BISMARCKSTRASSE

(Der untere Teil der Bismarckstrasse
- nicht aber das Rathaus mit Adresse "Bismarckstrasse 1" -
von der heutigen Nr. 1a bis vermutlich zur Nr. 21 wurde
1935 bis zum Kriegsende als "Horst Wessel-Strasse" geführt)

Die Situation 1893 oberhalb des

(erst 1899 erstellten)

Kurparks und des Schmelzteiches

im Allgemeinen und die

 

Bismarckstraße 


im Besonderen

Diese Zeichnung verdanken wir einer Auseinandersetzung über den Laubwald zwischen den Nachbarn Von Hausen und Müller in 1893.
Die spätere Bismarckstraße wird hier als "Chaussee nach dem Kuckansthal" bezeichnet.
Wenige Häuser stehen bereits - der Rest ist bereits gut aufgeteilt für den kommenden Boom. Natürlich werden seit vielen 100 Jahren die Mühlen von Kaelz + Gelpke über den künstlich angelegten "Mühlgraben" gespeist (aus dem "Uffe Fluss" - nicht aus dem Schmelzteich!!! Auch verfügt der Teich über zwei Zuläufe - wohl aus dem Kuckanstal und dem Westertal).
Auch die untere Seite der späteren Moltkestraße, hier als "Weg" bezeichnet, ist schon größtenteils bebaut. Besonders ins Auge fallen aufgrund Größe und Lage "Reinhardt`s Park" (durch den gleichnamigen Kommerzienrat erst 1909 bebaut - Brandstraße 14 - und um 1930 weiter parzelliert) sowie der Grund von Dr. Böttcher (später u.a. Villa Uthemann - Blücherstraße 4).

Bismarckstr. 6            Villa Buchenhöhe

(früher auch unter Bismarckstr. 5a oder Wiesenstraße addressiert)
(später auch unter Wiesenstraße 8)

Villa Buchenhöhe. Pensionat Jacob

(1902, AK: Slg. R. Boehm A 163)

Um 1890 ist dieser Grund, bezeichnet mit "Wolfshöhe 278", noch unbebaut. Erst 1902 können wir mit der obigen Ansichtskarte dieses "Pensionat Jacob" in der "Villa Buchenhöhe" nachweisen

Villa Buchenhöhe

(1906, AK: Slg. R. Boehm)
"Das hier abgebildete Haus gehört unserer Nichte Frieda v. Lüpke, die Kurgäste in Pension nimmt und es allen behaglich zu machen versteht.",
jedenfalls bis 1910 die Fremdenpension von Frau Gröbe für rund 10 Jahre Erwähnung findet.

Haus Buchenhöhe.

1920 wirbt Schwester Cäcilie Wolff mit einer Anzeige im Prospekt der Bade-Verwaltung BAD SACHSA für ihr "Haus Buchenhöhe.
In den "wilden 20ern" wird es auch mit der Adresse bei diesem und dem Nachbarhaus, der "Villa Silesia", schwierig.
Ich vermute, dass diese beiden Häuser in dieser Zeit durch die Geschwister Margarete Heinze, geb. Schnabel und Helene Schnabel käuflich erworben wurden und diese Häuser partiell verpachtet wurden.

Villa Buchenhöhe

Nur sehr kurz, ca. 1929 auf 1930 wird in der Buchenhöhe das Töchterheim Gummel erwähnt (Faltplan rs von ca. 1930).

Vermutlich noch in 1930/1931 wurde dieses Haus durch Magdalene Tautz käuflich erworben, die in den Folgejahren als Fremdenheimbesitzerin in den Telefonbüchern etc. noch 1949 für das "Haus Buchenhöhe" steht

1930/1931 taucht erstmals der Name "M. Tautz" mit dieser Werbung in Erscheinung.

(1937, Der Harz Heft 3, März 1937)
Zu den Umänderunger während der NAZI-Zeit siehe an anderer Stelle.

In 1945 ff war selbstredend auch dieses Haus von Flüchtlingen bis unter das Dach belegt, aber auch Erholung Suchende kamen, wenn denn Platz war! Allerdings:

"Es gefällt uns sehr gut hier - wenn man auch hinsichtlich der Verpflegung - die schönen Wälder, die würzige Luft u.s.w. müssen den Ausgleich schaffen - einen kleinen Masstab nur anlegen darf."

