EULINGSwiese

Villen Eulingswiese

Villen auf Eulingswiese

Diesem "Situationsplan zur Villenzeichnung des Herrn Otte Breme, Hier" (StaBS XII,m,15 / 1901-1909, "Besiedelungs- und Fluchtlinienangelegenheiten Pfaffenberg Euling") verdanken wir u.a. diesen Überblick auf den Grundbesitz der Witwe Euling. 

Zur Orientierung:

Ganz links trennt der "Weg von unten nach Eulings Wiese" (heute Pfaffenberg) den linksseitigen Stadtforst von der rechtsseitigen projektierten Bebauungsfläche. Mittig durchschneidet der "Wa(l)d Weg auf der Höhe " (der heutige Ahornweg) die "Erbhaie" in einen nördlichen  und südlichen Teil. Im Knotenpunkt liegt die Ursache für diese Karte, nähmlich der geplante Neubau der "Villa Otto Breme" (die spätere "Villa Waldheim"; alte Adresse Erbhai 1, heute Ahornweg 13). Die angedeuteten schrägen Verbindungswege sind nicht umgesetzt worden!

Die Entstehungszeit dieser Zeichnung läßt sich auf 1901 datieren (unten links: Villa von der Goltz erbaut 1899, Villa Schulze erbaut 1900). Auf "Eulings-Wiese" steht bisher nur das 1890 vom Gerbereibesitzer Adolf Euling eröffnete Kaffee-Restaurant (heutige Eulingswiese 1).

Berghotel Eulingswiese (Eulingswiese 1)

GUSS von "Euling`s Wiese",    Hotel & Pension. SACHSA a/H.

(1891 circa, AK gelaufen 1895: Slg. R. Boehm A 1, diese Ak habe ich auch gesehen: 1893)


Adolf Euling eröffnet Berghotel Eulingswiese am 18. Juni 1890.

Am 18. Januar 1893 erwirbt die Witwe Fridericke Mügge das Anwesen und führt eine erste Vergrößerung duch.
Ein kurzes Intermezzo gibt dann der Besitzer C. F. Lehne.


GRUSS VON EULING`S WIESE, HOTEL & PENSION, SACHSA a/H Besitzer C. F. Lehne

(1897, AK, Slg. R. Boehm A 71. Diese AK existiert auch mit "Besitzerin Wittwe Mügge" statt "C. F. Lehne").

F. Volker schreibt am 11. Juli 1900 von der Eulingswiese 1 nach Hause folgende Worte an den "Actuar Herrn Frz. Volker" in Hannover (auf einer gleichen Karte wie oben abgebildet:

"Lieber Sohn u. Schiegertochter! Es geht mir gut, die Luft ist hier sehr rein u. kräftig; gehe vorm. u. Nachm. tüchtig Spazieren. Schlaf gut. Wetter ist besser.
Mit herzlichem Gruß an Euch und meiner kleinen Tochter.                      F. Volker. 
Wenn Du kommst, bitte um vorherige / bin dann an der Bahnstation Sachsa."

Gruß vom Berg-Hotel Eulings-wiese, Besitzer August Dreger.

(1899, AK, Slg. R. Boehm A 73)


Durch August Dreger, der das Anwesen am 12. Oktober 1899 erwirbt, wird das Gebäude erheblich erweitert und umgebaut zum "Berg-Hôtel und Pension Euling`s Wiese, Aug. Dreger" (1899 Falk/Rüstenberg W.S. 16, siehe nächste Seite). Aus dem Hotelbetrieb zieht er sich 1910 ein wenig zurück, denn es wird Wilhelm Wedler als Besitzer genannt (Günter König, hds. im StABS). 

Berghotel Eulingswiese (Eulingswiese 1)

Ein Foto von spätestens 1901, evtl. aber bereits zum Ende der Bauphase 1890 aufgenommen.

(1901, CDV, Slg. R. Boehm)

Eine entscheidende Wendung ist sicherlich der Verkauf  des Betriebes an den "Verband der Kommunalbeamten der Provinz Sachsen am 23. Mai 1912 (G. König, hds.).
August Dreger bleibt diesem Hause allerdings weiterhin bis zu seinem Tode im Jahre 1930 als Hausverwalter verbunden.




Ganzseitige Werbung

(1899, Falk/Rüstenberg, Werbung S. 16) 

"Berg-Hôtel und Pension
Euling`s Wiese
in bevorzugter Lage mitten im Walde
mit herrlichster Fernsicht.
30 Zimmer, meist mit Balkon 
oder Veranda.
Comfortable eingerichtet.
-Pension 4-5 Mark.-
Table d`hôte 1 Uhr.
Reine Mosel- und Roth-Weine
vom Fass.
Aug. Dreger."

Die Nazis waren überall!

(1939, Flyer, Slg. R. Boehm)

 

Im Folgejahr 1931 wird das Heim vom "Bund der Kommunalbeamten und Angestellten Preußens" übernommen. Selbstredend haben die Nazis das "Berghaus Eulingswiese" auch unter ihre Fittiche genommen und wurde Teil der "Erholungsheim" = Verwaltungs-gesell-schaft m.b.H. in Berlin, einer "Gemeinnützigen Einrichtung des Reichsbundes der Deutschen Beamten (RDB.) e.D.".
 

 Mitte der 1960er Jahre übernimmt der "Deutsche Beamtenbund" das Haus unter Leitung des Ehepaares Schmidt aus Hannover, die umfangreiche Erneuerungsarbeiten in 1968 abschließen können (Hannoversche Prese 31.08./01.09.1968).

Da hat der I. Weltkrieg doch gerade erst angefangen...

Feldzug 1914

Erholungsheim Eulingswiese

Bad Sachsa 9.11.14

Eulingswiese 1 vermutlich (1914, Foto, Slg. R. Boehm)

Feuerwehrübung auf der Eulingswiese

(1953, Foto, Slg. R. Boehm)



Und wer ist der Herr in der Mitte? (mit Brille + 3 Reißverschlüssen)

Anläßlich einer Feuerwehrübung trafen sich 1953 auf der Eulingswiese v.l.n.r.:
Baumeiser Joseph Gremm, Stadtdirektor Willi Müller, Weißhuhn, x?, Stadtbrandmeister Karl Imse, Bürgermeister Döbrich, Herr Creuzberg und Karl Rusche.

Nach dem II. WK wird das Haus geleitet von Karl Rusche und es wechselt den Besitzer 1953 hin zum "Bund Deutscher Kommunalbeamten u. Angestellten" in Köln/Deutz


In den 1960er herrscht noch eitel Freude und Sonnenschein;

noch ist nicht absehbar, dass die Versicherungsträger mithilfe der Politik die Leistungen kürzen werden...

(31.08./01.09.1968, Hannoversche Presse)

(1983 ?, Harz Kurier)

Dregers`s 

Privathotel u. Pension Eulingswiese

(Eulingswiese 2)

Dreger`s Privathotel u. Pension Eulingswiese, erbaut 1909 oder kurz davor.

(1909, AK, Slg. R. Boehm 1590)

August Dreger erbaute "Dreger`s Pension Eulingswiese im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts (Wann genau??? und durch welchen Baumeister??? Vermutlich war es R. Kälz). Mehr ist bisher leider nicht bekannt.

Rückseite der linken Ansichtskarte

(1909, AK, Slg. R. Boehm 1590)

Das "erstklassige Pensionshaus" hat auch internationale Kundschaft; in diesem Fall aus dem Holländischen Enschede.

Kronbergs Erholungsheim Eulingswiese mit erstem größeren Erweiterungsbau

(1911 oder kurz danach, AK: Slg R. Boehm 156)

Dem Puristen wird der ursprüngliche Baukörper sicherlich besser gefallen und diesen Anbau als überflüssigen Appendix sehen - aber der Fortschritt...

