Der Ravensberg und seine Kugeln
Geht es dem Ravensberg gut,
so geht es Bad Sachsa gut
(und auch der Umgebung) !!!
So wichtig die Erschließung des Ravensberges vor rund 175 Jahren für den Tourismus war, so wichtig ist sie heute!
Der Ravensberg ist die Stellschraube für die hiesige Infrastruktur!
Deshalb habe ich mich seit rund dem Jahr 2000 für den Ankauf durch die Stadt Bad Sachsa des bis dahin im Privatbesitz befindlichen Ravensberges eingesetzt mit dem Spruch:
"Der Ravensberg ist der einzige Berg im Harz, auf den man bis oben hin fahren kann!
und von dort den Brocken, den Inselsberg, den Kyffhäuser sehen kann -
bei gutem Wetter reicht die Sicht bis nach Kassel und Göttingen.
In 2009 stand die Mehrheit für den Ankauf im Stadtrat und die Stadt Bad Sachsa konnte den Berg käuflich erwerben. (Ralph Boehm)
Harz Kurier
16.12.2021 (oben)
17.12.2021 (links)
18.12.2024 (unten)
Der Vertrag ist unterzeichnet: Um Tourismus auf dem Ravensberg möglich zu machen, gibt der Landkreis einen Millionenbetrag aus.
BGM Quade und Landrat Marcel Riethig im Sitzungssaal des Rathauses Bad Sachsa
mit Martin Weigel (GLC) und Herrn Stahl (RAVENSBERG VIEW)
(Facebook 18.12.2024)
Die Verträge sind unterzeichnet, die Hände geschüttelt und der Deal steht: Um den Ravensberg touristisch erschließen zu können, macht der Landkreis Göttingen eine Millionensumme locker. Am Montagabend, 16. Dezember, unterzeichnen Landrat Marcel Riethig (SPD) und Bürgermeister der Stadt Bad Sachsa Daniel Quade (FDP) gemeinsam die Papiere. Auch anwesend sind Professor Martin Weigel, Vorstand der GLC Glücksburg Consulting AG und Tim Staab, Geschäftsführer der Ravensberg View GmbH.
Um 1,85 Millionen Euro geht es an dem Abend im historischen Sitzungsaal des Bad Sachsaar Rathauses. Diese sind nötig. Denn: Der Ravensberg soll zu einem Leuchtturmprojekt für den Landkreis Göttingen in Sachsen Tourismus werden. Und das geht nur, wenn dort die richtigen Voraussetzungen geschaffen werden. Voraussetzungen, bei denen der Landkreis eben tatkräftig finanziell unterstützen möchte. Vor allem geht es um den Bau von Strom- und Wasserleitungen sowie nachhaltige Maßnahmen im Bereich Energieversorgung.
Landrat Marcel Riehtig:
Es gibt kein vergleichbares Projekt zum Ravensberg
Landrat Marcel Riethig erklärt, dass ihn das Thema schon seit seiner Vorbereitung auf die eigene Wahlkampagne verfolge. Aus anderen Kommunen habe er durchaus auch Kritik gehört, warum es ähnliche Förderung nicht auch für andere Kommunen gebe. Doch für Riethig ist klar: „Es gibt kein vergleichbares Projekt im Landkreis.“ Der Ravensberg sei eine außergewöhnliche Möglichkeit, in der er viel Potenzial sehe.
Er erklärt: „Wenn Touristen auf den Ravensberg kommen, gehen sie auch ins Modehaus Rudolphi nach Bad Lauterberg oder in die Einhornhöhle.“ Er möchte also, dass der Berg bei Bad Sachsa zu einem Anziehungspunkt wird, der sich auch anderweitig positiv auf den Südharz und Landkreis Göttingen auswirkt.
Förderung für Ravensberg: Wichtiger Moment für Bad Sachsa
Bürgermeister Quade hält die Vertragsunterzeichnung für einen wichtigen Moment für seine Stadt. Stolz erklärt er: „Es haben schon viele andere vor uns versucht.“ Bereits 2009 hat die Stadt Bad Sachsa den Ravensberg erworben. Noch weit vor der Amtszeit Quades, der erst seit 2020 Bürgemeister der Stadt Bad Sachsa ist. Zur Sicherstellung touristischer Ziele, erklärt der Bürgermeister. „Das war der Startschuss, um an den Punkt zu kommen, an dem wir heute sitzen“, befindet Quade.