Buchenhöhe, Anzeige Kurliste Sept. 1949

Im Osteroder Kreis=Anzeiger (inkl. u.a. "Sachsaer Tageblatt" und Verlag der Kurliste Bad Sachsa") erscheint in den 1950er diese Anzeige (Tom Schreiber auf Facebook, 25.05.2019)

Urlaub 1951 in Bad Sachsa (Foto: Slg. R. Boehm)

1958 wirbt wohl letztmalig Magdalene Tautz für ihr "Fremdenheim mit Pension: Haus Buchenhöhe, Bes. Frau M. Tautz, 16 Zimmer, 26 Betten, Zi. m. Fließw., Bad im Hause" (Prospekt 1958)

1960er Jahre

"50 Jahre Hotel Buchenhöhe"
(BSN, 11.05.1985)

 Das Haus bleibt in Familienbesitz und profitiert vom Aufschwund in Deutschland; es wird wieder investiert und man kann sich wieder einen kleinen Urlaub in Deutschland, insbesondere im Harz, leisten - es kommt Farbe ins Leben der Wirtschaftswunderzeit. 

Die Besitzerin, Katharina Kirms-Hohmann, geb. Tautz, führt das Haus mit 34 Betten und wirbt mit Diätkuren (?!). Mitte der 1980er steht Frau Hannelore Weißkopf (Tochter von K. Kirms-Hohmann) mit ihrem Partner Walter Hupe für das zwischenzeitliche "Hotel-Restaurant Buchenhöhe".
(1976, AK: Slg. R. Boehm)

Aus der BUCHENHÖHE wurde ein Dialyse-Zentrum
(BSN, 03.07.1987)

In den Trend des Rückbaus von Kurheimen aufgrund der Gesundheitstrukturgesetzgebung investiert Dr. med. E. Adolph 1987 in diese Feriendialyse, ... 

...während gleichzeitig das RESTAURANT-CAFÉ bei GISBERT u. GABY Ende der 1980er betrieben wird

um 2000 (Anzeige, Stadtplan 11. Aufl. 2000 oder später)

(Anzeige 25.06.2005)


 

Bismarckstraße 14

vor 1853: Haus 104, Die Mühle "Auf der Gemeinde" des Müllers "Gelbke" (1854: "Gelbcke"; ab 1875: "August Gelpke)  
ab  1853: Haus 126 Auf der Gemeinde
um 1900: Auf der Gemeinde 126
ab  1935: Horst Wessel-Straße 9
ab  1945: Bismarckstraße 8 a
ab  1980: Bismarckstraße 14

Fremdenheim "Gelpkes Mühle"

(ca. 1937, AK: Slg. R. Boehm 2478)


Die Geschwister Friedel und Luise Gelpke lassen in 1936 durch ihren direkten süd-östlichen Nachbarn, die Fa. "Fr. Kälz Nachflg. Alfred Behnsen" (damals Horst Wesselstr. 8), dieses Fremdenheim erbauen. Die Namensgebung erfolgte in Anlehnung an die sich nord-westlich seit langem im Familienbesitz Gelpke befindlichen Mühle.

Geschwister Gelpke

(1960, AK rs. Slg. R. Boehm 1793) 

Das sich die Gäste in Bad Sachsa im Allgemeinen und im Hause der Geschwister Gelpke im Besonderen wohlfühlten, wird aus dieser 1960 geschriebenen Ansichtskarte deutlich!
Der auf der Karte eingedruckte Name "GELPKES MÜHLE" wurde per Federstrich gestrichen. 

Geschwister Gelpke

(1960, AK vs. Slg. R. Boehm 1793)


Das Gebäude bleibt über die Jahrzehnte nahezu unverändert. Lediglich die relativ streng gehaltene Fassadengestaltung erhält eine Auflockerung durch das Anbringen der Klappläden im Erdgeschoß.


Gelpkes Mühle

Bismarckstraße 15

Das Baujahr der Mühle ist unbekannt; erstmals wird sie im Jahre 1557 erwähnt

(1921, Foto: Slg. R. Boehm) 

Sie war damals eine Ölmühle, wovon die kleinen Mühlsteine an der Auffahrt zum Parkplatz Zeugnis ablegen. Gefunden wurden sie 1970 im Fundament der ehemaligen Scheune. Die fünf groβen Mühlsteine im Hof sind Getreidemühlsteine, mit denen zum Teil noch bis 1957 unter dem Müllermeister Martin Gelpke Korn verarbeitet wurde.

