UFFEstraße
Die "Krumme Wiese"
oder
"Auf der Gemeinde"
Darunter wird das ehemalige Gemeindeland, die Ebene zwischen Schimmelbrücke und dem Schützenhaus, zwischen Brand und Pfaffenberg verstanden, welches als Weide und Gänserasen, abgeteilte Flächen als Bleichen für die Leineweber diente. (vgl. BSN 24.04.1971).
Zuvor, im Besitz der Kirche, wurde dieses Stück als die "Krumme Wiese" bezeichnet.
Im Jahre 1732 stehen "Auf der Gemeinde"
folgende Häuser:
Haus Nr. 89: Christian Müller
Haus Nr. 90: Hans Caspar Lauensteins Erben
Haus Nr. 91: Leopold Beyer
Haus Nr. 92: Hans Georg Stude
Haus Nr. 93: Caspar Ernst Stude
Haus Nr.94: Nicolaus Aurins Rel.
Haus Nr. 95: Hans Heinrich Honig
Haus Nr. 96: Hans Heinrich Gunkel
Haus Nr. 97: Justi Tully Rel.
Haus Nr. 98: Hans Georg Urbach
und das folgende in der heutigen Uffestr. 4 + 5
UFFEstraße
Uffestraße 1
<1853: Haus Nr. 210, Stadtbrauhaus (rückseitig des Rathauses gelegen)
>=1853: Haus Nr. 12, Stadtbrauhaus (rückseitig des Rathauses), darüber hds. "abgebrochen"
1875 ff: Marktstraße 11 c/b
1890
1900:
1930: Uffe-Straße 1, Polizeihauptwachtmeister Albert Baumgart, Polizei
sowie Kaufmann Robert Gundlach und der Maler Albert Vieth
Das Brauhaus
und
das Braurecht
Bestand im StABS
(zusammengestellt von Anja Danneberg und Ralph Boehm, Juni 2016)
"Es ist aber al
1647:
"Es ist aber alhier so beschaffen, es ein Jedweder das recht hat zu brauen, und man keine gewiße brauhäuser hat, aber wer brauet muß mehr geben in der contribution alß wer nicht brauet, und steiget und felt daßelbe weil ist kriegs weiße" [Kriegsweise]
(StABS 1.q.1: Flurregister von 1647)
StABS IV.e.1: Brauordnung der Stadt Sachsa 1671 - 1752
StABS IV.e.2: Brauwesen und Einrichtungen 1714 / 1722
StABS IV.e.3: Anlegung eines Braukellers 1730 / 1736
StABS IV.e.5: Braurechnung mit Ellrich 1752
StABS IV.e.6: Verkauf von Braugerechtigkeit 1753
StABS IV.e.7: Abbrauung der Verlose auf dem Aschenhofe 1754
StABS IV.e.9: Protokolle der Braulose 1758 / 1759
StABS IV.e.11: Verordnungen über das Brauwesen 1765 / 1766
StABS IV.e.15: Allgemeines Inventar des Brauhauses 1819, Rechnungen über Böttchergeld 1804 / 1828 usw.
(vgl. u.a. StABS XII.I.7)
Haus 210 (alt 12)
Situations=Plan
Städtisches = Brauhaus
Gemiesegarten
Spritzen
Haus
Gemiesegarten
Schweinestelle
Pferde=Stall / ....Haus Holz
Hofraum .....
.....
Rektor
Schule Rathaus 1. Gefängnis/2. Gefängnis/3. Gefängnis
Markstraße
(Ausbau des Rathauses, StABS XII.I.6)
Gemiese=Garten
Kegelbahn
Rathaus=Gasse
N2 An den Ort er Schweinestelle ,......
... Gegangenen Wärter=Wohnung und
zwar....
gestellt werden können.
(Ausbau des Rathauses, StABS XII.I.6)
Das Brauereiwesen in Bad Sachsa
1752
gab sich der Verein der 72 brauberechtigten Bürger [Anm.: Holz- und Braurecht klebten am Grund/Boden] eine neue Satzung mit einem Braudirektorium an der Spitze.
1833
gehörten diesem folgende Bürger an: Stecher Euling, Lautenbach, Steinicke und Picht .
Die Aufgaben waren:
1. die durch Los bestimmte Reihenfolge des Brauens einzuhalten
2. beim Magistrat Anträge auf die Erhöhung oder Herabsetzung der Getreidepreise zu stellen, somit auch den Bierpreis festzulegen. Damit sollte den Erzeugern und Verbrauchern gleichermaßen gerecht werden.
Die technische Leitung hatte Braumeister Seidenstücker. Ihm zur Seite stand die Braumagd Witwe Wentzel. Es wurde besonders darauf geachtet, dass die Zutaten in gehöriger Menge und Güte verwendet wurden.. Von jedem fertig gebrauten Bier wurde eine Probe genommen und verwahrt. Dann durfte das Bier verkauft werden. Hätte man das Bier nachträglich verdünnt, hätte es mit der Probe verglichen werden können.
1831 gibt es eine Aufstellung, aus dem der Überschuss des „Reihebieres“ erkennbar ist.
Die Ausgaben für:
Weizen, Gerste, Brauabgabesteuer, Beköstigung und Braulohn, Holz, Öl, Gewerbesteuer (!), Brauschoß, Hefe, Botenlohn, Hopfen, Schroten, Malzrösten, Salz, Böttchergeld, Braulos = 114 Reichsthaler, 28 Groschen, 9 Pfennig
Einnahmen für 56 Tonnen Bier:
je Tonne 2 Reichsthaler, 2 Groschen, 6 Pfennig
somit gesamt 116 Reichsthaler, 20 Groschen, dazu für Treber und Konvent (Dünnbier) = 1 Reichsthaler, 10 Groschen, zusammen 118 Reichsthaler.
Als Verkaufspreis wurden festgesetzt:
für 1 Quart = 1,15 ltr 8 Pfennig,
für 1 Tonne zu 100 Quart 2 Reichsthaler, 6 Groschen und 8 Pfennig.
Seit dem 19. September 1833 wird von der Familie Kellner Bier gebraut. Der Sattlermeister Wilhelm Kellner erhält die Genehmigung, in der Marktstraße 49 "Gasthaus Zur Krone" Bier zu brauen. Zum selben Zeitpunkt wird das Reihebrauen eingestellt worden sein.