2016 habe es bereits einen Bebauungsplan gegeben. Schon seitdem sei versucht worden, die Ravensberg-Spitze touristisch zu erschließen. Vier Jahre später - also 2020 - habe man in Bad Sachsa überparteilich angefangen, ein Konzept zu entwickeln, erklärt Quade. Es ginge darum: „Was wollen wir überhaupt?“ Jetzt, fünf Jahre später, scheint es, als sei es endlich so weit.
Millionenschwere Investition in Tourismus auf Ravensberg:
Das soll passieren
Denn nicht nur die Investition des Landkreises steht in den Startlöchern: Auf dem Ravensberg soll sich einiges verändern. Auch für den touristischen Ausbau sollen Investition von mehreren Millionen folgen - dann aber privat. Unter anderem soll ein „Naturdorf“ entstehen: Eine Siedlung von Tiny-Häusern. Luxuriös ausgestattet mit eigener Sauna, Solaranlage und bodentiefen Fenstern, um die Aussicht vom Ravensberg genießen zu können. Auch die Baude auf dem befahrbaren Berg im Südharz soll umfangreich erneuert werden. So soll Ferienwohnungsbetrieb, Gastronomie und ein Trausaal möglich gemacht werden. Mit den Tiny-Häusern könnten bis zu 75 Betten auf dem Ravensberg zur Verfügung stehen.
„Der Ravensberg ist ein Leuchtturmprojekt, an das wir glauben“, erklärt Martin Weigel, Vorstand der GLC Glücksburg Consulting AG, die schon heute den touristischen Betrieb auf dem Ravensberg verwaltet. Er weiß: So wie es jetzt ist, könne es nicht weitergehen. Die Zustände seien schlimm: „Das ist reine Selbstausbeutung.“ Deshalb setzt Weigelt auf Neuerung und möchte touristisch deutlich auffahren. Er schränkt aber ein: „Guter Tourismus muss naturnah sein.“
„Es soll gemütlich wirken und nicht überladen“, findet Tim Staab, Geschäftsführer der Ravensberg View GmbH. Das „Naturdorf“ solle - gemäß des Namens - auch möglich naturnah sein. Dieser Punkt sei ihm persönlich sehr wichtig. Denn: Staab sei selbst naturverbunden. Ein Beweggrund überhaupt geschäftlich um den Ravensberg aktiv zu werden. Über 100 Stempel kann sein Heftchen der Harzer Wandernadel schon vorweisen. Bei dem Weg auf den Ravensberg muss er damals aber sagen: „So ein schöner Ort und eigentlich so ein Schandfleck.“ Dies hofft er im Rahmen des Projektes zu ändern.
Aber schauen wir ein wenig zurück:
Der Ravensberg
(Für Gäste bewirtschaftet seit 1848)
(1898 postalisch gelaufen, Slg. R. Boehm A 41)
Dem Fremdenführer "Nordhausen und Umgegend, von Wilhelm Girschner (Nordhausen 1891, S. 112 ff) verdanken wir am ausgehenden 19. Jahrhundert eine weitere
treffliche Beschreibung:
"Die Krone der Umgebung Sachsa`s ist [...] der Ravensberg,
660m hoch, die höchste, meilenweit die Umgebung beherrschende
Erhebung am Südrande des Harzes, daher auch der kleine Brocken
gennant, und der besuchteste Punkt dieses Gebirgsteiles, denn
alljährlich wandern an 30 - 40.000 Touristen zu seinem Gipfel
hinauf, wo sich ihnen eine Aussicht bietet, welche an Schönheit
die vom Brocken weit übertrifft."
Ravensberg
(1845 - 1900)
"Ravenskopf", um 1860
(Verlag bei Ed. Brückner, Goslar)
Die Vermarktung des Ravensberges als touristisches Ziel geriet 1845 erstmals ins Zentrum der Überlegungen, nachdem der Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung erkannten, dass Sachsa dank seiner herrlichen landschaftlichen Umgebung und der sauberen Luft sich um Naturfreunde und auswärtige Gäste bemühen solle.
Zunächst blieb es auf dem Ravensberg beim Verkauf von Milch durch den Kuhhirten an Wanderer, bis 1854 der Gastwirt Kohlhaase ein erstes kleines Hotel errichtete, welches in den Folgejahren stetig erweitert wurde.
