Am KURPARK

Am Kurpark: Steingarten

Kurpark, am Schmelzteichdamm

(1951, Foto: Slg. R. Boehm)

"Die Schmelzteichmauer wurde erneuert [1955/1956]; dabei wurden das Bootshaus verlegt an die Strassenseite. Außerdem wurde der Kurpark umgestaltet: der kleine Teich wurde geschaffen (mit dem Springbrunnen)".
 (BSN 03.07.1956). (Zum Bootshaus siehe insbesondere bei "Schmelzteich").

Kurpark, am Schmelzteichdamm

(1953, Mitteilungsblatt des Allgemeinen Deutschen Automobilklubs, ADAC)


"Bad Sachsa hat seinen Kurpark erweitert und einen Steingarten erhalten (unser Bild). Das Schwimmbad wurde durch ein Kinderplanschbecken vergrößert."

Kurpark, am Schmelzteichdamm

(1953, AK: Slg R. Boehm)

Anlage des Steingartens unter dem damaligen Stadtdirektor Willi Müller in 1953.

Dem Osteroder Kreis-Anzeiger (wohl 24. April 1954) kann man entnehmen: "Der noch zu Anfang vorigen Jahres als Höckerwall verschriehene Steingarten im Kurpark hat durch Verfeinerungsarbeiten, die als wirklich gelungen bezeichnet werden können, selbst bei seinen damaligen Gegnern Interesse und Anerkennung gefunden, zumal bekannt geworden ist, welche Verschönerungen noch weiter vorgesehen sind. So soll u.a. der Schmelzteichdamm eine stilvolle, landschaftsgebundene Beleuchtung erhalten, während der Schmelzteichdamm selbst am Einlauf zur Bismarckstraße so verbreitert werden soll, daß ein direkter Übergang zum Promenadenweg zwischen Bismarckstraße und Schmelzteich erreicht wird."

Kurpark, am Schmelzteichdamm

(1964, AK: Slg R. Boehm 2123)


Schade aus meiner Sicht, daß man den Gedanken des Promenadenwegs, als "Grünes Band" zuletzt unter BGM Helene Hofmann angestrebt, vom Ravensberg über Westertal, Schmelzteich und Philosophenweg, weiter über die Uffestraße bis zur Walkenrieder Brücke zwischenzeitlich aufgegeben hat. Eine vertane Chance!

Kurpark, am Schmelzteichdamm

(1982, AK: Slg R. Boehm)

Der Lieblingsplatz von Selmar Müller: an dieser Stelle unterhielt er jeden Montag, am kurmusikfreien Tag, die Gäste mit Gesang - begleitet mit seiner Waldzither.

Kurpark, am Schmelzteichdamm

(1970, Foto: Tom Schreiber, 26.05.2022 Facebook)

Die aus Knüppelholz gebauten Geländer gehörten seit der Jahrhundertwende am Schmelzteich ebenso wie im Kurpark zum üblichen Bild.

Am KURPARK

Degenhardt's Waldhaus

Am Kurpark 5

Degenhardt hatte als einer der ersten die Bedeutung Sachsa für Kurgäste erkannt. Mit obiger Anzeige warb er  bereits 1884 für einen Kuraufenthalt in Sachsa. 
In einem Brief schreibt er: "Jetzt habe ich in schönster Lage am Walde ein Haus, und ist im Sommer alles besetzt, und haben die Gesunden die Kranken verdrängt".

Titel

Text

Villa Marie

Am Kurpark 7

Baujahr 1888

Der Buchdruckereibesitzer August Schneider ließ 1888 diese Villa an exponierter Stelle mit Blick über den im Folgejahr fertig gestellten Kurpark vom Nordhäuser Architekten Habermann erbauen, der ebenfalls das Hotel Schützenhaus und die Villen Witzell und Uthemann entwarf. 

1943 kaufte der Zahnarzt Hans Kalmuczak das Haus für 18.000 RM. 1944 bekam das Haus eine prominente Bewohnerin, denn die Witwe des Generalstabschefs der Deutschen Luftwaffe zog hier ein. Generaloberst Hans Jeschonnek hatte nach den schweren Luftangriffen auf insbesondere Hamburg und Peenemünde Suizid begangen.

In der Nachkriegszeit wurde die Villa Marie an das benachbarte Pädagogium vermietet, das es als Haus Marienburg in den Internatsbetrieb integrierte.