Schon 1864 wurden in “Gelpkes Mühle” die ersten Kurgäste begrüβt und damit eine lange Familientradition gegründet.

(1910, Foto: Slg. R. Boehm)

So sah eine Geschäftsidee vor 140 Jahren aus...

(1895, Foto: Familie Gelpke)

1874 richtete Carl Gelpke hier eine erste Privat-Badeanstalt ein. Sie bestand aus einer Bretterbude neben dem Mühlrad, in welcher eine Badewanne stand, in der Anwendungen verabreicht wurden. 

Zeitungsartikel 29.08.1970 Bad Sachsaer Nachrichten

Zeitungsartikel vom 29.08.1970 / Bad Sachsaer Nachrichten

Karte der Brunnen von 1898, StABS

Ein kleiner Teil des Mühlgrabens ist heute noch (mit Wasser!) zu sehen im Vital-Kurpark. Der Überlauf vom Schmelzteich zum Mühlgraben war dort, wo heute der Zugang vom Kursaal zur Schmelzteich-Ecke ist; der Graben verläuft dann weiter parallel zum Damm Richtung Bismarckstraße, geht zum kleinen Teich, an dem Selmar Müller über viele Jahre montags (an dem Tag gab es kein Kurkonzert!) auf seiner Waldzither die Gäste unterhielt, unterfloß die Bismarckstraße, ging weiter über den heutigen P des RoWis (die Kegelbahn des "Hubertus" wurde ehedem auf den zugeschütteten Mühlgraben gebaut) zur ersten Mühle (heute Christel + Harm Douma, auf dessen Grund kann man, kurz vor der Steigung zur Moltkestraße noch den Mühlgraben erahnen an der ca. 2 m erhöhten Rasenfläche). Das Wasser floß dann oberschlächtig auf Gelpkes Mühlrad, um dann parallel zur Anhöhe weiter unten Kälz` Mühle anzutreiben und später, noch vor der Schimmelbrücke (Hinter Eiscafé Venezia) in das Uffebett zurückgeleitet zu werden. (Karte der Brunnen von 1898, StABS).

1893, Auseinandersetzung Müller mit den Nachbarn in der Moltkestraße, StABS

Text

Titel

Text

Karte der Brunnen von 1898, StABS

Text

Titel

Spuren des alten Mühlgrabens sind (noch) zu erkennen...

2017-03-27 Bismarckstraße 15, Gelpkes Mühle

Text

(1999, FALK/RÜSTENBERG, Werbung S. 10)

Villa Schöpffer

(auch Villa Hubertus genannt)   

ab  1893:  Auf der Gemeinde 294
um 1900: Bismarckstraße 10
ab  1935: Horst Wessel-Straße 10
ab  1945: Bismarckstraße 10
ab  1980: Bismarckstraße 17

Villa Schöpfer bzw. Villa Hubertus

(vermutlich 1898, AK: Slg. R. Boehm A 162)


Noch ganz im Grünen wurde diese Villa bereits 1893 erbaut, die unter den Sachsaern als Villa Hubertus bekannt geworden ist. 
 

Über die Jahrzehnte wechselten die Eigentümer /Besitzer des "Hotel Hubertusklause" (auch "Hotel Hubertus" mit Café) mehrfach.
Auch die erheblichen Investitionen in 1982 ff (vgl. den unten stehenden Zeitungsartikel), u.a. in den Bau einer Kegelbahn (Doppelbohlen-Bahn, Dank des elektrischen Betriebes waren Helferlein zum Aufstellen der Kegel und zum Mitzählen nicht mehr notwendig), durch den Architekten und Maurermeister Helmut Peix für Jochen Müller, brachten keine Wende mehr zum Guten. (vgl. auch die grundsätzlichen Ausführungen zum Tourismus). Vielleicht fehlte aber auch einfach nur das ansonsten typische Türmchen ???

Fenster des Wintergartens, ehemals im Eingangsbereich (rechts des Hauses)

(Glasmuseum Steina) 

Dieses wunderbare Beispiel für Glas aus einem typischen Bad Sachsaer Wintergarten wurde bei den Abrissarbeiten gesichert und ist heute im Glasmuseum Steina zu bewundern.

