HERDERSTRASSE


Goethestraße      und       Herderstraße

(Übergang zur Moderne durch andere in Bad Sachsa ansässige Baumeister im Dichterviertel)

Herderstraße + Goethestraße a, b, c, d, e    IN ARBEIt 

(Mitte/Ende der 1960er Jahre, Foto: Klaus Petersen) IN ARBEIT 

Herderstraße 9, 7, 5, 3, dahinter die katholische Kapelle

(1949, AK: Slg. R. Boehm) 


Goethestraße      und       Herderstraße

Goethestraße 5                          und                             Herderstraße 5

Villa Rode, Goethestraße 5, erbaut 1930

(1930, Baumeister August Heise, erhalten in 2013 von Horst Möller)

Baumeister August Heise hat diese Villa (wohl) für Sparkassen-Gegenbuchführer Hermann Rode (Einwohnerbuch 1935) in 1930 erbaut, der hier bis zu seinem Tode Ende der 1960er Jahre wohnte.
Ein nahezu quadratischer Grundriss (kleiner als zuvor), einfache Putzfassaden aufgelockert durch schmale Fenster, dazu ein paar einfache Verzierungen aus Ziegelsteinen und fertig ist der neue architektonische Stil um 1930. Statt der reich verzierten und üppigen Villen unserer "Bäderarchitektur", prägen jetzt schlichte bis puristisch gehaltene Gebäude, welche die Bad Sachsaer Scherzes halber als "Kaffeemühlen" bezeichnen. 

Herderstraße 5, erbaut 1937

(2009, Foto: R. Boehm) 


Einer Immobilienanzeige kann man 2007 entnehmen, dass dieses Wohnhaus 1937 gebaut wurde auf einem Grund von 560 qm. ("derregionalmakler", Juni 2007).
Auch bei diesem Haus sind die links erwähnten typische Stilelemente der 1930 Jahre zu finden, auch wenn hier beinahe spielerisch runde Anbauten nach vorn und hinten den eigenen Charakter ausmachen


Goethestraße      und       Herderstraße

Die Katholische Heimstätte auf dem (im Volksmund bezeichneten) "Heiligen Berg"

Schützenstraße 20, Hotel Schröder, Alias 4318

"Die Geschichte der Katholiken in Bad Sachsa ist seit der Reformationszeit bis zum Jahre 1928 recht unbedeutend; denn 1837 waren erst drei von den fast 1.600 Einwohnern katholisch, dann wuchs ihre Zahl auf zirka 30 an, die von der katholischen Kirche Ellrich mit betreut wurden." (Wochen-Chronik 18.11.1992).

Das scheint den Ellrichern aber so gut nicht gefallen zu haben: so gaben sie Mitte der 1920er eine Ansichtskarte heraus (s.o.), gezeigt wird ein Raum im Hotel Schröder (Schützenstraße 20, vgl. auch BSN 13.08.1971) mit dem rückseitigen Text:
"Jetziger Raum für den Kath. Gottesdienst in Bad Sachsa. Kapellenbau dringend nötig. Gaben erbeten an Postsch.=Konto Erfurt 27924 für Kath. Kirchengemeinde Ellrich."

(BSN 16. März 1929)
Demnächst können sich die Katholischen Einwohner freuen auf ein eigenständiges Gotteshaus. So ist den Bad Sachsaer Nachrichten (BSN) 1928 zu entnehmen:
"Bad Sachsa, 18. August (Katholischer Gottesdienst.) Nunmehr ist auch Bad Sachsa in die Reihe jener Kurorte getreten, die in Erfüllung der berechtigten Wünsche der katholischen Kurgäste die Abhaltung des katholischen Gottesdienstes an Ort und Stelle ermöglichen. Die Stadt hat ein geräumiges Zimmer in der Volksschule [Anm: in der Pfaffenwiese] dafür zur Verfügung gestellt. Am Sonntag, den 19.8.d.Js. wird um 8 Uhr die erste heilige Messe darin gefeiert..." (BSN. wohl 18.08.1928)

"Der katholischen Kirche wurde ein Bauplatz zur Errichtung einer Kapelle geschenkt" (heißt es im "Nachtrag zum 75. Geburtstag des früheren Bürgermeisters Dr. Grießentrog", BSN 09.01.1958) und so kam es, dass...