Einer der erfolgreichsten deutschen Schriftsteller lebte in der Villa Marie

Der Sohn des Zahnarztes Hans Kalmuczak, Rolf (1938-2007) besuchte das Pädagogium in Bad Sachsa und entwickelte dort seine Leidenschaft fürs Schreiben. Später wurde er einer der erfolgreichsten deutschen Schriftsteller. Er schrieb unter über 100 Pseudonymen, zum Beispiel als Stefan Wolf die TKKG-Reihe, von der 14 Mio. Bücher und fast 30 Mio. Tonträger verkauft wurden (vgl. Wikipedia).

GARTENSTRASSE


Pflanzgarten in der Gartenstraße

"Während in vielen Harzorten der Wald bis in die Hausgärten vordrang und die Besiedlung einengte, weitet sich heute, etwa auf dem Brand, das Baugebiet in den Wald hinein aus. An der Gartenstraße hat es bereits den größten Pflanzgarten des Stadtforstes eingeschlossen, ein Areal von 30 Ar, also von drei guten Bauplätzen. Hier wird fast der gesamte Pflanzenbedarf für den Stadtforst aufgezogen. Jährlich werden von fleißigen Händen bis zu 40000 Baumpflanzen gesetzt. Aus 150 g Samen entwickeln sich auf Nadelstreubeeten von 5 Quadratmeter die kleinen Baumkinder. Zwei Jahre dürfen sie in ihrem Bettchen bleiben. Dann werden sie verschult, d. h . in Reihen in andere Beete umgesetzt und nach weiteren zwei Jahren in die freie Waldfläche entlassen..."

Pflanzgarten in der Gartenstraße

FOTO AUSTAUSCHEN

"...Im Gegensatz zur fast reinen Fichtenkultur des Oberharzes zeigt der Südharz das lieblichere Bild des Mischwaldes. In neuerer Zeit wird es durch viele neue Arten belebt. Im Pflanzgarten finden wir seltene Tannenhölzer wie Blautanne, Silbertanne und solche aus Amerika und Japan, auch Laubhölzer wie Fächerblattbaum, Roßkastanie, Erle und Ilex Stechpalme...
... Mit gleichem Stolz beobachtet Waldvater Wiehr Jahr für Jahr das Blühen und Gedeihen der 110 Kastanien, die er auf dem Moseberg, nahe der "Frühstücksbank" in einer langen und breiten Allee ansiedelte. Von hoher Kanzel aus, die zugleich bei klarem Wetter einen Weitblick bis zum Kyffhäuser erlaubt, bietet die Allee ein schönes Gesamtbild. Sie wurde 1965 mit fünfjährigen Jungstämmen besetzt, die ebenfalls im Pflanzgarten gezogen wurden. Jeder Stamm ist mit Maschendraht gegen den Verbiß durch das Rotwild geschützt. Der Ertrag an Kastainienfrüchten, von Jahr zu Jahr größer, ist bereits ein beachtlicher Beitrag für die winterliche Fütterung...


 Pflanzgarten in der Gartenstraße

FOTO AUSTAUSCHEN

"...Wie überall, ist auch aus unserem Stadtwald ein Überschuß nicht mehr zu erwirtschaften. Bei der immer mehr ausgeweiteten Kunsstofferzeugung kann der Holzpreis mit den Kosten für die Holzwerbung, für Wegeunterhaltung - 140 km! -, Wasserführung und manches andere nicht Schritt halten. Dennoch soll diese letzte Zuflucht aus einer mehr und mehr vergifteten Umwelt erhalten bleiben und gepflegt werden. Liefert doch beispielsweise eine 70jährige Fichte den reinen Sauerstoffbedarf für drei Menschen. Und Quellen und Wasserläufe sind hier noch sauber und trinkbar. Die Hauptlast trägt die Stadt Bad Sachsa als Waldeigentümer. Sie bedarf dazu jedoch der Hilfe des ganzen Landes, wie etwa in der Aktion Naturpark Harz."
(Bad Sachsaer Nachrichten, 7./8.08.1971)

ROONSTRASSE

Die Roonstraße erschließt einen Teil der Grundstücke von der Bismarckstraße hochwärts zum Brand. Zur Zeit dieser Aufnahme  1906 (oder kurz davor) sind noch viele Baulücken erkennbar; linksseitig bzw. östlich bildeten die heutigen Bismarckstraße 26 und die heutigen Roonstraße 2 + 3 eine Einheit für den Grund der damaligen Villa Gudden; rechtsseitig bzw. westlich steht hinter der heutigen Roonstraße 15 (Villa Waldruh) die Villa des Verlegers Hermann Haacke, welche um 1980 einer großen Wohnanlage weichen sollte (Roonstraße 14 a,b und c).
Links ist hinter der heutigen Bismarckstraße 26 noch die Bismarckstraße 25 zu erkennen.