Rückseite der linken Ansichtskarte

(1911 oder kurz danach, AK: Slg R. Boehm 156)

Fritz Kronberg setzt mehr auf den gesundheitlichen Aspekt mit medizinischer Unterstützung durch den Sanitätsrat Dr. Koch-Bergemann und Dr. med. Matthiae sowie "Liegekuren, bester gesundheitlicher und reichlicher Verpflegung"  -  Hätte Thomas Mann nicht in Davos Freunde besucht sondern in Bad Sachsa, er hätte den Roman "Der Zauberberg" hier verortet!

Hermann Kronberg

IN ARBEIT: NEUSTADT, Hermann KRONBERG

(XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX)

Ein gewisser Hermann Kronberg hatte in unserem Nachbarort Neustadt im 19. Jahrhundert entscheidenden Einfluss auf die touristische Entwicklung  und den Fremdenverkehr: "1870 wurde ein Kurhaus und acht Jahre später ein Badehaus gebaut. Ab 1887 betrieb Hermann Kronberg ein Sanatorium auf der Grundlage eines Naturheilverfahrens. Seit 1890 darf sich Neustadt Luftkurort [und seit 2014 "Heilklimatischer Kurort, wie Bad Sachsa auch schon seit vielen Jahren] nennen." (vgl. www.pneumokur.de/Neustadt, 19.12.2021). Der so oft als "Heidedichter" beschriebene Journalist und Schriftsteller Hermann Löns verbrachte seine Urlaub in Neustadt/Harz bei der Familie Kronberg - und später, nach dessen Umzug nach Bad Sachsa im Sanatorium Kronberg auf Eulingswiese. (vgl. zum Löns-Denkmal weiter unten!)


IN ARBEIT: NEUSTADT, Hermann KRONBERG

(XXXXXXXXXXXXXXXXXX)

Können Sie uns helfen???
Wer war dieser Hermann Kronberg?????
Welches Naturheilverfahren betrieb er in Neustadt und Bad Sachsa?????

(vgl. u.a. auch: 

 Rupert und Ruth Ströbele
Hermann Kronberg, der Mitbegründer und Motor des Kurwesens
in Neustadt unterm Hohnstein. In:  

Beiträge zur Geschichte aus Stadt und Landkreis Nordhausen / Gelbe Reihe Band 38 / 2013. )

"Ein gewisser Hermann Kronberg betrieb ab 1887  in Neustadt ein Sanatorium, führte die Gemeinde zu ihrem Titel als Luftkurort, den sie bis heute verteidigte.
Dieser Herr etablierte damals auch die Möglichkeit, sich nackt an freier Luft zu ertüchtigen. Dafür erbaute er eine Park mit 10 sogenannten Lufthütten. Das waren kleine Holzhäuschen, die einen Mindeststandard boten. Der Bereich für Männer nannte sich "Walhalla", für Damen "Dornröschen".
Rund um diese Hütten konnten die Kurgäste, die durchaus finanzstark waren und bis aus Berlin anreisten, der Natur frönen, sich sportlich bewegen - die olympischen Sportarten erlebten gerade eine Renaissance - und auch nackt herumlaufen. Klar, dass das damals noch mehr als heute als unschicklich galt. Erst der Bau eines hohen Bretterzauns ließ die Gemüter abkühlen. Der bekannteste Kurgast war der Heimatdichter Hermann Löns.
Kronberg und seine Frau boten überdies eine gesundheitsgemäße Ernährung, die sogenannte Reformküche. Sie gründeten auch in Berlin ein vegetarisches Speisehaus und darauf sogar eine Diätküche im alten Reichstagsgebäude. Große Namen schätzten sie, weil sie ihre Leiden mit diesen Kuren gelindert hatten."
(Thomas Müller: "DER HARZ - Populäre Irrtümer und andere Wahrheiten")

Wikipedia zu "LEBENSREFORM", die m.E. auch in Bad Sachsa mit den Stärken in der gesunden Natur und Luft eine Rolle Anfang des 20. Jahrhunderts spielte und zukünftig wieder spielen könnte: "Der Terminus Lebensreform zur Bezeichnung der sozialreformerischen Bewegung kam im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts auf.[2] Die einzelnen Bewegungen entstanden als Reaktion auf Entwicklungen der Moderne und der Industrialisierung, die sie nicht als Fortschritt, sondern als Verfallserscheinungen ansahen. Wesentlich für ihre Entstehung war die Befürchtung, dass die moderne Gesellschaft beim Einzelnen zu „Zivilisationsschäden“ und Zivilisationskrankheiten führe, die durch eine Rückkehr zu „naturgemäßer Lebensweise“ vermieden und geheilt werden könnten. „Der Mensch in seiner zivilisationsbedingten Not sollte allerdings nicht im banalen Sinne geheilt werden. Die Lebensreform wollte sein Heil, seine Erlösung. […] Die Weltanschauung der Lebensreform beinhaltet im Kern eine säkularisierte gnostisch-eschatologische Erlösungslehre.“[3]

Vertreter der Lebensreform propagierten eine naturnahe Lebensweise mit ökologischer Landwirtschaft, vegetarischer Ernährung ohne alkoholische Getränke und Tabakrauchen, Reformkleidung und Naturheilkunde. Sie reagierten damit auf die aus ihrer Sicht negativen Folgen der gesellschaftlichen Veränderungen im 19. Jahrhundert. In geistiger Hinsicht wandte sich die Lebensreform neuen religiösen und spirituellen Anschauungen zu, unter anderem Theosophie, Mazdaznan und Yoga. Auch viele spätromantische Elemente wurden aufgegriffen, einhergehend mit einer Verklärung des "einfachen Lebens auf dem Lande".

Ihre architektonische Ausprägung erhielt die Lebensreform zunächst in Siedlungsexperimenten wie dem Monte Verità, später in der Gartenstadtbewegung wie der Siedlung Hellerau und vieler anderer, deren bekanntester Vertreter der Reformarchitekt Heinrich Tessenow (1876–1950) war, sowie dem Bauhaus. Die erste Gründung einer Siedlungsgenossenschaft in Deutschland war im Jahre 1893 die Obstbau-Genossenschaft Eden bei Oranienburg.

Die Lebensreform war eine hauptsächlich bürgerlich dominierte Bewegung, an der auch viele Frauen teilnahmen. In der Körperkultur ging es darum, unter dem Eindruck von Industrialisierung und Verstädterung den Menschen zum Ausgleich viel frische Luft und Sonne zu verschaffen.

Einige Bereiche der Lebensreformbewegung, wie die Naturheilkunde oder der Vegetarismus, waren in Vereinen organisiert und erfuhren regen Zulauf, was sich in den Mitgliederzahlen widerspiegelt.[4] Zur Verbreitung ihrer Inhalte und Prinzipien gaben sie Zeitschriften wie Der Naturarzt oder Die vegetarische Warte heraus.

Teil der Lebensreform waren darüber hinaus die Freikörperkultur (FKK, auch Naturismus), die Turnbewegung und der Ausdruckstanz. Es bestehen Bezüge zur Bodenreformbewegung Adolf Damaschkes, zur Freiwirtschaft Silvio Gesells, zur frühen Jugendbewegung sowie zu anderen sozialreformerischen Bewegungen und Künstlergruppen wie der Brücke[5] und der damaligen Künstlerkolonie Worpswede.[6]"

Dreger`s Privathotel wird zu Kronbergs Sanatorium (Eulingswiese 2)

Dreger`s Pension Eulingswiese

(Meyers Reisebücher Harz 1910-1911)
 

Pastor Preu aus Rotheshütte hatte mit seiner Gattin 11 Kinder; die drei jüngsten Schwestern davon wurden durch Hochzeit mit Bad Sachsa verbandelt.
 

