BRANDstraße

Die Situation 1893
Der Brand ist noch komplett unbebaut.
Eigentümer der Grundstücke (oberhalb des Schmelz-Teichs" mit zwei Zuläufen !!!) westlich der noch unbezeichneten Parkstraße sind bekannt 

"Nach dem Kuckanstal" wird später zur Bismarckstraße.
Die Blücherstraße ist noch nicht projektiert.

(1893, Zeichnung)

BLÜCHERstraße

Villa Zechelius

1903: Brand 12
1906ff: Moltkestraße 12

Haus Barbara sowie Seeschlösschen

Ab ca 1982: Blücherstraße 3

Über der Villa Hartung die Villa Dorothee, mittig Villa Zechelius, rechts die Villa Uthemann. (1905, AK, Slg. R. Boehm 1550)

Von der Großstadt in die gute Luft der Kleinstadt; ein weiteres Beispiel dafür ist Carl Zechelius (Filzhutfabrik Zechelius & Bertow in Kreuzberg, Köpenicker Straße 146/147).

Dem Lexikon "berlingeschichte.de" ist zu entnehmen:
Rudolf Seegers errichtete 1882–1884 den Komplex für den Firmenbesitzer C. Zechelius. Die zwei schmucklosen sechsgeschossigen Quergebäude befinden sich ca. 30 m hinter der Straßenflucht. Das Vordergebäude, das als Wohnhaus diente, ist nicht mehr vorhanden. Das erste Quergebäude mit Seitenflügeln ist heute grau verputzt, das hintere Quergebäude ist mit roten Klinkern verkleidet. Zechelius nutzte den Gewerbehof für seine Firma, die Filzhutfabrik Zechelius & Bertow, und vermietete u. a. an eine Möbelfabrik, eine Metallwarenfabrik und die Chemische Fabrik Hermann & Adolf Lubszynski. Im Ersten Weltkrieg befand sich hier die Verpflegungsstelle des Kriegsgefangenenlagers Halle. Die denkmalgeschützten Gebäude werden heute von den Firmen OTEK und Winkler Werkzeugbau genutzt. (© Edition Luisenstadt, 2002
Stand: 07/10/2009. Berliner Bezirkslexikon, Friedrichshain-Kreuzberg    www.berlingeschichte.de/Lexikon/Index.html  Abgerufen am 24.11.2024) 

Brandstraße 12: Villa für Herrn Fabrikanten Zechelius, Sachsa, Baujahr 1903

(1904, AK: Slg. R. Boehm 889)

Eine Veranda und ein Türmchen sollten schon dabei sein!

Anzeige im Februar 1921 in den Bad Sachsaer Nachrichten

Anzeige im April 1921 in den Bad Sachsaer Nachrichten

Wie unterschiedlich die Aussagen der beiden oberen Anzeigen auch sein mögen:
Seit dem 01.11.1921 praktiziert Dr. med. Deimler in der Moltkestr. 12 (StABS 2.21.2); im darauf folgenden Jahr wird dem Facharzt für Chirurgie gestatten, in dieser Villa eine Privatkrankenanstalt zu errichten (ebenda).
In 1923 lebt hier auch Frl. Olga Wendenburg, die 10 Jahre später als Ehefrau namens Olga Deimler Erwähnung findet (StABS I.m.122). Bis zumindest 1949 ist Dr. Deimler als praktischer Arzt hier tätig.

Das Namensschild kam 2024 durch Frank Witter in unser Wintersport-+Heimatmuseum.

14.05.1922: "Bad Sachsa hat kein Krankenhaus".
Beglaubigte Abschrift des Schreibens Dr. Deimler an den Regierungspräsidenten

(1922, StABS 2.21.2)

Der (für Sachsa Villen durchaus ungewöhnliche) Grundriß sieht nun auch ein "Operations-Zimmer" vor (oben rechts)

Das Ehepaar Barbara und Armin Witter erwirbt 1968 diese Villa und betreibt es als HAUS BARBARA bis ca. 1990.

Ansicht der Rückseite mit Blick, rechter Hand, über den Schmelzteich auf den Schweinsrücken.
Links im Bau die Blücherstraße 5: 1976? (Foto, Cekade-Original: Slg. R. Boehm)

Wohl um 1970 wurden linker Hand Garagen und dieser "moderne" Anbau getätigt, um den Blick über den Schmelzteich auf den Schweinsrücken im Trockenen geniessen zu können.
(1980er, AK: Slg. R. Boehm)

In 2006 erfolgt durch Axel & Gabrielle Heyse die Umbenennung in "Seeschlösschen".

2010 wird die Pension Seeschlösschen für knapp 300.000 € angeboten.

Zu diesem Zeitpunkt verfügt das in 2007/2009 renovierte Fachwerkhaus, auf einem Grund von ca. 1.500 qm über 18 Gästezimmer (alle mit Dusche, Waschbecken, WC ausgestattet) mit 26 Betten; 2 Doppelzimmer sind behindertengerecht; Fahrstuhl. Ein 80 qm großer Wintergarten sowie ein kleines Kaminzimmer und Spielezimmer laden zum Verweilen ein. Ein Garten mit Teich und Grillgarten stehen zur Verfügung.
"Das Haus wurde 1992 getaxt und an die neuen Besitzer für 1,2 Mio  DM verkauft.
Bis Januar 2011 sind durchgängig ausreichende Gästebuchungen vorhanden. Der Verkauf erfolt selbstverständlich inclusive Inventar. Festpreis."

(Text: Angebot im Internet in 2010).
Im Mai 2013 wird die selbe Villa, wohl vom selben Inhaber, für 319.000 € angeboten. 

Gabrielle & Axel Heyse erwerben das Anwesen wohl 2006 von der Familie Lisner (?).
(2008, Foto: Inhaber Axel Heyse)

 Familie Lisner (?) bauen in 1990 einen Fahrstuhl ein und den Wintergarten an (links im Foto).
Dieses Foto wurde im Internet 2013+2021 eingestellt.

Ab 1. Mai 2014 wird das Gruppenhaus "Villa Seeschlösschen" "neueröffnet" durch die

"Gruppenferienhäuser Lehmann, Fabian Lehmann, in Wendeburg.

Im Juli 2020 bewerben die "Greter Reisen" ihr Angebot:

Eines der schönsten Gruppenhäuser im Harz mit vielen Freizeitaktivitäten
(u.a. Tretboot, Minigolf, Tennis und Erlebnisbad) in unmittelbarer Nähe. Alle Schlafzimmer mit eigenem Bad!
ab € 4.730,-- pauschal pro Woche 

  • 35 - 42 Personen 
  • behindertengerecht
  • 19 Schlafzimmer
  • Hund nicht erlaubt 

Bademöglichkeit je nach Saison 

  • 0,80 km (Erlebnisbad in Bad Sachsa)
  • 4,00 km (Priorteich Walkenried).


Unser Ferienhaus liegt auf 357 m Höhe, am Ortsrand des Kurortes Bad Sachsa in Sichtweite zum See. Im Außenbereich steht den Gästen ein schön angelegter Garten mit 1600 qm Spielfläche, Terrasse und Grillecke zur Verfügung.

Räumlichkeiten

EG (normales Tageslicht):
 Speisesraum mit Mittelbuffet, Theke und Musikanlage; weiterer, zweigeteilter Aufenthaltsraum mit Sitzbereich am elektrischem Kamin mit TV sowie Clubraum für ca. 20 Personen; große, komplett ausgestattete Küche u.a. mit Gasherd, Backofen, Konvektomat, Gefrierschrank, Mikrowelle, Gastro-Kaffeemaschine; sep. Spülküche mit Gewerbe-Spülmaschine; Kühlkammer; Hauswirtschaftsraum mit Waschmaschine und -trockner; ein 2-Bett-Zimmer (Doppelbett) mit Bad/ WC; 2 sep. WC.
 1 OG:
 Wintergarten als Aufenthaltsraum mit Theke, Musikanlage, gemütlichem Loungebereich mit Flachbild-TV sowie Freizeitbereich mit Billard, Kicker und Dart; drei 2-Bett-Zimmer (Doppelbett) mit DU/ WC; ein 2-Bett-Zimmer (Einzelbetten) mit DU/ WC; zwei 2-Bett-Zimmer (Etagenbett) mit DU/ WC.
 2. OG:
 Ein 2-Bett-Zimmer (Doppelbett) mit DU/ WC und Balkon; zwei 2-Bett-Zimmer (Einzelbetten) mit DU/ WC; ein 2-Bett-Zimmer (Etagenbett) mit DU/ WC; ein 2-3-Bett-Zimmer (Doppelbett + Schlafsofa) mit DU/ WC und Balkon; ein großes 4-Bett-Zimmer (Doppel- und Etagenbett) mit behindertengerechter DU/ WC und Balkon (vorübergehend abgesperrt).
 3. OG:
 Zwei 2-Bett-Zimmer (Doppelbett) mit DU/ WC;. zwei 2-Bett-Zimmer (Einzelbetten) mit DU/ WC; ein 2-Bett-Zimmer (Etagenbett) mit DU/ WC; ein 2-4-Bett-Zimmer (rundes Doppelbett + ausziehbares Schlafsofa) mit DU/ WC.

 Außerdem vorhanden: Aufbettung bis 45 Personen; WLAN im ganzen Haus (gratis); je 3 Kinderreisebetten und -hochstühle, 6 Schlitten. Frühstücksservice (min. 15 Personen) auf Wunsch und gg. Aufpreis. 

