung zu wagen, deren Gelingen zweifelhaft war. 1851 wurden Kiefern auf der höchsten Erhebung, 1863 Fichten am Bahneinschnitt gesetzt, 1867 im Mittelstück. Das "Wagnis" gelang. (BSN 23./25.11.1963)

Wilhelm Blumenhagen, Wanderung durch den Harz, Leipzig, Wigand, 1838

Stahlstich v. Hinchliff n. Richter, 1840,


Lithographie aus dem Sächsischen Trompeter, 1846

Lithographie v. Pietzsch, 1840

Sachsenstein, Der Harz in Bildern, Richter 1838

Der Sachsenstein im Südharz

(Harz Kurier/B.S.N., 09. März 1974, Walter Reinboth)

Auf der Geologischen Karte von Preußen und benachbarten Ländern ist der Sachsenstein als Zechsteingebiet ausgewiesen, die Zechsteinschicht mit etwa 350 m Mächtigkeit angegeben. Im wesentlichen ist das Gestein Anhydrit, schwefelsaurer Kalk, an seiner Oberfläche durch die Einflüsse der Tagesgewässer in Gips umgewandelt.

Der Westrand des Sachsensteins fällt steil ab. Der etwa 50 - 60 m hohe Steilhang ergibt ein markantes Landschaftsbild. Von der Höhe hat der Wanderer einen prächtigen Rundblick, aus der Talebene erhebt sich der weiße Berg als mächtige Kulisse.

Die Zechsteinformation liegt etwa 250 - 300 Millionen Jahre zurück. Das damals vorhandene sogenannte Zechstein-Meer ist durch Klimaänderung (Erwärmung) verdampft, die gelösten Mineralien sanken als Sediment auf den Grund.

Das zu Tal strömende Wasser zieht in die Tiefe, zerstört die ursprünglichen Oberflächenformen und bildet ein neues Landschaftsbild. Das an den Rändern der Gipslinse entlang fließende  Wasser schafft Hohlräume, die einstürzen. Der Berghang bricht ab, das verstürzte Gestein wird im Wasser aufgelöst, wegtransportiert; so wird der Hang ständig zurückverlegt, der Gipssteilhang bildet sich. Von Badenhausen (bei Osterode) bis Walkenried und weiter über die Staatsgrenze [Anm.: 1974!] bis Nordhausen entstand der "Glint", die Kette der Gipssteilhänge. Etwa 120 km lang liegt der Gipsgürtel mit seinen Störungen, Verwerfungen, und diese wiederum sind die unsichtbaren Regulatoren der Wasserläufe. So sind die mächtigen Quellen zu erklären, Rhumequelle und Salzaspring.

Aber auch an der Oberfläche der stehen gebliebenen Gipsberge sind durch die Verwitterungs-vorgänge Veränderungen zu beobachten. Das sieht aus wie "Des Teufels Ackerfeld". Buckel und Löcher wechseln sich ab, das eine sind die Erdfälle, eingestürzte Gipshöhlen, das andere die Quellungskuppen, die in sich hohl sind. Diese Quellungskuppen sind entstanden, weil sich der Anhydrit durch Wasseraufnahme in Gips umwandelte, wobei eine bedeutende Volumenausdehnung eintritt. Sie kann bei flacher Lagerung der Schichten und fehlender Abdeckung zur Ablösung und blasenförmigen Aufwölbung der oberen 10 -  50 cm mächtigen Schichten führen. Diese Aufwölbungen werden im Volksmunde Zwergenlöcher genannt...
Fortsetzung in Anschluss an die Höhlen-Fotos

Zwergenlöcher
(2019, Fotos: Grete Boehm)

Fortsetzung
...Die größte von ihnen ist die "Waldschmiede" im Blumenberge mit einem inneren Durchmesser von 7,50 m, Scheitelhöhe der Kuppel von 2 m und einer Wandung von 50 cm Dicke. Diese Höhle ging 1969 größtenteils zu Bruch, die Naturschutzbehörde ließ sie mit Estrichgips wieder ergänzen, das Experiment ist einigermaßen geglückt...

Die Waldschmiede

(Pfingsten 1979, Foto, Slg. R. Boehm)

Hercynia Curiosa oder Curiöser Hartz-Wald, Dr. Georg Henning Behrens,1703,

nachgedruckt 1899 in Nordhausen

Fortsetzung
... Vielen Lesern wird das Bild Ludwig Richters bekannt sein, das den 1838 völlig unbewaldeten Sachsenstein zeigt, etwa vom Bahnhof Bad Sachsa aus gesehen [siehe oben]. Das Bild ist übrigens als großes Wandgemälde, von dem leider inzwischen verstorbenen Göttinger Maler Trümper geschaffen, in einer Sachsaer Gaststätte ("Krone") zu sehen...
und heute im Wintersport- + Heimatmuseum Bad Sachsa

Blick in das altdeutsche Zimmer
Wandgemälde nach einem Orig.
von Ludwig Richter
(1960er, AK, Slg. R. Boehm 6212)

Sachsenstein

Die Eisenbahn zwischen Bad Sachsa und Ellrich

IN ARBEIT


Von West nach Ost...