1) Julius Braess senior aus Nordhausen heiratete eine dieser Schwestern Preu. 


2) Eine weitere Schwester, Elisabeth Preu, heiratete den Berliner Seifenfabrikanten Herrmann Runge, dessen Mutter die TBC hingerafft hatte und der deshalb schon  Rungerode in Sülzhayn erworben hatte - einem Ort, der für TBS-Heilstätten  bekannt war (Sülzhayn hatte und hat ganz ähnliche klimatische Verhältnisse wie ansonsten nur Bad Sachsa!).

3) Und die beiden Männer Herrmann Runge und Julius Braeß senior finanzierten gemeinsam den Kauf von Dreger`s Privathotel anläßlich der Hochzeit der dritten der drei jüngsten Schwestern, Meta Preu, mit Fritz Kronberg in 1911, "damit auch ihr Mann was hatte". 
Somit war die Basis gelegt für die medizinische Ausrichtung auf Lungenkankheiten im nunmehrigen "Kronbergs Sanatorium" und für weiteren Nachwuchs in Bad Sachsa (siehe u.a. Julius Braess junior, der im Schützenverein über 50 Jahre für die Finanzen zuständig war sowie Dr. Erika Kronberg im Folgenden)

(BSN 31. Januar 1911 sowie Heinz Meißner, Enkel des Herrmann Runge, 2021 im persönlichen Gespräch)
Anmerkung: Das Anwesen der Familie Runge  in Rungerode / Sülzhayn hat 1900 der Sachsaer Baumeister Otto Kaiser erbaut, der a.a.O. gebührend ins Bild gesetzt wird!

Kronbergs Sanatorium Eulingswiese, Anstalt für Leichtkranke ohne Ansteckungsgefahr

(1937, Der Harz, Zeitschrift, März 1937)

Nach dem Tode des Fritz Kronberg führt seine Frau Meta Kronberg das Sanatorium weiter; jetzt mit Unterstützung des Leitenden Arztes Dr. med. Fritz Becker, Facharzt für Erkrankungen der Atmungsorgane.

Bad Sachsa  - eine Rose im Heilgarten des Südharzes  + Blick auf die Heimat in Köthen/ Sa-Anhalt -  D.D.R.

(1961, AK: Slg R. Boehm xxx)

"Lieber Freund Hermann!
Ab heute bin ich für 8 Wochen in dem umstehenden Sanatorium. Seit langer Zeit herrscht erstmalig wieder ein sonniges Wetter. Die reine würzige Bergluft, die herrlichen Anlagen der Rosen und vielen anderen Blumen, mit ihren Düften., wirken hervorragend auf alle Organe. Bei klarem Wetter kann man mit einem guten Fernglas die Heimat erkennen. Sonst geht es mir gut. Das Essen, Zimmer mit allem Komfort ist klassisch. Die Angest. Vers. leistet wirklich allerlei. Außerdem bekomme ich noch täglich 11.Px für meine Frau. Täglich 1.- Taschengeld. Fahrtvergütung xx. Abholung von der Bahn mit Mercedes 180 gratis. Ist das P. ungeöffnet angekommen? Bitte schreibe mir bald. Euch allen die besten Grüße von Sachsa, einer Rose im Heilgarten des Südharzes.
In alter Treue. Franz


"Kronberg`s Sanatorium  Eulingswiese." (o.J., Foto: Slg. R. Boehm)


Familie Kronberg (Eulingswiese 2)

Familie Kronberg

(1919, Foto: Heinz Michael Meißner)

Im Gegenzug für das großzügige Hochzeitsgeschenk der Herren Runge und Braess hatte die Familie Kronberg aber nicht nur das Sanatorium zu betreiben sondern war auch für die Kindererziehung aller drei Familien zuständig, wovon dieses Foto zeugt.

Die spätere Dr. Erika Kronberg (2.Reihe von unten, links; siehe nächste Seite) mit weiteren Kinderm der Familien Kronberg, Runge und Braess.

Fritz Kronberg

(13. März 1934, Anzeige in BSN)

Fritz Kronberg hinterläßt eine große Familie und das Sanatorium.

Familie Kronberg und Personal

(o.D., 1934 oder später, Foto: Hans-Jürgen Liebau auf facebook 14.10.2018)

In der vorderen Reihe sitzen Mitglieder und Verwandte der Besitzer-Familie Kronberg, in hinteren Reihen stehen Angestellte des Sanatoriums.

Otto u. Helene Kronberg

(EULINGSWIESE 2)
versenden die herzlichsten Grüße auf dieser Ansichtskarte EULINGSWIESE 1
an die Familie Wolf, die über mehr als 10 Jahre Urlaub im Gemeindebeamtenheim verlebten.

Entwertet mit dem damals sehr populären Poststempel:

"BAD SACHSA // Südharz // -5.10.26.12-1 N // *** //Glanzpunkt des Südharzes"

(05.10.1926, AK, Slg. R. Boehm 2668 vs + rs) 

Sanatorium Kronberg (Eulingswiese 2)

 Eine Kur bestand/besteht grundsätzlich aus zwei Teilen !

Manchmal sogar aus 3 Teilen !


[Die folgenden Belege (1 Ansichtskarte, 4 Fotos und 1 Flyer) verdanken wir Bernd-Dieter Müller, Pattensen/Leine. Erhalten 02/2026]

1933, Kronbergs Sanatorium. Mit Wintergärten und Luftbad (links)

1933, (vlnr) Frl. Borchardt, Bernhard Müller und eine weitere Dame an der winterlichen Köhlerhütte

Der Kur erster Teil, die Physis:

Es beginnt immer mit einem "KURPLAN" !

Kronbergs Sanatorium
"Eulingswiese" - Bad Sachsa

Kurplan

für Bernhard Müller

==================================================
Der Kurplan ist zu jeder Untersuchung mitzubringen.

Jeder Kurgast wolle Unpäßlichkeiten sofort melden, und dem Arzt Mitteilung machen, wenn eine Kuranwendung nicht bekommt.

Zum Erfolg der Kur ist notwendig, nachts bei offenem Fenster zu schlafen. Nur bei Sturm oder starkem Regen darf das Fenster geschlossen werden.

Rauchen außerhalb und innerhalb der Anstalt verboten

Die Benutzung des steilen Pfaffenbergweges an der Volksschule ist verboten. Als geeigneter Weg zum Aufstieg wird der Wintersportweg empfohlen.

Die Zeiten der Liegekur müssen genau innegehalten werden. Die Kurvorschrift muß genau befolgt werden. Eigenmächtige Aenderungen oder Unterlassungen können im Interess des Patienten nicht geduldet werden.

Die Gewichtsfeststellungen erfolgen Sonnabend von 7-7:30 Uhr vormittags durch die Schwester im Sprechzimmer.

Die Temperaturmessungen sind 3 mal täglich morgens, mittags und abends im Munde vorzunehmen und der Schwester zum Eintragen in die Temperaturkurve anzusagen.

Während der Liegekur ist es verboten, Handarbeiten zu machen, zu schreiben, Karten zu spielen, zu singen usw.

Laut Plan von besonderer Bedeutung (schwarz hervorgehoben) und handschriftlich ergänzt:

"Langsam essen ! - Gut kauen !"

"wenn man was hat."

und natürlich                                                 

"Durch die Nase atmen "!