Platzhalter, 1890
(Slg. R. Boehm )
"Im Jahre 1845 war es, als einige Stadtewohner Sachsas, vor allem aber der damalige Bürgermeister Scheidel, dem Landwirt August Kohlhaase zuredeten hochoben auf dem Ravensberg ein Häuschen zu bauen, überhaupt den Gipfel des Berges zu einem Ausflugsort zu gestalten. Kohlhaase, der ob den damit verbundenen Schwierigkeiten nicht recht dazu zu bewegen war, zögerte langeZeit. Man liess ihm aber keine Ruhe. Schließlich stellte er an den Magistrat der Stadt Bad Sachsa einen Antrag, der drei Jahre später, also 1848, genehmigt wurde. Sofort ging Kohlhaase an die Arbeit
Platzhalter, 1891
(Slg. R. Boehm)
und schuf erst ein kleines Bretterhäuschen mit Bierausschank sowie frischer Kuhmilch. Erst kamen einige, dann mehrere Gäste; es sprach sich rund, dass dort oben ein schöner Ausflugsort sei mit einer fabelhaften Aussicht über das ganze Harzgebirge.... Mitlerweile erwies sich das Bretterhäuschen als zu klein, zu primitiv, und Kohlhaase stellte 1853 an den Magistrat einen Antrag zwecks Errichtung eines steinernen Hauses mit Turm, der bewilligt wurde...
...1866 erhielt das Gebäude die Hausnummer 242.." (W. Hesse: 100 Jahre Berghotel "Ravensberg" - Ein Stück Sachsaer Heimatgeschichte; in "Quer durch Bad Sachsa - Lokalbrief für Bad Sachsa"; 4.September 1948)
Qualität aus Nordhausen
Der Wirt des Ravensberges schreibt am Freitag, den 28. August 1885 diese Ansichtskarte
"An Herrn Böning, Conditor in Nordhausen",
die noch am selben Tage nachmittags zwischen 5 und 6 Uhr dort eintrifft und den Adressaten dann spätestens am Samstag , den 29.08.1885 erreicht haben wird.
Poststempel des Kaiserlichen Postamtes in "SACHSA"
(Ansichtskarte 1885, EBAY am 08.11.2023,
Subin Dinauer, Subins Postcard Shop)
L. P. (Lieber Paul)
Ersuche Sie hiermit freundlichst
eine Nußtorte für 2-3. Mark
nach hier zu senden und
zwar so, daß dieselbe Sonnabend
Abend 5 Uhr von dort nach hier
abgeht, damit wir dieselbe
Sonntag früh haben.
Mit Gruß
H. Gaensehals
Qualität aus Nordhausen
Der "Papa" schreibt diesen Bericht von seinem Kurzausflug 1886.
Poststempel der "Post- u. Telegraphen-Station
auf dem "RAVENSBERG (HARZ)".
(Ansichtskarte 1886, EBAY am 08.11.2023,
Ilona Beyer, AK-Center)
Nach glücklicher Eisenbahn=
fahrt bis xxx Tettenborn
habe ich über Bad
Saxa, Katzenstein den
schönen Aussichtspunkt
Ravenskopf
"Hôtel Ravensberg
Inh: Hermann Gaensehals."
Die höchste Erhebung im Südharz entwickelt sich
zu einem Besuchermagnet
(<1900, Foto, Slg. R. Boehm)
Auch der Männer-Gesang-Verein Teichhütte bei Bad-Grund i. Harz
erklimmt mit ca. 40 Sangesbrüdern (und -schwestern) den Gipfel
Hôtel Ravensberg Gruss aus dem Harz (1902, Slg. R. Boehm 47)
1887 übernahm das Gasthaus Hermann Gaensehals und führte es in eine gute Zukunft; nach einem Gastspiel von Oskar Richter übernahm1938 Fritz und Hannelore Kühn
Blick Richtung Osten
(1951, Urlaubsfoto, Slg. R. Boehm)
Der Ausblick von hieroben, besonders von dem Aussichtsturme des Hotels ist einer der schönsten des ganzen Gebirges. Die ganze weite Gegend von der hannöverschen Ebene und den westphälischen und hessischen Gebirgen bis in die Niederungen der Saale bei Halle, vom Brocken bis zum Inselsberge liegt vor dem entzückten Beschauer. Im Süden legt sich eine Fülle von Hügeln und Waldungen, aus denen zahllose Ortschaften hervorblicken, an den Fuß der Harzberg, während sich im Norden Bergkuppen an Bergkuppe reiht, gekrönt von dem sie alle überragenden majästetischen Brocken.... Außerdem bietet sich auf einigen Punkten der Hochfläche, die deshalb mit Ruhesitzen versehen sind, eine Ergänzung des Gesammtpanorama`s vom Turme aus, nämlich auf dem Marschallsplatze, unmittelbar hinter dem Hotel nach Nordosten zu (Brocken, Achtermannshöhe, Stöberhai); auf dem DREIGESTIRN zu DEUTSCHLANDS HEIL, mit eiserner Gedenktafel zur Errinerung an Bismarck, Moltke und Roon; westlich vom Platze vor dem Hotel (Wiesenbeker Teich, Odertal, Kuckanstal), wo zugleich der Wunsch des Reisenden das ECHO des Tales durch einen Böllerschuß geweckt wird; auf FRITZENS RUHE, weiter westlich am Abhange des Berges, (ziemlich dieselbe Aussicht wie DREIGESTIRN); auf der WILHELMSHÖHE, weiter in derselben Richtung an den Tannen entlang, von da links, geschmückt mit einem gußeisernen Kreuze (Sachsa und die Vorberge). Unter dem letzten Punkte liegt die interessante Wald- und Felspartie RAVENSKELLE.