Hotel Hubertus

(oben: 1978, Klapp-AK vs: Slg. R. Boehm lose)


Diverse Zwangsversteigerungen vor und nach der Grenzöffnung führten zur endgültigen Schließung zum Dezember 2002. In 2006 erwarben die "Oelkers Betriebe OHG" das Gebäude, ließen es zum Jahreswechsel abreißen und sorgten für die dringend notwendigen Parkplätze.
Schade um diese Villa - aber gut für die problematische Verkehrssituation im Umfeld des Hotels Romantischer Winkel.


(1978, Klapp-AK rs: Slg. R. Boehm lose)

"Liebste Mutter"

Ein schönes Beispiel für die internationalen Beziehungen 1900

(1902, AK. Slg. R. Boehm)
Diese "TARJETH POSTAL" hatte eine lange Reise um die halbe Welt hinter sich. Sie wurde abgestempelt am 04. Februar 1902 in El Salvador im Hauptpostamt der Hauptstadt San Salvador, lief über New York, um nach der Atlantik-Überquerung Bad Sachsa rund 6 Wochen später am 21. März 1902 zu erreichen. 


Die Tochter Paula, zur Zeit in San Salvador, bedankte sich mit Datum 3. Februar 1902 bei ihrer Mutter, "Frau Forstmeister E. Schoepffer, Villa Hubertus", für die  "liebe Karte vom 27. Dez und die Einlage im ...Brief vom 2. Jan.", die vor 2 Tagen sie in San Salvador erreichte (die Karte war also 30 Tage unterwegs). Gern wäre Paula beim Weihnachtsfest in Bad Sachsa mit dabei gewesen, verständlich: denn "In den letzten Tagen ist hier nichts besonderes vorgefallen, außer einigen Erdbeben....".


PS: über eine komplette "Übersetzung" des Textes würden wir uns freuen!

Diese eher schlichte Villa, fehlen ihr doch typische Merkmale (wie beispielweise ein Türmchen), wurde bereits 1893 durch den Zimmermeister A. Heise für Herrn Amtsgerichtsrath Silkerott aus Nordhausen errichtet ("Amtgerichtsrath Silkerott" sollte nicht verwechselt werden mit "Amtsgerichtsrath Silkrodt", Hindenburgstraße 7: beide waren aus Nordhausen - sind aber nicht identisch!)
Bereits 2 Jahre später führt die Witwe E. Schöpffer, diese "Villa Schöpffer, Sommerlogis im Hause der Frau Prinzess Wilhelm von Hessen"; in 1899 passt sie sich den Wünschen der Sachsaer und Großstädter gleichermaßen an und wandelt das Haus um in ein "Pensionat für junge Mädchen", um der Nachfrage für gutes Personal gerecht zu werden und/oder die jungen Mädchen auf ihre Zukunft als Ehefrau vorzubereiten (FALK/RÜSTENBERG, 1899 S. 6 ff). Sorry: dieses Frauenbild haben andere in grauer Vorzeit geprägt - meins ist ein anderes! 
Wann der Postdirektor a.D. Weber Besitzer dieser Villa wurde ist nicht bekannt; allerdings hat er dem Haus 1908 ein "Russisches Rohr" einbauen lassen ("Eine besondere Schornstein-Bauart ist die russische Röhre. Sie zeichnet sich durch einen engen Querschnitt aus. Diese Bauform mit russischem Vorbild ist seit Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland üblich. Die ältere Schornsteinbauweise hat in Deutschland einen größeren Querschnitt und ist vom Schornsteinfeger besteigbar."., Wikipedia, Abruf 14.12.2021).



 

Allgemein: "1956 wurden in Deutschland die ersten Kegelstellmaschinen in Betrieb genommen.

1980 hielt der Computer auf den Kegelbahnen Einzug (Mikroprozessor gesteuerte Kegelstellmaschinen).

1985 feierte der DKB sein 100-jähriges Bestehen.
In diesem Verband sind ca. 180.000 Sportkegler und Bowler organisiert.

In Deutschland kegeln ca. 21 Millionen Menschen zu ihrem Vergnügen, davon fas 4 Millionen regelmäßig.

Durch die große Beliebtheit kann man heute das Kegeln als Volkssport ansehen."