Das Besondere an diesem Ferienhaus 

Sehr schönes Ferienhaus für Gruppen mit gepflegter und moderner Ausstattung. Alle Schlafzimmer sind individuell mit unterschiedlichen Themen eingerichtet (siehe Fotos) und verfügen alle über ein eigenes Bad sowie TV. Die oberen Etagen sind auch über einen Fahrstuhl zugänglich, so dass das Haus auch für Rollstuhlfahrer geeignet ist.
 Der nahegelegene See Schmelzteich gehört zum Kurpark und lädt zum Tretboot fahren ein. Hier finden auch regelmäßig Veranstaltungen statt (z.B. Lichterfest im Juli, Feuerwerk, Fischerfest). Das Salztal-Paradies mit Erlebnisbad, Saunalandschaft, Indoor-Spielplatz, Tennishalle, Squashcenter und Bowlingbahn ist nur 800 m entfernt. Weitere Entfernungen: Harzfalkenhof (2 km), Minigolfbahn (400 m), Märchenwald (1,5 km), Grenzlandmuseum (5 km), Einkaufsmöglichkeiten (1,5 km), Restaurant (350 m), Kurpark (150 m), Bahnhof (3,3 km). Im Winter lädt der See zum Eislaufen ein. Vom Wintergarten aus können Sie Ihre Schützlinge dabei beaufsichtigen. Das Skizentrum am Ravensberg ist nur 4 km entfernt. Auch das Skigebiet am Wurmberg in Braunlage (29 km) ist einen Ausflug wert. 

Bad Sachsa im Harz 

Der beliebte Kurort Bad Sachsa liegt touristisch vorteilhaft in der südlichen Mitte des Harzes in Niedersachsen, 58 km südöstlich von Goslar.
 Bad Sachsa bietet zahlreiche Freizeiteinrichtungen, Gastronomiebetriebe und kulturelle Angebote. Durch seine zentrale Lage sind alle Ausflugsziele im Harz schnell erreicht.

Villa Uthemann

(auch bekannt als "Lohoff'sche Villa")

1900: Brand 14
um 1920: Bismarckstr. 14
ab 1975: Blücherstraße 4

Die Familie Uthemann bringt Glanz in unseren aufstrebenden Kurort.

Louis Deibel und seine Frau Elisabeth geb. von Fleckinger waren in St. Petersburg vermögend geworden. Die mangelnde Gesundheit der Gattin war der Grund für den Umzug nach Bad Sachsa. Die Familie Deibel gehörte ebenso zur kulturellen und finanziellen Oberschicht in der russischen Metropole wie die Familie Uthemann, die sich von den Vorzügen Bad Sachsa überzeugte und ebenfalls nach hier umsiedelte.

Franz Karl Ludwig Uthemann erwirbt das schönste (und gleichzeitig größte) Grundstück am Schmelzteich und läßt 1900 durch den (in Bad Sachsa bereits bekannten) Nordhäuser Architekten Habermann eine repräsentative Villa unter der damaligen Adresse Brand 14 (seit 1975 Blücherstraße 4).
Im Folgejahr stellt Uthemann einen Antrag auf Bau eines Eiskellers.

Der Reichtum, den sich diese beiden Familien im 19. Jahrhundert erwirtschafteten, war und ist für die hiesige Bevölkerung sicherlich nur schwer nachvollziehbar gewesen. Eine Veröffentlichung im Katalog des Züricher Auktionshauses Koller zum 21. 09.2017 gibt eine Ahnung dessen auf den Seiten 129 bis 133 wieder:

"Sammlung F. F. von Uthemann St. Petersburg/ Genf
Es freut uns im Rahmen der Septemberauktion bedeutendes Silber aus der Sammlung F. F. von Uthemann, St. Petersburg/Genf, präsentieren zu dürfen, das sich seit mehr als einem Jahrhundert in Familienbesitz befindet. Franz Fransevitch von Uthemann (St. Petersburg 1868 – 1925 Luzern), Sohn des Franz Vassilievitch von Uthemann (1836-1913), der 1867 eine Firma in St. Petersburg eröffnete und später zusammen mit Ferdinand Karl Krauzkopf (1848 – 1923), auch bekannt als Gummistiefel-Baron, bei der bedeutenden Fabrik „Treugolnik“ tätig war, baute diese hier nun zum Verkauf stehende, bedeutende Sammlung auf.
F. F. von Uthemann (St. Petersburg 1868 – 1925 Luzern), verheiratet mit Paulina Hilda von Krauzkopf (geboren 1883 in Georgenborn/Wiesbaden), die Tochter des Gründers der bekannten Gummistiefel Fabrik „Treugolnik“, studierte zunächst Rechtswissenschaften an der St. Petersburger Universität und diente anschliessend dem städtischen Finanzministerium. Nebst der Mitgliedschaft im Vorstand der „Treugolnik“ Firma, hatte er zudem den Vorstandssitz bei der Bavaria Brauerei, der Skorokhod Factory und fünf weiteren Firmen inne. Nach der Russischen Revolution floh er 1917 mit seiner Familie nach Skandinavien und liess sich nach dem Exil in Finnland in der Villa „Beau Soleil“ am Genfersee nieder, die sich bis 1965 in Familienbesitz befand."


(Text + Fotos: 21.09.2017, Katalog des Auktionshauses Koller)

Franz Uthemann

(1836 Sandau - 1913 Bad Sachsa)

Die Kaufmannsfamilie Uthemann stammte aus Sandau a.d. Elbe; dort wurde am 22. März 1836 Franz Karl Ludwig Uthemann geboren, der bereits in jungen Jahren nach St. Petersburg ging, um sich dort wirtschaftlich erfolgreich zu betätigen.

(Das Foto ist vmtl. 1898 erstanden)

In 1874 wird die 3-Mast-Bark "FRANZ UTHEMANN" auf der italienischen Werft der Gebrüder Cadenaccio (Sestri bei Genua) fertiggestellt und in Dienst genommen (bis 1881, dann unter anderem Besitz als "SV Prudencia", später u.a. bis 1913 als "SV Calbuco" bei der Firma Carlos Oelkers (sic!).
Darüber hinaus war Franz Uthemann in den 1870/1880er Jahren der Vertreter der in Stettin ansässigen "Neue Dampfer-Compagnie" in St. Petersburg und organisierte vor dort aus den Güter-Verkehr für die Schifffahrtslinie zwischen Stettin, Reval, Moskau und St. Petersburg.

(05.03.1876, Revalsche Zeitung. Eine ähnliche Annonce erscheint bei der selben Zeitung 1881)



Franz Fransevitch von Uthemann

(1868 St. Petersburg - 1925 Luzern)
verheiratet in St. Petersburg mit
Paulina Hilda Feiin von Krauskopf
(1883 Georgenborn bei Wiesbaden - ?)

(Das Foto ist vmtl. 1909 erstanden)


Villa Uthemann, Baujahr 1900

(1904, AK: Slg. R. Boehm 889)

Franz Uthemann, ein Kaufmann, der aus einer reichen St. Petersburger Familie stammte, erbaute die Villa als Sommerresidenz. Sein eigentlicher Wohnsitz war in Wiesbaden

Die Dame des Hauses nahm in den Sommermonaten an der über die Grenzen hinaus bekannten Luft- und Migränetherapie im ca. 15 Gehminuten entfernten Kuckanstal am Fuße des Ravensberges teil. 

Teepavillon

(1991, Foto: Helmut Werner Degenhardt, Slg. R. Boehm)

Der Teepavillon im Hotelpark stammt von der Pariser Weltausstellung 1900. Er wurde von dem Erbauer der Villa, Franz Uthemann als Geburtstagsgeschenk für seine Frau ersteigert und im Garten der Villa aufgestellt.

Die Villa erstrahlt in alter Pracht

(Foto: Hotel Romantischer Winkel)

Heute befindet sich das Gebäude im Besitz der Familie Oelkers und ist an den Hotel-Komplex angeschlossen.

Heute früh 5 1/2 Uhr entschlief sanft infolge eines Unfalles mein inniggeliebter Gatte, unser treusorgender Vater, Schwiegersohn und Schwater
Herr Rentier Franz Uthemann.
Dies zeigen tiefbetrübt an

Frau Alice Uthemann, geb. v. Zassetsky.
Marianne Uthemann.
Anna v. Pilgrim-Baltazzi, geb. Uthemann. 
Franz Uthemann, Excellenz.
Hilda Uthemann, geb. Freiin v. Krauskopf.
Gisbert v. Pilgrim-Baltazzi, Minister.
Frau Oberst v. Zassetsky.
Hofrat Konstantin v. Zassetsky.

Bad Sachsa, den 19. August 1913

Die Bestattung findet in Wiesbaden statt. Blumenspenden und Condolenzbesuche nicht erwünscht.

(19.08.1913, Bad Sachsaer Nachrichten).

1923 erwirbt der Fabrikbesitzer Emil Lohoff dieses großzügige Anwesen;
er ist auch Mitte der 1930er Jahre hier nachweisbar.
(siehe die Lohoffsche Fabrik in Tettenborn-Kolonie)

Grüner Salon

(Foto: Hotel Romantischer Winkel)

Von 1945 bis 1951 wohnte der Komponist und Musiker Norbert Arnold Wilhelm Richard Schultze mit seiner Frau dort, wo sich heute der Grüne und der Rote Salon befinden. Seine bekanntesten Werke sind die Melodien zu „Lilli Marlen“, die Filmmusik zu "Die Mädels vom Immenhof" aber auch die Noten zu einem grausamen Lied wie „Bomben auf Engeland“ sind aus seiner Feder.

Komponist Norbert Schultze

Foto: HarzKurier / Struttmann

Lt. Wikipedia arbeitete Schultze während der Zeit des Nationalsozialismus im Auftrag des Propagandaministers Joseph Goebbels. Im Rahmen der Entnazifizierung wurde er als Mitläufer eingestuft. Die GEMA-Gebühren seiner zwischen 1933-1945 entstandenen Werke sollen bis heute, wie in seinem Testament verfügt, dem Deutschen Roten Kreuz zufließen. Vgl. Wikipedia „Norbert Schultze“.

Die Kapelle

(Foto: Hotel Romantischer Winkel)

Diese beiden Kirchenfenster von 1901 und 1903 stammen aus der Bad Sachsaer Nikolaikirche und waren dieser ursprünglich von Willbrandt Rothert, dem Gründer des Internatsgymnasiums Pädagogium zur Konfirmation seiner Töchter gestiftet worden.