(Zum Teil entnommen dem Göttinger Tageblatt/Bad Sachsa Nachrichten vom 21/22. September 1957,
neu zusammengestellt von Horst Möller, Goethestraße 12, 37441 Bad Sachsa)
"RATHAUS UND GERICHT // ANNO 1728"
Der "große Brand" , am 2. April 1718: "...damals brannten innerhalb zwei Stunden die nördliche Seite der Marktstraße mit dem kaum vollendeten Rathaus (Haus Nr. 209) und sämtliche Akten und dem Hofrat Röpenack`schen Freigut...". Der Schaden belief sich auf für die damalige Zeit hohe Summe von 15090 Taler. Das Rathaus und das Freigut waren z.B. mit je 800 Taler, die abgebrannten Bürgerhäuser mit 25-500 Taler bewertet (BSN, 04.04.1918). 1728 konnte der NEUBAU nach alten Unterlagen wieder gerichtet werden, und zwar an selber Stelle" (Haus Nr. 209).
Ich schließe daraus, daß dieser Türsturz ursprünglich im Haus direkt an der Marktstraße verbaut war und erst später in das Haus Uffestr. 1 kam.
(Ich bitte um Ihre Meinung! und Wissen!)
(09.04.2024, Foto: R. Boehm)
Die Königliche Kreisgerichts=Commission
"An Königliche Kreisgerichts=Commission Sachsa"
Eine "P.D.F." (Portopflichtige Dienstsache) geht 1877 aus Herzberg
mit blauem K1 "...HERZBERG..."
mit Ra3 "HERZBERG AM HARZ 22°10°77°1-2"
nach Sachsa (Ankunftstempel Ra2 "SACHSA 22 10*11-12")
(1877, Faltbrief-Hülle mit hds. Vermerk "P.D.S. frei!",
trotzdem frankiert mit Mi. 34. Slg. Ralph Boehm)
"Zwecks wirtschaftlicher Belebung des abgelegenen Städtchens wurde von 1821 bis 1878 vom Amtsgericht Ellrich für Sachsa und die Dörfer im Teil des Kreises Grafschaft Hohenstein eine Preußische Gerichtskommission nach hier verlegt. Zusammen mit dem Magistrat amtierte der Stadtasserssor Wehmut und ein Protokollführer im Oberstock des Ratskellers (Marktstr. 11), wurde jedoch wegen Raumnot 1865 in den Neubau Uffestraße 1 verlegt.
Nach Wiedereingliederung in das Amtsgericht Ellrich bezogen Magistrat und Polizeiverwaltung das leerstehende "alte Rathaus", heute im Besitz der Familie Heckel.
("750 Jahre Bad Sachsa", BSN AZ 19.06.1971)
"Als endlich im Jahre 1821 in Sachsa eine Gerichtskommission eingerichtet wird, läßt der damalige Gerichtsassessor Wehumt in Ellrich die Sachsaer Akten auf einen Leiterwagen laden, setzt sich neben den Fuhrmann und gemütlich und mit Peitschenknall geht`s an einem klaren Januarmorgen nach der Sachsa, wo er seine neue Amtstätigkeit beginnen will..."
("75 Jahre Kurort", BSN 22.07.1939)
Ein "Post=Insinuations=Document" als "Portopflichtige Dienstsache frei"
"Zurück an die Königl. Kreisgerichts=Commission in Sachsa Bur."
Darin wird die Zustellung der Ausfertigung der Obligation vom 10. April 1872 über 300 Mk ... in der Boeseckischen Hypothekensache bestätigt.
Den Empfang der Obligation in Nordhausen wird mit eigenhändiger Unterschrift durch Joseph Warburg in Nordhausen am 24. Juli 1872 quittiert worden.
(1872, Slg. Ralph Boehm)
Vorderseite: K1 "AUSG No. I 24 7" sowie K2 "NORDHAUSEN 11-12V. 26 7 72"
Rückseite: Stempel des
"KOENIGL:PREUSS:POSTAMT NORDHAUSEN"
(06.08.1983, Harz Kurier
"Auch Hinterhöfe können schön sein"
(06.08.1983, Harz Kurier)
Aber das muss ja nicht jede/r sehen (können)
(21.11.2011, Foto: R. Boehm)
Zugang zur Uffestr. 1 in der Rathausgasse (25.09.2020, Foto: R. Boehm)
Eingangshof in der Rathausgasse
(07.06.2020, Foto: R. Boehm)
Ansicht von der Uffestraße aus
(07.01.2021, Foto: R. Boehm)
Restaurierungs- und Verschönerungsarbeiten im gesamten Außenbereich in 2023/2024
(Oktober 2023, Fotos: R. Boehm)
(November 2023 + März 2024, Fotos: R. Boehm)
Uffestraße 4
1732: Haus Nr. 99 auf der Gemeinde: Christoph Häger (a.a.O.: Heger) (StABS XIII.a.3).
1749: Haus Nr. 101 auf der Gemeinde: Andreas Günther olim Christoph Häger (Andreas Günter heiratet die Tochter von Christoph Heger: Marie Elisabeth Heger (StABS XIII.a.3).
1769: Haus 108 in der Hinterstraße: Johann Heinrich Lautenbach heiratet die Tochter von Andreas Günther: Engla Elisabeth (StABS XIII.a.3).
1788: Haus 108 in der Hinterstraße: Christoph Unger heiratet die Tochter vn J.H. Lautenbach: Maria Catharina Magdalene. In der Folgezeit erfolgt die Umnummerierung in Steingrund 115.
1834: Haus 115 im Steingrund: Heinrich Richter durch Heirat mit Marie Luise Unger; diese stirbt nach der Geburt ihres zweiten Sohnes. Richter heiratet erneut: Christine Elisabeth Stephan).
1847: Haus 115 im Steingrund: Leineweber Karl Ernst Krügener mit Christina geb. Richter.
>=1853: Haus Nr. 152 im Steingrund: Ernst Krügner / Krügener (aus Mauderode). Ernst Friedrich Krügener heiratet Johanne Sophie Friederike Stecher, geb. Richter (s.o.), sie bekommen einen Sohn: Wilhelm Krügener. (die vorstehenden Informationen stammen von Anja Danneberg, 25.11.2009).
1875 ff: Steingrund 152, Oeconom Ernst Krügener.
1890 ca. ff: Teil von Uffestraße 4, Besitzung Julius Eder.
1900: m.E. erstmalige Erwähnung der Uffestraße 5.
Am 25.05.1899 wird durch Julius Eder der Bauantrag für 1 Wohnhaus gestellt an Stelle der Scheune bzw. Stallung. Der Konsens wird dazu am 30. Mai erteilt und die Rohbau-Abnahme bereits am 08.09.1899 festgestellt.
(hds. Günter König, Stadtarchivar Bad Sachsa)
Auch das Haus rechter Hand gehört um die Jahrhunderwende mit zur Uffestraße 4; beide sind gemeinsam eingezäunt und über lediglich ein Gartentor zu erreichen.
(1899, Ausschnitt einer AK: Slg. R. Boehm A 189)
Besitzung
v. Julius Eder,
in Bad Sachsa
Blick über die Schimmelbrücke auf die "Villa Eder"
(1901, Ausschnitt einer AK: Slg. R. Boehm)
Die "frühere Buchheimsche Villa, Uffestraße 4, davor Eder, an der Uffe= u. Lindenstraße gelegen.
