Am KURPARK

Am Kurpark: Steingarten

Kurpark, am Schmelzteichdamm

(1951, Foto: Slg. R. Boehm)

"Die Schmelzteichmauer wurde erneuert [1955/1956]; dabei wurden das Bootshaus verlegt an die Strassenseite. Außerdem wurde der Kurpark umgestaltet: der kleine Teich wurde geschaffen (mit dem Springbrunnen)".
 (BSN 03.07.1956). (Zum Bootshaus siehe insbesondere bei "Schmelzteich").

Kurpark, am Schmelzteichdamm

(1953, Mitteilungsblatt des Allgemeinen Deutschen Automobilklubs, ADAC)


"Bad Sachsa hat seinen Kurpark erweitert und einen Steingarten erhalten (unser Bild). Das Schwimmbad wurde durch ein Kinderplanschbecken vergrößert."

Kurpark, am Schmelzteichdamm

(1953, AK: Slg R. Boehm)

Anlage des Steingartens unter dem damaligen Stadtdirektor Willi Müller in 1953.

Dem Osteroder Kreis-Anzeiger (wohl 24. April 1954) kann man entnehmen: "Der noch zu Anfang vorigen Jahres als Höckerwall verschriehene Steingarten im Kurpark hat durch Verfeinerungsarbeiten, die als wirklich gelungen bezeichnet werden können, selbst bei seinen damaligen Gegnern Interesse und Anerkennung gefunden, zumal bekannt geworden ist, welche Verschönerungen noch weiter vorgesehen sind. So soll u.a. der Schmelzteichdamm eine stilvolle, landschaftsgebundene Beleuchtung erhalten, während der Schmelzteichdamm selbst am Einlauf zur Bismarckstraße so verbreitert werden soll, daß ein direkter Übergang zum Promenadenweg zwischen Bismarckstraße und Schmelzteich erreicht wird."

Kurpark, am Schmelzteichdamm

(1964, AK: Slg R. Boehm 2123)


Schade aus meiner Sicht, daß man den Gedanken des Promenadenwegs, als "Grünes Band" zuletzt unter BGM Helene Hofmann angestrebt, vom Ravensberg über Westertal, Schmelzteich und Philosophenweg, weiter über die Uffestraße bis zur Walkenrieder Brücke zwischenzeitlich aufgegeben hat. Eine vertane Chance!

Kurpark, am Schmelzteichdamm

(1982, AK: Slg R. Boehm)

Der Lieblingsplatz von Selmar Müller: an dieser Stelle unterhielt er jeden Montag, am kurmusikfreien Tag, die Gäste mit Gesang - begleitet mit seiner Waldzither.

Kurpark, am Schmelzteichdamm

(1970, Foto: Tom Schreiber, 26.05.2022 Facebook)

Die aus Knüppelholz gebauten Geländer gehörten seit der Jahrhundertwende am Schmelzteich ebenso wie im Kurpark zum üblichen Bild.

Am Kurpark: Haus des Gastes

1950er Jahre, Foto: Slg. R. Boehm

Wir können uns glücklich schätzen, in Bad Sachsa einen Fotografen wie Struttmann gehabt zu haben, der nicht "nur" Schüzenfeste bestens ablichten konnte sondern auch immer wieder typische Sachsaer Stilleben festzuhalten. Dieses Foto ist unten rechts signiert "foto//Struttmann//Bad Sachsa"

1955, Foto: Slg. R. Boehm, rs + vs


"4wöchige Kur von der Landesversicherung".
Das ließ die Kurgäste genesen und erfreute vorort die Bettenanbieter wie auch die Verantwortlichen des heilklimatischen Kurortes. In den Spitzenzeiten des Kurwesens konnten hier in den 1960/70er Jahren mehr als 600.000 Übernachtungen registriert werden.



Nach einem Tief Ende der 1980er bei rund 180.000 konnte sich Bad Sachsa durch Umstellungen (u.a. Bau des Salztal-Paradieses) im neuen Jahrtausend kontinuierlich auf ca. 300.000 Übernachtungen (direkt vor Corona) steigern. Zentrum des Kurbetriebes ist seit über 100 Jahren der damalige Kurpark/heutige Vitalpark

Am KURPARK

Villa Fischer 

Am Kurpark 4

(der Grund hat 1890 noch die Bezeichnung: "Schweinsrücken 265")

 "Bad Sachsa. Der Teich von Westen."
(1901, CDV; Slg. R. Boehm)

"Villa Fischer, den 19. Sept. 1899."
Vermutlich 1890 wurde diese "Villa Fischer" fertiggestellt für den ersten Eigner Albert Fischer, dem ehemaligen Techniker - nunmehr Rentner und Zimmervermieter, 
(1899, AK: Slg. R. Boehm)

"Villa Fischer, den 29.7.02"
Bereits 1901 wurden Ansichtskarten mit diesem Motiv versand.
 (29.07.1902, AK: Slg. R. Boehm 161)

Villa Gutsche 

Am Kurpark 4
Aus Fischer wird Gutsche

"Schmelzteich mit Villa Gutsche",
Gemeinsam mit seiner Frau zog Pastor Berthold Gutsche 1906 in diese am Schmelzteich gelegene Villa.
(1906, AK: Slg. R. Boehm 3770)
Der Homepage des Ortes Randau-Calenberge ("Leben, wo andere Urlaub machen!") ist über "unseren" Pastor Gutsche, der dort vom 1. Februar 1885 bis 1. Oktober 1905 wirkte, zu erfahren:

Am 1. Februar 1885 tritt an seine [Anm.: Pastor Freyer] Stelle Berthold Gutsche. Sein körperliches Befinden und mancherlei Sorgen hinderten ihn an der Ausführung seiner guten Pläne: Kinderbewahranstalt, Darlehnskasse, Einrichtung von Eltern- und Familienabenden. Auch stand ihm hindernd im Wege, daß er nicht recht in und mit der Gemeinde lebte, sondern einsam und abgeschlossen. Am 1. Oktober 1905 tritt er in den Ruhestand. Sein eigenstes Werk ist die Gründung einer Schulsparkasse, die bis zum heutigen Tage einen außerordentlichen Aufschwung genommen hat und ihrem Schöpfer die stete Dankbarkeit der Randauer sichert. Seine Amtszeit bringt noch eine Neuerungen am und im Gebäude der Kirche. Im Jahre 1886 wird der Turm und Schiff abgeputzt, das Innere mit schwarz-weißen Fliesen belegt. Gleichzeitig errichtet man einen Vorbau am Westeingang, in dem jetzt der Stein des Ritters von Alvensleben Platz findet. Die Arbeiten werden zum erstenmal von der Magdeburger Bau- und Kreditbank ausgeführt, die sich seitdem oftmals in den Dienst einer Verschönerung des Randauer Bildes gestellt hat. 1884 hatte der Patron eine neue Orgel geschenkt, die am Palmsonntag zum erstenmal ihre Stimme zur Ehre Gottes ertönen ließ.
Vieles, was Gutsche Gutes geplant, findet seine Verwirklichung unter seinem Nachfolger Otto Lobitz.
(12.01.2024, https://randau-calenberge.de/randau-gut-und-dorf-in-vorzeit-und-gegenwart/)

Die Pastoren und Bad Sachsa

In der Überlieferung hält sich hartnäckig die Geschichte, daß sehr viele Pastoren Bad Sachsa für ihren Ruhestand aussuchen würden.
Begründung:
Die herrliche Umgebung Bad Sachsas, verbunden mit der besten Luft Deutschlands,
nicht umsonst trägt Bad Sachsa das Prädikat "Heilklimatischer Kurort",
führe dazu, daß man hier "natürlich" sehr alt werden könne.
Nun wollen auch Pastoren gern befördert werden -
aber so schnell! nach ganz oben! - nun doch nicht!