(um 1930, Foto: Arno Wichmann, auf Facebook 08.03.2021)

"Von 1952 bis 1958 haben wir in der oberen Etage mal gewohnt. Es wohnten damals dort 8 Familien im Haus."

(Foto: Juni 1977, sowie Text: Siegfried Ross auf Facebook 16.09.2022)

1975 erfolgt die Umnummerierung von Bismarckstr. 14 auf Blücherstr. 4.
1978 wir das Hotel Romantischer Winkel durch Annemarie und Wolfgang Oelkers eröffnet.
Die Villa Oelkers wird umgebaut/saniert durch Dipl. Ing. Architekt Kurt Johanning in 1992
Zwei Kirchenfenster (ehedem in St. Nikolai-Kirche) werden in die Kapelle der "Villa Vida" verbaut
(dort liegt auch ein drittes Fenster. Sie sollen sich dort als Dauerleihgaben befinden).
Die Wetterfahne trägt das Jahr "1992".

GARTENstraße

(Den Namen erhielt diese neue Straße ca. 1905, bis dahin war der dortige Weg in der Sachsaer Bevölkerung bekannt als das

Eiergäßchen

Pflanzgarten in der Gartenstraße

"Während in vielen Harzorten der Wald bis in die Hausgärten vordrang und die Besiedlung einengte, weitet sich heute, etwa auf dem Brand, das Baugebiet in den Wald hinein aus. An der Gartenstraße hat es bereits den größten Pflanzgarten des Stadtforstes eingeschlossen, ein Areal von 30 Ar, also von drei guten Bauplätzen. Hier wird fast der gesamte Pflanzenbedarf für den Stadtforst aufgezogen. Jährlich werden von fleißigen Händen bis zu 40000 Baumpflanzen gesetzt. Aus 150 g Samen entwickeln sich auf Nadelstreubeeten von 5 Quadratmeter die kleinen Baumkinder. Zwei Jahre dürfen sie in ihrem Bettchen bleiben. Dann werden sie verschult, d. h . in Reihen in andere Beete umgesetzt und nach weiteren zwei Jahren in die freie Waldfläche entlassen..."

Pflanzgarten in der Gartenstraße

FOTO AUSTAUSCHEN

"...Im Gegensatz zur fast reinen Fichtenkultur des Oberharzes zeigt der Südharz das lieblichere Bild des Mischwaldes. In neuerer Zeit wird es durch viele neue Arten belebt. Im Pflanzgarten finden wir seltene Tannenhölzer wie Blautanne, Silbertanne und solche aus Amerika und Japan, auch Laubhölzer wie Fächerblattbaum, Roßkastanie, Erle und Ilex Stechpalme...
... Mit gleichem Stolz beobachtet Waldvater Wiehr Jahr für Jahr das Blühen und Gedeihen der 110 Kastanien, die er auf dem Moseberg, nahe der "Frühstücksbank" in einer langen und breiten Allee ansiedelte. Von hoher Kanzel aus, die zugleich bei klarem Wetter einen Weitblick bis zum Kyffhäuser erlaubt, bietet die Allee ein schönes Gesamtbild. Sie wurde 1965 mit fünfjährigen Jungstämmen besetzt, die ebenfalls im Pflanzgarten gezogen wurden. Jeder Stamm ist mit Maschendraht gegen den Verbiß durch das Rotwild geschützt. Der Ertrag an Kastainienfrüchten, von Jahr zu Jahr größer, ist bereits ein beachtlicher Beitrag für die winterliche Fütterung...


 Pflanzgarten in der Gartenstraße

FOTO AUSTAUSCHEN

"...Wie überall, ist auch aus unserem Stadtwald ein Überschuß nicht mehr zu erwirtschaften. Bei der immer mehr ausgeweiteten Kunsstofferzeugung kann der Holzpreis mit den Kosten für die Holzwerbung, für Wegeunterhaltung - 140 km! -, Wasserführung und manches andere nicht Schritt halten. Dennoch soll diese letzte Zuflucht aus einer mehr und mehr vergifteten Umwelt erhalten bleiben und gepflegt werden. Liefert doch beispielsweise eine 70jährige Fichte den reinen Sauerstoffbedarf für drei Menschen. Und Quellen und Wasserläufe sind hier noch sauber und trinkbar. Die Hauptlast trägt die Stadt Bad Sachsa als Waldeigentümer. Sie bedarf dazu jedoch der Hilfe des ganzen Landes, wie etwa in der Aktion Naturpark Harz."
(Bad Sachsaer Nachrichten, 7./8.08.1971)

GARTENSTRASSE 1

Baujahr 1903/1904

Zeichnung
zum Neubau einer Villa für den Major Kleinhans
in Sachsa.

(vgl. StABS V.qu.30 sowie Bauamt Bad Sachsa)

Sachsa im Juni 1903
gez v.
Rob[ert] Kälz
Mmstr
gez Frau Major Kleinhans:

Das konkrete Baujahr der Villa für [die Frau des] Major Kleinhans wird aus der folgenden

"Skizze
zum Anbau eines Balcon für
Frau Major Kleinhans - Hier"

deutlich, denn hier ist ebenso handschriftlich vermerkt:

"III. Exemplar
zum Baukons.
v. 4.2.04 zu
No "15" pro 1903/04
gehörig"

"POLIZEI VERWALTUNG SACHSA" [Stempel].
(vgl. StABS V.qu.30 sowie Bauamt Bad Sachsa)

Dieser Balkon war aber auch notwendig, damit Frau Amalie Kleinhans, geb. Klein, wie auch später die Familie Schmiedeke
den sensationellen Blick auf Schmelzteich und Schweinsrücken in voller Pracht genießen konnte...

Das lauschige Plätzchen auf diesem Balkon
in den 1930er Jahren
(Foto: © Sabine Schmiedeke, 2024)

...allerdings war der Balkon empfindlich, da er zum Teil an der Wetterseite verortet wurde...

Folgende Aufnahmen stammen aus einem Fotoalbum, welches mir dankenswerterweise Familie Schmiedeke zur Verfügung gestellt hat (© Sabine Schmiedeke, 2024)

"Villa
Laura-Emilie"
heißt es an der Ostseite neben dem Haupteingang.

Mit Liebe für Details gestaltete Variante für ein Dachkammer-Fenster und Fenstereinrahmungen auf der verputzten Fachwerkseite.

Zwei Wintergärten zieren die Schauseite; der obere ist nur teilweise verglast, um die gute Sachsaer Luft direkt nutzen zu können.
Es ist bekannt, dass der Hausherr gern aber auch zu einer guten Zigarre nicht nein sagte... (wer denkt nun nicht an eine "bräunliche Schöne", eine  "Maria Mancini", so von Thomas Mann im "Zauberberg" beschrieben?).

"Villa Laura Emilie"

in der
"Gartenstraße 1"

Dieser Briefumschlag (vermutlich hier ein 2. Mal verwendet) wurde zum 100jährigen Bestehen des Berliner Fachgeschäftes für Textilwaren hergestellt. Zur Geschichte der Fa. Rudolph Hertzog siehe u.a.:
 1) Wider die Warenhausfixiertheit – Die Anfänge des Kaufhauses Rudolph Hertzog | Uwe Spiekermann
2) Kaufhaus Rudolph Hertzog – Archivspiegel des Berlin-Brandenburgischen Wirtschaftsarchivs

(Briefumschlag, gestempelt in BERLIN NW 7 ba//28.3.39.-22. © Sabine Schmiedeke, 2024)

Das Ehepaar Schmiedeke, hier in vierter Reihe sitzend, auf einem von der Kurverwaltung organisierten Ausflug - vielleicht zum Kyffhäuser?
(1930er, Foto: © Sabine Schmiedeke, 2024)

2018

Die Eigentümer, auch wenn sie in Berlin zuhause sind, erfreuen sich -wie ihre Altvorderen - an Bad Sachsa und ihrer Villa;
eine "neue" Generation nimmt Besitz und restauriert behutsam (in Absprache mit dem Denkmalschutz).
Zum "krönenden" Abschluß wird auch die auf dem rechten Foto noch fehlene Spitze (aus Zink durch den hiesigen Handwerksmeister Siegfried Krautz) gefertigt und auf dem östlichen Dach ergänzt.

23.03.2007
(Foto: H. Möller)

25.05.2015
(Foto: R. Boehm) 

11.08.2018  noch ist das Fachwerk blau gefasst...

(Foto: R. Boehm) 

14.10.2018: eingerüstet

(Foto: Grete Boehm) 

Dezember 2018: Das Fachwerk, wie auch der Wintergarten haben einheitlich einen brauen Farbton erhalten.

Die Spitze auf dem linken Dach ist gerade in Fertigung (Foto: Thomas Callsen, 25.12.2018 auf Facebook) 

2022

Zuviel Sonne schadet nur!
Zumindest auf die Morgensonne wird man nun durchaus verzichten...

Der Nachbar, das Hotel Romantischer Winkel, strebt nach Höherem
(13.06.2021, Foto: Ralph Boehm)

(22.04.2022, Foto: Ralph Boehm)

MITTELstraße

Mittelstrasse 1

<= 1897: Brand, unbebaut
1898: Brand 329
um 1915: Mittelstr. 15
<= 1914: Mittelstr. 1

Diese Villa wurde als Sommersitz (wohl) für Guts-besitzer Heubach gemaut. Das Grundstück ging damals von der Bismarckstrasse hochwärts und wurde seitlich eingefasst von der Mittelstrasse und Waldstraße bis zum Grundstück Stecher.

Mittelstrasse 1

IN ARBEIT

Mittelstraße 9

Vermutlich gebaut 1908 mit Adresse Brand bzw. Brandstraße.