"Im Jahr 1931 wurde nach den Plänen des Bonifatius-Vereins in Paderborn von der hiesigen Firma Kälz ein Kirchlein auf einer Erhöhung im Westen der Stadt errichtet."
Die Benediktion nahm der Generalvikar von Fulda, Prälat Günther, vor. Bei der Feier am 21. Juni 1931 waren 300 Festteilnehmer anwesend." (BSN 07.10.1987). 

Katholische Kapelle, Herderstraße

(1931, Originalfoto: Slg. R. Boehm)

Einweihung der Katholischen Kapelle

(1931, Originalfoto: Slg. R. Boehm)

Die Ähnlichkeiten der St. Josef-Kirche Bad Sachsa mit der St. Marien-Kirche in Bad Frankenhausen (u.a.) könnten kaum größer sein. "Hier  (Anm.: in Bad Frankenhausen) konnte am Sonntag, den 21. Dezember 1930, die feierliche Kirchenweihe erfolgen. Der Neubau erfolgte nach Entwürfen des Diözesanbauberaters des Bistums Paderborn Max Sonnen, durch den Bauunternehmer Pott aus Artern. In gleicher bzw. ähnlicher Bauweise der bewusst schlicht gehaltenen und mit einem Lamellendach versehenen, als Diasporakirche konzipierten Kirche, entstanden auch in anderen Orten. Im ursprünglichen Stil erhalten geblieben sind nur Vereinzelte - wie die gleichartige so genannte >>Schnitterkirche<< in Klütz, westlich von Wismar."
(27.06.2022, https://regionalmuseum-bfh.de/katholische Kirche)

Einweihung der Katholischen Kapelle, Einweihung 21.06.1931

(ca. 1961, Fotoalbum Gerhard Pfeiffer, Bild 121)

St. Marien in Bad Frankenhausen, Einweihung 31.12.1930

(ca. 1935, https://regionalmuseum-bfh.de/katholische Kirche)

Kirche Mariä Himmelfahrt in Klütz, Einweihung 1932

(o.J. Foto: www.katholische-kirche-wismar.de 2022-06-27

Diese Kirche erfüllt auch heute noch ihre Aufgaben in der Katholischen Pfarrei Wismar.

Allerdings wurde jedoch dieser Bau "für die durch Umsiedler und Flüchtlinge aus katholischen Gegenden nach dem zweiten Weltkrieg in Bad Sachsa heimisch gewordenen 620 Katholiken viel zu klein. Sie wurde abgerissen (m.E. jammerschade!) und am 23 April 1962 wurde der Grundstein für die weitaus größere St. Josef-Kirche gelegt, die im Folgejahr... feierlich eingeweiht wurde. Neben dem hohen Glockenturm von ungewöhnlicher Ausführung hat der modernistische Bau auch ein Begegnungszentrum und prägt durch seine großzügige und ins Auge fallende Gestaltung den oberen Stadtteil Bad Sachsas ganz wesentlich." (Wochen-Chronik 18.11.1992).
"Nach Plänen der Architektengemeinschaft Herbert Roer und Erich Weber in Fulda begann im Herbst 1961 ein Neubau der Kirche, da sich das alte Gotteshaus nicht erweitern ließ."..."Das alte Kirchlein mußte dem Neubau Platz machen. Die Bauausführung lag in den Händen der Firma Josef Gremm in Bad Sachsa. Die Innenausstattung übernahm die Benediktinerin Ehrentraud Trost aus Varensell"... "Die Weihe der Kirche fand am 14. Juli 1963 durch den Bischof von Fulda, Adolf Bolte, statt. die Kirche bietet nun 300 Sitzplätze. Der Turm hat eine stattliche Höhe von 22 Metern. Es blieb der Name St. Josef." (BSN 07.10.1987).

Apropos Turm:
in der Bevölkerung hält sich hartnäckig das Gerücht, dass der Turm etwas höher ausgeführt sein soll, als zuvor erlaubt (und damit höher sei als der Kirchturm St. Nikolai).
Wirklich nachgemessen hat bisher niemand!