(Geschichte Kegeln - kegeln sportclub-hoyerswerda.de)

Auch die erheblichen Investitionen in 1982 ff, u.a. in den Bau dieser Kegelbahn (Doppelbohlen-Bahn, Dank des elektrischen Betriebes waren Helferlein zum Aufstellen der Kegel und zum Mitzählen nicht mehr notwendig), durch den Architekten und Maurermeister Helmut Peix für Jochen Müller, brachten keine Wende mehr zum Guten für das Hotel Hubertus (vgl. auch die grundsätzlichen Ausführungen zum Tourismus).
(1982, Urkunde. Slg. R. Boehm)

Seit ca. 1960 war der Inhaber der Hubertus-Klause Karl-Heinz Vollmer; mittig der 60er folgte sehr kurz Inhaber Alfred Scholz und bereits 1966 ist der Besitzer Günter Müller. 1979 erwirbt Jochen Müller das Hotel garni HUBERTUSKLAUSE, der 1981/1982 einen Anbau (auf dem ehemaligen Mühlgraben) durch Bauunternehmen Helmut Peix mit Doppelbohlenbahn errichten lässt. In 1983 ändert sich die Hausnummerierung von 10 auf 17. In 1988 übernimmt, aus Hannover kommend, die Familie Ahmed Cos das Hotel und bietet türkische Spezialitäten an. Letze Betreiber waren von 1995 bis 2002 Ilona + Wilfried Schieke, die zuvor in Ellrich den dortigen Lindenhof betrieben hatten. In 2006 erwarb die Familie Oelkers das Gebäude in der Zwangsversteigerung und ließ es abreißen, um ihr selbst geschaffenes Problem der Parkplatznot durch ein Parkdeck (sic! also Parterre und eine Etage darauf) abzubauen... ... heute leider und lediglich EIN Parkplatz eines größeren Hotels. Das nennt man dann Stadtentwicklung...  (Facebook 03.05.2023) (Ansichtskarten aus Slg. R. Boehm)


Hotel Fürst Otto von Bismarck

ab  1906:  Bismarckstraße 12
ab 1935:  Horst Wessel-Straße 12

ab  1945:  Bismarckstraße 12
ab circa 2000: Bismarckstraße 19

IN ARBEIT

IN ARBEIT


IN ARBEIT


"Neue Besitzer: Alven u. Lichterfeld"

(28.10.1922, BSN) 

Der Klub "Bad Sachsa 1923" 
(25.08.1923, BSN)

WER WEIß ETWAS ÜBER DIESEN KLUB ???

"Besitzer: Bernard I. Alven" setzt auf die Kraft der Musik

(25.08.1923, BSN)

IN ARBEIT

Hotel Fürst Otto von Bismarck

(1908, AK: Slg. R. Boehm)

Herr Paulmann, Besitzer des Hotel Villa Pfeiffer, baut ein der Neuzeit entsprechendes Hotel, welches bereits im Juni des Jrs. fertiggestellt sein soll. Der Bau wird von Maurermeister Otto Kaiser ausgeführt".     (ZfdH 10.05.1906).

Das Haus wird viele Jahre von Frau Bruchmann (Tochter des Baumeisters Otto Kaiser) geführt.

Fritz Sauckel-Haus

(01.12.1934, BSN)

 "Bad Sachsa, 1. Dezember. Die Eröffnung der Partei-Schulungsstätte, des Fritz Sauckel=Hauses, findet am Sonntag abend statt. Eine schlichte Einweihungsfeier soll die Bedeutung der Schulungsstätte würdigen."

Schulungsstätte der N.S.D.A.P. "Fritz Sauckel Haus" in Bad Sachsa (Südharz) mit Lehrsaal, Speisesaal, Waschraum und Schlafzimmer

(1936, AK: Slg. R. Boehm)

Fritz -Sauckel-Haus

(1930er, AK vs + rs: Slg. R. Boehm)


"Zimmer No. 17. ist unser Heim.
Bad Sachsa!
Die herzlichsten Grüße von der Schule sendet Dir und allen Kammeraden Euer Kammerad ...."

Villa Bella Vista

Erbaut wohl 1878                Bismarckstr. 21, "Bella Vista"

(1899, Foto: Slg. R. Boehm A 203)

Das erste Haus am "Brand":

Der Walkenrieder Maurermeister Friedrich Pfeiffer wollte auch am Bad Sachsaer Bauboom teilhaben, erwarb hierzu mehrere Grundstücke in Schmelzteichnähe und errichtete mehrere, stets "Villa Pfeiffer" genannte Häuser, die er verkaufte um flugs das nächste Haus zu erbauen. Mit der heutigen Hausnummer 21 begann Maurermeister Pfeiffer mit dem Bau des ersten Hauses am Brand (heute der nördlichste Teil des Bergrückens zwischen Schmelzteich bzw. Bismarckstraße und dem Salztal) oberhalb der damaligen Stadt. 