Fremdenführer "Nordhausen und Umgegend", von Wilhelm Girschner (Nordhausen 1891, S. 112 ff)
Blick Richtung Westen
(1956 ca, Urlaubsfoto, Slg. R. Boehm)
Ein anderer Führer beschreibt es so:
Das Panorama ist meistens sehr schön, da die Aussicht nicht so dem Wechsel der Witterung ausgesetzt ist wie die des Brockens. Im W. das Odertal, Königshütte, Domäne Scharzfeld, der Scharzfels; am Scholm vorbei Schloß Herzberg, vor dem Gr. Knollen der Bimarckturm bei Lauterberg, im Hintergrund der Acker mit dem Aussichtsturm bei der Hanskühnenburg. - Im N. Sonnenberg und Rehberg, davor einzelne Häuser von St. Andreasberg; Achtermannshöhe; über dem Jagdkopf der Brocken, davor r. Stöberhai (mit Turm); im Hintergrund die Hohneklippen. Dann der Ebersberg und Hohegeiß.- Gegen O. die Berge des Zorgetals, weiter r. die Stollberger Gegend, der Kyffhäuser, r. davor Nordhausen, l. davor Ellrich (zwei Türme); dann r. Walkenried, Sachsenstein, Neuhof. Am Horizont der Possenturm, der Thüringer Wald. - Im S.: Vordergrund Tettenborn, die Umgebung von Sahsa Römerstein.- Im SW.: Porta Eichsfeldica, weiter das Ohmgebirke, Göttinger Wald und Habichtswald.
Nö. hinter dem Gasthaus der MARSCHALLPLATZ mit Blick auf den Brocken. Von der Terrasse wendet man sich r. zunächst zum DREIGESTIRN zu DEUTSCHLANDS HEIL 1866, 1870 und 1871, Blick nach dem Wiesenbeeker Teich und Odertal; hier hört man am besten das donnerähnliche ECHO des Böllerschusses.- Südl. weiter zu FRITZENS RUHE und nach 10 Min. zur Wilhelmshöhe, mit malerischem Blick auf (das vom Turm aus nicht sichtbare) Sachsa.
1953
"BEWIRTUNGS-QUITTUNG"
für eine Mitarbeiter-Feier der Städtischen Betriebswerke
auf dem "Hotel Berghof RAVENSBERG" (Bes. Fritz Kühn).
Damals war der Berg noch 670 ü . M., zwischenzeitlich "geschrumpft" auf 659 NHN
1921 50 Jahre 1971
Hotel Berghof Ravensberg Bad Sachsa
Familie Oskar Richter
Familie Fritz Kühn
erzählt von Hannelore Kühn
Aus Omas Erzählungen: Am 1. September 1921 übernahmen wir das Hotel auf dem Ravensberg. Oskar Richter, mein Großvater, stammte aus Leipzig und war durch den Krieg 1914/1918 so erkrankt, daß ihm das Klima im Harz empfohlen wurde...
... Der Fortschritt begann. Zu meinem größten Leidwesen wurde mein lieber alter Ravensberg von meinen Eltern, die inzwischen das Geschäft übernommen hatten, umgebaut. 1938 wurde Wasser vo der Quelle zum Hootel gelegt sowie eine Lichtversorgung geschaffen....