PFERDETEICH

Pferdeteich (Villa Reinhard oben links, ca. 1900; AK: Slg. R. Boehm).

Im Sommer Hochwasserschutz, Viehtränke und Inspektion für die Fuhrwerke und Kutschen - im Winter Eislieferant für die Eiskeller der großen Häuser in Bad Sachsa.

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 Pferdeteich 

XXXXXXXXXXXXXXX

Steinaer Straße

Zweifamilienhaus für Otto Kaiser, 1932/1933 erbaut

Steinaer Str. 6

(1932, Bauzeichnung: Kopie Slg. R. Boehm, erhalten in 2020 von Heidi Heimann)


Dem Maurermeister Otto Kaiser verdankt Bad Sachsa einen großen Teil seiner schönsten Villen, insbesondere auf dem Pfaffenberg. Hier eines seiner "späteren" Werke (verstorben 16.07.1934), bezeichnet als "Zeichnung zum Bau eines Zweifamilienhauses für Herrn Maurermeister Otto Kaiser in Bad-Sachsa". Der Maurermeister ist sich treu geblieben und baut weiter selbstbewußt auf eigene Rechnung, um die jeweilige Villa dann später der werten Kundschaft anzubieten.


Steinaer Str. 6

(1932, Bauzeichnung: Kopie Slg. R. Boehm, erhalten in 2020 von Heidi Heimann)


Verändert hatte sich allerdings die Umwelt und damit auch die Kundschaft; Inflation und die Wirtschaftskrise 1929 hatten ihre Spuren in der Welt und in Bad Sachsa hinterlassen. Außerdem fanden die "Reichen und Schönen" auch bsplw. die Schweiz und Seereisen ganz schön und hatten ihr Augenmerk von Sachsa ein wenig abgewendet. Deshalb wurden hier  viele große Villen, bis dahin privat genutzt, zu "Pudingschulen", Pensionaten und Kurheimen umfunktioniert. 
Aber auch Materialien, Stile und Funktionen änderten sich in dieser Zeit: Das, teilweise verspielte, Sicht-Fachwerk spielte keine Rolle mehr und verschwandt zugunsten des verputzten Mauerwerks genauso wie die offenen Wintergärten (die Genesung an/in bester Sachsaer Luft stand nicht mehr im Vordergrund), Fenster werden mehr schmal hochkant ausgeführt, auf teuren "Schnickschnack" wurde von da an verzichtet: die Zeit der typischen Sachsaer Türmchen ist beim Neubau endgültig vorbei! (siehe auch  insbesondere die Häuser Otto Kaiser-Weg 5 bis 7).

Steinaer Str. 6

(1958, Foto: Slg. R. Boehm; direkt nach dem Eigentumswechsel  in 1958 fotografiert der stolze neue Eigner sein Anwesen!).

Auch der seit 1929 in Sachsa tätige Architekt Josef Gremm aus dem Hause Albinmüller (in leitender Position an der Künstlerkolonie Darmstadt-Mathildenhöhe seit 1908 tätig) brachte ein neues Denken in die Sachsaer Architekturgeschichte mit der Ausführung des Umbaus der "Amerikanischen Villa" des Geschäftsmannes Max Pahlke am Waldsaumweg 20 (siehe dort) wie auch des Baus seines Privathauses Glaseberg 2 (siehe dort).

Steinaer Str. 29, erbaut 1932

(1930/1931, Bauakte Stadt Bad Sachsa)

Dieser "Bau eines Landhauses für den Prokuristen Ernst Krause (Leuna) durch den Architekten Baurat Karl Barth" ist ein weiterer Beleg für das neue Bauen in Bad Sachsa. Ein spannendes Haus, welches erst vor kurzem in 2020 einen neuen Liebhaber gefunden hat, der sich mit den Spezialitäten und Eigenarten auseinandersetzt. In Bad Sachsa verwirklichte Barth ausserdem für Dr. Mittendorf dessen Haus in der Schillerstraße 33.

Steinaer Str. 29, erbaut 1932

(Bad Sachsaer Nachrichten 20.02.1932)

(Hier nur zum Vergleich; siehe die Spezialseite unter Villen).