Vielleicht war Berthold Gutsche der erste emeritierte Pastor, welcher als Trendsetter für sehr viele seiner ihm folgenden Berufsgenossen das schöne Bad Sachsa für den Ruhestand wählte.
PS: Tatsächlich ist die Zahl der emeritierten Pastoren in Bad Sachsa auffallend hoch.
PPS: Es ist nicht überliefert, wie alt Herr Gutsche geworden ist. Ab 1910 wird Helene Gutsche, Pastorswitwe, in der hiesigen Steuerrolle geführt


Der 1. Weltkrieg findet nicht direkt in Bad Sachsa statt, aber...

Herrn F. Haake u. Familie, Berlin N.W., Stromstr. 39

("Maschinenbauanstalt des August Friedrich Haake", Berliner Handelsregister Ausgabe 64.1928)
"Die freundlichen Wünsche zum Jahreswechsel erwiedert auf das herzlichste Familie Rüstenberg

"Hier ist alles ganz still jetzt
und in Villa Gutsche werden
Verwundete gepflegt."

"Kriegsjahr 1914. Zur Erinnerung an den Aufenthalt in Bad Sachsa (Südharz)"

Mit diesem Zusatz ist eine gleiche Fotopostkarte im Besitz des DRK Bad Sachsa (2023).
(1914, AK: Slg. R. Boehm).

 (02.01.1915, AK-Kopie;
Original ehedem Slg. Klaus Lohoff).

Seit November 1914 finden Kriegsverletzte Aufnahme im:
 +Haus Gutsche+
Genesungs-Heim
des
Vaterländischen Frauenvereins
 So ist es dem Schild über dem Hauseingang zu entnehmen. 

Haus Lotharshöhe 

Am Kurpark 4

1917 erwerben diese Villa der Kaufmann Bernhard Warnecke und seine Ehefrau Louise geb. Korfach (?) aus Verden.
[In Verden besteht die nach ihm benannte "Bernhard Warnecke-Straße"]. Aber bereits am 18. Mai 1918 ist den Bad Sachsaer Nachrichten zu entnehmen, daß das "Haus Lotharshöhe, Kurpark 4, an Herrn Hütten-direktor Ostermann, Laband i. Schl." übergegangen ist.
Zur Geschichte der Familie Ostermann siehe bitte weiter bei Familie Deibel....

Haus Bergsegen

Am Kurpark 4

Zum Ende des 1. Weltkrieges verkauft Ostermann das Haus 1919 an den Verein
"Weibliche Wohlfahrt" in Berlin (StABS Altachiv 0502-02-9), 

"Erholungsheim Bergsegen" mit rechts dem Bootshaus und dahinter dem Schmelzteich-Überlauf (jeweils mit Knüppelholz gestaltet)
(1920, AK: Slg. R. Boehm A 306)

"Einige Damen unserer Pension Bergsegen" auf dem Römerstein
(1921, Foto: Slg. R. Boehm)

Zum Verein "Weibliche Wohlfahrt" in Berlin (StABS Altachiv 0502-02-9) ist es besser nachzulesen auf der Homepage des heutigen Rechtsnachfolgers

(12.01.2024: https://www.johannesstift-diakonie.de/pflege-wohnen/pflege-wohnen-elisabeth/unser-haus/unsere-geschichte)

 Evangelisches Charlottenheim mit langer Tradition der christlichen Wohlfahrtspflege

Im Jahr 1890 wurde der „Verein zur Fürsorge für die weibliche Jugend“ gegründet – Träger des Evangelischen Charlottenheims. Das Charlottenheim war eines der ersten Heime, das jungen Mädchen, die in der Hauptstadt eine Stellung annahmen, einen Schlafplatz zur Sicherung der eigenen Person vor materiellen und sittlichen Gefahren bot sowie zur Bekämpfung der Wohnungs- und Schlafstellennöte beitrug. Die Mädchen wurden beköstigt und fanden Beratung sowie den gewünschten Ersatz eines Familienlebens. Sie kamen aus verschiedenen Berufsarten und gehörten allen Konfessionen an.
Im November 1943 wurde das Evangelische Charlottenheim in der Marburger Straße durch eine Brandbombe bis auf die erste Etage im Quergebäude zerstört. Nach dem Wiederaufbau 1950/52 wurde das Gebäude zunächst als Heim für ältere Frauen genutzt. Seit 1996 wird das Evangelische Charlottenheim als Pflege- und Senioreneinrichtung geführt, mit dem Auftrag, alte, kranke und behinderte Menschen zu pflegen, zu versorgen und zu betreuen. Auf Veranlassung des Landesamtes wurde der ursprüngliche Vereinsname in „Verein Weibliche Wohlfahrt“ umgewandelt.

 Klinikstandort mit über 170-jähriger Geschichte

Der aktuelle Standort des Evangelischen Charlottenheims auf dem Gelände der Evangelischen Elisabeth Klinik an der Lützowstraße in Berlin-Tiergarten blickt ebenfalls auf eine lange Historie zurück.
Pastor Johannes Gossner gründete 1837 das Krankenhaus auf dem heutigen Gelände, der damit der zweitälteste Klinikstandort Berlins ist. Ein Neubau ersetzte 1867 das alte Klinikgebäude. Mehr als 70 Jahre lang fanden in diesem Gebäude Patient*innen medizinische Hilfe. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges wurde das Krankenhaus jedoch weitgehend zerstört. Ein mühsamer Wiederaufbau begann, an dessen Ende eine der modernsten medizinischen Einrichtungen der Stadt stand. Das Elisabeth Seniorenstift wurde 1947 als „Hospital für die Alten und Siechen“ auf Initiative der Oberin des Elisabeth Krankenhauses, Irma Carius, gegründet. Das ehemalige Feierabendhaus der Diakonissen – erbaut 1898 unter Oberin Anna von Arnim – sowie das 1962 fertiggestellte ehemalige Schwesternwohnheim wurden baulich miteinander verbunden und umfangreich modernisiert. Die evangelische Pflegeeinrichtung an der Ostseite des Geländes der Evangelischen Elisabeth Klinik bot seither rund 70 Menschen Heimat, Pflege und Betreuung.
Um auch in Zukunft umfassende Pflege und Versorgung in einem medizinisch zeitgemäßen Umfeld anbieten zu können, hat sich die Johannesstift Diakonie für einen Neubau an der Stelle des Elisabeth Seniorenstifts entschieden. 2012 wurde nach dem Abriss der alten Gebäude mit dem Neubau begonnen. Anfang 2014 zog das Evangelische Charlottenheim vom Standort an der Marburger Straße in das neue Gebäude ein und bietet seitdem 112 Bewohner*innen ein neues Zuhause.