Curt Maigatte kauft die Villa des Herrn Buchheim, früher Eder, "welcher darin ein zeitgemäßes Café mit Conditorei einrichten will."
(16.02.1911, Bad Sachsaer Nachrichten)
Maigatters erste Maßnahme ist die "Herstellung eines Backofens" im März 1911. In 1913 folgen ein Vorbau und Veranda bzw. eine überbaute Terrasse.
(01.04.1911, Bad Sachsaer Nachrichten)
Der Übergang von Curt Maigatter auf Walter Haase
1911-1919: Konditorei u. Kaffee Maigatter. Fernspr. Nr. 9.
Mit Kaffeegarten hinterm Zaun.
(1911 vmtl., AK: Slg. R. Boehm 3736).
Curt Maigatter eröffnet direkt im Anschluss die Waldschenke Steinaer Tal, welche sich zu einem beliebten Ausflugsziel, nicht nur für die Sachsaer, entwickeln wird.
Walter Haase verlegt 1922 den Eingang zur Straßenseite an die Schimmelbrücke.
(Quelle unbekannt)
Konditormeister Walter Haase kauft das Anwesen, der Betrieb der Konditorei mit Kaffee wird fortgeführt und prägte mit den täglichen Konzerten die Kur-Rekonvaleszenten über Jahrzente.
1919: Umbau des Wohnhauses
1922: Treppenbau in den Garten
(19.04.1919, Bad Sachsaer Nachrichten)
(25.08.2023, Bad Sachsaer Nachrichten)
Uffestraße 4 im Jahre 1928 ff:
(1928, AK vs: Slg. R. Boehm)
(?, Bad Sachsaer Nachrichten)
(1928, AK rs: Slg. R. Boehm)
(1928, AK: Slg. R. Boehm 1936)
(1928, AK: Slg. R. Boehm 1937)
(1928, AK: Slg. R. Boehm 1938)
Der Reichskanzler Adolf Hitler wird heute, 24. Oktober 1933, über alle deutschen Sender sprechen
Reichshandwerkerwoche
Im Kurkaffee Haase fand Dienstag nachmittag und abends im Rahmen der Handwerkswoche die von einheimischen Geschäften veranstaltete Modenschau statt.Reichshandwerkerwoche
(24.10.1933, Bad Sachsaer Nachrichten)
KURKAFFEE (und) KONDITOREI
(1937, AK oder Foto: Thomas Wegener auf Facebook am 27.11.2023)
1945-1947
"Die Engländer hatten das Schützenhaus belegt... im Kurpark Fuhrpark und Benzindepot.
Cafe Haase war Casino für die Mannschaften, die Offiziere hatten Quartiere in Pahlkes Villa bezogen. In der Garage von Wilhelm Bock war die Reparaturwerkstatt für englische Fahrzeuge", erinnert sich Karl-Heinz Imse, der mit 16 Jahren in den Krieg ziehen mußte. (StABS)
Eine gute Tradition wird fortgesetzt:
Die Bad Sachsaer und die Kurgäste müssen auf Kaffee und Kuchen nicht verzichten!
Zuständig dafür ist ab 2. Juli 1957 Konditormeister Hans Seidelmann.
zuerst in der
(30.04.1952, Bad Sachsaer Nachrichten)
... und ab 2. Juli 1957 in der Uffestraße 4.
KURKAFFEE (und) KONDITOREI
(1953, AK: auf EBAY an G. Angermüller)
(ca. 01.07.1957, Bad Sachsaer Nachrichten)
Eine gute Tradition wird fortgesetzt:
Die Bad Sachsaer und die Kurgäste müssen auf Kaffee und Kuchen nicht verzichten!
Zuständig dafür ist ab 2. Juli 1957 Konditormeister Hans Seidelmann
Moderner Anbau wurde seiner Bestimmung übergeben
(03.01.1958, Bad Sachsaer Nachrichten)
(Anfang/Mitte 1960er, AK: Slg R. Boehm 1487)
Eine gute Tradition wird fortgesetzt:
Die Bad Sachsaer und die Kurgäste müssen auf Kaffee und Kuchen nicht verzichten!
Zuständig dafür ist ab 2. Juli 1957 Konditormeister Hans Seidelmann
(21.11.1960, Bad Sachsaer Nachrichten)
Hans Seidelmann
"Hans Seidelmann - Inh. Geschwister Seidelmann / Kur-Café * Konditorei / ÜBER 100 JAHRE" (Briefkopf, Slg. R. Boehm)
Die Villa kommt in neue Hände:
Das Dach wird grundlegend erneuert; leider wird nicht auf den bewährten
Doppelmuldenfalzziegel zurückgegriffen, der auf anderen Bad Sachsaer Häusern bereits um die Jahrhundertwende 1900 verlegt worden ist UND immer noch seinen Dienst verrichtet.
(März/April 2004, Foto: R. Boehm)
Auch der Seitentrakt zur Hindenburgstraße wird komplett erneuert.
(Sommer 2005, Foto: R. Boehm)
Abfuhr der Doppelmuldenfalzziegel, der ehedem stilprägende Bedachung unserer Villen.
(März/April 2004, Foto: R. Boehm)
Erneuerung der Frontansicht.
(Sommer 2005, Foto: R. Boehm)
Mit der Fam. Seidelmann geht die ca. 100jährige Tradition der Conditoren in diesem Hause noch nicht ganz zu Ende, denn der Conditor/Bäcker Kemmling errichtet im rechten Teil eine Verkaufsstelle
(Nach einem kurzen Gastspiel des "Kur-Café Ehrig", so hds. Stadtarchivar G. König, wird das Haus verkauft).
Im linken Teil wird Bad Sachsa dafür seit ca. November 2006 mit asiatischer Küche verwöhnt im
VIET-THAI-CHINA-RESTAURANT
CHINA-GARTEN
Seit Frühjahr 2019 wird firmiert als
Vietnamesisches Restaurant AN NAM
(08.11.2006, Foto: Horst Möller)
(Dez. 2007, Foto: Horst Möller)
Foto unten: 12.06.2011, R. Boehm
(Dez. 2007, Foto: Horst Möller)
VIET-THAI-CHINA RESTAURANT
(22.04.2011, Foto: Horst Möller)
Konditorei & Bäckerei KEMMLING
(2017 ca., Foto: R. Boehm)
Das war`s endgültig mit den Conditoren in Bad Sachsa... Das Geschäft wird in 2018 geschlossen.
Auch das asiatische Restaurant schließt seine Pforten am 19.11.2023
(Dez. 2021, eigene Firmen-Homepage)
"Alles beflaggt. Absolvia feiert." (schreibt Alt-Bürgermeister Axel Hartmann auf Facebook am 19.05.2018). Dahinter sind Schaufenster zugeklebt...