"
...Ein letzter großer Umbau fand im Jahre 1962 statt. Dem linken Flügel, der einzige noch altgebliebene Teil des Hauses, wurde ein neues Gesicht geschenkt. Sehr gepflegte Gasträume wurden erstellt und große Büffets eingebaut, moderne Maschinen angeschafft. Der 30 m lange Hotel-Flur massiv Eiche getäfelt die Fenster in den Hotelzimmern termopane verglast, ausgelegt und neu eingerichtet. Wieder standen uns die Firmen Gremm-Niemerg, Creutzberg-Paul zur Seite. Wer konnte uns in Bezug auf Einrichtung und Innenarchitektur besser beraten als "der große" und "der kleine" Wilhelm Wedler?...
...Als im Jahre 1962 zum Weihnachtsfest alles mit viel Mühe und Arbeit fertig war, die Maler ihr letztes Handwerkszeug abgeholt, die letzten Handwerker um 15 Uhr das Haus verlassen hatten und alle Vorbereitungen zum Weihnachtsfest getroffen waren, erscholl der erschreckende Ruf:
DER TURM BRENNT!
Fortsetzung siehe bitte weiter unten!
Straße zum Ravensberg (10.06.2021)
Das Waldsterben durch die Trockenheit und Schädlinge ist auch direkt an der Straße zum Ravensberg 2021 nicht zu übersehen; allerdings sind die Nachkommen bereits bestellt um kommen zu gegebener Zeit in die Erde.
Dem Fremdenführer "Nordhausen und Umgegend", von Wilhelm Girschner (Nordhausen 1891, S. 112 ff) verdanken wir auch folgende Beschreibung:
Der gewöhnliche Weg, zugleich der Fahrweg, geht über den Schweinsrücken, ein zweiter, der interessanteste von allen, durch das Kuckanstal, die anderen über den Mittelrück, durch das Katzental ... und durch das Ostertal.Neuerdings ist nicht nur ein interessanter, sondern auch ein noch näherer und bequemer Fußweg an gelegt und zu Pfingsten 1889 dem Verkehr übergeben. Im ersten Teile durch hohen Buchenwald führend, zieht er sich sodann an der Berglehne des Schweinsrückens entlang mit dem volen Blick in`s Katzental nach dem Ravenstale, wo er in der Talsohle bleibt, bis an eine bequem angelegte Serpentine, die alsbald zur Höhe hinaufführt. Ein mäßiger Fußgänger hat in 1 1/2 Stunde den Gipfel des Berges erreicht. Hier ladet ein überaus stattliches Hotel i seine gastlichen Räume. In diesem befindet sich sogar ein Post= und Telegraphenamt (siehe "Posthilfsstelle").
Posthilfsstelle / Ravensberg-Harz (1913, Slg. R. Boehm 423)
Bis vermutlich 1916 hatte der Ravensberg sogar eine Postagentur, die vermutlich dem Generalpostmeister Heinrich von Stephan ("Erfinder der Postkarte") zu verdanken ist, der neben beispielsweise Hermann Löns häufig den Ravensberg besuchte.
Posthülfstelle / Ravensberg-Harz. (1908, Slg. R. Boehm 416)
Dieser Zweizeilen-Stempel wurde zumindest zwischen 1905 und 1911 parallel zum Kreis- oder Brückenstempel verwendet.
.
Der Ravensberg mit dem neuen Denkmal.
Das "Königin Luise-Denkmal" (kurz "Luisen-Denkmal")
wurde 1932 eingeweiht; die feierliche Übernahme des Mahnmals durch den VDA fand am Sonntag vormittag in Anwesenheit des komm Landrats Pg. Keiser und des komm. Bürgermeisters unserer Stadt, Pg. König, statt.
Gegen 11 Uhr versammelten sich die Formationen der NSDAP und die Gruppe der VDA sowie die Frauen des aufgelösten Bundes KÖNIGIN LUISE auf der Kuppe des Berge. Die roten Sandsteinblöcke, die aufeinandergetürmt die Namen der durch das Diktat von Versailles vom Mutterlande losgerissenen Gebiete tragen, rufen uns die ernste Mahnung zu, daß des Reiches Einheit und Freiheit wiederhergestellt werden muß. (Persönliche Anmerkung von R. Boehm: diese Zeilen entspringen zeitgenössischen Zitaten und entsprechen nicht meiner Meinung)
Berghotel "Ravensberg" / O. Richter / Bad Sacha/Harz
"Erst ein Jahr nach dem Einzug der Besatzungsmächte, 1946, vergriff sich die parteipolitische Engstirnigkeit gewisser Sachsaer Bürger an dem wehrlosen Gestein."
(auch diese Zeilen entsprechen nicht meiner persönlichen Meinung! Ralph Boehm)
Auf der Rückseite dieser Ansichtskarte befindet sich dieser Firmen-Stempel.