Das Spektrum der im Kronbergs Sanatorium wird rückseitig dieses Flyers aufgezählt:

Kalte Umschläge
Packungen
Bäder
Luftbad
Sonnenbad
Wechseldusche
Kalte Dusche
kühle Abreibungen des Oberkörpers am Morgen
Massagen
Glühlichtbad
Quarzlicht (Höhensonne)
Elektr. Stromanwendungen
Zu 3. Liegekuren
Spaziergänge
Arzneiliche Behandlung
Spezifische
Sonstige
Diät
3 Termperatur messen

Dr. xxxx

Der Kur zweiter Teil, die Psyche:

"Fasching" und ein "bunter Abend"

Dieses Kurheim liegt hoch oben auf dem Pfaffenberg - der Weg in den Ort ist lang und der Rückweg anstrengend

(siehe oben im "Kurplan": "Die Benutzung des steilen Pfaffenbergweges an der Volksschule ist verboten.
Als geeigneter Weg zum Aufstieg wird der Wintersportweg empfohlen.").
So lag es nahe, gesellige Veranstaltungen im eigenen Hause anzubieten - was dann auch gern angenommen wurde!

1933, "Fasching"

Dezember 1933, "Bunter Abend"

Der Kur dritter Teil, die Nachbehandlung:

Häufig ergaben sich Brieffreundschaften - manchmal auch mehr!

So schreibt
der Kurgast Bernhard Müller diese Ansichtskarte an den Kurgast Erna Borchardt:


"25. März 1934
Mein liebes Fräulein Borchardt!
Heißen Dank für Ihre Aufmerksamkeit zu meinem Geburtstage, Sie haben mir damit eine große Freude bereitet. Auch, daß ich von Ihnen hörte, wie gut es Ihnen nach all`dem Schweren, was Sie durchgemacht haben, geht, hat mich sehr erfreut. Haben Sie nun schon Ihr neues Zimmer bezogen? - Ich bin meine Erkältung aus Sachsa immer noch nicht wieder los, so habe ich wenigstens daran noch eine Erinnerung. Der alte Herr Kronberg soll auch verstorben sein. -
Was bringt Ihnen denn der Osterhase? Sie machen wohl eine schöne Autofahrt an den See,
wenn an den Plöner See oder Madü-See? Oder ist da nichts los?
Meiner Frau und auch der Kleinen geht es leidlich.-
Hoffentlich höre ich bald mal wieder von Ihnen. Nochmals innigen Dank für die Frühlingsblumen. Ich grüße Sie herzlichst als
Ihr Bernhard Müller."


Auf der Bildseite ist ergänzt:
"Freundliche Grüße unbekannterweise L. Müller"

[Diese Belege (1 Ansichtskarte, 5 Fotos und 1 Flyer) verdanken wir Bernd-Dieter Müller, Pattensen/Leine. Erhalten 02/2026]


Die Kurbekanntschaft endet nicht mit dieser Ansichtskarte. Sie führt schließlich in den Hafen der Ehe am 07.05.1942.



Auf der Bildseite der Ansichtskarte ist ergänzt:
"Freundliche Grüße unbekannterweise L. Müller"

[Diese Belege (1 Ansichtskarte, 6 Fotos und 1 Flyer) verdanken wir Bernd-Dieter Müller, Pattensen/Leine. Erhalten 02/2026]

"FRIEDENSBURG"

 "Vor dem Hintergrund der extrem unruhigen Zeit um 1933 ("Machtergreifung") , werden die Kurgäste in Sachsa lebhaft das gesellschaftliche u. politische Umfeld diskutiert haben. Ich verstehe unter "Friedensburg" eine entsprechende Reaktion, um auf die "Massenbewegung"der Nazis  zu reagieren, um sich einen persönlichen, individuellen  Lebensstil u.Freiraum (auch insbes. im Sinne der "Reformbewegung"in Sachsa) bewahren zu können. Man bildete eine Friedens-BURG, in die man sich zurückziehen konnte, also einen geschützten Raum, der nach innen und besonders nach außen abgeschirmt werden wollte / sollte. -  Also, es steckt sicher der Gedanke dahinter, die gesellschaftlichen u. politischen Ereignisse zu kritisieren, bzw. dagegen zu demonstrieren!--  Gerade dieses FOTO  mit den demonstrierenden Damen unterstreicht also auch den "Reformgedanken" ."

(1933/1934, Kurgäste im Sanatorium Kronberg aus Segeberg, Berlin, Solingen, Hamburg, Harrisleefeld, Leipzig, Pyritz. Bernd-Dieter Müller, Pattensen/Leine. 02/2026)

Ich, Ralph Boehm, teile ausdrücklich diese These; freue mich aber auf Ihre Auffassungen, Meinungen, Anregungen... Bitte schreiben Sie uns!

[Diese Belege (1 Ansichtskarte, 6 Fotos und 1 Flyer) verdanken wir Bernd-Dieter Müller, Pattensen/Leine. Erhalten 02/2026]

Das mit der Frischen Luft, zwar notwendig für eine gute Kur,

ist nicht jederfraus Sache!

....schickt mir doch bitte eine Wolldecke....

(11.02.1936, AK vs+rs: Slg. R. Boehm)

Trudel Möller schreibt nach Hause mit einer wichtigen Bitte

Liebe Hamburger,

mein Paket werdet Ihr gestern wohl erhalten haben.
Ich möchte Euch nun bitten, mir noch eine Wolldecke zu schicken. Es braucht keine neue zu sein, sondern eine von den schweren genügt vollkommen. Wir haben heute am Haus schon -10° Kälte, dann ist es draußen noch etwas kälter. Jetzt merkt man den Winter aber!
Mit herzl. Grußs Eure Trudel

Werner von Braun, der Generalstab Dornberger und das Berghotel Eulingswiese (Eulingswiese 2)

Dornberger (links mit Hut) mit von Braun (Mitte) nach ihrer Festnahme durch die US Army in Österreich im Mai

(Mai 1945, T5C. LOUIS WEINTRAUB, Wikpedia)


Wie viele Einrichtungen im vermeintlich sicheren Bad Sachsa geriet das Heim ins Visier der Nationalsozialisten und wurde im Februar 1945 kurzzeitig Sitz der Dienststelle von Oberst Walter Dornberger, dem führenden Kopf bei der Entwicklung und Produktion der V2-Waffe, die im nahen Kohnstein bei Nordhausen unter unmenschlichen Bedingungen von KZ-Häftlingen gebaut wurde ("Etwa 60.000 Häftlinge wurden von August 1943 bis März 1945 in die Mittelbau-Lager verschleppt. Die Gesamtzahl der Toten läßt sich nicht genau ermitteln. Etwa 12.000 Tote wurden offiziell in den SS-Akten vermerkt. Hinzu kommen eine unbekannte Zahl nicht registrierter in den Mittelbau-Lagern verstorbener und ermordeter Häftlinge, über 5.000 Sterbende, die Anfang 1944 und im März 1945 in Vernichtungstransporten nach Lublin und Bergen-Belsen geschickt wurden und eine unbekannte Zahl von Häftlingen, welche die Todesmärsche nach der Räumung der Mittelbau-Lager im April 1945 nicht überlebten. Ebenfalls nicht erfasst sind etwa 1300 Tote, die amerikanische Soldaten im April 1945 bei der Befreiung der Boelcke-Kaserne auffanden. Es kann also selbst bei vorsichtiger Schätzung davon ausgegangen werden, daß mindestens 20.000 Häftlinge die Deportation in das KZ Mittelbau-Dora nicht überlebt haben".   
(30.07.2020: https://www.buchenwald.de/347/)

Die Kinderheilanstalt Dresden und das Berghotel Eulingswiese (Eulingswiese 2)

Blick vom Turm der Kreuzkirche auf die durch die Luftangriffe zerstörte Innenstadt Dresdens in Richtung des Pirnaischen Platzes


(1945, Bundesarchiv, Bild 183-Z0309-310 / G. Beyer / CC-BY-SA 3.0, Wikipedia )

Was hat der Feuersturm auf Dresden vom 13. bis 15. Februar 1945 mit Bad Sachsa zu tun?