... und dieser Zettel berichtet von der Schließung
(23.05.2018, Foto: R. Boehm)
"Häuser erzählen Geschichte"
in diesem Fall wurde die Geschichte der Rathäuser neben einem älteren dekorativen Stadtplan dargestellt
Am 09.09.2021 werden die Schaufenster nach unseren Vorschlägen beklebt.
(09.09.2021, Foto: R. Boehm)
Das Geschäft mit 82 qm wird zur Miete angeboten
(November 2022)
Die Aktion "Häuser erzählen Geschichte" hat an diesem Ort seine Schuldigkeit getan - die Beklebung wird wieder entfernt.
Am 18.12.2023 schreibt Bürgermeister Daniel Quade auf Facebook:
Die neue Selbstbedienungs-Filiale der Volksbank im Harz in der Uffestraße 4 ist eröffnet.
Nach der Geldautomatensprengung Anfang Februar 2023, kam es leider auch zu Einschränkungen der alten Selbstbedienungs-Filiale. Hintergrund war, dass die Mieter, die direkt über der Filiale wohnen, verständlicherweise ein „flaues Gefühl im Bauch“ hatten.
Am 13. Dezember konnte nun die neue SB-Filiale eröffnet werden. Diese befindet sich in den Räumen unterhalb des ehemaligen vietnamesischen Restaurants.
Wichtig ist, dass sich die Volksbank im Harz immer zu unserem Standort bekannt hat - nicht wie andere Kreditinstitute, die sich mittlerweile zurückgezogen haben.
Dafür sind wir, im Namen unserer Einwohnerinnen, Einwohner und Gäste sehr dankbar
In der SB-Filiale wurden die höchstmöglichen Sicherheitsvorkehrungen ergriffen
Ihr & Euer
Daniel Quade
"Wir machen den Weg frei...
Nur nicht für Rollstuhlfahrer",
schreibt Tim Dyson auf Facebook am 24.07.2024
(ca. 05.09.2024, Foto: R. Boehm)
Und was schreibt die Volksbank im Harz eG an Ihre Kunden im November 2023?:
"Neueröffnung der SB-Filiale in der Uffestraße 4 in Bad Sachsa
Sehr geehrte Damen und Herren,
es ist sowei: Für uns beginnt ein neuer Abschnitt, denn nach mehreren Monaten der Vorbereitungszeit eröffnen wir unsere neue Selbstbedienungs-Filiale,
die ganz auf Ihrer Bedürfnisse zugeschnitten ist.
Die SB-Filiale, die ab dem 13. Dezember 2023 für zugänglich sein wird, haben wir mit dem höchstmöglichen Sicherheitsstandart ausgestattet, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. In dieser Filiale finden Sie einen Geldautomaten für Bargeldabhebungen und Einzahlungen. Zusätzlich steht Ihnen ein Konstoauszugsdrucker sowie ein Briefkasten wieder sieben Tage die Woche zur Verfügung.
Die Eröffnung dieser neuen Selbstbedienungsfiliale ist ein weiterer Schritt, um Ihre Bankgeschäfte so einfach und effizient wie möglcih zu gestalten.
Ihre Zufriedenheit steht für uns an erster Stellle.
... Bitte beachten Sie, dass aufgrund von Umbaumaßnahmen die alte SB-Filiale in der Uffestraße 7 am Dienstag, dem 12. Dezember 2023, nicht zur Verfügung steht.
... Mit freundlichen Grüßen
Ihre Volksbank im Harz e.G
Torsten Janßen, Norbert Gössling"
Uffestraße 5
<1853: Haus Nr. 115 im Steingrund
>=1853: Haus Nr. 152 im Steingrund, Ernst Krügner / Krügener (aus Mauderode)
1875 ff: Steingrund 152, Oeconom Ernst Krügener
1890 ca. ff: Teil von Uffestraße 4, Besitzung Julius Eder
1900: m.E. erstmalige Erwähnung der Uffestraße 5
Blick vom Rathaus auf die Hindenburgstraße (links) und mittig die Uffestraße 4 + 5
(1960er Jahre, Foto: Gerhard Pfeiffer / Slg. R. Boehm)
Der Geschirrführer Heinrich Koch eröffnet am 12.8. 1904 ein Spediteurgeschäft, einen Kohlenhandel und ein Lohnfuhrwerk (Laut Markus Jaeger, StABS: "in der Schützenstr. 14/nicht sicher") und heiratet im Sommer 1904 Auguste MINNA, geb. Lehmann aus Bad Sachsa.
Im März 1905 wird ein Wagenschuppen für den Spediteur Heinrich Koch erwähnt, und 1906 wird ein Schweinestall in der Uffestraße 5 gebaut.
(o.J., AK: Slg. R. Boehm)
Der "praktische Schneider" für Herren & Damen
(22.06.1900, Kur= u. Fremdenliste)
(11.02.1902, Bad Sachsaer Nachrichten)
Pietätvolle Erledigung sämtlicher Formalitäten durch das Bestattungs-Institut von M. Danneberg
(20.03.1951, Bad Sachsaer Nachrichten)
Kurz vor seinem Tod übergibt Heinrich Koch (1881-12.12.1925) sein Geschäft an Paul Danneberg (*27.8.1897 in Hoyerswerda), der mit "H. Koch Nachfolger" hier firmiert. In 1932 übernimmt Margarete Danneberg die Spedition und den Kohlenhandel als Inhaberin.
Das Foto soll 1929 entstanden sein, dementsprechend zeigt es vmtl. die Familie Danneberg.
vmtl. 1929 ff (Postkarte mit Eindruck: Slg. R. Boehm)
"Wo sind die Ostereier???"
... fragt sich jeder Alt-Sachsaer bei dieser schönen Ansicht ...
(evtl. um 1970?, Foto: Familie Danneberg)
2004 erfährt das schöne Kleinod frische Farben
Vor dem Anstrich
(2004, Foto: Ralph Boehm)
Die Haustür in frischen Farben
und mit neuer Hausnummer.
(3.11.2007, Foto: Horst Möller)
Nach dem Anstrich
(2004, Foto: Helmut Walter Degenhardt)
2004 erfährt das schöne Kleinod frische Farben
oben: Blick über die Schimmelbrücke auf die Uffstraße 5.
(ca. 09.04.2007, Foto: Horst Möller)
unten: Blick über die Schimmelbrücke auf die Bismarckstraße.
(12.08.2024, Foto: Anja Danneberg)
Der fehlende Nadelbaum gibt die Seitenansicht der Uffestraße 4 frei.