Vom Schmelzteich aus gesehen

(Foto: Slg. M. Wedler)

1889 gelangte der Besitz in die Familie Hartung, die dort zeitweise ein Fotogeschäft betrieb. 1966 hatte es als "Haus Hartung" 6 Betten anzubieten. Das Ehepaar Jaquet kümmerte sich ab vermutlich 2005 bis 2015 liebevoll um das Haus, welches seit 2016 mit Feingefühl durch das Ehepaar Dräger zu neuer Blüte geführt werden soll.

Der Ausblick


Villa Bella Vista

Bismarckstr. 21, "Bella Vista"

(1902, AK: Slg. R. Boehm 1018)

Rückseitig vom Brand über die noch nicht chaussierte Moltkestraße auf Schmelzteich und Bergsegen.

D

IN ARBEIT


IN ARBEIT


Haus Waldwarte

Logierhaus Knoop in Sachsa i. Harz

1902: Brand 15
Seit 1905: Bismarckstr. 15
(nur 1930 im Einwohnerbuch: Bismarckstr. 24)

"Das...Logierhaus WALDWARTE ist in dem Luftkurort Sachsa i. Harz im Jahre 1903 durch den Regierungsbaumeister George Hartmann in Berlin erbaut worden und gibt ein gutes Beispiel der Befolgung des Grundsatzes, einfache Aufgaben auch einfach zu lösen..."
(ZENTRALLBLATT DER BAUVERWALTUNG Nr. 48, S. 301.
Vgl. auch ARCHITEKTONISCHE RUNDSCHAU, Band 21, Heft 11, 1905)

Neben der Villa Uthemann (Blücherstr. 4, Baujahr 1900) plant in 1902 Emma Knoop, geb. Behrens ihr HAUS WALDWARTE zu erbauen. Mit der Planung durch das Berliner Architekturbüro Hartmann (& Schlenzig vermutlich) wird die Bausausführung "einenm gänzlich ungeübten Unternehmer" übertragen (s.o.. Vermutlich dem Sachsaer Bauunternehmen Fr. Kälz, der auch in den Folgejahren kleinere Arbeiten rund um diese Villa umsetzt).

Insbesondere "Junge Mädchen finden liebevolle Aufnahme zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ausbildung" in dieser "Familienpension".
("DAHEIM-Kalender", Velhagen & Klasing, 1908)

Elektrisches Licht, Vorzügliche Verpflegung und Neue Betten haben ihren Preis.
1905 betrug der Jahrespreis 600 Mark.
1908 waren es bereit 720 Mark.
Und in 1913 sind es bereits 800 Mark
(und Krieg und Inflation sollten erst noch kommen...)

"Die Glückliche Zeit im Harz"
wurde dieses Foto aus 1919 bezeichnet
(Foto: Slg. R. Boehm)

Frieda, wohl Urlauberin, schreibt diese Ansichtskarte am 13.05.1913 an den Lieben Karl. Sie bedankt sich für die Pfingstkarte und Brief, und beklagt sich: "Das Wetter war hier sehr schlecht, es hat am Sonntag den ganzen Tag u. am Montag von Mittag an in Strömen geregnet. Ich hab auf meiner Loggia gesessen um etwas frische Luft zu haben,  

das war mein Pfingstvergnügen, intressant was? aber recht gut für die Nerven. Ich freue mich schon sehr ... nach Haus kommen...!". 

Diese etwas mit Seerosen angereicherte Ansichtskarte, eine anderes Exemplar ist bereits 1907 postalisch gelaufen, zeigt wenige Veränderungen gegenüber der Entwurfszeichnung (s.o); so wurde diesseits der Eingangsbereich verändert und im Dach ist eine Gaube hinzugekommen.
(1913, Ansichtskarte: Slg. R. Boehm)

Das Haus bleibt über Jahrzehnte in Familienbesitz:
Ende der 20er Jahre werden genannt der Wasserbaudirektor Carl Ossig mit seiner Ehefrau Emma, geb. Behrens wie auch Cläre (auch Kläre) Knoop mit ihrer Fremdenvermietung (bis mindestens 1956).
In einem Prospekt 1958 inseriert als Privatzimmervermieter Frau A. Winkel, allerdings mit lediglich "1 Zi, 2 Betten. Zi.m.Fließw.".
Spätestens seit 1967 wird für das Haus Waldwarte Dieter Röper genannt.
(Quelle unbekannt)