Elisabeth (genannt Liese) Uhle schreibt 1909 nach Ebensee/Trauneck in Oberösterreich: 

"Mein liebes Mirl
Es ist mir ein Bedürfniß dir aus unserer Sommerfrische vor der Abreise noch herzlichste Grüße zu senden.
Der Winter ist hier bereits eingekehrt u. zieht es uns nach der Stadt zurück.
Das Bild stellt unser Häuschen dar mit unserem Conterfei. Du wirst uns kaum wiedererkennen. Carl war vorigen Winter schwer krank u. hat eine sehr schwere Operation durch gemacht. Gott sei Dank geht es ihm jetzt recht gut u. will ich blos wünschen daß es so bleibt. Hoffentlich geht es dir l. Mirl gut ich werde mich freuen bald einmal von dir zu hören wir sind in Leipzig verzogen unsere Adr. ist Leipzig Kickerlingsberg 10.
Herzl. Gruß auch den l. deinen ...Liese Uhle."

Versus der neben stehenden Karte.
Im Vordergrund Liese und Carl Uhle.
Die Transkription des Textes verdanke ich Anja Danneberg (09.10.2024);
(1909, Foto-AK: Slg. R. Boehm)

Den beiden hat Bad Sachsa offensichtlich so gut gefallen, dass Elisabeth und Carl (a.a.O.: Karl) spätestens 1919 fest in dieses Haus einzogen.
Zum 01.04.1922 eröffnet Carl Uhle (* 1854) gemeinsam mit Otto Adam eine Grundstücksvermittlung.
(Markus Jaeger, StABS ohne Nr.)

Der Kaufmann Carl Uhle, Leipzig, ist im Verzeichnis nachweisbar 1910 und 1911 per Adresse Kickerlingsberg 10 III
In 1912 wird letztmalig erwähnt "Uhle, Carl, priv. Kfm., Kickerlingsberg 10 III"
(https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/90977/903 u.a., 10.10.2024)
(ca. 2020, Foto: architektur-blicklicht, abgerufen 10.10.2024)

Mittelstraße 9

"Haus Glückauf" und "Haus Elisabeth"

Das Fernsprechbuch 1935/1936 gibt unter dieser Adresse an den Mühlenbesitzer Otto Zänglein mit seinem "Haus Glückauf". Vermutlich wurde diese Villa noch im selben Jahr durch Herrn Gloge gekauft und bis 1954 als Pension genutzt. In 1954 erfolgte der Verkauf und Umzug nach Darmstadt. (so die Tochter bei einem Gespräch im Wintersport-+Heimatmuseum Bad Sachsa am 18.8.2020).

IN ARBEIT: gesucht sind Fotos/Ansichtskarten aus der Nachkriegszeit bis in die Neuzeit

IN ARBEIT: gesucht sind Fotos/Ansichtskarten aus der Nachkriegszeit bis in die Neuzeit

IN ARBEIT: gesucht sind Fotos/Ansichtskarten aus der Nachkriegszeit bis in die Neuzeit


Mittelstraße 9    "Haus Elisabeth"

1958 (vmtl. aber bereits ab 1954 dort)  ist die "Inh. Elisabeth Krapp" mit einem "Fremdenheim mit Pension" im "Haus Elisabeth" in einem Prospekt vertreten; das Haus bietet an "5 Zimmer, 8 Betten, Zi. m. Fließw., Zimmer mit Privatbad."
Ca. 30 Jahre später, nach diversen An- und Umbauten (besonders nach Westen und Norden), wird das "Haus Elisabeth" in einem Prospekt [Prospekt "HARZ"] von 1985/1986 beworben mit "E. Krapp, 24 Betten, auch Vollpension:"

"Haus Elisabeth, Bes. Frau E. Krapp, 3423 Bad Sachsa/Südharz,
Mittelstr. 9 - Telefon (05523) 471 [gesrichen]"
(Versus der nebenstehenden Ansichtskarte)

20.05.1977 Bad Sachsa nach Berlin
(1977, AK: Slg. R. Boehm)

MOLTKEstraße

Umnummerierung der Moltkestraße in 1913 (StABS 2.24.3)

"Infolge Errichtung neuer Gebäude in den letzten Jahren ist eine neue Nummerierung der Häuser in der Moltkestraße hierselbst erforderlich geworden.

Umnummerierung  der Moltkestraße in 1960

<= 1960: Moltkestr. 14
>= 1960: Moltkestr. 7

Leider wird die Begründung für die erneute Umnummerierung aus diesem Schreiben der Stadt Bad Sachsa nicht ersichtlich.
Neben rechtlichen Bestimmungen heißt es:
"Es wird um gefl. Nachricht gebeten, wem die Hausnummernschilder ausgehändigt werden können..."
(22.08.1960, Brief: Slg. R. Boehm)

Linksrum oder rechtsrum ???

(21.01.1967, GT/BSN)

MOLTKEstraße 1

Neubau des Privatiers August Dreger  (StABS 2.21.2) 

MOLTKEstraße 2

>= 1913: Grundstück des Buchhändlers .... Anton Kessler,
bisher Haus No. 1  (StABS 2.21.2)

MOLTKEstraße 3

1885: Am Brand.
>= 1900: Moltkestraße 1a: Villa des Apothekers Öhlmann.
>= 1913: Moltkestr. 3: Grundstück des Fabrikbesitzers Emil Lohof, bisher Haus No. 1a.

1893 ist hier noch Laubwald.
Die Nachbarin Aug. Müller hat Sorge, daß ihr Haus bedrängt werden könnte und schreibt deshalb an den Bürgermeister Weber:


"Wie mir mitgeteilt wurde, beabsichtigt ein Herr Damm aus Berlin das Stück Wald zwischen meinem Hausgrundstück (No. 259), und dem soeben von Frau von Hansen erworbenen als Bauplatz anzukaufen. Mir liegt nun viel daran, 
1) daß mir der Fußweg über Gelkpkes Gehöft zu benutzen gestattet bleibt, und
2) daß mein Haus nicht durch andere Gebäude eingeengt werden kann.
Aus dem Grunde den ganzen Platz, zwischen mienem Grundstück und dem von Frau von Hansen, zu kaufen, übersteigt meine Mittel um etwa die Hälfte, würde mich angehen, weil der Restplatz dann als Villengrundstück zu klein werden würde.
Daher beantrage ich hiermit beim hiesigen Magistrat: mir doch nur ein Streifen Wald von 2 Ruthen Breite und etwa 12 Ruthen Länge also von 24 QuadratRuthen Flächeninhalt, wie ich dieselbe auf der Skizze mit Bleistift veranschaulichte, gütigst käuflich zu überlassen.
Sie, geehrter Herr Bürgermeister, bitte ich sehr, das Weitere freundlichst veranlassen zu wollen und grüße mit Hochachtung.
Aug. Müller geb. Fülbar.                                                                                                                                              (1893, Skizze + Brief, Kopie. Slg. Ralph Boehm)

Herr Damm aus Berlin kaufte das Grundstück nicht.


Erst im Jahre 1900 läßt der Apotheker Dr. Öhlmann
durch den in Norhausen ansässigen Architekten Hans Habermann die Baubeschreibung anfertigen:


"Beschreibung
zum Neubau einer Villa für Herrn Apotheker
Dr. Öhlmann in Bad Sachsa a/H.

Das Gebäude soll auf dem Grundstück zwischen
Frau Lieutn. Müller und Frau von Hansen errichtet werden.
Die ...........ungswände des Kellergeschosses werden zum
Theil aus Bruchsteinen, zum Theil aus Brandsteinen herge=
stellt. Die ........ ungswänder aller übrigen Geschosse bestehen
aus Steinfachwerk. Die Decken des Kellergeschosses werden aus Förster`schen Decksteinen hergestellt, alle anderen Decken
werden Balkendecken mit ........ Die Schornsteine
werden aus Brandsteinen ....

... Die Architektur wird zum Theil in Holz, zum Theil in Stein hergestellt.
Nordhausen, den 6. October 00. Habermann. Arch.
I.A.     Frau Meta Oehlmann"

(Kopie der Bauakte, Slg. R. Boehm)

Anmerkungen: 

Hans Habermann * 29. Oktober 1858 in Geestemünde † 8. Januar 1907 in Nordhausen am Harz Architekt | Nordhausen am Harz.
Er wirkte insbesondere in Nordhausen (Kutscherhaus Park Hohenrode), Sülzhayn und Bad Sachsa (Schützenhaus, Turnhalle vom Pädagogium,
Villa Uthemann und Villa Witzell).
Zu diesem Apotheker Dr. Öhlmann ist weiter nichts bekannt. Bei einer Internet-Recherche stösst man lediglich auf einen
Dr. Oehlmann, der um 1900 in Hamburg in der Holstenstrasse die "Holsten-Apotheke" betreibt. (u.a. "Hamburger Neueste Nachrichten", 10.04.1900); ob es sich um denselben handelt, ist nicht belegt.

"Nach den in duplo beigegebenen Bauzeichnungen beabsichtige ich, am Brande eine Villa zu erbauen und bitte um Ertheilung des Bau.Consenses" schreibt der Architekt H. Habermann an die hiesige Polizei-Verwaltung am 6. October 00.