(15.11.2012, Foto: R. Boehm)
Uffestraße 6
<1853: Haus Nr. 116 im Steingrund
>=1853: Haus Nr. 153 im Steingrund, Wilh. Schwaebe
1875 ff: Steingrund 153, Handelsmann Wilhelm Weisshuhn
1890 ca. ff: Uffestraße 6, Handelsmann Wilhelm Weisshuhn
Wilhelm Schwäbe, Wilhelm Weisshuhn, Wilhelm Wedler...
Alle Eigner heißen "Wilhelm" - insbesondere Wilhelm Wedler I, II + III
"Nach der Heirat von Wilhelm Wedler I. zog die Firma Wedler mitsamt der Werkstatt von der Marktstraße in die Uffestraße 6 um. Dort wuchs das Unternehmen kontinuierlich an.
Sattlerei ab 1.4.1900 durch Wilhelm Wedler." (hds. Günter König)
"1928: Wilhelm Wedler II. schloss seine Ausbildung zum Polsterer ab unt trat in die Firma ein.
In der Uffestraße entstanden jetzt die ersten Ausstellungsräume."
Wilhelm Wedler der III. wird 1929 geboren (WESA, Homepage 2021).
1933 heißt es in der Broschüre "Der Kreis Osterode am Harz":
"Wilhelm Wedler, Polstermöbel//Innendekoration, Uffestr. 6".
1950 legt Wilhelm Wedler III. seine Meisterprüfung in Oldenburg ab und entwickelt die Firma von einem reinen Handwerksbetrieb zu einem Einrichtungsunternehmen, er leitet bis 2007 noch die deutschlandweite Objekt- und Hoteleinrichtungsabteilung (WESA, Homepage 2021)
2012 wird die Prokura für Wilhelm Wedler, die seit 1956 bestand, gelöscht und als Inhaber Thjomas Wedler eingetragen (northdata.de 01.05.2021)
Das linke Gebäude ist 1929 errichtet worden,
"nach Aussage von Wedler das erste massive dreigeschossige Haus in Bad Sachsa". (29.06.1995, Harz Kurier)
Ein Hauch von Art déco zieht ein in das verträumte Städtchen.
Ein Entwurf des durch Albinmüller beeinflußten Josef Gremm.
WILHELM WEDLER
(1933, Anzeige, Broschüre: "Der Kreis Osterode am Harz )
(1937/1938, Anzeige, Broschüre: "Päda-Nachrichten")
Das Ende der Scheune naht...
Straßenbefestigung wohl 1943 in der oberen Uffestraße (mittig die Nr. 6?)
Wilhelm Wedler will sich vergrößern,
Architekt Gremm wird die Pläne umsetzen
(Die folgenden 5 Fotos: Margitta Wedler)
Abriss I.
Abriss II.
Richtfest
Bad Sachsa wird beinahe großstädtisch
WILHELM WEDLER
EINRICHTUNGSHAUS
Polstermöbel - Innendekorationen
BAD SACHSA (SÜDHARZ)
GEGENÜBER DEM RATHAUS
Ruf 351
"GEGENÜBER DEM RATHAUS"
(Poststempel 11.1".1962, Slg. R. Boehm)
(1964, Werbung in einer Broschüre zum Schützenfest)
(1960er vmtl., Herkunft?)
(27.03.2007, Foto: Horst Möller)
(1964, Werbung in einer Broschüre zum Schützenfest)
Uffestraße 7
"Wo du sitzest, da sitze fest,
alter Sitz ist stets der best. 1653"
(Hausspruch, 1958, "Heimat=Kalender)
<1853: Haus Nr. 117 in der Hinterstraße
>=1853: Haus Nr. 154: Familie Spicher
1875 ff: Hinterstraße 154, Maurer Karl Spicher
1890 ca. ff: Hinterstraße 154, Landwirth Carl Spicher
1901 ca. ff: Hinterstraße 154, Landwirt Karl Spicher
kurz darauf: Uffestraße 7
Uffestraße 7 in den 1920er Jahren (mittig)
mit der 6 (links) und der 8 (rechts)
Das typische Beispiel eines zwei-stöckigen Sachsaer Fachwerk-Wohnhauses
(u.a. Pinte, Tür 2-teilig, Oberlicht, Fenster 6+2teilig nach innen zu öffnen, gradliniges Fachwerk ohne Streben
[Anmerkung: auch große Bäume säumen in der Stadt die Uffe]
Vermutlich März 1943 (Originalfoto: Hermann Kleemann)
denkmalschutzwürdig oder nicht?
"Auch wenn das Gebäude sich innen in einem zugegebenermaßen sehr schlechten Zustand befindet, prägt es nach außen durch sein Fachwerk doch in gewisser Weise das Stadtzentrum mit, zumal sich direkt daneben ein weiteres Fachwerkhaus befindet...
(September 1993: Zitat eines städtischen Vertreters im Rahmen einer Diskussion über die zukünftigen "Stadtsanierungs-Maßnahmen").
Aber die Entscheidung für den Abriss war eigentlich schon an anderer Stelle gefallen.
Das vielleicht letzte Foto dieses Fachwerkhauses
Uffestraße 7 um 1993 (Foto: Slg. R. Boehm)
Der Plan: "Fassadengestaltung und Farbgebung werden sich an die Umgebung anpassen."
Uffestr. 6+7, 1995-06-29 BSN, Wedler, Plan
Abriss I. (01.06.1995, Harz Kurier)
Abriss II. (28.07.1995, Harz Kurier)
Der fertiggestellte Komplex mit den Hauptpächtern (Parterre) Degenhardt und der Volksbank, sowie einem Steuerberaterbüro und Mietwohnungen darüber.
Uffestr. 6+7 (Dezember 2007, Foto: Horst Möller)
"DEKORATIONEN Wedler", Inh. Degenhardt
(März 2019, Foto: Arne Bornerewitz, auf Facebook)
Volksbank im Harz
(März 2019, Foto: Arne Bornerewitz, auf Facebook)
Degenhardt - Volksbank
"DEKORATIONEN Wedler" über
"Degenhardt - Raumausstattung": Neueröffnung 17.07.2009
(Juli 2009, Foto: Ralph Boehm)
23.01.2016, Anzeige: Harz Kurier)
Volksbank
"WIR BIETEN MEHR" hin zu "Wir bitten um Ihr Verständnis"...