"Die Luftangrife auf Dresden und den Großraum der Stadt im Zweiten Weltkrieg fanden erstmals im Herbst 1944 statt und fanden ihren Höhepunkt in vier Angriffswellen derRoyal Air Force (RAF) und United States Army Air Forces (USAAF) vom 13. bis 15. Februar 1945. Diese forderten zwischen 22.700 und 25.000 Todesopfer, zerstörten große Teile der Innenstadt und Teile der industriellen und militärischen Infrastuktur Dresdens." (Wikipedia 26.04.2021:  Luftangriffe auf Dresden).

Unmittelbar vor dem 13.02.1945 wurde die Kinderheilanstalt Dresden evakuiert - sie wurde kompkett Opfer der Angriffe.


Aus dem Bericht einer Praktikantin, die 1945 in Kronbergs Sanatorium arbeitete:
"Oma Kronberg führte das Haus mit ihrer Tochter Elfriede; Otto Kronberg war als Soldat an der Ostfront, Doktor Erika Kronberg als Ärztin in Dresden. Am 8. Mai 1945 stand Dr. Erika Kronberg mit Dr. Wilhelm (s.a.a.O.) abends um 8 Uhr vor der Tür. 40 Säuglinge, 19 elternlose Kinder, Ärzte mit ihren Familien und den Schwestern kamen in diesem Hause unter..."
In der Brandnacht hatten das Rote Kreuz und Soldaten auf LKW die Kinderheilanstalt Dresden evakuiert und über Kesselsdorf nach Bad Sachsa gefunden in der Hoffnung, hier eine vorläufige Bleibe zu finden.

"Auf Anordnung des amerikanischen Gouverneurs für den Landkreis Hohenstein Colonel Camerun in Nordhausen und des Obermedizinalrates Dr. Hesse als Gesundheitsdezernent für den Landkreis Grafschaft Hohenstein soll das aus Dresden evakuierte Säuglings- und Kinderkrankenhaus KINDERHEILANSTALT in das Bremer-Kinderheim verlegt werden.", so die Anweisung in einem Brief vom 16. Mai 1945  an Dr. Wilhelm (Sanatorium Kronberg / Säuglings- und Kinderkrankenhaus der  Stiftung Kinderheilanstalt Dresden). 
"Im November zog die Kinderheilanstalt dann ins Borntal, es war der Anfang des dortigen Kinderkrankenhauses (im Borntal) nach dem II. WK.". 
(vgl. auch: http://www.dresdner-stadtteile.de/Sud/Plauen/Strassen_Plauen/Chemnitzer_Strasse/chemnitzer_strasse.html)

"Kronberg Sanatorium, 14. März bis 13. Juni 1953"

(Slg. R. Boehm, 15 Fotos)

Hindenburgstraße, Schützenhaus

Kurpark mit Gästehaus

Kurpark mit Gästehaus

Schmelzteich, Bootshaus

Schmelzteich, Katzenstein

Fam. Kronberg, Vogt, Frl. Kronberg

Kaspers, Vogt

Guderian, Buddensieg

Frl. Meyer, W. Veld

Liegehalle. Graf Kasimir v. Pipifax, Kautschar, David, Rüssel

Fast vergessen - ehedem weltberühmt:

Margarete Arndt-Ober und Arthur Arndt begeistern nach wie vor

Hauskonzert im Sanatorium Kronberg
auf Eulingswiese 2
(27.09.1957 BSN)

1950er Jahre, Eulingswiese-Saal,
Tante Grete Arndt-Ober, Onkel Arthur am Klavier.
Frau Stanslowski dreht die Seiten um.
(Aus verwandschaftlichem Besitz der Familie Meißner, Bad Sachsa.
Foto Slg. R. Boehm)

"Seit 1911 war sie mit dem Haus "Eulingswiese" verbunden."

Am 15. April 1885 in Berlin geboren, war sie befreundet mit Elisabeth Runge (geb. Preu, 12.06.1884), die wiederum Verwandtschaft der Familie Kronberg (Eulingswiese) war.


Nach ihrer Weltkarriere (nach dem WK II)             fand sie in Bad Sachsa
eine Wahlheimat und die ewige Ruhe.

v.l.n.r.: Hermann Runge (am Steuer), Arthur Arndt, Margarte Ober, Elisabeth Runge
(o.J., Foto: Heinz-Michael Meissner)

Margarete Arndt-Ober, geborene Margarete Ober (* 15. April 1885 in Berlin; gestorben am 17. März 1971 in Bad Sachsa) war eine deutsche Opernsängerin (Mezzosopran/Alt, gelegentlich andere Stimmlagen).
Sie erhielt ihre Gesangsausbildung in Berlin, zunächt von Benno Stolzenberg, danach von Arthur Arndt, welchen sie 1910 heiratete.
Ihr Bühnendebüt gab Ober 1906 im Opern- und Schauspielhaus Frankfurt in der Rolle der Azucena in Giuseppe Verdis "Il trovatore". Sie wurde 1907 nach einem kurzen Engagement in Stetin an der Berliner Hofoper verpflichtet, der sie über 35 Jahre verbunden blieb. Nach zuerst kleinen Rollen erfolgte 1908 der Durchbruch als Amneris in "Aida", im selben Jahr in der Titelrolle von Jules Massenets "Thérèse". 1910 sang sie in der Uraufführung von "Poia" (Komponist Arthur Nevin), 1913 gab sie "Eboli" in Veris "Don Carlos".
Von 1913 bis 1917 war Arndt-Ober auch Mitglied der Metropolitan Opera in New York City, wo sie viele Rollen übernahm, die vorher Ernstine Schumann-Heink gesungen hatte. Am 13. November 1913 gab sie dort ihr Debüt als "Ortrud" in Wagners "Lohengrin". Ferner gab sie dort in Erstaufführungen etwa den Octavian in "Der Rosenkavalier", die Katharina in "Der widerspenstigen Zähmung", die Hexe in "Königskinder" und Alsoun in "The Canterbury Pilgrims" etc....



"Margarete Arndt-Ober
Berlin 1912".
Original signiert + datiert
(Verlag Herman Leiser Nr. 4795)
(Autogrammkarte, Slg. Ralph Boehm)

Auf dem Weg nach Amerika (1913 - 1917)

Das vortreffliche Mitglieder der Berliner Hofoper verläßt Berlin,
um ihr Engagement in Amerika anzutreten
(26.10.1913, Der Welt Spiegel, Slg. R. Boehm)

Deutsche Opernsterne in Amerika
Frieda Hempel als Marschallin und Margarete Arndt-Ober als Oktavian
bei der Premiere am Metropolitan Opera Haus in Newyork
(1914, Zeitungsausschnitt, Slg. R. Boehm)

Anläßlich ihres Engagement in New York an der
Metropolitan Opera entstand diese Tischdecke
von und für
Margarete Arndt-Ober.

Im gesamten Feld verteilt haben 18 Künstler ihre Signatur hinterlassen,
die 1914 an der Metropolitan Opera beschäftigt waren
(vom Dirigentin über die Konzertleitung und die Creme de la Creme der damaligen Sangesszene bis hin zum Pianisten);
anschließend hat de Freundin Elisabeth Runge diese Signaturen nachgestickt.

Wir schätzen uns glücklich, diese handgearbeitete Klöppelarbeit (das allein wäre schon Grund genug) in der Dauerausstellung unseres Wintersport- und Heimatmuseum zeigen zu dürfen.