In dem "Akten=Bogen zu der Oehlmann`schen Bausache" wird bereits am 17.10.1900 verfügt,  dass "Apotheker Dr. Öhlmann" die polizeiliche Erlaubnis erhält "zu Sachsa... auf seinem Grundstücke Haus=No. 1a [hds. darüber "3"] der Moltkestr. daselbst eine Villa zu errichten, allerdings unter besonderen Bedingungen":

"Akten=Bogen zu der Oehlmann`schen Bausache", Sachsa, den 17.ten Oktober 1900.
(Kopie der Bauakte, Slg. R. Boehm)

Lageplan, Nordhausen, den 6.10.00, Habermann, Arch.
(Kopie der Bauakte, Slg. R. Boehm)

Die Gebrauchsabnahme für das fertige Gebäude wird am 19. Februar 1902 durch Albert Fischer festgestellt.
Der Apotheker Öhlmann verkauft an den Apotheker und Fabrikbesitzer Emil Lohoff vermutlich 1905; letzterer denkt sehr praktisch: jeden Morgen in die Stadt und Eier kaufen?... - kommt nicht in Frage! Deshalb wurde umgehend ein "Hühnerhaus" durch den Zimmermann August Heise entworfen. Ob der Entwurf umgesetzt wurde, ist nicht bekannt. (03.05.1905, StABS)

Die Firma der Gebrüder Lohoff in Tettenborn und Benneckenstein;                         "Blick vom Pfaffenberg" über die Lindenstraße (später Hindenburgstr.)  

im Kreisrund die Villa in der Moltkestr. 1a (später 3); wohl um 1913                        auf den Brand (mit der Villa über den Fichten am rechten Rand).                                                                                                                                                          (1913, Slg. Ralph Boehm)

Einige Fotos aus einem Familienalbum, aufgenommen um 1907/1908. (Fotos von Jochen Lohoff)

Circa 1924 verzieht die Familie Lohoff in die Bismarckstraße 28.
Neue Eigentümerin wird Frl. Regina Schütt - sie eröffnet das gleichnamige ERHOLUNGSHEIM SCHÜTT (auch FREMDENHEIM SCHÜTT)
(1927, AK, vs+rs. Slg. Ralph Boehm 1495)

1936 ziehen Hamburger Diakonissen in die Villa und bieten ein Fremdenheim: Haus Tabea.

...dem Diakonissenhaus "Tabea e.V." zu Altona wird die Erlaubnis zum Betriebe der Gastwirtschaft, und zwar als Fremdenheim in Bad Sachsa, Moltkestr. 3 erteilt. Die Erlaubnis berechtigt zum Ausschank folgender Getränke     Kaffee, Tee, Kakao, Milch.

"Nordhausen a/H., den 16. September 1936.   Das -Kreis= -Stadt-Verwaltungsgericht"

(Ausschnitt/Auszug, Slg. R. Boehm)

(1956, AK. Slg. R. Boehm)

 (1960, AK. Slg. R. Boehm 3078)

"Nun bekommt Ihr einen Gruß aus dem Harz von mir. Frau Schmidt fragte mich, ob ich eine Freizeit nach Bad Sachsa mitmachen möchte, sie sagte, fahr doch mit und war sehr schön, die Bibelstunden u. die Spaziergänge im Wald u. das Ausruhen.
Das Essen ist hier sehr gut u. wir haben ein wunderschönes Wetter..."
(dieserText stand auf einer im Internet angebotenen gleichen Ansichtskarte von 1972, die aus Bad Sachsa nach Dänemark verschickt wurde).

(1972, AK. Slg. Ralph Boehm)

Ausschnitt aus der vergleichbaren hierüberstehenden Karte; die farbige Ansicht unten links stellte ursprünglich, in sw, diese "3. Liegehalle" dar -
ein Überbleibsel der Reformbewegung, vergleichbar mit den diversen Wintergärten in Bad Sachsa.
(1963, AK vs + rs: Slg. R. Boehm 6278)

"....hatte hier einen Autounfall u. lag 3 Wochen mit einer Gehirnerschütterung im Krankenhaus. Z.Zt. ist hier eine Müttergruppe (21) von der Kirche aus Bln...
Gestern sind wir 10 Km gewandert, machten im Forellengrund Kaffeepaus u. ich aß ein Stck. Buttercremtorte ..."

Über die Firma Jahn-Immobilien wird beim Notar Dr. Gerhard Lohoff der Verkauf der Immobilie an Frau Ursula Helmke geb. Hildebrand, Bad Sachsa, Schubertstr. 10, am 13. Dezember 1976 vollzogen.

Bereits im November wird das bisherige "Schwesternerholungsheim Tabea" als "Pensionshaus HAUS BELLEVUE" angemeldet,
mit 28 Betten, Übern. + Frühstück, ggf. Vollpension".

(2015, Foto: Jürgen Jacob)

Jugendstilfenster zur Moltkestraße
(2022, Foto. Angebot einer Immobilienfirma)

Treppenhaus
(2022, Foto. Angebot einer Immobilienfirma)

Die Villa wechselt in den 2020er Jahre mehrfach den Besitzer, zuletzt im Frühjahr 2026.

1994 wird diese Villa in der Moltkestraße  als Einzelbaudenkmal wegen der geschichtlichen und städtebaulichen Bedeutung unter Denkmalschutz gestellt

in Arbeit

in Arbeit

 in Arbeit

MOLTKEstraße 4

1938: Pension Hermann Kley
1949, Moltkestr. 4: Antrag auf Darlehnsbewilligung zum Ausbau von Wohnräumen des Fremdenheims Haus Kley
1952 Einwohnerbuch: Haus Kley, Frau Helene Kley

>1875 - 1885, Teil von: Brand 259: Müller (Lieutnant a.D.), unbebaut
1884, Teil von Brand 259: Bau einer Villa für Lieutnant Müller (StABS XII.a.5)
1885, Teil von Brand 259: Neubau eines Stallgebäudes neben der Villa für Lieutnant Müller (StABS XII.m.13)



An den Magistrat in Sachsa
Sachsa, 14. August 1884

Lieutnand Müller schreibt u.a.:
"Das Dach des Wohnhauses soll mit Falzziegeln gedeckt werden. Die Wände desselben sollen mit Brandsteinen ausgefacht, äußerlich nicht übertüncht, das Holz aber gestrichen werden, nur die nord=westliche Wand soll eine Wetterüberkleidung von Brett oder anderem Material erhalten..."

1884, Villa für Lieutnant Müller in Bad Sachsa a/Harz
 (StABS XII.a.5)

Obwohl unsere Stadt offiziell "SACHSA" heißt, wird auf dieser Bauzeichnung bereits 1884 von "BAD SACHSA" gesprochen.

Herr Müller schreibt für seine Frau an die Polizeiverwaltung Bad Sachsa:
"... Situationsplan, nach welchem sie ein Nebengebäude zu Ihrem Wohnhause No 259 auf dem Brand erbauen lassen will zum Unterbringen von Brennholz und Kohlen, einige Ziegen und Schweine, einer Kutscher... ... Die Decke des Kellergeschosses soll gewölbt, das des Daches mit Falzziegeln gedeckt... ....Ich bitte um die polizeiliche Baugenehmigung. Sachsa 23 Mai 1885  Müller.

1885, Stallgebäude für Frau Müller
("Villa Müller Bad Sachsa//Nebengebäude")
 (StABS XII.a.5)

Grundriss v. Erdgeschoss mit Pferdeställen und Kohlen-Stall
Grundriss v. I. Stockwerk mit Kutscherstube, Kammer, Holzstall und Wagen-Remise

Zum Baugesuche der Frau Lt. Müller. Hier. Moltkestr. No. 2.
"Anbau" bzw. "Veranda" in Richtung Moltkestrasse.
Der Zimmermeister Carl Heidecke jun. zeichnete mit Datum "Sachsa, den 10. Juni 1904".

ca. 1906/1907, Moltkestr. 2: Witwe Aug. Müller
1910, Moltkestr. 2: Frau Rittmeister Schreiber will die westliche Seite teilweise mit Brettern verkleiden (durch Zimmermeister Otto Heise)
>= 1913: Grundstück der Frau Ottilie Schreiber, geb. Müller
bisher Haus No. 2 (StABS 2.21.2) 
1913: offizielle Umnummerierung: jetzt Moltkestr. 4
1913: Frau Rittmeister Schreiber will das gesamte Haus größtenteils verkleiden mit "Bretterbehank und Cementputz"

>=1914, Moltkestr. 4: Fremdenpension der Else Susemihl, geb. Harlaß
1937: Pension Uhle

FOTO FOLGT

Einen Wintergarten der nicht alltäglichen Art entwirft der Maurermeister Otto Kaiser 1926
(ihm verdanken wir auch die vielen wunderbaren Villen auf dem Pfaffenberg)
auf dem ehemaligen Grundstück der Frau Lieutnant Müller, nun "Nachb. Krause":
"Zeichnung zum Bau einer Halle für die Versorgungskasse der Fr. Stadt Hamburg, Moltkestr. 3, hier."
1926

1938: Pension Hermann Kley
1949, Moltkestr. 4: Antrag auf Darlehnsbewilligung zum Ausbau von Wohnräumen des Fremdenheims Haus Kley
1952 Einwohnerbuch: Haus Kley, Frau Helene Kley

FOTO FOLGT

Kurz darauf, spätestens 1955, wird das Hirnverletztenheim Haus Vogel eröffnet.
So heißt es u.a. 1958: Erholungs- und Genesungsheime: Hirnverletzten-Kurheim, Inh. Gerh. Vogel.
Wegen Aufnahme direkt anfragen, 11 Zimmer, 35 Betten (sic!), Zimmer mit Fließwasser, Bad im Hause.
Nur für Mitglieder. (Prospekt 1958).

1992: R.+ H. Goldschmidt erwerben das Haupthaus.

MOLTKEstraße 5

>= 1913: Grundstück des Frl. Johanna [gestrichen "Witwe"]
bisher Haus No. 3 (StABS 2.21.2)

Moltkestrasse 7

(Eigentümergemeinschaft Parkstr. 2, Scan erhalten im August 2023)

MOLTKEstraße 8


 Privatpension Haus BERGMANN
5 Min. vom Hallenbad und beheiztem Freibad

"Die Pension ist sehr nett, WC u. ... abtrocknen im Zimmer ... Das Haus liegt hoch, die Steigungen sind anstrengend, aber langsam zu schaffen. Heute 2 1/2 Std. Rundgang durch den Ort mit Kaffeepause!.."