(1980, Anzeige: "75 Jahre Bad Sachsa - Es gibt keine Alternative)
23.01.2016, Anzeige: Harz Kurier)
Uffestraße 8
<1853: Haus Nr. 118 in der Hinterstraße
>=1853: Haus Nr. 155 in der Hinterstraße: Breme
1875 ff: Hinterstraße 155: Hermann Breme
>=1897: Gründung der Fleischerei August Köhler
1901 ca. ff: Hinterstraße 155, Fleischerei August Köhler (StABS IV.a.5)
1935/1936: Uffestraße 8, Rind- und Schweineschlachterei August Köhler
1935/1936: Uffestraße 8, Albert Westerhausen, Schlächterei von August Köhler
auf dem Schild: "... und Wurst-Waren." (1920er Jahre, Repro-Foto: Margitta Wedler)
Vermutlich 1964
Fleischermeister Gerhard Westerhausen übergibt an Fleischermeister Günter Buchholz (03.05.1984, Harz Kurier)
Bereits im Januar 1985 (also vor Übernahme des dahinter liegenden Geschäftes) auf dem Wochenmarkt:
der Imbißwagen der Fleischerei Buchholz (24.01.1985, Harz Kurier)
Fleischerei G. Buchholz in Wieda und in der Uffestraße 8. (29.09.1988 Harz Kurier)
Ein Viertel Jahrhundert in Bad Sachsa:
"Pizzeria Mamma Mia: Ein Stück Italien mitten in Bad Sachsa
Seit 25 Jahren bietet der Familienbetrieb in der Uffestadt ihren Gästen Dolce Vita mit Pizza, Pasta und vielem mehr...
Ein Stück italienische Lebensfreude und vor allem Geschmack - dies gibt es seit 25 Jahren mitten in Bad Sachsa. Am 1. Dezember 1997 eröffneten Emilio Di Iorio (links) und Michel Silvestri (rechts) ihre Pizzeria Mamma Mia...
WIR SIND ITALIENER UND WOLLEN DEN MENSCHEN HIER IM SÜDHARZ EIN STÜCK UNSERES HEIMATLANDES BIETEN...
Harte Zeiten: Erst die Pandemie, jetzt die Energiekrise...
Dass ein solcher Familienbetrieb einen solchen Zeitraum übersteht, ist insbesondere aufgrund der Entwicklung in den letzten Jahren alles andere als selbstverständlich. Erst legte die Corona-Pandemie den regulären Geschäftsbetrieb über Monate ein Stück lahm, dann brach mit dem Krieg in der Ukraine und der folgenden Energiekrise die große Kostenexplosion natürlich auch auf das Gastronomieunternehmen in Bad Sachsa herein...
...Mindestens zehn Jahre will man noch weitermachen..."
(Text: 15.12.2022 aktualisiert, Harz Kurier 11:54 Uhr)
(Foto: 14.12.2022 auf Facebook)
Speisekarte: Ristorante - Pizzeria Mamma Mia (2020, Umschlag, Slg. R. Boehm)
(2020, zwei Innenseiten, Slg. R. Boehm)
Uffestraße 9
1853: Haus Nr. 119 in der Hinterstraße, Fam. Birckefeld
1875 bis ca. 1890: Hinterstraße 156, Friedrich Klapproth (hds. über Witwe Louise Wächter)
1890 ff: Uffestraße 9, Fr. Klapproth
"Herzliche Grüße - Euer Papa"
in die Heimat nach Leipzig
"Deutsches Haus", Inh. H. Klapproth". (1907, AK: Slg. R. Boehm)
Das "Deutsche Haus" wird 1909 zum Zwecke der Aufhebung der Gemeinschaft der Ehefrau des Maurermeisters Friedrich Klapproth, Ottilie geb. Wächter in Bad Sachsa versteigert. Die Gesellschafter Gebrüder Kellner, Bierbrauer, sind Meistbietende. Die Versteigerung wird in den Bad Sachsaer Nachrichten am 17.04.1909 angekündigt und am 03.06.1909 eingestellt.
Damit sind die Gebrüder Kellner Eigentümer und verpachten das Gasthaus 1910 an Hermann Wolters.
Seit dieser Zeit (1910 ff bis Ende 1920) wird das Haus vielfältig genutzt, u.a.:
Mineralwasser-Herstellung (ca. 1910ff),
Hermann Hopf (wohnhaft Glaseberg 20, damals Pfaffenberg 14) bietet am 1919 Arzneikräuter an und eröffnet zum 1.1.1920 eine Drogen- und Chemikalienhandlung (1919 bis 1925), auch sind Cigarren in seinem Angebot,
Otto Butz bietet eine Solinger Stahlwarenhandlung (ca. 1910-1920er);
außerdem pachten kleine Teile des Hauses Carl Kühnemund (Werkstätte) und
der Schuhmacher Willy Gundlach.
1927 heißt es in einer Anzeige der Bad Sachsaer Nachrichten (07.07.1927):
"Zigarrenhaus u. Leihbibliothek, habe preiswerte Papier- u. Schreibwaren eingeführt".
Sogar eine "Südharzer-Nudel-Fabrik , Korbmann & Büchner" soll 1929 eingerichtet werden.
Die Gastwirtschaft wird seit ca. 1929 durch Karl Albrecht geführt.
Hôtel Deutsches Haus
Bes.: Fr. Klapproth
(1899, Wilhelm Falk: Führer durch Bad Sachsa am Südharz und Umgebung)
(22.06.1900, Kur= u. Fremdenliste Nr. 5) im Folgejahr wird in gleicher Anzeige durch Fr. Klapproth ergänzt:
"Logie für Touristen.
Bürgerlichen Mittagstisch,,
à la carte zu jeder Tageszeit.
Gute Biere - Weine
in billiger Preislage in und außer
dem Hause."
Hermann Wolters wird 1909 der Hauptpächter.
"Deutsches Haus von Hermann Wolters" 1915 in der Oberen Uffestraße (AK: Slg. R. Boehm)
1915 (AK: Slg. R. Boehm)
Die Gebrüder Kellner ziehen sich hier bereits 1919 zurück: der Apotheker Hopf kauft das Grundstück. (BSN 26.08.1919)
An Ideen mangelt es Hermann Hopf nicht:
(BSN, 26.08.1919)
(BSN, 16.04.1921)
(BSN, 02.09.1924)
Seit Anfang der 1930er betreibt Wilhelm Mitzinger in der Uffestraße 9 eine Buchhandlung mit breit gefächerter Tabak-Abteilung
und Ernst Krüger bietet "Gurken, Bohnen, Kohl etc." (BSN 10.08.1933) in seiner "Obst- und Gemüsehandlung" an (Fernsprechbuch 1935/1936).
(BSN, 07.07.1927)
(BSN, 02.05.1933)
(BSN, 10.08.1933)
(BSN, 26.09.1935)
An Ideen mangelt es Hermann Hopf nicht:
"Uhren-Eisfeld
Schmuck-Bestecke-Trauringe"
(01.04.1963, Quittung: Slg. R. Boehm)
In Arbeit
In Arbeit
Zur selben Zeit 1935 wechselt erneut der Eigentümer; Hermann Hopf zieht sich zurück, er verkauft an den Bierverleger Erich Wiedemann
(vgl. Carl Wiedemann: Uffestr. 10).
Wann wurde der Betrieb der Gaststätte eingestellt???