Hotel Warteberg

Steinaer Straße 30 (ehedem 14)

(in Bearbeitung: 1896, Bauzeichung)


In Bearbeitung

(in Bearbeitung: 1900, Kur=Liste)

() 


In Bearbeitung.

(Anmerkungen von Hans-Jürgen Liebau, Facebook 27.11.2018: "Walter Neusel wohnte bei Kriegsende im Hause Köbrich, dem ehemaligen Hotel Warteberg. Kurze Zeit nach dem Ende des Krieges zog in das Haus, das auch viele Flüchtlinge aufgenommen hatte, ein anderer prominenter Gast in Spee ein: Heinrich Nordhoff, der von Bad Sachsa nach Wolfsburg berufen wurde, um das Werk wieder aufzubauen, das dann unter dem Namen Volkswagen-Werk weltbekannt wurde.".)

Villa Margarethe und Villa Marga

Steinaer Straße 45 und 49

Villa Margarethe, erbaut 1905 

Steinaer Straße 45 (ehedem Steinaer Str. 15)

(1916, AK: Slg. R. Boehm)


Wer Form und Anstand in Bad Sachsa wahren wollte und etwas auf sich hielt, baute ein Haus mit Wintergarten und Türmchen, ließ sich mit diesem Haus ablichten und verschickte Neujahrsgrüße; wie mit dieser Foto-Ansichtskarte in 1916:
Bad Sachsa 3.I.16
Liebes Frl. Enke.
Mein Mann & ich senden Ihnen und Ihren lieben Eltern viel Glückwünsche fürs neue Jahr verbunden mit den besten Grüßen
Ihre Marg. Tietze u. Mann.

"Baujahr 1905, 1.575 qm, Wohnfläche 280 qm, 10 Zimmer, voll unterkellert. Villa mit Walmdach, Turmdach mit vielen Schmuckdetails in Holz. Keller in Naturstein mit 60 cm Außenwänden und preußischen Kappendecken. Erd- und Obergeschoß in Fachwerk mit Ausmauerung und Holzbehang. Aufwendig durchsaniert in 2012 ."
(so kann man es einer Immobilien-Anzeige der Firma Spillner 1917 entnehmen).
Das prächtige Anwesen des Dr. phil. Max Tietze und seiner Gattin Margarethe ging Anfang der 1930er Jahre in das Eigentum des Dr. Griepentrog und seiner Frau Helene über. Ewald Griepentrog hat der Stadt Bad Sachsa von 1922 bis 1934 sowie von 1946 bis zu seinem freiwilligen Rücktritt als Bürgermeister gedient.

Villa Marga, erbaut 1886

Steinaer Straße 49 (ehedem Steinaer Str. 21 und zur Bauzeit "Haus Nr. 311", Ansicht von der Talstraße)

(1912, A: Slg. R. Boehm 864)