(Dauerleihgabe aus Privatbesitz - im
Wintersport- und Heimatmusem Bad Sachsa)


(Die Anmerkungen zu den unten aufgeführten Künstlern stammen ausnahmlos aus WIKIPEDIA, April-Mai 2026)

"Margarete Arndt-Ober
Ihrer herzlieben
Elly Runge
New York - Berlin
1914"

Joseff Hofmann 
(vmtl. Józef Kazimierz Hofmann, 1876-1857) Erfinder, Komponist und Pianist)

Enrico Caruso (1873-1921) (Tenor) sang lange Jahre an der Metropolitan Opera.
Etelka Gerster-Gardini (1855-1920) (Sopran) sang u.a. in New York (1878)

Dr. Karl Muck (1859-1940) leitete u.a. von 1912 bis 1918 das Boston Symphony Orchestra

Otto Goritz
Debütierte an der MET am 24.12.1903 als "Klingsor" im "Parsifal" und war sehr erfolgreich als Wagnerinterpret tätig. 1917, mit dem Eintritt der USA in den WK I, musste er als Deutscher seine Karriere (nach 14 Spielzeiten, 23 Partien und 625 Auftritten) aufgeben (wie Margarete Arndt-Ober) und wurde als "Feindlicher Ausländer" interniert 

Bella Alten
Trat zwischen 1904 und 1914 an der MET in NY auf und sang 1905 unter den Augen von Engelbert Humperdinck die Gretel in der Premiere von "Hänsel und Gretel, was dort ihre Paraderolle wurde, ebenfalls 1905 die Adele in der Erstaufführung der "Fledermaus". Sie bestritt an der MET bis 1914 sechs Opernpremieren und hatte über 400 Auftritte, darüber hinaus auch am Broadway.

Pasquale Amato
Der Bariton debütierte neben Caruso in "La traviata" an der MET. Zwischen 1908  und 1920 sind hier 471 Aufführungen verzeichnet.

Ignacy Jan Paderewski
wurde nicht nur auf der ganzen Welt als Pianist gefeiert, sondern war auch ein herausragender Komponist, insbesondere vieler Klavierwerke. Sein bekanntetes Werk ist das 1888 entstandene Klavierkonzert in a-Moll op.17. Im Jahr 1901 feierte seine einzige Oper "Manru" in der Semperoper zu Dresden Weltpremiere. 1902 folgte in der MET die US-amerikanische Premiere.... Am Vorabend des WK I 1914 kaufte sich Paderewski, auf dem Höhepunkt seines Ruhmes, die 810 ha große "Rancho San Ignacio" in der Nähe der südkalifornischen Stadt El paso de Robles.
Im Jahre 1917 wurde Paderewski aktives Mitglied des Polnischen Nationalkomitees; 1919 zum ersten Ministerpräsidenten des soeben unabhängig gewordenen Polen berufen.

Emmy Destinn
Die Tschechin galt, neben Geraldine Farrar, als eine der besten dramatischen Sopranstimmen ihrer Zeit. Zwischen 1908 und 1916 war sie einer der größten Stars der MET und gab in dieser Zeit dort über 300 Vorstellungen. Sie sang u.a. die Titelrollen der "Aida" bei ihrem Debut (neben Enrico Caruso unter Arturo Toscanini) und verkörperte 1910 die "Minnie" in der Weltpremiere von Puccinis "La Fanciulla del West."
"A quintessential femme fatale, she was a flamboyant but tragic figure. Her love affairs were legendary. Among her many admirers was the great Enrico Caruso, whom she partnered on stage on 47 occasions, Arturo Toscanini, Artur Rubinstein and the French baritone Dinh Gilly, who learnt Czech to be able to sing with her in Prague - although that eventually meant an internment by the Germans there during the First World War." (www.destinn.com/life, 02.05.2026)

Etelka Gerster
Die ungarische Sopranistin debütierte 1876 in Venedig. Nächste Stationen waren London (1877) und New York (1878).
Von 1896 bis 1917 unterrichtete sie Gesang in Berlin ("Gerster-Methode")

Hermann Weil
Dem Bariton gelang 1911 der internationale Durchbruch mit den Verpflichtungen an die MET und zu den Bayreuther Festspielen. In New York debütierte er als "Kurwenal" und interpretierte in der Folge in sechs Spielzeiten insgesamt 16 Partien in 115 Vorstellungen.  Von 1912 bis 1914 war er auch an der Oper von Boston engagiert. 1912 wirkte er an der MET in einer konzertanten Aufführung von Monteverdis "L`Orfeo" mit. Bei der US-amerikanischen Erstaufführung des "Rosenkavaliers" am 9. Dezember 1913 in der MET sang er den "Fanial". 1916 war er in Glucks "Iphigénie en Tauride" zu hören. Weitere wichtige Rollen in New York waren aus seinem Wagner-Repertoire Wolfram, Telramund, Wotan und Wanderer. 

Marie Rappold + Rudolf Berger
Die in Barmen, Deutschland, geborene Sopranistin debutierte an der MET am 22.11.1905 als "Sulamith" in Karl Goldmarks "Die Königin von Saba"; bis 1920 gab sie 198 Auftritte in 23 Rollen und 22 Opern.
Ihr erster Ehemann, Dr. Julius Rappold, missbiligte ihre Karriere und sie ließ sich 1907 von ihm scheiden. 1913 heiratete sie den Tenor Rudolf Berger

Rudolf Berger, ursprünglich Stimmlage Bariton, nun Heldentenor, gab sein amerikanisches Debut 1913 an der MET , wo er 1914 als "Siegmund" in der "Walküre" debutierte. Er starb bereit im Folgejahr in New York.

Julia Culp
Zwischen 1914 und 1917 (und später 1924) nahm die niederländische Mezzo-Sopranisten 41 Recordings für das Victor-Label auf.

Coenraad V. Bos
Der niederländische Pianist Coenraad Valentijn Bos spielte u.a. an der New York Philharmonic und war der bevorzugte Pianist für Liederabende vieler berühmter Sängerinnen und Sänder die an der MET Weltruhm erlangten (z.B. Julia Culp und Frieda Hempel).

Alfred Hertz
Hertz erlangte Berühmtheit für seine Dirigate der Opern Richard Wagners an der MET. 1902 gab er sein dortiges Debut mit dem "Lohengrin"; er wirkte dort als Hauptdirigent für das deutsche Opernretoire. Im April 1906 dirigierte Hertz die Aufführungen von Enrico Carusos USA-Tournee mit der Metropolitan Opera, die durch das San Francisco-Erdbeben von 1906 zu einem abrupten Ende kam.

Dinh Gilly
Der französisch/algerische Bariton verließ 1908 die Paris Oper und performte von 1909 bis 1914 an der MET

Antonio Scotti
Mit der Titelrolle in Mozarts "Don Giovanni" debütierte Scotti 1899 an der MET in New York, der er bis 1933 verbunden blieb.

Th. Rehbaum
Vermutlich handelt es sich bei dieser Signatur um Theobald Rehbaum (1835-1918); dieser war ein deutscher Violinist, Komponist und Librettist, der u.a. eine Oper mit dem Titel "Turandot" schuf, die 1988 in Berlin aufgeführt wurde.Rebaum verfasste das Libretto zu dieser Adaption des bekannten Stoffes selbst. Neben dieser Arbeit komponierte er weitere Opern und Chorwerke.

Johanna Gadski
Die Sopranisten kam 1900 an die MET, wo sie bis 1917 als 1. Sopranisten des Hauses große Triumpfe, vor allem als Wagnersängerin, feierte. Sie stand dort in 25 Partien auf der Bühne, insgesamt war sie in New York in 455 Vorführungen zu sehen.