Die Familie des Juweliers Dunkel zieht 1963 aus Göttingen zu und unterhält seit Mitte der 1970er Jahre hier eine Werkstatt. (am ca. 1980 in der Schulstr. 9 sagt die Tochter Manuela Doormann, geb. Dunkel, mdl. 2024) In den 1980er Jahre pachten Alfred Heimann ("ALLIANZ-Vertretung) und Heidi Heimann (Reisebüro) die von der Straße sichtbaren Räume im Parterre.
Um wohl 2005, Fahrradfahren wird langsam modern, versucht Martin Dietz mit seinem Ladengeschäft "Dietz-Funworld Radsport Martin Dietz" auf diesen Trend aufzuspringen.
Helmut Walter Degenhardt vertritt im Stadtspiegel, 2005 die Auffassung, "...daß muß man sagen, [denn es ist] ein Schmuckstück entstanden" und meint damit die ehedem populäre Verkleidung des Fachwerks mit insbesondere diesen grauen, meist asbesthaltigen, Tafeln. Erst später wird erkannt, daß grau-in grau nicht der Weisheit letzter Schluß ist - und verkleidet seit den 2020ern stattdessen mit Metall- oder Kunststofftafeln...
(Stadtspiegel, 01.10.2005)
2005 oder kurz davor, Fahrradfahren wird langsam modern, versucht Martin Dietz mit seinem Ladengeschäft "Dietz-Funworld Radsport Martin Dietz" auf diesen Trend aufzuspringen.
2014 tut sich äußerlich und innerlich einiges: Durch die neuen Eigentümer wird die Optik zuerst des Parterre stark verändert (3 Fotos, 01.10.20214: Ralph Boehm)...
Asien auf dem Vormarsch: Endlich wird auch in Bad Sachsa eine traditionelle Thai-Massage angeboten!
... und im Frühherbst folgt der Rest der Fassade (3 Fotos zwischen 31.10 und dem 07.11.20214: Ralph Boehm)
31.10.2014 bis 7.11.2014
Aus grau wird braun - das Ergebnis ist das selbe: das Fachwerk ist verschwunden.
Uffestraße 10
1853: Haus Nr. 120 in der Hinterstraße, Carl Bösecke
1853 bis ca. 1890: Hinterstraße 157, Zimmermann Wilhelm Bösecke
1890 ff: Uffestraße 10, Sattler Albert Bösecke
"Das waren noch Zeiten. Kuhgespann aus Ellrich vor der Stadtparkschänke, 1914"
oder
Der Durst führt jeden irgendwann zur Schänke!
(Helmut Walter Degenhardt im "Sehenswert 2/97)
Beim Frühjahrsputz packen alle an -
auch die Nachbarn sind dabei!
Erika Asche, Uffestr. 11, fegt die Pinte der Uffestraße 10 (Eingang in der Sandgasse).
(1930 ca., Foto: Slg. Erika Asche)
Stadtparkschänke
Gaststätte und Pension
Bes. F. u. E. Benneckenstein
Wohl 1935/1936 erwirbt der Bierverleger Carl Wiedemann dieses Eckgrundstück (vgl. Ankauf 1935 der Uffestr. 9 durch Erich Wiedemann).
Hat Carl Wiedemann die Stadtparkschänke begründet???
Wie lange war er dort ??? Wie ging es weier bis ca. 1970 ???
"Die Stadtparkschänke war die Gaststätte, in der sich mein Grossvater, zusammen mit meinem Vater und meinem Onkel, jeden Sonntag mit Freunden zum Frühschoppen traf. In den 1950ern war ich manchmal mit dabei. Hier trank ich auch mein ersten Bier."
(Hans-Jürgen Liebau auf Facebook, 02.03.2023)
(ca. 1970, Streichholzschachtel: R. Boehm)
(ca. 1970, Anzeige: Horst Möller)
(17.08.2023, Foto: Tom Fox)
Der Wechsel von der Familie Benneckenstein auf die Familie Schröder erfolgte 1987
(16.04.1984, Harz Kurier, D. Zillmann)
(29.08.1987, Harz Kurier? Werbeblatt?)
(<= 1987, AK: Slg. R. Boehm, vs + rs)
Die bisherige Ansichtskarte wird mit neuem Absender aufgebraucht.
Asien ist in Bad Sachsa endgültig angekommen im "CHINA-GARTEN" und verbleibt hier bis gegen 2006 (Umzug in die Uffestraße 4).
Um diese Zeit wechselt auch der Eigentümer, der, nach eigener Aussage, einen schönen Ort zum Wohnen gesucht hat, egal ob in Deutschland oder bspw. in Frankreich: Das Paar fand diesen Platz in Bad Sachsa und baute sich die Uffestraße nach ihren Vorstellungen um und kaufte das Nachbargrundstück Uffestraße 9 hinzu, da dieses, im Gegensatz zur Nr. 10, über einen Garten verfügt. Auch die Nr. 10 wird in der Folgezeit saniert.
2007 ist der ursprünglich (bis ca. 1920) auf Eck befindliche Eingang noch vorne links...,
(vmtl. 2007, Foto: vmtl. Horst Möller)
... dieser verschwindet Anfang November 2014...
(Foto zwischen 31.10 und 07.11.2014: Ralph Boehm)
..."Eingang um die Ecke".
Zwischenzeitlich sind die Fenster ersetzt worden.
(17.05.2015, Foto: Ralph Boehm)
Der seitliche Eingang in der Sandgasse
(21.04.2013, Foto: Ralph Boehm)
Der Hausherr schaut über die Stadt
(11.11.2014: Ralph Boehm)
(24.04.2024, Foto: Thomas Wegener)
Eiskeller
"Dort war der oberirdische Eiskeller der Stadtparkschänke"
(Herbert Lemmer auf Facebook 31.01.2021);
"Auf dem Schulweg kletterten wir schon mal per Räuberleiter zum Fenster am Eiskeller in der Sandgasse! Tolle Erinnerung" (Peter Beyermann auf Facebook 31.01.2021)
"Der Eiskeller der Bierhandlung Wiedemann war in der Sandgasse. Gegenüber vom Maler Schäfer. Da haben wir auf dem Weg zur Schule durchs Fenster geschaut. Dort kam immer das Eis vom Pferdeteich rein." (Horst Leuckefeld auf Facebook 01.02.2021)
Sandgasse, Totengasse, Schweinegasse oder Stinkegasse...
Drei Bezeichnungen für ein und die selbe Gasse zwischen Uffestraße und Pfaffenwiese.
Der Ursprung des auch heute noch gültigen offiziellen Namens "Sandgasse" ist nicht bekannt.
Der Begriff "Totengasse" (und auch "Totenbrücke") verdankt dem "Letzten Gang" von der Kirche zum Friedhof am Bornweg (bis ca. 1900).