(o.J., vmtl. 1932, AK vs + rs: Slg. R. Boehm 6340)
Der erste Urlaub mit dem ersten Auto mit dem ersten Kind... die 1950er
Ravensberg
(Mai/Juni 1955; Slg. R. Boehm)
Wirtschaftswunder: Auch in Bad Sachsa zeigt man/frau, was er/sie hat. Am Heiligabend brennt an einem eiskalten Wintertag das Hotel Ravensberg vollständig nieder und wird, leicht versetzt, wieder aufgebaut.
Kaminzimmer
(1955, AK: Slg. Boehm 6225)
Bergschänke
(1955, AK: Slg. Boehm 1726)
1955/1956
"Hotel Berghof Ravensberg
seit 1848
Der unvergleichliche Aussichtsberg, 670 m ü. M.
Gepflegtes Haus
Wintersport - Liegewiesen - Parkplatz
Besitzer Fritz Kühn, Tel. 245 Bad Sachsa/Harz
Gut essen - gut trinken - ruhig schlafen"
(links: AK rs: Slg. Boehm 1332
(daruinter: AK: Slg. Boehm 1331, 1332, 1333, 1334)
Zwischen diesen beiden Fotos liegen
Schrecken - Angst - Trauer - Neubeginn
DER TURM BRENNT!
Ein Feuer vernichtete nicht nur den Turm - sondern auch das direkt angebundenen Hotel Ravensberg
1962 - oder kurz davor.
(Foto: Slg. Ralph Boehm)
1964 - oder kurz danach.
(Foto: Slg. Ralph Boehm)
Hannelore Kühn erzählt weiter:
"Ein tosender Schneesturm brauste um den Berg. Knisternde Kälte ließ alles erstarren und der Sturm von Nordosten kommend, wirbelte das Feuer auf. Ein vollendetes Lebenswerk zerfiel in wenigen Stunden in Schutt und Asche.
Geblieben waren die Grundmauern, ein schwelendes Nichts, bald gleichmäßig vom Schnee verdeckt. Wo einst Leben, Licht und Frohsinn herrschte war Stille, Dunkelheit und Verzweiflung. Als die Kirchturmuhr die achtzehnte Stunde schlug, die Zeit, an der die Weihnachtsfeier beginnen sollte, standen wir obdachlos in Bad Sachsa. Unseren Hausgästen, die ebenfalls alles verloren hatten, halfen wir soweit es in unseren Kräften stand. Glücklicherweise war niemand zu Schaden gekommen..."
24.12.2024, 16:30 Uhr
(Foto: Slg. Ralph Boehm)
(die folgenden 6 Fotos: Gaby Sticklorat,
auf Facebook 29.09.2018)
(4 Fotos: Thomas Wegener, auf Facebook 24.06.2024)
Hannelore Kühn erzählt weiter:
"Wie ein Lauffeuer hatte sich die Nachricht verbreitet, daß das Hotel auf dem Ravensberg abgebrannt war. Die Feuerwehren hatten ihr möglichstes getan, in aufopferndem Einsatz versuchten sie zu helfen, aber gegen eine derartige Feuersbrunst kam kein Mensch an. Innige Teilnahme schlug uns von der gesamten Bevölkerung Bad Sachsas entgegen. Hilfbereitschaft und Unterstützung gaben uns Mut und die Kraft, den Wiederaufbau zu wagen.
Geblieben waren die Grundmauern, ein schwelendes Nichts, bald gleichmäßig vom Schnee verdeckt. Wo einst Leben, Licht und Frohsinn herrschte war Stille, Dunkelheit und Verzweiflung. Als die Kirchturmuhr die achtzehnte Stunde schlug, die Zeit, an der die Weihnachtsfeier beginnen sollte, standen wir obdachlos in Bad Sachsa. Unseren Hausgästen, die ebenfalls alles verloren hatten, halfen wir soweit es in unseren Kräften stand. Glücklicherweise war niemand zu Schaden gekommen...
1963 wurde mit der Planung und dem Wiederaufbau begonnen. Wiederum waren viele Schwierigkeiten zu überwinden und wieder waren treue Mitarbeiter an unserer Seite, die halfen, Gewesenes neu erstehen zu lassen. Erwähnen möchte ich da unseren Oberkellner Jochen Pichler, der inzwischen sein 10jähriges Jubiläum in unserem Hause begehen konnte, unseren treuen Hausmeister Richard Krebs, Willibald Grünert, Hans Schröder und Wolfgang Engel. Viele Unannehmlichkeiten mußten in Kauf genommen werden.