Neuer Name, alte Qualität

Im Juni 2019 wurde aus dem Evangelischen Charlottenheim das Pflege & Wohnen Elisabeth. Hintergrund der Umbenennung ist die Fusion aus Evangelischem Johannesstift und Paul Gerhardt Diakonie zur Johannesstift Diakonie. In diesem Zusammenhang wurden alle Pflegeeinrichtungen des Unternehmens namentlich angepasst. 

Haus Bergsegen

Am Kurpark 4 + 5

Im Jahre 1921 erwirbt der Verein "Weibliche Wohlfahrt", Berlin, käuflich das Nachbargebäude hinzu.
Über Jahrezehnte bilden diese beiden Häuser eine wirtschaftliche Einheit.

Ansicht von Norden auf 

"Erholungsheim Bergsegen"
(ca. 1927, AK: Slg. R. Boehm 3215)

Ansicht von Süden auf den
                         "Schmelzteich mit Christl. Hospiz"

(1930, AK: Slg. R. Boehm 3706)

Linker Teil: Am Kurpark 4              Rechter Teil: Am Kurpark 5
(Geoportal Göttingen, 13.01.2024)

Anzeige in "DER HARZ", März 1937

"Betrifft:
Entschädigungsangelegenheit Haus Bergsegen, Bad Sachsa.

Die wechselvolle Geschichte dieses Hauses ist einem Schreiben vom 14.01.1955 zu entnehmen
"durch Stadtverwaltung Bad Sachsa" an den "Herrn Regierungspräsidenten, Hildesheim"

DEMNÄCHST HIER AUSSCHNITT AUS DEM BRIEF

"Der Verein "Weibliche Wohlfahrt", Berlin, der mir die Erledigung der Entschädigungsangelegenheit übertragen hat, besitzt in Bad Sachsa, Kurpark 4 und 5 zwei Grundstücke mit Nebengebäuden, die seit den Jahren 1921 bezw. 1921, den Jahren des Erwerbes, als Erholungsheime dienen. Beide Häuser erfreuen sich eines gute Rufes und waren vor dem Kriege während des ganzen Jahres voll besetzt.

In den Jahren 1940 bezw. 1941 wurden beide Grundstücke, um der Beschlagnahme durch die Wehrmacht zu entgehen, an die Dynamit-AG. in Troisdorf zur Unterbringung ihrer Gefolgschaftsmitglieder vermietet. Ein Teil der Räume wurde uns zur Unterbringung von Kurgästen zur Verfügung gestellt, mußte aber später infolge von Ernährungs- und Personalschwierigkeiten ebenfalls der MIeterin überlassen werden.

Am 13.9.1939 wurde dem Verein "Weibliche Wohlfahrt" die Erlaubnis zum Betriebe einer Gastwirtschaft-Fremdenheim durch das Kreisverwaltungsgericht des Kreises Grafschaft Hohenstein in Nordhausen für 42 Gastzimmer erteilt und zwar für die zeit vom 1.4. bis 30.9. eines jeden Jahres.
Der Landkreis Osterode - Kreisbeschlußausschuß - hat am 26.7.1954 dem Verein nunmehr die Jahreskonzession erteilt, nach das Grundstück Kurpark Nr. 4 in den Jahren 1939 und 1940 warmes und kaltes Wasser, Zentralheizung und Doppelfenster erhalten hatte.
Beide Grundstücke sind der Städtischen Kanalisation angeschlossen. Das Grundstück Kurpark Nr. 4 ist bis auf 8 Zimmer für den Kurbetrieb seit 2 Jahren fertig gestellt und zu diesem Zweck völlig neu hergerichtet.
Am 31. März 1946 endete das Mietverhältnis mit der Dynamit-AG. 12 ehemalige Gefolgschaftsmitglieder der Dynamit-AG. verblieben, da das Wohnungsamt ihnen keinen anderen Wohnraum zur Verfügung stellen konnte, in den bisherigen Räumen. Wegen dieses vertragswidrigen Verhaltens zahlte die Dynamit-AG. am 21.7.1954 im Wege eines Vergleichs dem Berein eine beachtliche Entschädigung.

Da ich erst am 15.4.1948 die Verwaltung der beiden Grundstücke übernahm, war mir von den Vorgängern vor dieser Zeit wenig oder garnichts bekannt. Da mein Vorgänger, Oberbürgermeister Arlart, vor einigen Jahren verstorben ist, konnte die Leitung des Erholungsheimes in den Jahren 1938 bis 1945, Fräulein Irma Keller, Kirchensekretärin in Bad Sachsa, allein mit sachlichen Angaben dienen. Sie hat sich übrigens auch zu Aussagen bereit erklärt.... 
(Altarchiv der StABS 0502/02/9)

DER REST des Briefes FOLGT DENMÄCHST


kleiner EXKURS zur ARCHITEKTUR:
Am Kurpark 5                                                                           Am Kurpark 4
Wintergarten über 2 Stockwerke links angebaut        /      Wintergarten über 2 Stockwerke rechts angebaut
Die wegen des Genusses der besten Luft Deutschlands für Bad Sachsa achso typischen Wintergärten richten sich nicht nach Wetter- oder Himmelsrichtungen; Hauptsache, sie sind bei fast allen Neubauten der Zeit 1875 bis zum I. Weltkrieg vorzufinden!

Zinkblech-Behang über originalem Sicht-Fachwerk   /    Sicht-Fachwerk in unverkleidetem Originalzustand Rauten aus Zink haben eine lange Geschichte, die etwa um 1840 in Mitteleuropa begann und mit dem Zweiten Weltkrieg ein vorläufiges Ende fand. Insbesondere in den raueren Klimagebieten der Mittelgebirge erfreuten sich Rauten als Wetterbekleidungen großer Beliebtheit, im ländlichen Raum an allen vier Gebäude-seiten, in der Stadt vor allem an den Giebelseiten. Später trat die Nutzung der Raute als Dachdeckungsmittel für steiler geneigte Dächer hinzu. Formen und Abmessungen unterlagen regionalem Geschmack, am häufigsten jedoch wurden Rauten verwendet, die einen Zuschnitt von 400 Millimetern aufwiesen." 

 "Als Unterkonstruktion eignen sich bevorzugt hinterlüftete Lattengerüste oder vollflächige Holzschalungen sowie Platten aus Sperrholz (BFU) oder wasserfest verleimte Holzwerkstoffplatten (OSB/3 V 100). Ihre jeweilige Anwendbarkeit ist neigungsabhängig. So wird empfohlen, bei Neigungen unter 75 Grad eine vollflächige Unterkonstruktion zu wählen, sowohl am Dach als auch bei geneigten Fassadenbekleidungen. Vollflächige Unterkonstruktionen verringern Regengeräusche und stabilisieren die Bekleidungen in stoßgefährdeten Bereichen. Dies sind beispielsweise Orte, an denen sich spielenden Kinder aufhalten oder vandalismusgefährdete Bereiche. In allen anderen Fällen reicht ein Lattengerüst aus."
(13.01.2024: https://www.klempnerhandwerk.de/rauten-und-schindeln-mit-system-14042011)

Bei beiden Häusern kamen Doppelmuldenfalzziegel zum Einsatz (1875-1914 in Bad Sachsa typisch).
Wer es sich leisten konnte, legte Wert auf eine glasierte Ausführung; diese können weit über 100 Jahre halten!