Die volksmundliche Bezeichnung "Schweine- oder Stinkegasse" kam zustande aufgrund der Schweinehaltung in der Uffestr. 9 und/oder 10 bis in die wohl 1970er Jahre. Dieses Problem der Nachbarn schaffte es bis auf S. 3 der Zeitschrift "Hör Zu!" (ab 1972 "Hörzu").
Uffestraße 11
ca. 1905
(vmtl. ihre Mutter und deren Eltern)
(aus Sicht Erika Asche, geb. Schäfer)
(Foto: Slg. Erika Asche)
ca. 1905
vlnr.: Oma u. Opa Schäfer, Vati u. Onkel Karl
(aus Sicht Erika Asche, geb. Schäfer),
(Foto: Slg. Erika Asche)
Der Photograph war Fritz Hartung, hier in der Bismarckstr. 13
o.J., vmtl. 1930 Jahre
(vmtl. die Eltern von Erika und Rudi Schäfer)
(Foto: Slg. Erika Asche)
Der Eingang zur Uffestraße 11 erfolgt seitlich in der Sandgasse.
o.J., vmtl. 1930 Jahre
"Rudolf Schäfer / Malermeister"
(Foto: Slg. Erika Asche)
Blick auf das rückwärtige Grundstück der Uffestraße 11 (die heutige bebaute Pfaffenwiese 64)
(Foto: Slg. Erika Asche)
Gemälde, signiert unten rechts: "K. Schäfer"
(Wintersport-+Heimatmuseum Bad Sachsa, Foto: R. Boehm)
Rudi + Erika Schäfer auf der Pinte
(Foto: Slg. Erika Asche)
Rudi + Erika Schäfer auf der Pinte
(Foto: Slg. Erika Asche)
(Foto: Slg. Erika Asche)
ca. 1928: Aufstockung mit Dachausbau
Eingang in der Sandgasse
(Foto: Slg. Erika Asche)
o.J.,: der Haupteingang wird nach vorn verlegt.
"RUDOLF SCHÄFER . MALERMEISTER"
(Foto: Slg. Erika Asche)
(Foto: Slg. Erika Asche)
Erika Asche mit ihren Eltern (Foto: Slg. Erika Asche)
Margit Bohnenstengel im Gespräch mit Erika Asche
(1998, Foto: R. Boehm)
Mittig Erika Asche mit ihrer Tochter Sigrid
(20.07.2025, Zuschauer zum Schützenumzug, Foto: R. Boehm)
Uffestraße 17
(1934 vmtl., StABS 1.43.3)
Uffestraße 26
<1853: Haus Nr. 133 in der Hinterstraße
1853: Haus Nr. 173 in der Hinterstraße, Spicher
1885-1887: Hinterstraße 173, Zimmermann Karl Spicher (darüber "Wwe")
1896: Uffestraße 173, Louise Liebau geb. Richter/Ernst Spicher als Gegen"Vormund" verkauft für 8.100 Mark an die Stadt (StABS I.r.4 Seiten 32-35) ihr schmales Haus.
1901-1907: Uffestraße 173, Tischlermeister Heinrich Helmvoigt jun.
1906-1907: Uffestraße 26, Maurermeister Fritz Heidecke
1909: Uffestraße 26: "Villa Erna"
>1944: Uffestraße 26, Heinrich Menne (Ingenieur); Liselotte Menne geb. Jonas
1945: Uffestraße 26, Karl Jonas und Ehefrau wohnen hier mit Tochter L. Menne gemeinsam
1954: Uffestraße 26, Williges Erben
1977: Uffestraße 26, Anfang Dezember 1977 übernehmen Reiner und Renate Holzapfel von Familie Sander. 1978 Kauf
(Günter König)
"Meine Großmutter starb 1928 [so heißt es in den Erinnerungen eines alten Sachsaers von Kurt Fulst; 2000]. Sie hatte ihr Haus mit Garten in der Uffestrasse 1921 für 22.000 Reichsmark verkauft. Es war Inflationszeit. Dieses Haus hat ihr Mann, der Kreismaurermeister Heinrich Heidecke, erbaut. Es ist jetzt das Hotel Hannover."
"Zeichnung zum Anbau eines Laden an das Wohnhaus des Herrn Fritz Heidecke, hierselbst, Uffestrasse No,. 26"
"Bad Sachsa .d. 17.1.1910 Fritz Heidecke, Maurermeister" (StABS 2.21.2)
An der Ecke Uffestrasse / "Neue-Strasse".
Die "Neue-Strasse" wurde als Schulweg von der Stadtmitte (Kirche) zur Volksschule (Eröffnung 1905) in der Pfaffenwiese kurz zuvor eingerichtet. Heute wird dieses Stück als "Schulgasse" zwischen "Schulweg" und "Pfaffenwiese" bezeichnet.
(Kur= und Fremdenliste Nr. 5, 22.06.1900)
"Pension Hotel Hannover
Bes. Günter Sender
3423 Bad SAchsa im Südharz
Uffestraße 26 - Telefon (05523) 27 94"
(1975, AK: Slg. R. Boehm 6247)
Uffestraße 27
<1853: Haus Nr. 134 in der Hinterstraße
1853: Haus Nr. 174 in der Hinterstraße, Richter
1875-1887: Hinterstraße 174, Handelsmann Friedrich Richter
Ca. 1904 wurde das Haus abgerissen; es hatte der "Neuen Strasse" Platz zu machen - der späteren "Schulgasse", die als Verbindung von der Stadtmitte über den (heutigen) "Schulweg" über die "Schulgasse" zur "Pfaffenwiese" eingerichtet wurde.
Uffestraße 30
vor 1853: Haus 137 in der Hinterstraße
nach 1853: Haus 177 in der Hinterstraße, Popperoth
seit ca. 1880: Bäcker Albert Recht
Uffestraße 30, Carl Recht, Bäckerei und Konditorei
(1937-1938, Anzeige, Päda-Nachrichten)
Von 1979 bis 1992 führte Edeltraut Fillipini mit ihrem Mann Rudi das Bierstübl gemeinsam; nach dessen Tod führt sie das gutbürgerliche Restaurant bis heute...
KAFFEE RECHT
,,Bäckerei und Konditorei,,
Bad Sachsa, Südharz,,Ruf 332
(1950er, AK. Slg. R. Boehm 6219)
"Im Dienste des Gastes . Anno . 1943" heißt es in der Supraforte.
(2017, Foto. Ralph Boehm)
Uffestraße 42
vor 1853:
nach 1853:
seit ca. 1880:
KUNS t RAUM
Requisiten für den Film "Anna - A Tale for Tomorrow" wurden vom Produktionsteam direkt vor Ort in Bad Sachsa gebaut
(27.08.2024, Harz Kurier)