(1981, Ansichtskarte: Slg. R. Boehm)
Dieser Villa hat es gut getan, daß die Eigentümer bis auf wenige Veränderungen "nur" Erhaltungsaufwand betrieben haben. So hat sich diese Villa ihren Scharm erhalten können - auch wenn/oder gerade weil dieser Entwurf auf prestigeträchtige Ergänzungen, wie bspw. ein Türmchen, verzichtet. Wie hieß es doch Eingangs zu dieser Villa (s.o.): "Verzicht auf Ziermittel, knappste Grundrißbildung und Gesamtanordnung, schlichte geschlossene Gruppierung, einfaches, teilweise abgewalmtes, teilweise geschlepptes Hauptdach mit einem herausgezogenen Erker sind die Hauptzüge des Entwurfs."
Mit einem Wort: GELUNGEN !!!

Dem umseitigen Bild ist der Inhaber mit D.[ieter] Röper zu entnehmen wie auch eine früh- UND langzeitige Buchung über 4 Wochen, eine typische Belegung im Rahmen einer ambulanten Badekur.

In dem Prospekt "HARZ 1985/86" wird das HAUS WALDWARTE, D. Röper, mit 22 Betten beworben.

Haus Seeblick

Haus Seeblick

Bismarckstr. 25 (alt 16)
(1913, AK: Slg. Boehm xxxxx)


Empfehlenswerte Harzer Häuser

(BSN, 19.12.1957)

  

Das Haus Seeblick, Bismarckstraße 16 (später bezeichnet mit Bismarckstr. 25), wurde 1900 erbaut und von "Frl. von Braunschweig" als Pension betrieben bis mindestens 1935 (eingetragen in das, nicht regelmäßig erschienene, Einwohnerbuch). 

Aus 1949 kenne ich ein Prospekt mit "Haus Seeblick, H. Adolf Engel", im Einwohnerbuch von 1952 heißt es "Haus Seeblick, Inh. Marg. Engel". 

Ab 1954 zeichnet Gustav Schwetje als Eigentümer verantwortlich; nach Renovierung in 1958 durch die "Erholungsheim der VW G.m.b.H. in Wolfsburg: "Der bisherige Inhaber, G. Schwetje, wird noch eine kurze Übergangszeit als Pächter die Bewirtschaftung des Hauses (mit 22 Zimmern, 40 Betten, nur für Betriebsangehörige) übernehmen (BSN 11.01.1958). 

1963 übernimmt das Diakonische Werk das Haus Seeblick (BSN 03.09.1985 ausführlich), ein weiterer Schnipsel besagt 1972 " Verein für Innere Mission, Wolfsburg e.V.". In 1974 wird genannt das "Diakonische Werk Wolfsburg e.V., Haus Seeblick, Altenerholungsheim". 

Seit 1977 wird "Schrader-Ahrens" als Eigentümer des "Seeblick" genannt. 

IN ARBEIT

(BSN 1935)

(BSN, 11.01.1958)


 
Ab 1954 zeichnet Gustav Schwetje als Eigentümer verantwortlich; nach Renovierung in 1958 durch die "Erholungsheim der VW G.m.b.H. in Wolfsburg: "Der bisherige Inhaber, G. Schwetje, wird noch eine kurze Übergangszeit als Pächter die Bewirtschaftung des Hauses (mit 22 Zimmern, 40 Betten, nur für Betriebsangehörige) übernehmen (BSN 11.01.1958). 
1963 übernimmt das Diakonische Werk das Haus Seeblick (BSN 03.09.1985 ausführlich), ein weiterer Schnipsel besagt 1972 " Verein für Innere Mission, Wolfsburg e.V.". In 1974 wird genannt das "Diakonische Werk Wolfsburg e.V., Haus Seeblick, Altenerholungsheim". 
Seit 1977 wird "Schrader-Ahrens" als Eigentümer des "Seeblick" genannt. 

Haus Georgi

Bismarckstr. 28 (alt 17)

(ca. 1911, AK: Slg. Boehm 1019)

Die bereits 1906 erbaute Villa bewohnte die Familie des Ingenieurs Werner Lohoff (vgl. Tettenborn-Kolonie) zumindest in den 1930er ff Jahren. Der Berliner Fabrikant Georgi kaufte diese Villa 1956 (BSN 19.12.1957) und steigerte in 1957 die Bettenzahl von 30 auf nunmehr 48 in 30 Zimmern und baute ein Café ein. 