Villa Gudden

Roonstraße 3

FREMDENHEIM Bergschlößchen, Geschwister Haasdorf, Roonstraße 3, Aufgang Bismarckstraße 

(in Bearbeitung: Flyer um 1960, Seite 1 + 4)

In Bearbeitung

FREMDENHEIM Bergschlößchen, Geschwister Haasdorf, Roonstraße 3, Aufgang Bismarckstraße 

(in Bearbeitung: Flyer um 1960, Seite 2 + 3)

In Bearbeitung 



Villa Heubach

< 1900: Brand 332
> 1900: Roonstraße 14
> ca. 1982 kommen hinzu Roonstraße 14 a, 14 b, 14 c.

Das im ausgehenden 19. Jahrhundert noch mit "Brand 332" bezeichnete Grundstück wurde anschließend mit Roonstraße 14 geführt. Der Kaufmann und Buchhändler Hermann Haacke (* um 1869,  †  17.09.1913 in Leipzig) war seit 1904 als Bürger in Bad Sachsa gemeldet (BSN, 18.09.1913). Umgehend eröffnete er am 01.10.1904 seine Verlagsbuchhandlung in der Roonstraße 14 (Gewerbesteuerrolle StABS), die er im Oktober 1912 nach Leipzig veräußerte (BSN, 18.09.1913). Zwischenzeitlich nahm er rege am gesellschaftlichen Leben der Stadt teil u.a. als Stadtverordneter und Ratmann.
Ob er diese Villa erbauen ließ, ist zur Zeit wahrscheinlich, aber noch nicht gelegt.
Mitte der 1930er Jahre übernahm diese Villa die Familie Heubach, die für die Briefmarkenwelt eine feste Größe werden sollte.
(1936, AK, Slg. R. Boehm 3554)

Signet

(1910, Briefumschlag, Slg. R. Boehm; darüber Briefkopf, StABS)

Da Hermann Haacke bereits 1913 in Leipzig verstorben war, wird dieser Briefkopf mit der Jahrzahl 1917 von seiner Witwe weiterbenutzt worden sein (?). 
Der Briefumschlag mit dem oben abgebildeten Signet trägt auch den gedruckten Absender "Hermann Haacke / Sachsa i. Harz / Roonstr. 14."

Eduard von Hartmann: Das Problem des Lebens, Bad Sachsa im Harz 1906

(1906, Buch: Slg. Ralph Boehm)

Mit Eduard von Hartmann verlegte Hermann Haacke außerordentlich erfolgreich einen Schriftsteller, der eine Philosophie des Individualismus schuf, die vor dem Hintergrund von Kants Theorien, christlicher Lehre und spiritualistischer Spekulation besagte, daß das Ich den Tod als körperlose Einheit überlebe." (N. Goodrich-Clarke, Wiesbaden 2004, S. 28). 
Auch heute noch darf in keiner bedeutenden philosophischen Bibliothek das erst in Leipzig, später in Bad Sachsa zwischen 1907 und 1909, verlegte folgende Standartwerk des Philosophen Eduard von Hartmann fehlen:
 

"System der Philosophie im Grundriß"
mit den folgenden Einzelbänden
(z.T. auch heute im Nachdruck erhältlich): 


  • Grundriß der Erkenntnislehre
  • Grundriß der Naturphilosophie
  • Grundriß der Psychologie
  • Grundriß der Metaphysik
  • Grundriß der Axiologie oder Wertwägungslehre
  • Grundriß der ethischen Prinzipienlehre
  • Grundriß der Religionsphilosophie
  • Grundriß der Ästhetik

"Karl Robert Eduard Hartmann, seit 1862 von Hartmann (* 23.02.1842 in Berlin, 

† 05.06.1906 in Groß-Lichterfelde) war ein deutscher Philosoph.

 Er gilt auch als „der Philosoph des Unbewussten“. Von Hartmann versuchte in seinem Werk Philosophie des Unbewussten zwei verschiedene Denkweisen (Rationalismus und Irrationalismus) zusammenzuführen, indem er die zentrale Rolle des Umbewussten betonte.