Bahnhof Bad Sachsa in Neuhof

(1970er, Foto, Quelle unbekannt)

Blick vom Sachsensein über die Bahnlinie auf die Unterstadt - noch ohne die in den Folgejahren erbaute L 604

(April 1985, Foto: Horst Möller)

Am Bahndamm

(>= 1963, Foto, Slg. Klaus Petersen)

(1908, AK, Slg. R. Boehm 788)
Entlang der Bahnlinie Bad Sachsa - Walkenried liegt die Burgruine Sachsenstein. An einem schmalen Pfad oberhalb der Bahntrasse befinden sich jedoch noch Reste eines Ziegelfundamentes und einige Treppenstufen, die nicht von der 1973 erbauten Burg Kaiser Heinrich IV stammen. Als die Bahnlinie Northeim - Nordhausen gebaut wurde, musste ein Einschnitt durch den Sachsensteinfelsen getrieben werden. Dabei wurden Teile der Burgruine vernichtet. Für die Sicherheit des Eisenbahnverkehrs an diesem Felseinschnitt sorgte ein Bahnbeamter, der mit seiner Familie in einem Haus direkt an der Bahnlinie wohnte. Die erwähnten Fundamentreste und eine Ansichtskarte von 1908 sind die letzten Zeugen aus dieser Zeit. (HK 25.09.2001)

Auf Facebook wurde im Juli 2020 zu einer solchen Ansichtskarte geschrieben:
A: Auf dem Foto links das alte Haus von Günther Pfeiffer seiner Eltern.
B: Die Familie, die auf Anruf die Schranke zwischen dem Kleinen und Großen Sachsenstein bediente, bestand aus drei Personen: Vater, Mutter (beide nicht mehr die Jüngsten), eine Tochter (vermutlich Jahrgang 1952/54, sehr hübsch!). Immer, wenn ich an sie denke, kommt mir der Name "Schrader" in den Sinn. Der Vater (eine Hand war verkrüppelt) arbeitete im Gipsbruch Kranichstein in Neuhof. Er legte den Weg tagein tagaus mit dem Fahrrad zurück und sammelte bei seinen Arbeitskollegen die Essensreste ein, denn er fütterte am Bahnwärterhäuschen ein Schwein.
A: Das war der Opa Willi und es waren 6 Kinder, 3 Jungs und 3 Mädels.

Bahnhof Walkenried

"Willkommen zu den Winter-Kampfspielen // Braunlage - Schierke"

(1934, Quelle unbekannt)



Eisenbahntunnel zwischen Ellrich u. Walkenried

(um 1910, AK, Slg. R. Boehm)
IN ARBEIT


Der Tunnel unter den Itel-Klippen, Im Himmelreich


(1930er, AK, Slg. R. Boehm)
IN ARBEIT

WESTERTAL

"Das westliche Tal im Gegensatz zum Ostertal; das Westertal wird [bereits] 1692 erwähnt"
(Hallbauer, Band I, S. 382)
So wird der Übergang zwischen Schmelzteichwiese (Brunnenhäuschen, Minigolf, Tennis) und Katzental bezeichnet.

Brunnenhaus im Westertal bzw. Katzental

(auch die Einheimischen sind sich nicht immer sicher, zu welchem dieser beiden Täler dieser Grund gehört)

Partie am Hexenspielplatz

(1920er, AK. Slg. R. Boehm 2242)


BITTE: HELFEN SIE UNS !!!!!!!!!!!!!!!
WARUM WIRD DIESER PLATZ
"Hexenspielplatz"
GENANNT ????

Pumpwerk Katzental

(ca. 2020, Foto: Brigitte Borchert)


Die Tafel im Hintergrund gibt Aufschluß:

1910                                    1962

Historisches Wasserwerk

- Pumpwerk       Katzental - 

Im Jahre 1910 wurde bereits zur Sicherstellung der Wasserversorgung das Pumpwerk Katzental errichtet. Dieses Wasserwerk wurde besonders in den Sommermonaten bei nachlassender Quellenleistung benötigt, um den Wasserbedarf für den Kurbetrieb zu decken.
Erbaut: 1910 * Brunnentiefe: 58,5 m * Saugleitung: 32,62 m,  Förderhöhe: 92 m (bis Hochbehälter Ravensberger-Weg), Förderleistung: 3,62 qm/H (3620 Liter pro Stunde), Tagesleistung: 70 qm (70 000 Liter pro Tag), Antrieb: Elektromotor seit Inbetriebnahme.
Das Pumpwerk wurde 1962 durch einen leistungsstärkeren Tiefbrunnen ersetzt.
Es wurde 1986 zur Erinnerung an die damalige Pionierleistung restauriert und mit der Original Kolbenpumpe zur Springbrunnenspeisung in Betrieb gesetzt. 1986

Am Hexenspielplatz

(1920er, AK. Slg. R. Boehm 688)


KUCKANSTAL / OSTERTAL / WESTERTAL

Meine These:
Das Kuckanstal ist der älteste Teil von Sachsa (weit bevor sich die Ritter von Klettenberg und Hohenstein über dieses Gebiet stritten);
von Berghöhen geschützt und mit Wald, Wiese und Wasser versorgt war es bestens als Versteck geeignet
und konnte notfalls gut verteidigt werden. (vgl. die Namensdeutung für "Sachsa" als "Versteck am Wasser"!)
Auch steht "am oberen Westrand der Kantorwiese im Kuckanstal" eine "Ostra-Eiche"; "Ostara war nach dem christlichen Theologen und Historiker Beda (637-735) eine germanische Frühlingsgöttin." (Bad Sachsaer Nachrichten 23.11.1971)

 
"...Der Festplatz [der Schützen] liegt im Ostertal. (Ostaratal erinnert an die Göttin Ostara; das Kuckanstal aber erinnert mit seinem Namen an das einzige Rittermärchen unseres Heimatortes, hiernach soll es einen Ritter Kuckan gegeben haben, der mit seinem Troß die steilen Wände des Kuckanstals hinabgestürzt sei und unter den Felsen begraben liege.)" schreibt Richard Saage (Ortsgeschichtliche Bilder aus Bad Sachsa, S. 10)