"Erholungsheim Bergsegen",
Am Kurpark Nr. 5 [links] und Nr. 4 [rechts]
(1939, AK; Slg. R. Boehm)

Was macht dieser Verein eigentlich hier?

Das Stadtarchiv gibt nur unzureichend Einblicke:

"...der Verein Wohlfahrt der weiblichen Jugend veranstaltet im Hause Bergsegen unter der Leitung des Fräuleins [Klara] von Uslar hauswirtschaftliche Lehrgänge.
Als Lehrkräfte dürfen beschäftigt werden:
Die technische Lehrerin Vorberg, die Kunstgewerbelehrerin Dierks, die Hausdame Koepke, der Pfarrer Jaehn, ein Arzt." (1930er, StABS 1.26.2)

Leider gehört auch dieser Teil zur Geschichte von Bad Sachsa:

"Unser Hotel ist judenfrei"

Bäder-Antisimitismus im 19. und 20. Jahrhundert
Dieser Veröffentlichung des Historikers Frank Bajohr 2003 im Fischer Taschenbuch Verlag ist S. 191 zu entnehmen (vgl. auch den korrespondierenden Vortrag am 07.11.2006 bei der Friedrich Ebert-Stiftung):

1966 ist ein gutes Jahr für dieses Haus und für Bad Sachsa!

"Das schönste Kurheim der Inneren Mission in der ganzen Bundesrepublik"

so spricht Oberkonsistorialrat Wilhelm Philipps
(31.05.1966 BSN, Haus Bergsegen, Kurheim der Inneren Mission)

Dieser 1966 gelaufenen Ansichtskarte (Slg. R. Boehm) ist rückseitig zu entnehmen:
"Erholungsheim Haus Bergsegen - 3423 Bad Sachsa / Südharz - Kurpark 4 - Tel. 05523 / 382"
(Tatsächlich wird "Kurpark 4" oben gezeigt und "Kurpark 5" unten rechts)

Die "Gesundheitsstrukturgesetzte" der 1990er Jahre haben zur Schließung von ca. 10 großen Fremdenverkehrseinrichtungen in Bad Sachsa geführt; Bad Sachsa verlor dadurch ca. 500 Arbeitsplätze (bei rund 9.000 Einwohnern!!! Ausführliche Betrachtung an anderer Stelle dieser Homepage). Auch der Verein "Weibliche Wohlfahrt Berlin" zieht sich zurück. Das Haus steht seit 1993 leer.
"Mitte letzten Jahres wurde es von der Bädergesellschaft gekauft [heißt es in den BSN vom 18./19.01.1997]. Geschäftsführers Manfred Rockendorf möchte jetzt wieder Leben in die Anlage bringen. Der Erfolg des Ferienparks Bad Sachsa [Anm: im Salztal] habe gezeigt, daß man mit dem Angebot für Familien mit Kindern den Punkt getroffen habe. Auch Bäderbetriebsleiter Günther Kaspar betont, daß sich schon jetzt zeige, daß Bad Sachsa auch für junge Leute durchaus ein Reiseziel sei."
(Im Vordergrund: Am Kurpark 5)

"Kinderstimmen auf den Fluren, Disco-Musik aus dem Aufenthaltsraum und der Duft von frisch fritierten Pommes "Rot-Weiß";

so heißt es in der BSN-Ausgabe vom 28. April 1997 zur Wiederinbetriebnahme des "Haus Bergsegen" in der Bad Sachsaer Ravensbergstraße.
(Im Vordergrund: Am Kurpark 4)

Diese Ausrichtung im Herzen des Kurbereichs wird von anderen Entscheidungsträgern in Bad Sachsa durchaus negativ kritisch gesehen...

...diese sollten leider Recht behalten: Bereits zur Drucklegung dieser Werbung "Für den Jugendtourismus: Haus Bergsegen" (wohl 2001, GVG Stadtplan, 3.Auflage) stehen im Februar 2001 die Gebäude zum Verkauf!

Nach knapp 100 Jahren und ca. 10 Jahre Leerstand (???) gehen die Häuser wieder getrennte Wege.
Der im Foto rechte Teil (per Adresse Am Kurpark 4) wird von privater Seite erworben.
Nachdem sich der Vater mit seiner Tochter im Sommer 2012 im Stadtarchiv Bad Sachsa über die Geschichte des Hauses kundig gemacht haben, geht es mit Geduld und Ruhe an die Herrichtung nach den eigenen Wünschen und Zielen. Erstes sichtbares Zeichen ist die Erneuerung des Daches im November 2013.

(29.11.2013, Foto: Ralph Boehm)

Zum vorläufigen Abschluß ein Foto von Ralf Engels aus dem Frühjahr 2023 (10.05.2023 auf Facebook).

Fortsetzung folgt demnächst

Haus Bergsegen

Am Kurpark 4

Degenhardt's Waldhaus

Am Kurpark 5

Degenhardt hatte als einer der ersten die Bedeutung Sachsa für Kurgäste erkannt. Mit obiger Anzeige warb er  bereits 1884 für einen Kuraufenthalt in Sachsa. 
In einem Brief schreibt er: "Jetzt habe ich in schönster Lage am Walde ein Haus, und ist im Sommer alles besetzt, und haben die Gesunden die Kranken verdrängt".

Titel

Text

In der Wochen-Chronik vom 3. März 1993 werden "Waldhaus" (Am Kurpark 5) beziehungsweise das "Haus Bersegen" (Am Kurpark 4 + 5) in seiner Bedeutung für das Kurwesen/die touristischen Entwicklung dargestellt. Wohl kurz danach steht dieses Haus für vier Jahre bis 1997 leer!

Villa Marie

Am Kurpark 7

Baujahr 1888

Der Buchdruckereibesitzer August Schneider ließ 1888 diese Villa an exponierter Stelle mit Blick über den im Folgejahr fertig gestellten Kurpark vom Nordhäuser Architekten Habermann erbauen, der ebenfalls das Hotel Schützenhaus und die Villen Witzell und Uthemann entwarf. 

1943 kaufte der Zahnarzt Hans Kalmuczak das Haus für 18.000 RM. 1944 bekam das Haus eine prominente Bewohnerin, denn die Witwe des Generalstabschefs der Deutschen Luftwaffe zog hier ein. Generaloberst Hans Jeschonnek hatte nach den schweren Luftangriffen auf insbesondere Hamburg und Peenemünde Suizid begangen.

In der Nachkriegszeit wurde die Villa Marie an das benachbarte Pädagogium vermietet, das es als Haus Marienburg in den Internatsbetrieb integrierte.