Auch bei dieser Villa, bereits 1886 erbaut (der Hinweis auf das Baujahr ist in einem Eckquader im Sockelmauerwerk des Eckturmes an der Südseite zu entdecken), dürfen natürlich weder Wintergarten noch Türmchen fehlen! Wer Erbauer dieses stattlichen Anwesens war, bleibt vorläufig im Dunkeln. "Als ausführende Firma ist das damals in Sachsa führende Baugeschäft Kälz anzunehmen" (Fritz Reinboth: Von der Huwe`schen Töchterschule zum Haus Kulenkampf 1886-1986", Braunschweig 2008). "Oberlehrer Huwe hatte zu Ostern 1897 in diesem Gebäude eine HÖHERE TÖCHTERSCHULE eröffnet. Hauptamtlich war Huwe an der 1891 eröffneten Realschule von Dr. Wilbrand Rhotert angestellt... Ende des Jahres 1900 bot Huwe seine Höhere Tochterschule  in Zeitungsinseraten zum Verkauf an" und fand mit Fräulein Amalie Potthoff eine junge Lehrerin als Käuferin. "Offenbar war sie eine tatkräftige, wirklich emanzipierte Frau, denn es war damals noch gar nicht so lange her, daß Frauen überhaupt im höheren Schuldienst tätig sein durften. In ihren Erinnerungen, VOM ZAUBER EINER KLEINEN STADT erzählt Amalie Potthoff (S. 10):  So reiste ich in den Weihnachtsferien in den Harz und kam in eine wundervolle Winterpracht, wie ich sie bis dahin nicht gesehen hatte. Ich kam aus dem Getriebe mud der Unruhe der Industriestadt, der Kohlengruben und Fabrikschornsteine. Nun sah ich die dunklen Tannen im weißen Kleid, ich empfand die tiefe Stille und Unberührtheit der Gärten und Felder, des ganzen Ortes. Der Oberlehrer, mit dem ich verhandelte, erzählte, daß seine beiden Töchter den Dezember hindurch täglich auf dem Rodel gewesen seien, die größere auf dem den Ort krönenden Ravensberg. Ich kaufte die Schule, die allerdings nur von achtzehn Schülerinnen besucht war, aber sie war in einem geräumigen Haus, in dem ich eine große Wohnung hinzumieten konnte. Meine Eltern, die im Ruhestand lebten, und meine Schwestern zogen mit. Bis dahin war die Schule von einem Oberlehrer  der Realschule geleitet worden; die Doppelarbeit wurde ihm zuviel.". Im April 1901 erfolgte die Eröffnung der Höheren Privat-Mädchenschule. Allerdings erwarben die Geschwister Potthoff bereits 1904 die unterhalb in der Talstr. 7 gelegene Villa und verlegten den Schulbetireb. In der Steinaer Str. 49 eröffnete im Folgejahr "Dr. Härtels Pädagogium" als Realschule mit angeschlossenem Internat, welches nach ebenfalls nur kurzer Zeit in das Ostertal verlegt wurde.
1910 (spätestens 1912) kam die Villa nun in die Hände der Pensionsinhaberin Margarete Genz, die ein altes Klische einer Ansichtskarte mit der Aufschrift "Dr. Härtels Pädagogium" und dem Werbeschild am Balkon "Pädagogium Bad Sachsa" umnutzte zu nunmehr ihrer "Villa Marga" (siehe die Ansicht oben), einer "Fremden-Pension I. Ranges - VILLA MARGA - auch Winter offen, herrlich gelegen, dicht am Walde, gr. schattiger Garten bietet Erholungsbedürftigen angenehmen Aufenthalt, auch für Alleinstehende, da vollst. Familienanschluß, nicht einsam. Vorzügliche Verpflegung, sehr gute Betten, frdl. Zimmer, Zentralheizung, elektr. Licht, Wasserspülung. Volle Pension von 4 bis 6 Mk. pro Tag. Dauerpension billig von 3 Monaten an. Empfolen durch den Offizier-Verein. Prospekte frei durch Frau MARGARETE GENZ." (Badeprospekt Bad Sachsa, 1913)
 


Die "Puddingschule", oh! Verzeiung!: die Haushaltungsschule Arthur von Steinmetz, Erna von Knobelsdorff, erbaut 1886

Steinaer Straße 49 (ehedem Steinaer Str. 21, Ansicht von der Steinaer Straße) 

(AK: Slg. R. Boehm 173)