"Margarete Arndt-Ober
Ihrer herzlieben
Elly Runge
1914"

Vorstellung der neuen Schallplattenaufnahmen, die auf dem
Victor Records-Label im August 1915  erschienen sind:

Oben: "A Tosti Song by Caruso"
Enrico Caruso, Tenor
Ten-inch - $2.00
87213 La mia canzone

unten; "A Schubert Song by Ober"
Margarete Ober, Contralto
Pianoforte by Arthur Arndt
Twelfe-inch - $1.50
74441 Dem Unendlichen

(August 1915, Heft, Slg. R. Boehm)

THREE SINGERS OF LEADING SOPRANO AND CONTRAALTO RÔLES AT THE METROPOLITAN OPERA-HOUSE, NEW YORK -
IN THE CIRCLE IS A PORTRAIT OF MARGARETE OBER, THE GERMAN CONTRAALTO, AS OCTAVIAN, IN RICHARD STRAUSS`S COMEDY OPERA, "DER ROSENKAVALIER"
(1915, Munsey`s Magazine, Slg. R. Boehm)

"Her final and 182nd performance at the Met was as Marina in Modest Mussorgsky`s "Boris Godunov" on April 27, 1917.
On May 8, 1917, Ober performed in a benefit concert for the composer Eugen Haile."
(Wikipedia, 02.05.2026)
Die Aufnahme auf Victor 76031 stammt von 1915.

Am 2. April 1917 kursierten im Publikum Gerüchte, dass die Kriegserklärung gegenüber Deutschland unmittelbar bevorstünde. Angesichts patriotischer Ausbrüche wurde die Aufführung kurzzeitig unterbrochen, nach dieser Pause fiel Arndt-Ober plötzlich in Ohnmacht. Nach anderer Darstellung soll sie in einem Wutausbruch den Fluch Amneris gegen das Publikum gerichtet haben. Sie verlor nach dem später tatsächlich erfolgten Kriegseintritt der USA im November 1917 ihre Anstellung an der Metropolitan Opera und wurde bis Kriegsende interniert (gemeinsam mit weiteren deutschen Mitgliedern der MET).
Sie kehrte darum erst 1919 nach Deutschland zurück und nahm ihre Karriere an der Berliner Staatsoper wieder auf.




"Ein Maskenball"
Die Wahrsagerin "Ulrika" wird performed von Margarete Arndt-Ober
(07.11.1921, Konzertprogramm. Slg. Ralph Boehm)

M.Arndt-Ober als "Die alte Burgia" in JENUFA, 10. Mai 1942,
STAATSTHEATER BERLIN, STAATS-OPER, ZUR ZEIT AM KÖNIGSPLATZ
(links: "BLÄTTER DER STAATSOPER, XXII. Jahrg. 1941/42 Heft 5 ; rechts: innenliegendes Beiblatt. Slg. Ralph Boehm)

Erwähnenswerte Rollen in Uraufführungen waren die Kostelnička in Jenůfa von Leoš Janáček 1924, Alardis in "Der singende Teufel" von Franz Schreker 1928, Arabella in Die große Sünderin von Eduar Künneke 1935 und Aase in Peer Gynt von Werner Egk 1938.

Die Sängerin trat zum 1. Januar 1932 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 855.882) und war Beisitzerin in der Fachgruppe Oper im "Kampfbund für Deutsche Kutur" sowie in der "NSBO" der Staatsoper. 1939 war sie Mitglied in der "NS-Frauenschaft", der "NSV" und im "Reichsluftschutzbund".

Zudem trat Arndt-Ober beinahe jedes Jahr von 1922 bis 1944 in der Waldoper Zoppot auf und gab Gastauftritte auf europäischen Bühnen in Spanien, Holland und Norwegen sowie an den großen deutschen Operntheatern. Gegen Ende des WK II sang sie vornehmlich vor Soldaten und Offizieren.
(Wikipedia, 02.05.2026)

Ihren Lebensabend verbrachten Arthur Arndt und Margarete Arndt-Ober in Bad Sachsa.

(BSN, 28.08.1958)

(BSN, 30.11.1957)


Eine Künstlerin von Weltruf
Kammersängerin Margarete Arndt-Ober starb im 86. Lebenjahr

Bad Sachsa. Im Altersheim der Diakonissen in der Talstraße hat die hemals Königlich Preußische  und Schwedische Hofoper- und Kammersängerin Margarete Arndt-Ober am Mittwoch kurz vor Vollendung ihres 86 Lebensjahres für immer die Augen geschlossen, eine Künstlerin von Weltrang, deren Lebensabend lange Jahre mit Bad Sachsa verbunden war...

(19.03.1971, BSN)

Nach diesem Ausflug in die große weite Welt der Oper
nun wieder zurück zur Geschichte der Eulingswiese 2

"Kronbergs Sanatorium Eulingswiese
3423 Bad Sachsa (Südharz) 400 m ü. d. M."
(1970er, AK: Slg. R. Boehm 6224)


IN ARBEIT

"Kronbergs Sanatorium Eulingswiese
3423 Bad Sachsa (Südharz)"

(1971, AK vs + rs: Slg. R. Boehm 6272 + 6273)

Einige Jahre war Kronberg`s Sanatorium auf Eulingswiese geschlossen... 
Seit Anfang Oktober heißt es: 52 behinderte Frauen und Männer haben hier nun eine Bleibe gefunden:

(BSN 20.11.1984)

(Kurzeitung Weihnachten 1984)


Einladung zum Tag der Offenen Tür


(10.05.1985, Einladung zur Einweihungsfeier. Slg. R. Boehm)

1950 wurde das Sanatorium wie folgt beworben: „Haus für Leichtkranke ohne Ansteckungsgefahr. Ärztlich geleitete Kuren für Rekonvaleszenten nach Rippenfell- und Lungenentzündungen, Bronchitis und Asthma. 400 m über dem Meere, in schöner, staubfreier und ruhiger Waldlage mit prächtiger Fernsicht…“. 
 
Angeboten wurden Liegekuren, Massagen, Luft- und Sonnenbäder sowie Gymnastik. 

Aus den 1950/60er Jahren wird überliefert, daß die Jugendlichen dieses Anwesen häufig als "Hustenburg" oder auch "Pfeifferheim" bezeichneten. Das hatte seinen Hintergrund darin, daß sich "Kronbergs Sanatorium Eulingswiese als Sanatorium bewarb, welches besondere Kenntnisse im Bereich der Atmungsorgane anbot. Dafür dienten u.a. 43 "Zi. m. Fließw." (Zimmer mit Fließwasser), 75 Betten, Bad im Hause und ein Leitender Arzt Dr. med. Bock, welcher Facharzt war für innere Medizin und Lungenkrankheiten. Offene Tbc wurde im Gegensatz zu Sülzhayn (heute Stadtteil des thüringischen Ellrich) in Bad Sachsa nicht angeboten (dagegen hat sich auch insbesondere der damals von den Amerikanern nach Kriegsende eingesetzte Bürgermeister Willi Müller ausgesprochen, der in der Behandlung von Tbc hier vor Ort eine Gefahr für die Anerkennung des Prädikates "Heilklimatischen Kurort" sah).


Noch in 1966 wurde durch Joseph Gremm ein bedeutender Anbau realisiert. Die bundespolitischen Maßnahmen (s.a.a.O.) nahmen aber schließlich auch diesem Sanatorium die Luft zum Atmen (Sorry! für das Wortspiel).
Nach Leerstand wurde das Anwesen im Juli/August 1984 an die "Harz-Weser-Werke" verkauft (BSN 16.04.1988) und bereits im Oktober des selben Jahres lebten 52 behinderte Frauen und Männer dort (BSN 20.11.1984). Die Einweihung wurde im Folgejahr mit einem "Tag der offenen Tür" am 10. Juni 1985 begangen. In der Einladung durch den GF Helwing  kommt damals -vielleicht berechtigte- Sorge zum Ausruck, "denn wir erhoffen uns von dem Kennenlernen ein besseres Verständnis für unsere Arbeit und eine Einbeziehung unserer Behinderten in die Bad Sachsaer Gemeinschaft". Nach über 35 Jahren Miteinander ist zu konstatieren: die Sorge war und ist unbegründet! (siehe oben).