Es würde zu weit führen, die Gründe auszuführen, die verhinderten, den Neubau auf der abgebrannten Ruine zu erstellen....".
"Die größten Brände der Freiwilligen Feuerwehr Bad Sachsa"
Dieser Zusammenfassung der Freiwilligen Feuerwehr Bad Sachsa (www.ff-bad-sachsa-de, abgerufen 12.01.2016) ist zu entnehmen:
"Durch ein Großfeuer wurden Ende 1962 das Ravensberghotel vollständig vernichtet.
Da damals noch keine Wasserleitung auf den Ravensberg gelegt war, und die Sachsaer Wehr noch nicht über ein Tanklöschfahrzeug verfügte, konnte das Hotel leider nicht mehr gerettet werden. Auf Grund dieses Großbrandes beschaffte die Stadt Bad Sachsa im darauf folgenden Jahr ein neues Tanklöschfahrzeug des Typees TLF 16."
Ravensberg
Der Wiederaufbau ist durch Familie Kühn abgeschlossen;
zur Eröffnung am 11. u. 12. März 1964
konnten die Sachsaer endlich wieder auf ihren Berg zum Essen kommen
(natürlich waren auch Gäste herzlich willkommen!)
(Slg. R. Boehm)
u.a. wurden angeboten
"1/2 jg. Masthähnchen auf amerikanische Art" und "Kalbsteak auf russische Art".
Der Ravensberg und Familie Launert
Im November 1996 wurde die Familie Launert neuer Besitzer des Ravensberges und bleibt es bis etwa Februar 2009. IN ARBEIT
Herr Launert in seiner Werkstatt
(28.11.2006, Foto: Horst Möller)
Im bisherigen Andenkenstand (seit 1964) richtet sich der Besitzer Herr Launert eine Holzschnitzer-Werkstatt ein.
Die ehemalige sogenannte "Blitzbuche",
am Dreiherrenstein gelegen.
Blitzbuche
(Urlaubsfoto Winter 1931-32, Slg. R. Boehm)
Blitzbuche
Blitzbuche
Ravensberg
Die geologischen Besonderheiten
und die
Drusen
(Ravensberger Kugeln und Ravensberg-Kugeln)
Wie es begann...
(2016, Foto Wolfgang Buckmann)
Die Ideen-Auffangstation (S. Klapper, E. Gelpke, D. Schmidt W. Buckmann) griff die Idee der süßen Ravensberg-kugel des gebürtigen Sachsaers Herbert Lemmer auf und riefen, gemeinsam mit Hotelier Josef Oelkers, einen Wettbewerb aus.
Ein süßer Botschafter...
(13.01.2018, Harz Kurier )
Die von Esther Herr aus Steina kreierte siegreiche Gebäckkugel wurde erstmals auf dem hiesigen Weihnachtsmarkt präsentiert
Präsentation
(2018, Foto Wolfgang Buckmann)
Dorota Schmidt, Herbert Lemmer und Sabine Klapper präsentieren die Ravensberger Vulkankugeln auf dem "Markt der Nationen".
Die geologischen Besonderheiten
und die
Drusen
(Ravensberg-Kugel)
Der Ravensberg, Blick aus Westen (von Bad Lauterberg aus gesehen)
(1957, AK. Slg. R. Boehm)
Freie Sicht auf den erodierten Vulkankegel des Ravensberges
Halbe Ravensberg-Kugel
(Slg. R. Boehm )
"
Der Ravensberg, Blick aus Süd-Osten
(Slg. R. Boehm)
Freie Sicht auf den nach dem II. Weltkriege, aufgrund der Reparationsleistungen kahlgeschlagen, Ravensberg.
Dr. Volkmar Hering, Seelze
"ACHATE AUS DEM HARZ"
Die Lithophsenachate aus dem Raum Bad Sachsa - Walkenried
Ausführliche Erklärungen und Beispiele finden Sie auf dem Vulkanweg Kuckanstal
und im
NatUrzeitmuseum Bad Sachsa
"Neben den bisherigen Ausstellungsinhalten, die Wissenswertes und Interessantes über die Funktionsweise eines Vulkans und den Vulkanismus des Ravensberges (Ausstellung Feuerwelten), die Zeit des Zechsteinmeeres und ihrer Fossilien (Ausstellung Meereswelten) sowie die Enstehung der heutigen Landschaftsformen durch Eiszeit und Gipskarst (Ausstellung Geowelten) erzählen,
wird nun besonders der Ausstellungsteil zu den Wüstenwelten lebendig."
und insbesondere in den
ACHAT- und KRISTALL-WELTEN
Dauerleihgabe des Fördervereins Heimatmuseum Bad Sachsa e.V.
an das NatURzeit-Museum.