"5 Min. vom Hallenbad und beheiztem Freibad"
(1980, AK rs+vs: Slg. R. Boehm 6208)

PARKstraße

Villa Lieberoth-Leden

später
Villa Dorothee

Diese Ansichtskarte wurde mit Poststempel vom 21.08.1903 an "Frau Oberstleutnant Schneider / Sondershausen / Possenchaussee" versendet. Eine gleiche Karte wurde im Folgejahr an "Ihrer hochwohlgeboren Frau Oberleutnant von Schlegell / Engers am Rhein" (Anm.: in Engers war eine "Kriegsschule", Hauptmann von Schlegell" wird vom 20.10.1916 bis 28.10.1916 als Führer des "Stab I" des "IR 68/Rangliste I. Bataillon" genannt)

 

Villa Dorothee

(ca. 1922; Fotos: Georg Schade/Slg. R. Boehm) 

Villa Dorothee
(1922; Foto: Georg Schade/Slg. R. Boehm)

Es gibt eine einfache Wahrheit: Wenn Sie an das glauben, was Sie tun, können Sie Großes erreichen. Das ist der Grund, warum Ihnen bei der Erreichung Ihres Zieles helfen möchten.

ROONstraße

Die Roonstraße erschließt einen Teil der Grundstücke von der Bismarckstraße hochwärts zum Brand. Zur Zeit dieser Aufnahme  1906 (oder kurz davor) sind noch viele Baulücken erkennbar; linksseitig bzw. östlich bildeten die heutigen Bismarckstraße 26 und die heutigen Roonstraße 2 + 3 eine Einheit für den Grund der damaligen Villa Gudden; rechtsseitig bzw. westlich steht hinter der heutigen Roonstraße 15 (Villa Waldruh) die Villa des Verlegers Hermann Haacke, welche um 1980 einer großen Wohnanlage weichen sollte (Roonstraße 14 a,b und c).
Links ist hinter der heutigen Bismarckstraße 26 noch die Bismarckstraße 25 zu erkennen.


Villa Gudden

Roonstraße 3

FREMDENHEIM Bergschlößchen, Geschwister Haasdorf, Roonstraße 3, Aufgang Bismarckstraße 

(in Bearbeitung: Flyer um 1960, Seite 1 + 4)

In Bearbeitung

FREMDENHEIM Bergschlößchen, Geschwister Haasdorf, Roonstraße 3, Aufgang Bismarckstraße 

(in Bearbeitung: Flyer um 1960, Seite 2 + 3)

In Bearbeitung 


Haus Doris                     HELFEN SIE UNS ! Bitte !

Roonstraße 10                       Wer hat wann durch wen dieses Haus erbauen lassen und genutzt ?????

Diese Villa ist nur wenig in Erscheinung getreten. Bisher sind weder Baujahr noch Baumeister noch Auftraggeber bekannt.

Unser ältester Hinweis ist diese Karte, die Johanna Kresler 1919 in Bad Sachsa nach Berlin an ihren Schwiegersohn Konsistorialrat Neumann schreibt. Aus dieser Korrespondenz habe ich weitere Belege bis zum Juli 1922,

Vermutlich erzählt dieses Grabmal einen Teil der Geschichte dieser unseren Familie Kresler: Theodor Kresler, geb. 7. Mai 1844, gest. 11. April 1912
Johanna Kresler, geb. Korte, geb. 4. Februar 1855, gest. 4. Juni 1931

 

[Find a Grave, Datenbank und Bilder (https://de.findagrave.com/memorial/195937907/theodor-kresler: aufgerufen 03 September 2023), Gedenkstättenseite für Theodor Kresler (7 Mai 1844–11 Apr 1912), Gedenkstätten-ID bei Find a Grave 195937907, zitierend Kirchhof Jerusalem und Neue Kirche II, Kreuzberg, Friedrichshain-Kreuzberg, Berlin, Germany; Verwaltet von Frank K. (Mitwirkender 46941322).]

Haus Doris                     HELFEN SIE UNS ! Bitte !

Roonstraße 10                       Wer hat wann durch wen dieses Haus erbauen lassen und genutzt ?????

Quelle unbekannt.

A. Schröer schreibt 1955:
"Anbei unser Häusel, welches Sie an uns oft erinnern möchte. Liebe Grüße Ihre Anne. Schröer".
(AK, Slg. R. Boehm)

1958 wirbt Charlotte Fremke für ihr Haus Doris als Privatzimmervermieter für ihre "4 Zimmer, 6 Betten, Zimmer mit Fließwasser" (Prospekt 1958)

Roonstraße 12

Haus für Exellenz Generalleutnant Herrn von Wrochem aus Berlin in Bad Sachsa . 1913. Krieger, Roonstr.

Quelle unbekannt.

Ein weiterer Militär, in diesem Fall ein Generalleutnant, hat sich auf dem Brand ein bescheidenes Häuschen gebaut. Er entstammt dem oberschlesischen Uradelsgeschlecht von Wrochem. Da der Vorname bisher unbekannt, kommen z.B. in Frage:
Generalleutnant Hans von Wrochem (* 22.01.1853 in Breslau;  † 19.09.1914 in Danzig),
Generalleutnant Alfred von Wochem (* 1857;  † 1915)
Generalleutnant Johannes von Wrochem (*; †)

Roonstr. 12: Haus Berlin

(o.J., wohl 1960er Jahre, "Hajü La", Facebook 06.11.2018)

rs bezeichnet "Haus Berlin" und fälschlich "Roonstr. 11"
(o.J., 1970er Jahre, AK: Slg. R. Boehm 

Im Juni 2009 zum Verkauf angeboten:

Roonstr. 12 / Ecke Mittelstraße

28.11.2020, 3 Fotos: R. Boehm


Villa Heubach

< 1900: Brand 332
> 1900: Roonstraße 14
> ca. 1982 kommen hinzu Roonstraße 14 a, 14 b, 14 c.

Das im ausgehenden 19. Jahrhundert noch mit "Brand 332" bezeichnete Grundstück wurde anschließend mit Roonstraße 14 geführt. Der Kaufmann und Buchhändler Hermann Haacke (* um 1869,  †  17.09.1913 in Leipzig) war seit 1904 als Bürger in Bad Sachsa gemeldet (BSN, 18.09.1913). Umgehend eröffnete er am 01.10.1904 seine Verlagsbuchhandlung in der Roonstraße 14 (Gewerbesteuerrolle StABS), die er im Oktober 1912 nach Leipzig veräußerte (BSN, 18.09.1913). Zwischenzeitlich nahm er rege am gesellschaftlichen Leben der Stadt teil u.a. als Stadtverordneter und Ratmann.
Ob er diese Villa erbauen ließ, ist zur Zeit wahrscheinlich, aber noch nicht gelegt.
Mitte der 1930er Jahre übernahm diese Villa die Familie Heubach, die für die Briefmarkenwelt eine feste Größe werden sollte.
(1936, AK, Slg. R. Boehm 3554)

Signet

(1910, Briefumschlag, Slg. R. Boehm; darüber Briefkopf, StABS)

Da Hermann Haacke bereits 1913 in Leipzig verstorben war, wird dieser Briefkopf mit der Jahrzahl 1917 von seiner Witwe weiterbenutzt worden sein (?). 
Der Briefumschlag mit dem oben abgebildeten Signet trägt auch den gedruckten Absender "Hermann Haacke / Sachsa i. Harz / Roonstr. 14."

Eduard von Hartmann: Das Problem des Lebens, Bad Sachsa im Harz 1906

(1906, Buch: Slg. Ralph Boehm)

Mit Eduard von Hartmann verlegte Hermann Haacke außerordentlich erfolgreich einen Schriftsteller, der eine Philosophie des Individualismus schuf, die vor dem Hintergrund von Kants Theorien, christlicher Lehre und spiritualistischer Spekulation besagte, daß das Ich den Tod als körperlose Einheit überlebe." (N. Goodrich-Clarke, Wiesbaden 2004, S. 28). 
Auch heute noch darf in keiner bedeutenden philosophischen Bibliothek das erst in Leipzig, später in Bad Sachsa zwischen 1907 und 1909, verlegte folgende Standartwerk des Philosophen Eduard von Hartmann fehlen:
 

"System der Philosophie im Grundriß"
mit den folgenden Einzelbänden
(z.T. auch heute im Nachdruck erhältlich): 


  • Grundriß der Erkenntnislehre
  • Grundriß der Naturphilosophie
  • Grundriß der Psychologie
  • Grundriß der Metaphysik
  • Grundriß der Axiologie oder Wertwägungslehre
  • Grundriß der ethischen Prinzipienlehre
  • Grundriß der Religionsphilosophie
  • Grundriß der Ästhetik

"Karl Robert Eduard Hartmann, seit 1862 von Hartmann (* 23.02.1842 in Berlin, 

† 05.06.1906 in Groß-Lichterfelde) war ein deutscher Philosoph.

 Er gilt auch als „der Philosoph des Unbewussten“. Von Hartmann versuchte in seinem Werk Philosophie des Unbewussten zwei verschiedene Denkweisen (Rationalismus und Irrationalismus) zusammenzuführen, indem er die zentrale Rolle des Umbewussten betonte.