Sein Werk hatte Einfluss auf Tiepenpsychologen wie Sigmund Freund und Carl Gustav Jung..."
(WIKIPEDIA, 14.03.2022)


Weitere wichtige in Bad Sachsa durch Hermann Haacke verlegte Bücher sind:

  • 1905, Hartmann: Das Christentum des neuen Testaments
  • 1906, Hartmann: Das Problem des Lebens. Biologische Studien
  • 1907, Hartmann: Die Religion des Geistes
  • 1909, Hartmann: Die Weltanschauung der modernen Physik
  • 1910, Hartmann: Über die dialektische Methode. Historisch-kritische Untersuchungen
  • 1910, Hartmann: Neukantianismus, Schopenhauerianismus und Hegelianismus in ihrer Stellung zu den philosophischen Aufgaben der Gegenwart...
  • 1905, Herbert Spencer: Die Erziezung
  • 1910, Rudolf Eucken: Die Philosophie des Thomas von Aquino und die Kultur der Neuzeit

Die Villa Heubach verdankt ihrem Namen allerdings der Familie des Kaufmanns Friedrich Abraham Heubach (*1871), die wohl 1919 aus Sonneberg/Thüringen nach Bad Sachsa zugezogen ist.
Die Tochter aus der Ehe mit Frieda, geb Vogel, Helene (Leni) heiratete 1927 den in Steina 1898 geborenen Kaufmann und SS-Führer Willi Boesecke, der im selben Jahr in die Villa Heubach mit einzieht. Bereits 1922 hatten die Gebrüder Willi und Karl Boesecke, Besitzer der Zigarren- und Tabakfabrik Steina, das bisher von Frau Emilie Wiedemann in der Marktstr. 56 betriebene Zigarren-Spezialgeschäft übernommen (BSN 09.02.1922).
Im Juli 1932 bezeichnet Willi Boesecke sich selbst als Nationalsozialist ("Nazi"), der seit 1921 mehr als 50 Reden Hitlers gehört habe (BSN, 30.07.1932). Das NSDAP-Mitglied , Eintritt 01.02.1933, wird im selben Jahr 1. Vorsitzender des Harzklub-Zweigvereins Bad Sachsa (Festschrift 100 Jahre Harzklub-Zweigverein Bad Sachsa 1887-1987, S. 25), zugleich Mitglied des neu geschaffenen, dreiköpfigen Kurdirektoriums (BSN, 04.07.1933), SS-Mitglied und im November 1933 SS-Ortsgruppenführer (BSN 04.11.1933). In 1934 gilt er wegen Steuerhinterziehung als Vorbestraft (StABS I,5,12a, Bl. 77 + 78), was seinem "Aufstieg" keinen Abbruch tut. Denn bereits im Oktober 1934 wird er SS-Oberscharführer und Führer des SS-Sturms 7/67. Auch weitere Verfahren und Verurteilungen wegen Steuerhinterziehung halten ihn nicht auf; er wird 1939 Ministeralreferent im Dienst des Deutschen Reiches und als solcher von der Regierung des Generalgouvernements übernommen (vermutlich seit 1941) und zuletzt noch am 20.4.1945 zum Major der Waffen-SS befördert (StABS). Nach Kriegsgefangenschaft wird Willi Boesecke u.a. Vorsitzender des Gesangvereins "Liedertafel" und des "Harzklubs" (Ehrenmitglied); er verzieht in die Hohe Bergstraße.
 

Ein Sohn  des Kaufmanns Friedrich Abraham Heubach aus der Ehe mit Frieda, geb Vogel,  Friedrich (Fritz) Heubach besteht an hiesigem Pädagogium seine Abschlussprüfung und war in der Folge 1930 Mitinhaber des "Fotohaus Gundlach" (Schützenstr. 5). Von der Wehrmacht kommend zieht er bereits im Juni 1945 wieder nach Bad Sachsa und beschäftigt sich mit dem Handeln von Briefmarken:

Briefmarken-Rundsendeverkehr "Harzer Ring", Fr. Heubach

(1947, Ganzsache: Slg. R. Boehm)

Bereits 1946 eröffnete Fr. Heubach seinen "Harzer Ring", einen "Briefmarken-Rundsendeverkehr", für den heimischen Markt:

 Erste Deutsche Briefmarken-Lotterie

(1949, Brief: Slg. R. Boehm)

Zu dieser "Erste Deutsche Briefmarken-Lotterie" haben wir bisher keine weiteren Informationen finden können! 
Helfen Sie uns bitte!