Einer der erfolgreichsten deutschen Schriftsteller lebte in der Villa Marie

Der Sohn des Zahnarztes Hans Kalmuczak, Rolf (1938-2007) besuchte das Pädagogium in Bad Sachsa und entwickelte dort seine Leidenschaft fürs Schreiben. Später wurde er einer der erfolgreichsten deutschen Schriftsteller. Er schrieb unter über 100 Pseudonymen, zum Beispiel als Stefan Wolf die TKKG-Reihe, von der 14 Mio. Bücher und fast 30 Mio. Tonträger verkauft wurden (vgl. Wikipedia).

BORNWEG

Vom Tode zum Leben:

(14.07.1910, BSN)

Brandstraße

vor 1945 (?): Brandstr. 14
nachdem (?): Brandstr. 67

Baujahr 1901 (sagt die Dachfahne)

Brandstraße 14 wird erstmal 1906/1907 genannt mit dem Eigner Max Wiede (Kfm.) (wohl StABS XII.c.2)

Noch zieren den seitlichen Eingang auch die alten Hausnummern.
(2009, Foto: R. Boehm)

(1940, Brief in die Schweiz, rs Zensur-Verschluß + -Stempel)

1938 wird der Deutsche Roman=Verlag in das Handelsregister Ellrich, Harz eingetragen (als Inhaber wird G.W.A. Pabst mit Wohnsitz in Königsbrück geführt); als "Prokurist: Verlagsleiter Hermann Feller, Brandstraße 14" angeführt.
Spezialisiert war dieser Verlag wohl auf Fortsetzungsromane in Tageszeitungen
(z.B. Paul Hain: Annemarie, 22 lose Blätter komplett. Angeboten im Juli 2022 bei AbeBooks) aber auch:
"Der Himmelsstürmer", Bad Sachsa 1939  Leontine von Winterfeld-Platen, geb. von Winterfeld (* 21. Juli 1883 in Lübberstorf; † 24. Juli 1960 

GARTENSTRASSE


Pflanzgarten in der Gartenstraße

"Während in vielen Harzorten der Wald bis in die Hausgärten vordrang und die Besiedlung einengte, weitet sich heute, etwa auf dem Brand, das Baugebiet in den Wald hinein aus. An der Gartenstraße hat es bereits den größten Pflanzgarten des Stadtforstes eingeschlossen, ein Areal von 30 Ar, also von drei guten Bauplätzen. Hier wird fast der gesamte Pflanzenbedarf für den Stadtforst aufgezogen. Jährlich werden von fleißigen Händen bis zu 40000 Baumpflanzen gesetzt. Aus 150 g Samen entwickeln sich auf Nadelstreubeeten von 5 Quadratmeter die kleinen Baumkinder. Zwei Jahre dürfen sie in ihrem Bettchen bleiben. Dann werden sie verschult, d. h . in Reihen in andere Beete umgesetzt und nach weiteren zwei Jahren in die freie Waldfläche entlassen..."

Pflanzgarten in der Gartenstraße

FOTO AUSTAUSCHEN

"...Im Gegensatz zur fast reinen Fichtenkultur des Oberharzes zeigt der Südharz das lieblichere Bild des Mischwaldes. In neuerer Zeit wird es durch viele neue Arten belebt. Im Pflanzgarten finden wir seltene Tannenhölzer wie Blautanne, Silbertanne und solche aus Amerika und Japan, auch Laubhölzer wie Fächerblattbaum, Roßkastanie, Erle und Ilex Stechpalme...
... Mit gleichem Stolz beobachtet Waldvater Wiehr Jahr für Jahr das Blühen und Gedeihen der 110 Kastanien, die er auf dem Moseberg, nahe der "Frühstücksbank" in einer langen und breiten Allee ansiedelte. Von hoher Kanzel aus, die zugleich bei klarem Wetter einen Weitblick bis zum Kyffhäuser erlaubt, bietet die Allee ein schönes Gesamtbild. Sie wurde 1965 mit fünfjährigen Jungstämmen besetzt, die ebenfalls im Pflanzgarten gezogen wurden. Jeder Stamm ist mit Maschendraht gegen den Verbiß durch das Rotwild geschützt. Der Ertrag an Kastainienfrüchten, von Jahr zu Jahr größer, ist bereits ein beachtlicher Beitrag für die winterliche Fütterung...


 Pflanzgarten in der Gartenstraße

FOTO AUSTAUSCHEN

"...Wie überall, ist auch aus unserem Stadtwald ein Überschuß nicht mehr zu erwirtschaften. Bei der immer mehr ausgeweiteten Kunsstofferzeugung kann der Holzpreis mit den Kosten für die Holzwerbung, für Wegeunterhaltung - 140 km! -, Wasserführung und manches andere nicht Schritt halten. Dennoch soll diese letzte Zuflucht aus einer mehr und mehr vergifteten Umwelt erhalten bleiben und gepflegt werden. Liefert doch beispielsweise eine 70jährige Fichte den reinen Sauerstoffbedarf für drei Menschen. Und Quellen und Wasserläufe sind hier noch sauber und trinkbar. Die Hauptlast trägt die Stadt Bad Sachsa als Waldeigentümer. Sie bedarf dazu jedoch der Hilfe des ganzen Landes, wie etwa in der Aktion Naturpark Harz."
(Bad Sachsaer Nachrichten, 7./8.08.1971)

MOLTKESTRASSE

Umnummerierung der Moltkestraße in 1913 (StABS 2.24.3)

"Infolge Errichtung neuer Gebäude in den letzten Jahren ist eine neue Nummerierung der Häuser in der Moltkestraße hierselbst erforderlich geworden.

Linksrum oder rechtsrum ???

(21.01.1967, GT/BSN)

Moltkestrasse 7

(Eigentümergemeinschaft Parkstr. 2, Scan erhalten im August 2023)

PARKSTRASSE

Villa Lieberoth-Leden

später
Villa Dorothee

Diese Ansichtskarte wurde mit Poststempel vom 21.08.1903 an "Frau Oberstleutnant Schneider / Sondershausen / Possenchaussee" versendet. Eine gleiche Karte wurde im Folgejahr an "Ihrer hochwohlgeboren Frau Oberleutnant von Schlegell / Engers am Rhein" (Anm.: in Engers war eine "Kriegsschule", Hauptmann von Schlegell" wird vom 20.10.1916 bis 28.10.1916 als Führer des "Stab I" des "IR 68/Rangliste I. Bataillon" genannt)

 

Villa Dorothee

(ca. 1922; Fotos: Georg Schade/Slg. R. Boehm) 

Villa Dorothee
(1922; Foto: Georg Schade/Slg. R. Boehm)

Es gibt eine einfache Wahrheit: Wenn Sie an das glauben, was Sie tun, können Sie Großes erreichen. Das ist der Grund, warum Ihnen bei der Erreichung Ihres Zieles helfen möchten.