Aus den Sammlungen:
Silke + Rainer Kersting
Dr. Volkmar Hering
Marita Schwanert
und Kurt Leunig
Konzeption + Gestaltung: Ralph Boehm, 01. Juli 2023
Zwei weitere Mineralien-Kabinette
vorgestellt durch Dr. Volkmar Hering:
in: Unser Harz Nr. 11/2023:
"Harzer Schmucksteine des Herzoglichen Kunst- und Naturalienkabinetts Braunschweig
im 18. Jahrhundert", Teil 1, S. 211.
Beispiele aus der
Sammlung
Ralph Boehm
Vorderseite
Achat-Scheibe
Das Innenleben einer Kugel.
Achate kommen im Kuckanstal nur sehr selten vor!
Fundort: angeblich "Bad Sachsa - Kuckanstal"
ca. 7.5 cm
Rückseite
Drei Quarz-Adern treffen auf dieser linken Seite (ähnlich den Nähten eines Rugby-Balles) zusammen
Ravensberg-Kugel
Fundort: ehemalige Kiesgrube am Bahnhof
ca. 30.0 cm
Im Idealfall kann man bei diesen "Kugeln" sagen:
Nomen est omen!
Drei Quarz-Adern treffen auf dieser rechten Seite (ähnlich den Nähten eines Rugby-Balles) zusammen
Ravensberg-Kugel
Fundort: Kuckanstal
ca. 30.0 cm
Das Außenleben (links) und Innenleben (oben)
einer ansonsten verwitterten Kugel
Der Mond mag Pate gestanden haben...
Ravensberg-Kugel
Fundort: Kuckanstal
ca. 7 cm
Oberseite (links) und Innenseite (oben)
einer ansonsten verwitterten Ravensberg-Kugel.
Auf der Innenseite sind Reste eines kristalinen Kerns sichtbar.
Aussenansicht.
Zwei kleine Blasen hängen an der größeren Dritten
Ravensberg-Kugel
Fundort: Kuckanstal
ca. 110 cm
Das Innenleben kann spannend sein!
Innenansicht.
Zwei kleine Blasen hängen an der größeren Dritten
Ravensberg-Kugel
Fundort: Kuckanstal
ca. 12 cm
Diese "Mutter-Kugel" kommt ziemlich unspektualär daher...
Die Innenansicht allerdings überrascht mit Zwilingen im Mutterbauch!
Und es stellt sich, wie so häufig, die Frage nach der Machart:
Wie konnten diese Kugeln entstehen?
Zitat aus einer mir unbekannten Quelle:
KATZENKOPF
Der Ravensberg verdankt seine Entstehung einer Eruption, ist also vulkanischen Ursprung. Sein Gestein eignet sich infolge seiner vorzüglichen Festigkeit zu mancherlei Zwecken, besonders zu Steinmetzarbeiten. Was aber den Felsitporphyr
(Porphyre: magmatische Gesteine mit prophyrischem Gefüge, d.h. mit einzelnen größeren Kristallen als Einsprenglinge in einer dichten Grundmasse.)
vom Ravensberg besonders interessant macht, ist die Tatsache, daß er Quarze und Achate von seltener Farbe enthält.
So findet man Achate in roter, brauner und blauer Farbe, welch letztere unter den Namen "blaues Katzenauge" bekannt sind.
Wenn auch die bis jetzt gefundenen Achate infolge ihres teils verkieselten und zerstzten Zustandes kaum Bedeutung besitzen, so bilden sie doch Liebhaberstücke für den Gesteinssammler.
Mancher Ravensberg-Achat findet sich in den Wohnungen Sachsaer Familien.
Ravensberg-Kugel
Fundort: Kuckanstal
ca. 11.5 cm
Zwei Ravensberg-Kugeln
Fundort: Kuckanstal
links ca. 16 cm
rechts ca. 2 cm (meine Kleinste Kugel)
Drei Stücke
Fundort: Kuckanstal
oben ca. 5 cm
rechts ca. 10 cm
Ravensberg-Kugel
Fundort: Kuckanstal
ca. 12 cm
Ravensberg-Kugel
Fundort: Kuckanstal
ca. 14 cm
Ravensberg-Achate sind eine wunderschöne Sache !
Ich habe mehr Freude an den ausgebildeten Kristallen!