"GLOBUS"

(1947, Ganzsache: Slg. R. Boehm)

Bereits 1947 war Fr. Heubach der heimische Markt zu klein geworden und er richtete sein Angebot als "INTERNATIONALE KORRESPONDENZ- UND TAUSCH-VEREINIGUNG "GLOBUS"" aus der "Brit. Zone" heraus an das Europäische Ausland, hier z.B. an Kundschaft in Dänemark.

Das Schicksal der Villa Heubach

"Entstehen zwanzig Wohnein-heiten an der Roonstraße?

(17.09.1979, Bad Sachsaer Nachrichten)

In den ausgehenden 1970er Jahren hätte es auch im beschaulichen, durch Villen geprägten Teil Bad Sachsas doch noch eine weitere Bausünde geben können, bei der lediglich die mit "X" gekennzeichnete Villa Heubach hätte stehen bleiben sollen, um als Gemeinschaftseinrichtung für zwanzig Wohneinheiten dieses durch den Sachsaer Architekten Hansjochen Rößler im Auftrag geplanten Wohnparks zu dienen!

Ironie des Schicksals - es kam anders:
Abgerissen wurde nach Jahren des Leerstandes ausgerechnet die Villa Heubach - sie hatte Platz zu machen für zwei Wohnanlagen mit sehr vielen Miet- und Eigentumswohnungen, die seit 1982 mit Roonstraße 14a, 14b und 14c sowie seit Mitte der 1990er Jahre mit Roonstraße 14 bezeichnet werden.

Schmelzteich

Bismarckstraße

ca. 1905

Bisher konnte leider nicht nach-gewiesen werden, daß der Schmelzteich zur Wasserversorgung einer "Erzschmelze" (vermutlich bei Gelpkes Mühle und Kälz` Mühle) angelegt worden ist, obwohl viele Indizien dafür sprechen. 

Sanierung mit Privatkapital

Am 5. Juli 1910 ließ der Kommerzienrat Friedrich Wilhelm Reinhardt (geb. 1844 in Sachsa, gest. 1920 in Leipzig), Ehrenbürger und großer Wohltäter unserer Stadt, mitteilen, daß er auf seine Kosten den Schmelzteich verlängern und durch Ausbaggerung verschönern wolle, eine Privat-Initiative, die ihn dann 12.000 Goldmark gekostet hat. Herr Reinhardt hat sich damit selbst ein Denkmal gesetzt.
"Etwa Mitte September begann Maurermeister Otto Kaiser (welcher auch für die schönsten Villen auf dem Pfaffenberg verantwortlich zeichnete) mit der Ausführung des Reinhardt-schen Projekts. Die Ausführung scheint aber auf erhebliche Schwierig-keiten gestoßen zu sein, da sich die Tausenden von ausgehobenen Kubik-metern von Schlamm und Erde nicht ohne weiteres an den Ufern unterbrin-gen ließen. Aus den Magistratsakten ist nicht zu ersehen, wann die Ver-größerung des Schmelzteiches um etwa 4.500 Quadratmeter zu Ende geführt wurde, anscheinend 1913."

"Der Teich ist etwa 320 Meter lang, 130 Meter breit und hat eine Fläche von 7 Hektar. Er wird von Zuflüssen aus dem Massiv des Ravensbergs überwiegend zur Zeit der  Schnee-schmelze gespeist. Noch heute ist er Teil des Hochwasserschutzes. Der Staudamm des Schmelzteiches ist rund 130 Meter lang und etwas mehr als fünf Meter hoch. [https://www.harzlife.de/teiche/schmelzteich.html].

Ein Wehr auf der Dammmitte regelt den Wasserabfluss über eine kleine Kaskade in den historischen Teil des Kurparks. Auf dem Teichdamm sowie an vielen Uferabschnitten stehen zahlreiche Relax- und Parkbänke. Im Zuge der Umgestaltung des Kur-parkes zum Vitalpark wurde am Hauptzufluss eine kleine Insel für Wasservögel angelegt (Hauptgrund für die Schaffung der Vogelinsel war allerdings Geldknappheit, denn man hätte nur für teuer Geld den Aushub anderweitig hätte entsorgen können).