PFERDETEICH

Eisschneiden

auf dem Pferdeteich für die Eiskellereien der Hotels und Schlachtereien sowie der Brauerei

Mit den gut 2 bis 2 1/2 Meter langen Eissägen (Originale in unserem Museum) wird das Eis des Pferdeteiches aufgeschnitten,

an Land gezogen und per Pferde-Fuhrwerk zu den jeweiligen Eiskellern verbracht;


um vor Ort auf die gewünschte Größe mit kleinen, ca. 70 cm langen, Sägen eingekürzt zu werden.
(Winter 1931/32. Fotos: Slg. R. Boehm)

ROONSTRASSE

Die Roonstraße erschließt einen Teil der Grundstücke von der Bismarckstraße hochwärts zum Brand. Zur Zeit dieser Aufnahme  1906 (oder kurz davor) sind noch viele Baulücken erkennbar; linksseitig bzw. östlich bildeten die heutigen Bismarckstraße 26 und die heutigen Roonstraße 2 + 3 eine Einheit für den Grund der damaligen Villa Gudden; rechtsseitig bzw. westlich steht hinter der heutigen Roonstraße 15 (Villa Waldruh) die Villa des Verlegers Hermann Haacke, welche um 1980 einer großen Wohnanlage weichen sollte (Roonstraße 14 a,b und c).
Links ist hinter der heutigen Bismarckstraße 26 noch die Bismarckstraße 25 zu erkennen.


Villa Gudden

Roonstraße 3

FREMDENHEIM Bergschlößchen, Geschwister Haasdorf, Roonstraße 3, Aufgang Bismarckstraße 

(in Bearbeitung: Flyer um 1960, Seite 1 + 4)

In Bearbeitung

FREMDENHEIM Bergschlößchen, Geschwister Haasdorf, Roonstraße 3, Aufgang Bismarckstraße 

(in Bearbeitung: Flyer um 1960, Seite 2 + 3)

In Bearbeitung 


Haus Doris                     HELFEN SIE UNS ! Bitte !

Roonstraße 10                       Wer hat wann durch wen dieses Haus erbauen lassen und genutzt ?????

Diese Villa ist nur wenig in Erscheinung getreten. Bisher sind weder Baujahr noch Baumeister noch Auftraggeber bekannt.

Unser ältester Hinweis ist diese Karte, die Johanna Kresler 1919 in Bad Sachsa nach Berlin an ihren Schwiegersohn Konsistorialrat Neumann schreibt. Aus dieser Korrespondenz habe ich weitere Belege bis zum Juli 1922,

Vermutlich erzählt dieses Grabmal einen Teil der Geschichte dieser unseren Familie Kresler: Theodor Kresler, geb. 7. Mai 1844, gest. 11. April 1912
Johanna Kresler, geb. Korte, geb. 4. Februar 1855, gest. 4. Juni 1931

 

[Find a Grave, Datenbank und Bilder (https://de.findagrave.com/memorial/195937907/theodor-kresler: aufgerufen 03 September 2023), Gedenkstättenseite für Theodor Kresler (7 Mai 1844–11 Apr 1912), Gedenkstätten-ID bei Find a Grave 195937907, zitierend Kirchhof Jerusalem und Neue Kirche II, Kreuzberg, Friedrichshain-Kreuzberg, Berlin, Germany; Verwaltet von Frank K. (Mitwirkender 46941322).]

Haus Doris                     HELFEN SIE UNS ! Bitte !

Roonstraße 10                       Wer hat wann durch wen dieses Haus erbauen lassen und genutzt ?????

Quelle unbekannt.

A. Schröer schreibt 1955:
"Anbei unser Häusel, welches Sie an uns oft erinnern möchte. Liebe Grüße Ihre Anne. Schröer".
(AK, Slg. R. Boehm)

1958 wirbt Charlotte Fremke für ihr Haus Doris als Privatzimmervermieter für ihre "4 Zimmer, 6 Betten, Zimmer mit Fließwasser" (Prospekt 1958)


Villa Heubach

< 1900: Brand 332
> 1900: Roonstraße 14
> ca. 1982 kommen hinzu Roonstraße 14 a, 14 b, 14 c.

Das im ausgehenden 19. Jahrhundert noch mit "Brand 332" bezeichnete Grundstück wurde anschließend mit Roonstraße 14 geführt. Der Kaufmann und Buchhändler Hermann Haacke (* um 1869,  †  17.09.1913 in Leipzig) war seit 1904 als Bürger in Bad Sachsa gemeldet (BSN, 18.09.1913). Umgehend eröffnete er am 01.10.1904 seine Verlagsbuchhandlung in der Roonstraße 14 (Gewerbesteuerrolle StABS), die er im Oktober 1912 nach Leipzig veräußerte (BSN, 18.09.1913). Zwischenzeitlich nahm er rege am gesellschaftlichen Leben der Stadt teil u.a. als Stadtverordneter und Ratmann.
Ob er diese Villa erbauen ließ, ist zur Zeit wahrscheinlich, aber noch nicht gelegt.
Mitte der 1930er Jahre übernahm diese Villa die Familie Heubach, die für die Briefmarkenwelt eine feste Größe werden sollte.
(1936, AK, Slg. R. Boehm 3554)

Signet

(1910, Briefumschlag, Slg. R. Boehm; darüber Briefkopf, StABS)

Da Hermann Haacke bereits 1913 in Leipzig verstorben war, wird dieser Briefkopf mit der Jahrzahl 1917 von seiner Witwe weiterbenutzt worden sein (?). 
Der Briefumschlag mit dem oben abgebildeten Signet trägt auch den gedruckten Absender "Hermann Haacke / Sachsa i. Harz / Roonstr. 14."

Eduard von Hartmann: Das Problem des Lebens, Bad Sachsa im Harz 1906

(1906, Buch: Slg. Ralph Boehm)

Mit Eduard von Hartmann verlegte Hermann Haacke außerordentlich erfolgreich einen Schriftsteller, der eine Philosophie des Individualismus schuf, die vor dem Hintergrund von Kants Theorien, christlicher Lehre und spiritualistischer Spekulation besagte, daß das Ich den Tod als körperlose Einheit überlebe." (N. Goodrich-Clarke, Wiesbaden 2004, S. 28). 
Auch heute noch darf in keiner bedeutenden philosophischen Bibliothek das erst in Leipzig, später in Bad Sachsa zwischen 1907 und 1909, verlegte folgende Standartwerk des Philosophen Eduard von Hartmann fehlen:
 

"System der Philosophie im Grundriß"
mit den folgenden Einzelbänden
(z.T. auch heute im Nachdruck erhältlich): 


  • Grundriß der Erkenntnislehre
  • Grundriß der Naturphilosophie
  • Grundriß der Psychologie
  • Grundriß der Metaphysik
  • Grundriß der Axiologie oder Wertwägungslehre
  • Grundriß der ethischen Prinzipienlehre
  • Grundriß der Religionsphilosophie
  • Grundriß der Ästhetik

"Karl Robert Eduard Hartmann, seit 1862 von Hartmann (* 23.02.1842 in Berlin, 

† 05.06.1906 in Groß-Lichterfelde) war ein deutscher Philosoph.

 Er gilt auch als „der Philosoph des Unbewussten“. Von Hartmann versuchte in seinem Werk Philosophie des Unbewussten zwei verschiedene Denkweisen (Rationalismus und Irrationalismus) zusammenzuführen, indem er die zentrale Rolle des Umbewussten betonte.