Sein Werk hatte Einfluss auf Tiepenpsychologen wie Sigmund Freund und Carl Gustav Jung..."
(WIKIPEDIA, 14.03.2022)


Weitere wichtige in Bad Sachsa durch Hermann Haacke verlegte Bücher sind:

  • 1905, Hartmann: Das Christentum des neuen Testaments
  • 1906, Hartmann: Das Problem des Lebens. Biologische Studien
  • 1907, Hartmann: Die Religion des Geistes
  • 1909, Hartmann: Die Weltanschauung der modernen Physik
  • 1910, Hartmann: Über die dialektische Methode. Historisch-kritische Untersuchungen
  • 1910, Hartmann: Neukantianismus, Schopenhauerianismus und Hegelianismus in ihrer Stellung zu den philosophischen Aufgaben der Gegenwart...
  • 1905, Herbert Spencer: Die Erziezung
  • 1910, Rudolf Eucken: Die Philosophie des Thomas von Aquino und die Kultur der Neuzeit

Die Villa Heubach verdankt ihrem Namen allerdings der Familie des Kaufmanns Friedrich Abraham Heubach (*1871), die wohl 1919 aus Sonneberg/Thüringen nach Bad Sachsa zugezogen ist.
Die Tochter aus der Ehe mit Frieda, geb Vogel, Helene (Leni) heiratete 1927 den in Steina 1898 geborenen Kaufmann und SS-Führer Willi Boesecke, der im selben Jahr in die Villa Heubach mit einzieht. Bereits 1922 hatten die Gebrüder Willi und Karl Boesecke, Besitzer der Zigarren- und Tabakfabrik Steina, das bisher von Frau Emilie Wiedemann in der Marktstr. 56 betriebene Zigarren-Spezialgeschäft übernommen (BSN 09.02.1922).
Im Juli 1932 bezeichnet Willi Boesecke sich selbst als Nationalsozialist ("Nazi"), der seit 1921 mehr als 50 Reden Hitlers gehört habe (BSN, 30.07.1932). Das NSDAP-Mitglied , Eintritt 01.02.1933, wird im selben Jahr 1. Vorsitzender des Harzklub-Zweigvereins Bad Sachsa (Festschrift 100 Jahre Harzklub-Zweigverein Bad Sachsa 1887-1987, S. 25), zugleich Mitglied des neu geschaffenen, dreiköpfigen Kurdirektoriums (BSN, 04.07.1933), SS-Mitglied und im November 1933 SS-Ortsgruppenführer (BSN 04.11.1933). In 1934 gilt er wegen Steuerhinterziehung als Vorbestraft (StABS I,5,12a, Bl. 77 + 78), was seinem "Aufstieg" keinen Abbruch tut. Denn bereits im Oktober 1934 wird er SS-Oberscharführer und Führer des SS-Sturms 7/67. Auch weitere Verfahren und Verurteilungen wegen Steuerhinterziehung halten ihn nicht auf; er wird 1939 Ministeralreferent im Dienst des Deutschen Reiches und als solcher von der Regierung des Generalgouvernements übernommen (vermutlich seit 1941) und zuletzt noch am 20.4.1945 zum Major der Waffen-SS befördert (StABS). Nach Kriegsgefangenschaft wird Willi Boesecke u.a. Vorsitzender des Gesangvereins "Liedertafel" und des "Harzklubs" (Ehrenmitglied); er verzieht in die Hohe Bergstraße.
 

Ein Sohn  des Kaufmanns Friedrich Abraham Heubach aus der Ehe mit Frieda, geb Vogel,  Friedrich (Fritz) Heubach besteht an hiesigem Pädagogium seine Abschlussprüfung und war in der Folge 1930 Mitinhaber des "Fotohaus Gundlach" (Schützenstr. 5). Von der Wehrmacht kommend zieht er bereits im Juni 1945 wieder nach Bad Sachsa und beschäftigt sich mit dem Handeln von Briefmarken:

Briefmarken-Rundsendeverkehr "Harzer Ring", Fr. Heubach

(1947, Ganzsache: Slg. R. Boehm)

Bereits 1946 eröffnete Fr. Heubach seinen "Harzer Ring", einen "Briefmarken-Rundsendeverkehr", für den heimischen Markt:

"GLOBUS"

(1947, Ganzsache: Slg. R. Boehm)

Bereits 1947 war Fr. Heubach der heimische Markt zu klein geworden und er richtete sein Angebot als "INTERNATIONALE KORRESPONDENZ- UND TAUSCH-VEREINIGUNG "GLOBUS"" aus der "Brit. Zone" heraus an das Europäische Ausland, hier z.B. an Kundschaft in Dänemark.

Erste Deutsche
Briefmarken-Lotterie
(20b) Bad Sachsa
Roonstaße 14
Fernruf 293

"MUSTERLOS", den 15. April 1949

(1949, Los, vs. : Slg. R. Boehm)

 Erste Deutsche Briefmarken-Lotterie

(1949, Brief: Slg. R. Boehm)

Zu dieser "Erste Deutsche Briefmarken-Lotterie" haben wir bisher keine weiteren Informationen finden können! 
Helfen Sie uns bitte!

 

"MUSTERLOS", den 15. April 1949

(1949, Los, rs. : Slg. R. Boehm) 

Das Schicksal der Villa Heubach

"Entstehen zwanzig Wohnein-heiten an der Roonstraße?

(17.09.1979, Bad Sachsaer Nachrichten)

In den ausgehenden 1970er Jahren hätte es auch im beschaulichen, durch Villen geprägten Teil Bad Sachsas doch noch eine weitere Bausünde geben können, bei der lediglich die mit "X" gekennzeichnete Villa Heubach hätte stehen bleiben sollen, um als Gemeinschaftseinrichtung für zwanzig Wohneinheiten dieses durch den Sachsaer Architekten Hansjochen Rößler im Auftrag geplanten Wohnparks zu dienen!

Ironie des Schicksals - es kam anders:
Abgerissen wurde nach Jahren des Leerstandes ausgerechnet die Villa Heubach - sie hatte Platz zu machen für zwei Wohnanlagen mit sehr vielen Miet- und Eigentumswohnungen, die seit 1982 mit Roonstraße 14a, 14b und 14c sowie seit Mitte der 1990er Jahre mit Roonstraße 14 bezeichnet werden.

WALDstraße

Villa Waldfrieden

Waldstraße 3 (erbaut 1903)

Zur Frühzeit dieser Villa ist bisher wenig bekannt. Das Baujahr 1903 wird in einer Verkaufsanzeige (27.02.2019) angegeben mit 1903.
Dem Fernsprechbuch von 1935/1936 ist zu entnehmen: "G. Holland. Direktor. 335."
1963/1964 haben es Ruth und Otto Lausmann erworben und als "Pension Waldfrieden" bis 1983 geführt. Zum Jahreswechsel dann Verkauf an Herrn Bischoff (ehedem Café Wendt). Friedrich Bischoff wirbt im Urlaubsjournal 1984/85  für seine Hotelpension Waldfrieden.
Kurz darauf, nach circa 2 Jahren, wird die Villa weiterverkauft und der Inhaber ist für wiederum ca. 2 Jahre Walter Hupe.
Über viele Jahre waren seit dem Lutz-Werner und Heike Lohoff Eigentümer und Betreiber.

                   Familie Lausmann (1968, AK. Slg. R. Boehm)

"1967: Bes.: Bärbel Lausmann"

Schon seit 21 Jahren besuchen die Mitglieder der Hamburger Turnerschaft von 1816 - Abteilung Ski - zum Wintersport Bad Sachsa. Seit vier Jahren steuert man regelmäßig das Hotel-Café "Waldfrieden" an, wo man sich wohlfühlt... (01.02.1984, Harz Kurier)

Hotel-Restaurant "Waldfrieden" unter neuer Leitung

 Das bekannte und renommierte Hotel-Restaurant "Waldfrieden" ... steht seit Samstag, 5. Dezember [1987], unter der bewährten Leitung von Gastronom Walter Hupe... nach völliger Renovierung...
Die Küche steht unter Leitung von Frau H. Weißkopf und bietet von der Diätkost bis zu Harzer Spezialitäten alles, was das Herz eines Gourmets höher schlagen läßt. (Dezember 1987, Harz Kurier). 1989 gerät der Besitz in die Versteigerung (April 1989, Harz Kurier).

Im Internet sind diese Fotos u.a. in 2011 ff/2017 eingestellt.

Adventsstimmung


(Foto: Ralf Engel, 12.07.2020 auf Facebook)

In 2023-2025 wird das "Waldfrieden" zum Verkauf angeboten:

Und wieder verschwindet eine originale Fassade hinter Wärmedämmung (Fotos 24.10.2025, Ralph Boehm)


Waldstraße 16b

HAUS ROSENECK
Bad Sachsa, Tel. (55 23) 548 - Waldstr. 16b
Bes. M. Wiegleb
Ruhige Lage am Wald - Garten - Terrassen
Fl. kalt. u. warm. Wasser - Zentralheizung
(ca. 1970, AK: Slg. R Boehm 2080)

SCHMELZTeich

Bereits 1575 erwähnt

(weit älter als der Pferdeteich)

"Er ist kein natürlicher entstandener Teich, sondern ein Stauhweiher, der an der Stirnwand mehr als 3 m Wassertiefe hat und sich nach dem gegenüberliegenden Ufer allmählich abflacht. Woher der Name Schmelzteich stammt, steht nicht mit Sicherheit fest, wird aber wohl dadurch entstanden sein, daß in seiner unmittelbaren Nähe einst eine Erzschmelze stand [Anm.: vmtl. Gelpkes Mühle]
Im Jare 1819 und 1820 brach der Damm des Schmelzteiches dergestalt, daß das Striegelhaus und der Schacht ganz neu angefertigt werden mußten. Dieser Bau hat die Kämmereikasse über 300 Taler gekostet.
Im Dezember 1854 vor Weihnacht ging der Schnee mit Tauwind und Regen auf. Dadurch entstand eine solche Wasserflut, wie sich die älteren Leute einer solchen nicht zu erinnern wissen. Bei dem starken Gefälle, welches das Wasser vom Schmelzteiche ab durch die Stadt hat, ist an den Dämmen und Ufern ungeachtet aller sofort angewandten Sicherheitsmaßregeln ein bedeutender Schaden entstanden, mehrere Brücken sind fortgerissen und beschädigt. Der schon früher bei großen Wasser beschädigte Damm am sogenannten Ochsenplan [Anm.: Oberhalb des Bahndammes, nördlich der Bahnhofstraße] ist durchbrochen. Das Wasser hat sich ein anderes Bett gemacht und die am Sachsenstein gelegenen Wiesen mehrerer hiesiger Einwohner, besonders die der Braunschweiger Kammer, mit Kies überschwemmt. Es wird [bei] der gegenwärtig hierob schwebenden Gemeinschaftsteilung beabsichtigt, das Flußbett in seinem jetzigen Laufe beizubehalten, da der Schaden, welchen das Wasser in dem alten Flußbett in seinem jetzigen Laufe beizubehalten, da der Schaden, welchen das Wasser in dem alten Flußbette, den Äckern, Wiesen und der Chaussee angerichtet hat, bei weitem größer und stets wiederkehren wird, wohingegen das jetztige Bett, welches sich das Wasser gesucht hat, weit natürlicher und den Grundstücken wegen des geringen Gefälles bei weitem nicht so gefahrdrohend ist.
Auch wurde der Damm, welcher den wilden Fluß von dem Mühlgraben des Müllers Jacobs unterhalb der Stadt trennt, gänzlich fortgerissen. Die Wiederinstandsetzung aller dieser Schäden ist im Jahre 1855 mit einem großen Kostenaufwand erfolgt.
(Richard Hallbauer, Bd. III, S. 155/156)