So vielversprechend diese Anzeige im "Badeprospekt" von 1913 auch klang, bereits in den Kriegsjahren, 1916 mieten sich Arthur von Steinmetz und Erna von Knobelsdorff (Nichte des Ersteren) ein, um wieder ein Töchterheim verbunden mit einer Koch- und Haushaltungsschule zu betreiben (StABS 1.29.4) unter dem Namen "Töchterheim Elisabeth" (StABS I.26.2). Die im Volksmund despektierlich "Puddingschule" genannte Einrichtung wurde ihrem Ruf nicht gerecht, denn es war eine durchaus ansprechende gute Ausbildung, die verabreicht wurde. -
Auch hier wurde nochmals das alte Klischee der Ansichtskarte aus dem ersten Jahrzehnt ein wenig überarbeitet (die Bezeichnung am Balkon wurde geschwärzt und der Erker am rechten Rand entfernt). In den Folgejahren (so z.B. 1929) heißt es in einem Hausprospekt: "Staatlich anerkannte Haushaltungsschule mit Töchterheim. Jahres- und Sonderkurse, Erholungsmöglichkeit.". Die "Haushaltungsschule v. Knobelsdorff" ist als solche zuletzt 1941 belegt (Amtliches Fernsprechbuch 1941) und stellte den Betrieb wohl während des Krieges ein. Inhaber war der Major Arved von Knobelsdorff, als Leiter fungierten der Hauptmann Manfred von Knobelsdorff sowie S. von Helldorff (nach dem Kriege: Bismarckstr. 29!)
"Seit 1950 hatte das Pädagogium ein Stockwerk des Hauses VON KNOBELSDORFF als Sextanerheim gemietet. Besitzer war jetzt der Polizeimajor a. D. Arwed von Knobelsdorff. Damit begann erstmals seit dem Auszug von Dr. Härtel wieder eine Verbindung des Hauses mit dem Pädagogium, die bis 1986 bestand." (Fritz Reinboth, a.a.O., S. 15). "Im Oktober 1986 wurde Frau von Hirthum, eine Niederländerin, als neue Besitzerin ins Grundbuch eingetragen. Aus dem Haus Kuhlenkampff (so die Bezeichnung seit des Erwerbes durch die Familie Kuhlenkampf in 1953) wurde nun ein Altenheim mit vegetarischer Verpflegung; dazu wurden Naßzellen und Toiletten eingebaut. ...So wechselte die Immobilie schon im November 1988 wieder den Besitzer. Ein Bäckermeister aus Osterode erwarb das Haus und richtete darin Mietwohnungen ein." (Fritz Reinboth, ebenda)  Heute, nach der Jahrtausendwende hoffen die Anwohner der Steinaer Straße, und nicht nur diese, darauf, dass dieses prächtige Haus wieder bessere Zeiten sehen möge.

Rehgarten an der Rehgasse

Steinaer Straße 46

"Gastwirtschaft zur Rehgasse,
Bes. Konrad Riechel"

 Steinaer Straße 46 

(<=1966, AK, Slg. R. Boehm 6259)


Die "Rehgasse" (auch "Rehgäßchen" genannt), zwischen der Talstraße und der Steinaer Straße gelegen, verdankt ihren Namen dem Anfang des 20. Jahrhunderts hier durch Familie Frind für ihr Hotel Schützenhaus betriebenes Wildgehege. Anlass genug für Konrad Riechel sein Lokal hiernach zu benennen.

Café-Restaurant "Rehgarten", Bes. Konrad Riechel 

Steinaer Straße 46

(1968, AK rs.: Slg. R. Boehm 1485)


Vermutlich war die Familie Riechel der Erbauer und erste Betreiber dieser Gaststädte (<= 1966 bis 1969) 

Café-Restaurant "Rehgarten", Bes. Konrad Riechel 

Steinaer Straße 46

(1968, AK vs.: Slg. R. Boehm 1485)


1969 übernahm Klaus Dieter Faupel für 4 Jahre den Regarten; ihn löste Familie Nickel 1973 ab.

Villa Heidecke (vermutlich, z.Zt. in der Recherche! Haben Sie Fotos? Helfen Sie uns bitte!)

Steinaer Straße 51
vor 1900: Haus 312 in der Steinaer Straße (?)
um 1900: Steinaer Straße 24 (?)

Schwesternwohnheim der Diakonie Wolfsburg 

Steinaer Straße 51 (ehedem Steinaer Str. xx)

(29.11.1990, Bad Sachsaer Nachrichten) 



Auch bei dieser Villa,  
 


Schwesternwohnheim der Diakonie Wolfsburg 

Steinaer Straße 51 (ehedem Steinaer Str. xx)

(29.11.1990, Bad Sachsaer Nachrichten) 


BAUSTELLE !!!
nicht nur hier auf dieser Seite - sondern auch im wirklichen Leben.
Diese Villa hat in (vermutlich) 2019 den Eigentümer gewechselt und erblüht seit dem Stück für Stück in neuem Glanze!

Steinaer Straße 51

(09.05.2019, Foto: R. Boehm)


 BAUSTELLE !!!

nicht nur hier auf dieser Seite - sondern auch im wirklichen Leben.
Diese Villa hat in (vermutlich) 2019 den Eigentümer gewechselt und erblüht seit dem Stück für Stück in neuem Glanze!