Sein Werk hatte Einfluss auf Tiepenpsychologen wie Sigmund Freund und Carl Gustav Jung..."
(WIKIPEDIA, 14.03.2022)


Weitere wichtige in Bad Sachsa durch Hermann Haacke verlegte Bücher sind:

  • 1905, Hartmann: Das Christentum des neuen Testaments
  • 1906, Hartmann: Das Problem des Lebens. Biologische Studien
  • 1907, Hartmann: Die Religion des Geistes
  • 1909, Hartmann: Die Weltanschauung der modernen Physik
  • 1910, Hartmann: Über die dialektische Methode. Historisch-kritische Untersuchungen
  • 1910, Hartmann: Neukantianismus, Schopenhauerianismus und Hegelianismus in ihrer Stellung zu den philosophischen Aufgaben der Gegenwart...
  • 1905, Herbert Spencer: Die Erziezung
  • 1910, Rudolf Eucken: Die Philosophie des Thomas von Aquino und die Kultur der Neuzeit

Die Villa Heubach verdankt ihrem Namen allerdings der Familie des Kaufmanns Friedrich Abraham Heubach (*1871), die wohl 1919 aus Sonneberg/Thüringen nach Bad Sachsa zugezogen ist.
Die Tochter aus der Ehe mit Frieda, geb Vogel, Helene (Leni) heiratete 1927 den in Steina 1898 geborenen Kaufmann und SS-Führer Willi Boesecke, der im selben Jahr in die Villa Heubach mit einzieht. Bereits 1922 hatten die Gebrüder Willi und Karl Boesecke, Besitzer der Zigarren- und Tabakfabrik Steina, das bisher von Frau Emilie Wiedemann in der Marktstr. 56 betriebene Zigarren-Spezialgeschäft übernommen (BSN 09.02.1922).
Im Juli 1932 bezeichnet Willi Boesecke sich selbst als Nationalsozialist ("Nazi"), der seit 1921 mehr als 50 Reden Hitlers gehört habe (BSN, 30.07.1932). Das NSDAP-Mitglied , Eintritt 01.02.1933, wird im selben Jahr 1. Vorsitzender des Harzklub-Zweigvereins Bad Sachsa (Festschrift 100 Jahre Harzklub-Zweigverein Bad Sachsa 1887-1987, S. 25), zugleich Mitglied des neu geschaffenen, dreiköpfigen Kurdirektoriums (BSN, 04.07.1933), SS-Mitglied und im November 1933 SS-Ortsgruppenführer (BSN 04.11.1933). In 1934 gilt er wegen Steuerhinterziehung als Vorbestraft (StABS I,5,12a, Bl. 77 + 78), was seinem "Aufstieg" keinen Abbruch tut. Denn bereits im Oktober 1934 wird er SS-Oberscharführer und Führer des SS-Sturms 7/67. Auch weitere Verfahren und Verurteilungen wegen Steuerhinterziehung halten ihn nicht auf; er wird 1939 Ministeralreferent im Dienst des Deutschen Reiches und als solcher von der Regierung des Generalgouvernements übernommen (vermutlich seit 1941) und zuletzt noch am 20.4.1945 zum Major der Waffen-SS befördert (StABS). Nach Kriegsgefangenschaft wird Willi Boesecke u.a. Vorsitzender des Gesangvereins "Liedertafel" und des "Harzklubs" (Ehrenmitglied); er verzieht in die Hohe Bergstraße.
 

Ein Sohn  des Kaufmanns Friedrich Abraham Heubach aus der Ehe mit Frieda, geb Vogel,  Friedrich (Fritz) Heubach besteht an hiesigem Pädagogium seine Abschlussprüfung und war in der Folge 1930 Mitinhaber des "Fotohaus Gundlach" (Schützenstr. 5). Von der Wehrmacht kommend zieht er bereits im Juni 1945 wieder nach Bad Sachsa und beschäftigt sich mit dem Handeln von Briefmarken:

Briefmarken-Rundsendeverkehr "Harzer Ring", Fr. Heubach

(1947, Ganzsache: Slg. R. Boehm)

Bereits 1946 eröffnete Fr. Heubach seinen "Harzer Ring", einen "Briefmarken-Rundsendeverkehr", für den heimischen Markt:

 Erste Deutsche Briefmarken-Lotterie

(1949, Brief: Slg. R. Boehm)

Zu dieser "Erste Deutsche Briefmarken-Lotterie" haben wir bisher keine weiteren Informationen finden können! 
Helfen Sie uns bitte!

"GLOBUS"

(1947, Ganzsache: Slg. R. Boehm)

Bereits 1947 war Fr. Heubach der heimische Markt zu klein geworden und er richtete sein Angebot als "INTERNATIONALE KORRESPONDENZ- UND TAUSCH-VEREINIGUNG "GLOBUS"" aus der "Brit. Zone" heraus an das Europäische Ausland, hier z.B. an Kundschaft in Dänemark.

Das Schicksal der Villa Heubach

"Entstehen zwanzig Wohnein-heiten an der Roonstraße?

(17.09.1979, Bad Sachsaer Nachrichten)

In den ausgehenden 1970er Jahren hätte es auch im beschaulichen, durch Villen geprägten Teil Bad Sachsas doch noch eine weitere Bausünde geben können, bei der lediglich die mit "X" gekennzeichnete Villa Heubach hätte stehen bleiben sollen, um als Gemeinschaftseinrichtung für zwanzig Wohneinheiten dieses durch den Sachsaer Architekten Hansjochen Rößler im Auftrag geplanten Wohnparks zu dienen!

Ironie des Schicksals - es kam anders:
Abgerissen wurde nach Jahren des Leerstandes ausgerechnet die Villa Heubach - sie hatte Platz zu machen für zwei Wohnanlagen mit sehr vielen Miet- und Eigentumswohnungen, die seit 1982 mit Roonstraße 14a, 14b und 14c sowie seit Mitte der 1990er Jahre mit Roonstraße 14 bezeichnet werden.

SCHMELZTEICH

ca. 1905

Bisher konnte leider nicht nach-gewiesen werden, daß der Schmelzteich zur Wasserversorgung einer "Erzschmelze" (vermutlich bei Gelpkes Mühle und Kälz` Mühle) angelegt worden ist, obwohl viele Indizien dafür sprechen. 

Sanierung mit Privatkapital

Am 5. Juli 1910 ließ der Kommerzienrat Friedrich Wilhelm Reinhardt (geb. 1844 in Sachsa, gest. 1920 in Leipzig), Ehrenbürger und großer Wohltäter unserer Stadt, mitteilen, daß er auf seine Kosten den Schmelzteich verlängern und durch Ausbaggerung verschönern wolle, eine Privat-Initiative, die ihn dann 12.000 Goldmark gekostet hat. Herr Reinhardt hat sich damit selbst ein Denkmal gesetzt.
"Etwa Mitte September begann Maurermeister Otto Kaiser (welcher auch für die schönsten Villen auf dem Pfaffenberg verantwortlich zeichnete) mit der Ausführung des Reinhardt-schen Projekts. Die Ausführung scheint aber auf erhebliche Schwierig-keiten gestoßen zu sein, da sich die Tausenden von ausgehobenen Kubik-metern von Schlamm und Erde nicht ohne weiteres an den Ufern unterbrin-gen ließen. Aus den Magistratsakten ist nicht zu ersehen, wann die Ver-größerung des Schmelzteiches um etwa 4.500 Quadratmeter zu Ende geführt wurde, anscheinend 1913."