Ab November 1992 wurde die erste größere Erweiterung vorgenommen von bis dahin 70 auf nunmehr 96 Plätze (BSN 27. November 1992); die Einweihung für die Erweiterung im Oktober 1994 geschah im Beisein von u.a. dem damaligen BGM Karl-Otto Wienecke (BSN 08./09. Oktober 1994).
In 2002 erfolgte ein weiterer Anbau. 

Harz-Weser bereichert unserer Stadt Bad Sachsa durch das Betreiben der Wohnstätte Eulingswiese - Mehr als 35 Jahre gute Arbeit mit den Menschen - dafür Danke!!

(BSN 16.04.1988, a)

(BSN 16.04.1988, b)

(BSN 16.04.1988, c)

(BSN 16.04.1988, d)

(BSN/HK 18.09.2002)

(2009, homepage der Harz-Weser-Werke)

Ausführliche Information finden Sie auf der homepage der

Harz-Weser-Werke

25.04.2021: https://www.h-w-w.de/wohnen/wohnstaetten/haus-eulingswiese/

(25.04.2021, Foto Harz-Weser-Werke)

Lage:
Das Haus Eulingswiese liegt am Ortsrand von Bad Sachsa. Es ist umgeben von einem parkähnlichen Gelände. Der Garten ist viele Hundert Quadratmeter groß. Dort gibt es einen Grillplatz, einen Sinnesgarten sowie Sitz- und Ruhemöglichkeiten. Zu Fuß ist man in 15 Minuten in der Innenstadt. Dort gibt es Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte, ein Spaßbad, Restaurants, Banken und eine Eislaufhalle. Die Bus- und Zugverbindungen sind sehr gut.

Wohnstätte:

In den zwei Häusern der Wohnstätte leben derzeit 96 Bewohner. In den zehn Wohngruppen gibt es viele Einzelzimmer, aber auch noch einige Doppelzimmer. Jede Gruppe hat einen eigenen Wohn- und Essbereich. Im Haus gibt es eine Zentralküche, die das Mittagessen kocht, wenn man das möchte. Es hat aber auch jede Gruppe eine eigene Küche. Außerdem gibt es eine Turnhalle für Bewegungsangebote, den Snoezelenbereich zur Entspannung und einen Saal für größere Veranstaltungen.

Arbeit:

Jeder Bewohner hat die Möglichkeit, entweder in unserer Werkstatt in Osterode oder in unserer Tagesförderstätte zu arbeiten. Die Tagesförderstätte befindet sich auf demselben Gelände wie die Wohnstätte.

Freizeit:

In der Wohnstätte gibt es sehr viele Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Sie können bei uns zum Beispiel wandern, joggen oder Wintersport betreiben. Wir fahren gemeinsam zum Bowlen, ins Fitness-Center, ins Spaßbad oder gehen in den Sportverein, zur Feuerwehr oder in die Kreisvolkshochschule. Dazu gibt es Tagesausflüge, Wochenendfahrten oder sogar mehrwöchige Urlaubsfahrten. Wenn Sie Ihren Urlaub mit anderen verbringen wollen, unterstützen wir Sie dabei. 

Weitere Informationen erhalten Sie in unserem "Hausprospekt"  (vorvertraglichen Informationen) und natürlich bei einem persönlichen Gespräch.

Adresse:

Eulingswiese 2, 37441 Bad Sachsa

Hermann Löns und Bad Sachsa

Vor Kronbergs Sanatorium steht ein Gedenkstein für Hermann Löns. Vorwiegend und zu Recht als „Heidedichter“ bekannt, weilte dieser aber auch oft und gern im Südharz, den er durch seine zweite Frau Lisa Hausmann aus Barbis kennen lernte. Neben mehreren Aufenthalten in Scharzfeld (Hotel Schuster, heute Hotel Thiele am alten Bahnhof) weilte er 1908 zur Kur in Neustadt bei der Familie Kronberg und schloss mit dieser Freundschaft. Nachdem diese sich auf der „Eulingswiese“ angesiedelt hatte, besuchte er sie dort 1912 und 1913.

 (links: Eulingswiese 2 mit Denkmal oben rechts: 1970er, AK: Slg. R. Boehm, mittig: 1999, Foto: Helmut Werner Degenhard, Slg. Boehm, rechts: Eulingswiese 1 mit Denkmal oben links: 1970er, AK: Slg. R. Boehm)

"Die Hermann-Loens-Gedenkstätte auf Eulingswiese in

Bad Sachsa/Süd Harz.

Es war am 8. August 1938 abends gegen 20 Uhr als sich in unmittelbarer Nähe des Sanatoriums Eulingswiese in Bad Sachsa zahlreiche Bürger und Bürgerinnen der Stadt Bad Sachsa, die Stadt und Kurverwaltung, viele Kurgäste, Abordnungen der N.S.D.A.P.-Gliederungen und verschiedene Vereine einpfanden, um bei Fackelschein eine in den letzten Monaten zur bleibenden Erinnerung an Hermann Löns geschaffene Gedenkstätte zu weihen. Nach feierlichem Vollzug durch den Kreisleiter Nentwig übernahm der damalige Bürgermeister WErges die Stätte in die Obhut der Stadt. Die Initiative zur Schaffung dieser Stätte des Gedenkens an den Dichter lag in erster Linie bei der ihm befreundeten Familie Kronberg. Da Herr Fritz Kronberg verstorben war, waren Haupttriebfeder seine Witwe Frau Meta Kronberg und ihre Kinder, von Ihnen besonders Otto Kronberg, der heutige Besitzer des Sanatoriums Eulingswiese. Aber auch Herr Rusche, der Geschäftsführer des benachbarten Erholungsheims BERGHAUS EULINGSWIESE war äusserst aktive beteiligt. Freiwillige Helfer für die freiwilligen Arbeiten fanden sich unter den Lönsfreunden der Stadt. Die entstehenden Kosten wurden durch die Familie Kronberg und Rusche aufgebracht. Die Stadt stellte das Gelände zur Verfügung.
Die Örtlichkeit bestimmte sich sozusagen selbst durch eine Bank, die zu Löns-Zeiten von einer Gruppe hoher Fichten umstanden war, ein Lieblingsplatz des Dichters, von wo aus er eine weite Sicht über die Berge des Süd Harzes bis zum Poppenberg vor Stollberg hatte. An dieser Stelle setzte man einen Granitblock, der aus dem Hochharz heran geholt war. In ihm wurde das Reliefbildnis des Dichters in Bronze eingelassen, darunter erhielt der Stein die Inschrift Hermann Löns. Nach hinten wurde der Platz mit einer Tannenhecke halbkreisförmig abgeschlossen, davor stand die Ruhebank. In den folgenden Jahren wurde die Stätte durch weitere Anpflanzungen, deren Pflege sich die Familie Kronberg angelgen sein liess, verschönt und ausgebaut. Die alte Bank musste ersetzt werden, und heute sind es deren zwei, die wiederum ausruhenden Menschen Platz bieten. Die rückwärtige Tannenhecke ist durch eine Buchenhecke ersetzt, un in den Jahren hochgewachsener Baumbestand lässt die weite Fernsicht nicht mehr zu.".
(maschinegeschriebenes Manuskript im Archiv der Stadt Bad Sachsa)