Große Schmelzteichbeleuchtung (Bad Sachsaer Nachrichten 10. August 1933)

"Einen feenhaften Anblick bietet der Schmelzteich an den Abenden, an denen seine Ufer einschließlich des Bootshauses von ungezählten elektrischen Glühbirnen beleuchtet sind, deren Schein sich im Wasser spiegelt. Ungezählte Einwohner, Kurgäste und Besucher aus der Nähe und Ferne kommen zu diesen Schmelzteichbeleuchtungen, mit denen Konzert, ein großes Feuerwerk und bengalische Beleuchtung der Darbietungen mit dem Bewuststein, etwas sehr Schönes erlebt zu haben. Die Anregung zur Beleuchtung des Schmelzteiches gab 1930 der Verwaltungsinspektor Fischer, der Leiter der städtischen Elektrizitäts= und Wasserwerkes." (Dietz, 75 Jahre Kurort, 1939, S. 15)

Schmelzteich mit Bootshaus; in den 1920er Jahren

"Das schönste Stück Landschaft im schönen Bad Sachsa" wird bereits 1550 erwähnt und gehört zu den ältesten Talsperren im Harz. (Günter König: Bad Sachsa – Vom Bauernstädchen zum Kurort. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 1988, S. 57). 

Bootshaus, 1921

1903 wurde auf dem Schmelzteich-damm ein mit Schilf gedecktes Birkenhäuschen als Bootsstation er-baut, welches 1924 erneuert werden mußte. Wegen Baufälligkeit wurde dieses 1956 abgebrochen zugleich erhielt der Damm eine neue Beton-mauer, während ein neues Boots-Haus in der Bismarckstrasse seinen Platz erhielt.

Titel

Neue Attraktion im Schmelzteich

Bad Sachsa.                                            Der hintere Schmelzteich wurde ausgebaggert, um ihn wieder für Boote befahrbar zu machen. Mit dem Material wurde eine Insel aufge-schüttet. (Florian Renneberg auf Harz Kurier online, 27.09.2013)

Schuhmachermeister Robert Lemmer, Schützenstr. 5

(1950er, Herbert Lemmer) 

Um 1900 hatten 10 Schuhmachermeister (sic! plus Gesellen) und deren Familien ihr Ein- und Auskommen; bei rund 1.500 Einwohnern hätte einer, eventuell zwei ausgereicht um den innerstädtischen Bedarf zu befriedigen. Daraus folgt, daß 1) die Sachsaer die besten Schuhe weit und breit fertigten und 2) diese in ganz Nordthüringen bis Nordhausen zum Verkauf kamen! Hier das Ladengeschäft des Schuhmachermeisters Robert Lemmer.

Gaststätte Schützeneck von Frau Richter, Schützenstraße 5

(1965 ca., Slg. R. Boehm 3393) 

Inhaber der "Gaststätte Schützeneck" waren laut rückseitigem Firmenstempel "Peter Schwarzer u. Frau" Marianne - "blutjung beide, aber vom Fach", die das Lokal 1967 von Frau Richter übernahmen (BSN 11./12.11.1967)

Schützenstr. 6

(Ende der 1920er, Herbert Lemmer) 

Die Schützengesellschaft von 1814 Bad Sachsa e.v. zieht, angeführt von ihrem Schützenmeister, hier ist es Otto Heise (Schützenmeister von 1926 bis 1933), wie seit mehr als 100 Jahren, durch die nach ihnen bezeichnete Schützenstraße hinauf zum Schützenplatz. Im Rückraum das Haus mit der Adresse Schützenstr. 6, welches von der Familie Lamster bewohnt war.


Schützenstraße 17

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In Arbeit

Schützenstraße 17

(21.05.2021, Foto: H.M. Meißner) 


Diese Häuser für "Ziegen und Hühnerstall" war die typische Größe für 1-Familienhäuser um 1900; schräg gegenüber sind die letzten Häuser dieses Formates (noch) zu sehen! Die Zweistöckigen (auch in der Marktstraße, Kirchstraße sind samt und sonders nach ca. 1850 aufgestockte oder spätere Häuser. Zweitöckige Häuser gab es in Sachsa ursprünglich zuerst in der Uffestraße (nach dem großen Brand von 1631/1632 in der Marktstraße baute man auf dem eigenen Grund nach hinten raus auf der anderen Seite der Uffe neu und nannte diese neue Straße damals bis ca. 1890 "Hinterstraße" - typisch für diese Häuser u.a. Uffestraße 36 von 1650).