Der Bauunternehmer Heidecke wird als Eigner um 1900 erwähnt (StABS 'XII.c.2)
Ab 1990 Sozialstation der Diakonie Wolfsburg

Kurzzeitpflege durch die Diakonie Wolfsburg 

(29.11.1990, Harz Kurier) 

"...Das Projekt, für das das Diakonische Werk Wolfsburg rund 700.000 DM investierte - 280.000 DM gab das Land Niedersachsen als Zuschuß - bereichert das große Angebot des DWW in der Kurstadt.
Aus dem ehemaligen Schwesternwohnheim ist eine moderne Pflegestation mit insgesamt 13 Plätzen geworden, die nicht nur beim Alten- und Pflegeheim Haus Feierabend, sondern allen betroffenen Seniorinnen und  Senioren, zugute kommen soll."...

 


... "Das Diakonische Werk Wolfsburg stellt mit der Sozialstation (in Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Sachsa und der Samtgemeinde Walkenried) sowie mit dem Seniorenzentrum am Bornweg, mit dem Alten- und Pflegeheim Haus Feierabend sowie mit den im Sommer eingeweihten Seniorenwohnugen in der Hindenburgstraße und schließlich mit der neuen Kurzzeitpflegestation eine breite Palette an Hilfen für die ältere Generation."
"...Der Innenausbau und schließlich der Anbau einer Aufzuganlage und die Umgestaltung des Eingangsbereiches sprengten jedoch den vorgesehenen Kostenrahmen. Schließlich mußten noch Fragen des Denkmalschutzes berücksichtigt werden..."

Wielandstraße

Wielandstraße 3, erbaut 1939, Ansicht von Süden

(1939, Foto-AK. Slg. R. Boehm 2585)

Stolz sind die Eigner auf den Baufortschritt. Und so schreibt die Eignerin des "Haus Lang" zu Ostern 1939 an die Berliner Bekanntschaft.

Wielandstraße 3, erbaut 1939, Ansicht von Nord/Osten

(1939, Foto-AK. Slg. R. Boehm 2586)


Ein halbes Jahr später folgt der Neujahrsgruß auf einer Foto-Ansichtskarte mit Darstellung der Straßenfront.

Wielandstraße

Wielandstraße 4, erbaut 2011

(2011, Foto: R. Boehm)

Die Grundstücke werden im 20. Jahrhundert kleiner; Baulücken werden geschlossen. Dieses aus Kalksandstein-Mauerwerk (von innen sichtbar) errichtete Haus verfügt über eine der vermutlich ersten in Bad Sachsa verbauten Wärmepumpen.

Wielandstraße 14, erbaut 1954

(2009, Foto: R. Boehm) 


"Leicht oberhalb des Ortskerns der Kleinstadt Bad Sachsa im Südharz (Niedersachsen) befindet sich in einer ruhigen, sehr gepflegten Seitenstraße (Sackgasse) dieses Dreifamilienwohnhaus mit grünem, einfach gestalteten Garten und einer Pkw-Garage im Kellergeschoss. Zudem ist weiterer Parkraum auf und vor dem Grundstück vorhanden.
Das massive Mehrfamilienhaus in einer guten, ruhigen Wohngegend der Kleinstadt Bad Sachsa im Südharz (Niedersachsen) erfreut sich eines sehr guten Allgemeinzustandes. Alle vorhandenen Wohneinheiten, zwei Wohnungen mit drei Zimmern (EG/OG, ca. 68 m² Wohnfläche) sowie eine Dachgeschoss-Wohnung (drei Zimmer, ca. 45 m² Wohnfläche) sind gut vermietet! Die Hauptwohnungen im Erd- bzw. Obergeschoss bieten zwei nach Süden gerichtete Wohnräume (18 bzw. 21 m² Wohnfläche), Schlafzimmer (ca. 14 m² Wohnfläche), Küche und Bad sind nordseitig untergebracht. Die kleine Wohnung im Dachgeschoss bietet ebenfalls drei Zimmer." (Anzeige der Stadtsparkasse Bad Sachsa 2017)