Vor 1910 hatte der Schmelzteich noch nicht seine heutige Größe, denn der nach Nordwesten gelegene Teil war damals noch kein Teich, sondern ein Sumpf, die Geburtsstätte von großen Mückenschwärmen, mit allerlei Wasserpflanzen bestanden, in dem eine riesige Anzahl von Fröschen die Kurgäste störte. Wegen der unangenehmen Düfte, die dieser Fläche entstiegen, war der Aufenthalt an den Ufern des so schön gelegenen Teiches meist recht unangenehm.
(Richard Hallbauer, Bd. III, S. 156)

(ca. 1905, AK: Slg. R. Boehm)

Sanierung mit Privatkapital 

Am 5. Juli 1910 ließ der Kommerzienrat Friedrich Wilhelm Reinhardt (geb. 1844 in Sachsa, gest. 1920 in Leipzig), Ehrenbürger und großer Wohltäter unserer Stadt, mitteilen, daß er auf seine Kosten den Schmelzteich verlängern und durch Ausbaggerung verschönern wolle, eine Privat-Initiative, die ihn dann 12.000 Goldmark gekostet hat. Herr Reinhardt hat sich damit selbst ein Denkmal gesetzt.
"Etwa Mitte September begann Maurermeister Otto Kaiser (welcher auch für die schönsten Villen auf dem Pfaffenberg verantwortlich zeichnete) mit der Ausführung des Reinhardt-schen Projekts. Die Ausführung scheint aber auf erhebliche Schwierig-keiten gestoßen zu sein, da sich die Tausenden von ausgehobenen Kubik-metern von Schlamm und Erde nicht ohne weiteres an den Ufern unterbrin-gen ließen. Aus den Magistratsakten ist nicht zu ersehen, wann die Ver-größerung des Schmelzteiches um etwa 4.500 Quadratmeter zu Ende geführt wurde, anscheinend 1913."

(ca. 1940, AK: Slg. R. Boehm)


"Der Teich ist etwa 320 Meter lang, 130 Meter breit und hat eine Fläche von 7 Hektar. Er wird von Zuflüssen aus dem Massiv des Ravensbergs überwiegend zur Zeit der  Schnee-schmelze gespeist. Noch heute ist er Teil des Hochwasserschutzes. Der Staudamm des Schmelzteiches ist rund 130 Meter lang und etwas mehr als fünf Meter hoch. [https://www.harzlife.de/teiche/schmelzteich.html].

Ein Wehr auf der Dammmitte regelt den Wasserabfluss über eine kleine Kaskade in den historischen Teil des Kurparks. Auf dem Teichdamm sowie an vielen Uferabschnitten stehen zahlreiche Relax- und Parkbänke. Im Zuge der Umgestaltung des Kur-parkes zum Vitalpark wurde am Hauptzufluss eine kleine Insel für Wasservögel angelegt (Hauptgrund für die Schaffung der Vogelinsel war allerdings Geldknappheit, denn man hätte nur für teuer Geld den Aushub anderweitig hätte entsorgen können).

Große Schmelzteichbeleuchtung (Bad Sachsaer Nachrichten 10. August 1933)

"Einen feenhaften Anblick bietet der Schmelzteich an den Abenden, an denen seine Ufer einschließlich des Bootshauses von ungezählten elektrischen Glühbirnen beleuchtet sind, deren Schein sich im Wasser spiegelt. Ungezählte Einwohner, Kurgäste und Besucher aus der Nähe und Ferne kommen zu diesen Schmelzteichbeleuchtungen, mit denen Konzert, ein großes Feuerwerk und bengalische Beleuchtung der Darbietungen mit dem Bewuststein, etwas sehr Schönes erlebt zu haben. Die Anregung zur Beleuchtung des Schmelzteiches gab 1930 der Verwaltungsinspektor Fischer, der Leiter der städtischen Elektrizitäts= und Wasserwerkes." (Dietz, 75 Jahre Kurort, 1939, S. 15)

Schmelzteich mit Bootshaus; in den 1920er Jahren

"Das schönste Stück Landschaft im schönen Bad Sachsa" wird bereits 1550 erwähnt und gehört zu den ältesten Talsperren im Harz. (Günter König: Bad Sachsa – Vom Bauernstädchen zum Kurort. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 1988, S. 57). 

Bootshaus, 1921

1903 wurde auf dem Schmelzteich-damm ein mit Schilf gedecktes Birkenhäuschen als Bootsstation erbaut, welches 1924 erneuert werden mußte. Wegen Baufälligkeit wurde dieses 1956 abgebrochen zugleich erhielt der Damm eine neue Betonmauer, während ein neues Boots-Haus in der Bismarckstrasse seinen Platz erhielt.

Titel

Neue Attraktion im Schmelzteich

Bad Sachsa.                                            Der hintere Schmelzteich wurde ausgebaggert, um ihn wieder für Boote befahrbar zu machen. Mit dem Material wurde eine Insel aufge-schüttet. (Florian Renneberg auf Harz Kurier online, 27.09.2013)

In den 1930er Jahren

(4 Fotos, Slg. Erika Asche)

Zu dieser Zeit läuft das Wasser über die Wiese

Vmtl. Erika Asche

Der Überlauf des Schmelzteiches wird neu gestaltet

(FOTO STRUTTMAN, BSN 16.04.1970).

IN ARBEIT



Die armen Schwäne - die frieren doch!

(Fotos: Horst Möller, 08.02.2012 + 25.02.2012)

"Schwanengesang"

Autor "Rübezahl" meint dazu (BSN, 10.01.1961):

"...Nun kommen - aus Bad Lauterberg - die Fachleute und behaupten, daß es fast unmöglich sei, einen Schwan in seinem Winterquartier...heil über die winterlichen Runden zu bringen..."

Betr.: Winterquartier für 3 Schwäne

Die Kurverwaltung teilt mit, daß die 3 Schwäne Herrn Willy Klapproth, ..., für die Wintermonate in Obhut gebracht wurden. die Betreuung soll vom 1. Dez. 1971 bis Ende März bzw. April, je nach Wetterlage, gelten. Herr Klapproth wurde seit Jahren mit dieser Aufgabe betraut... Als Entgelt verlangt Herr Klapproth 150,-- DM pro Monat und Wasser, Stroh und Betreuung. Dazu muß die Kurverwaltung für die Dauer der Unterbringung auch 2 Säcke Mais zur Verfügung stellen.


Uns scheint der Betrag sehr hoch und bitten daher zu überlegen, ob eventuell ein eigenes Schwanenhaus gebaut werden könnte.
 ... Hinter dem Trafowerk an der Uffe im Kurpark (Reichsbundheim) böte sich eine Möglichkeit. Die Betreuung der Schwäne läge dann in Händen der Kurparkarbeiter.
Eine Entscheidung wäre jetzt schon zu empfehlen, da keine großen Umbauten und Kosten erforderlich seien.
KURVERWALTUNG BAD SACHSA
K. Fronzschek, Kurdirektor
(10.12.1971, Brief an die Stadtverwaltung, StABS ohne Nr.)

Es brauchte dann aber doch noch 10 Jahre, bis durch "Karlchens Meinung" eine entscheidende Wendung herbeigeführt werden konnte. (11.12.1981, Bad Sachsaer Echo). 

Am 26. Februar 1982, konnte "Karlchen" dann vermelden:
"Einiges hat sich seit dem letzten aktuellen Echo gereignet.
Der Schmelzteich bekommt ein Schwanenhaus!
Mein Dank an den Kur- und Verkehrsverein mit seinem Vorsitzenden Heinz Korthals. Der Kur- und Verkehrsverein stellt die finanziellen Mittel zur Verfügung. Auf Heinz Korthals und seine Mannen ist eben Verlaß, wenn es um die Verschönerung unseres Kurortes geht. Ja, und dann ein herzliches DANKESCHÖN an die extra zu diesem Zweck gegründeten Arbeitsgemeinschaft einiger Jungen aus den oberen Klassen des Pädagogiums mit ihrem Erzieher Manfred Stosberg an der Spitze, Manfred Stosberg fertigte die Zeichnung an, und dann geht es den Bau des Hauses...
Einen Glückwunsch an den neuen Vorstand der Werbegemeinschaft Bad Sachsa... GLÜCK AUF dem neuen Vorstand mit Dieter Seidelmann an der Spitze, gefolgt von Dietrich Killig, Arnulf Eisnach, Wilhelm Klingebiel, Rita Kaul und Jürgen Jödecke...
Tschüß, bis zum nächsten aktuellen Echo. Euer Karlchen
(26.02.1982, Bad Sachsaer Echo)

(09.04.2007 ca., Foto, Ausschnitt: Horst Möller)

(20.03.2007, Foto: Horst Möller)
(Unten: Foto: Daniel Quade, auf Facebook 25.05.2021)

(Foto, Christoph Braatz, auf Facebook 10.10.2024) 

Die neue Seebühne

(11.09.2024, Harz Kurier)

Für die Gäste des Hotels "Romantischer Winkel" gibt es eine neue Attraktion
( Fotos: Bürgermeister Daniel Quade auf Facebook, 20.08.2024)

vlnr.: Andreas Emhardt, Josef Oelkers (Romantischer Winkel), Daniel Quade (Bürgermeister), Gunnar Wolter ("Wir für Bad Sachsa"), davor Karen Ruppelt (GLC).

(18.02.2025 auf Facebook, Foto: Brigitte Borchert)

(01.05.2025 auf Facebook, Foto Ralf Engel)

(05.01.2025 auf Facebook, Foto: Brigitte Borchert)