"Haus Georgi" in neuer Bewirtschaftung

(BSN, 19.12.1957)

 "Nach mehrfachem Wechsel des Pächters ist jetzt ein zehnjähriger Pachtvertrag zwischen dem Besitzer Georgi (sic!) und dem Ehepaar Georg und Georgi (sic!) Boscher zustandegekommen". (BSN 19.12.1957). 

HOTEL HAUS GEORGI

(ca. 1964)

Inhaber sind Georg & Georgi Boscher.

Die "Puddingschule" bzw. "Haushaltungsschule von Helldorf" hatte ihren Sitz in den 1950/1960er Jahren ein Haus weiter in der Bismarckstraße 29 (damals 18), welches ca. 1966 Dietrich und Elfriede Harves übernahmen. Bleibt die Frage, ob die Helldorffs auch den Harzer Hof mitbenutzt haben?? 

"HAUS Georgi" - 

DIE PERLE VON BAD SACHSA


(ca. 1965, Prospekt: Slg. Boehm)

Bismarckstraße 28 (Forderseite)

Vermutlich ebenfalls aus 1966 (siehe das folgende braun-rote Prospekt) stammt diese Speisekarte des "PARKHOTEL Haus Georgi, FAMILIE OELKERS" (Ausschnitt Forderseite und Rückseite) mit dem dazugehörigen Einlieger.

(Rückseite)

Einlieger zur darüberstehenden Speisenkarte für das "Mittagessen" am 25.09.1966 im

"KURHAUS   -   PARKHOTEL   -   HAUS GEORGI
BAD SACHSA
UNTER GLEICHER LEITUNG
Familie Oelkers"


Bismarckstraße 17 (heute 18)

(vermutlich 1966)

Vermutlich von 1966 stammt wohl dieses Prospekt, welches das wachsende Konstrukt der Familie Oelkers darstellt, u.a. für das "Parkhotel Georgi, Inh. Fam. Wolfgang Oelkers, 32 Betten" und das "Haus Sonnenschein".

Die Oelkers-Betriebe

(wohl Osteroder Kreis-Anzeiger, 27.05.1971)

Auch für die Oelkers-Betriebe war das Führen dieses Haus eine kurze Episode; es spielt in der SONDERBEILAGE BAD SACHSA UND UMGEBUNG von 1971 keine Rolle mehr. 


Hotel "Harzer Hof"

(wohl Osteroder Kreis-Anzeiger, 27.05.1971)

Auf selber  SONDERBEILAGE BAD SACHSA UND UMGEBUNG erscheint eine Werbeanzeige, die auf neue Bewirtschaftung und Namenswechsel hinweist; den  Namen "Paulus Hotel" (Besitzer sind E. u. R. Paulus, noch Bismarckstraße 17) führte das Haus nur sehr kurze Zeit.
Seit 1971 ist hier das "HOTEL HARZER HOF" mit 25 modern eingerichteten Einzel- und Doppelzimmern, Fahrstuhl im Hause, Café-Restaurant, Café-Terrasse und Conferenzräumen für 25 Personen.

Das HOTEL HARZER HOF

Unter den neuen Betreibern K. u. E. Raab erfolgt 1971 die Umbenennung zum "HOTEL HARZER HOF".

(ca. 1974, Prospekt: Slg. Boehm)

"Haus Tannenhof"


1979 wird das bisherige Hotel zum Alten- + Pflegeheim umfunktioniert und das "Haus Tannenhof" durch Familie Küker eröffnet (u.a. BSN 21.04.1995).

(BSN, 21.04.1995)



"Haus Tannenhof"


Um 2012 wird das Nachbarhaus, ehedem Bremer Caféstuben, hinzugekauft.

Zwischenzeitlich (<= 2017) wird im umbenannten HAUS NOBILIS auch Tagespflege angeboten.


Um 2018 gibt die Familie Küker das Eigentum an seinem Betrieb ab, bleibt aber weiterhin Betreiber.

(BSN, 21.04.1995)




SCHMELZTEICH

in arbeit

Der Überlauf des Schmelzteiches wird neu gestaltet

(FOTO STRUTTMAN, BSN 16.04.1970).

IN ARBEIT