"Der Teich ist etwa 320 Meter lang, 130 Meter breit und hat eine Fläche von 7 Hektar. Er wird von Zuflüssen aus dem Massiv des Ravensbergs überwiegend zur Zeit der  Schnee-schmelze gespeist. Noch heute ist er Teil des Hochwasserschutzes. Der Staudamm des Schmelzteiches ist rund 130 Meter lang und etwas mehr als fünf Meter hoch. [https://www.harzlife.de/teiche/schmelzteich.html].

Ein Wehr auf der Dammmitte regelt den Wasserabfluss über eine kleine Kaskade in den historischen Teil des Kurparks. Auf dem Teichdamm sowie an vielen Uferabschnitten stehen zahlreiche Relax- und Parkbänke. Im Zuge der Umgestaltung des Kur-parkes zum Vitalpark wurde am Hauptzufluss eine kleine Insel für Wasservögel angelegt (Hauptgrund für die Schaffung der Vogelinsel war allerdings Geldknappheit, denn man hätte nur für teuer Geld den Aushub anderweitig hätte entsorgen können).

Große Schmelzteichbeleuchtung (Bad Sachsaer Nachrichten 10. August 1933)

"Einen feenhaften Anblick bietet der Schmelzteich an den Abenden, an denen seine Ufer einschließlich des Bootshauses von ungezählten elektrischen Glühbirnen beleuchtet sind, deren Schein sich im Wasser spiegelt. Ungezählte Einwohner, Kurgäste und Besucher aus der Nähe und Ferne kommen zu diesen Schmelzteichbeleuchtungen, mit denen Konzert, ein großes Feuerwerk und bengalische Beleuchtung der Darbietungen mit dem Bewuststein, etwas sehr Schönes erlebt zu haben. Die Anregung zur Beleuchtung des Schmelzteiches gab 1930 der Verwaltungsinspektor Fischer, der Leiter der städtischen Elektrizitäts= und Wasserwerkes." (Dietz, 75 Jahre Kurort, 1939, S. 15)

Schmelzteich mit Bootshaus; in den 1920er Jahren

"Das schönste Stück Landschaft im schönen Bad Sachsa" wird bereits 1550 erwähnt und gehört zu den ältesten Talsperren im Harz. (Günter König: Bad Sachsa – Vom Bauernstädchen zum Kurort. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 1988, S. 57). 

Bootshaus, 1921

1903 wurde auf dem Schmelzteich-damm ein mit Schilf gedecktes Birkenhäuschen als Bootsstation er-baut, welches 1924 erneuert werden mußte. Wegen Baufälligkeit wurde dieses 1956 abgebrochen zugleich erhielt der Damm eine neue Beton-mauer, während ein neues Boots-Haus in der Bismarckstrasse seinen Platz erhielt.

Titel

Neue Attraktion im Schmelzteich

Bad Sachsa.                                            Der hintere Schmelzteich wurde ausgebaggert, um ihn wieder für Boote befahrbar zu machen. Mit dem Material wurde eine Insel aufge-schüttet. (Florian Renneberg auf Harz Kurier online, 27.09.2013)

SCHÜTZENSTRASSE

Schützenstraße 5 

Das Schuhgeschäft von Robert Gundlach

(1950er, Foto: Herbert Lemmer) 

Das Schuhgeschäft gehörte Robert Gundlach; er hatte es von seinem Vater übernommen, dem das Haus gehörte.

Die Werbung am Haus deutet auf den Schneidermeister Robert Lemmer hin, der oben unter dem Dach sein Atelier hatte und dort auch mit seiner Familie wohnte. Sein Sohn wiederum ist Herbert Lemmer, dem wir dieses Foto verdanken; es zeigt:

Else Lemmer (Mitte), Frau vom Schneider und Mutter von Herbert Lemmer.
Adolf Stuller (links daneben), Schwager von Else und mein Opa,
Alma Stuller (links), geb. Gundlach und meine Oma,
Otto Albrecht (rechts), Sportgeschäft Kolonaden und mein Vater, sagt Christiane verh. Schmidt und ergänzt: "Da meine Großeltern aus Berlin zu Besuch waren, handelt sich es sicher um einen bevorstehenden oder gemachten Ausflug, siehe die Kamera von meinem Vater." (Christiane Schmidt, 08.06.2022) 

Um 1900 hatten 10 Schuhmachermeister (sic! plus Gesellen) und deren Familien ihr Ein- und Auskommen; bei rund 1.500 bis 2000 Einwohnern hätte einer, eventuell zwei ausgereicht um den innerstädtischen Bedarf zu befriedigen. Daraus folgt, daß 1) die Sachsaer die besten Schuhe weit und breit fertigten und 2) diese in ganz Nordthüringen bis Nordhausen zum Verkauf kamen! Hier das Ladengeschäft des Schuhmachermeisters Robert Lemmer.

Schützenstraße 5

Gaststätte Schützeneck von Frau Richter

(1965 ca., Slg. R. Boehm 3393) 

Inhaber der "Gaststätte Schützeneck" waren laut rückseitigem Firmenstempel "Peter Schwarzer u. Frau" Marianne - "blutjung beide, aber vom Fach", die das Lokal 1967 von Frau Richter übernahmen (BSN 11./12.11.1967)

Schützenstr. 6

(Ende der 1920er, Herbert Lemmer) 

Die Schützengesellschaft von 1814 Bad Sachsa e.v. zieht, angeführt von ihrem Schützenmeister, hier ist es Otto Heise (Schützenmeister von 1926 bis 1933), wie seit mehr als 100 Jahren, durch die nach ihnen bezeichnete Schützenstraße hinauf zum Schützenplatz. Im Rückraum das Haus mit der Adresse Schützenstr. 6, welches von der Familie Lamster bewohnt war.


Schützenstraße 17

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In Arbeit

Schützenstraße 17

(21.05.2021, Foto: H.M. Meißner) 


Diese Häuser für "Ziegen und Hühnerstall" war die typische Größe für 1-Familienhäuser um 1900; schräg gegenüber sind die letzten Häuser dieses Formates (noch) zu sehen! Die Zweistöckigen (auch in der Marktstraße, Kirchstraße sind samt und sonders nach ca. 1850 aufgestockte oder spätere Häuser. Zweitöckige Häuser gab es in Sachsa ursprünglich zuerst in der Uffestraße (nach dem großen Brand von 1631/1632 in der Marktstraße baute man auf dem eigenen Grund nach hinten raus auf der anderen Seite der Uffe neu und nannte diese neue Straße damals bis ca. 1890 "Hinterstraße" - typisch für diese Häuser u.a. Uffestraße 36 von 1650).