Die Sachse

"Die Ältesten Ansichten von Walkenried und Sachsa
Das Sächsische Staatsarchiv Dresden besitz eine für 1578 belegte Karte des Südharzvorlandes wie die Landstraße von Sangerhausen aus durch Güldene Awe ann die Sachßenwartte streichet. ...Einen Ausschnitt davon zeigt die Abb.1. Erfaßt ist vor allem der Verlauf der alten Harzrandstraße bis zur Grenze des damaligen kursächsischen Gebiets an der Sachsaer Warte mit Sachsa." (vgl. Fritz Reinboth, Braunschweig. In "UNSER HARZ 1/2023, S. 5)

Die Bedeutung unserer Stadt Sachsa zwischen Reformation und dem 30jährigen Krieg wird auf dieser wunder-baren Landkarte von 1578 mit "Blick auf die Goldene Aue von Norden nach Süden" mit den Straßenverbindungen im thüringischen Bereich von Sachsa aus (!) über Ellrich weiter nach Nordhausen und Sangerhausen m.E. besonders deutlich.

Bei der Sachsen Warte ist vermerkt:
"Allhie endet sich Chur. Sechs Geleidt und hebt sich Braunsch: ann".


Zu den genannten Plätzen vor Ort gehören:
12) Bey Walckenreden der beschlossene bron
13) Ein mauerwergk alt Walckenreden genandt
14) Der Girsberg darauff das Walckenredische gerichte
15) Hersenteich
16) Der newe Teich
17) Der Blumbergk
18) Der Rossbergk
19) Im Nußhey
20) Der Sachsser gemeine teich [Anm.: der heutige Schmelzteich]
21) Der Stauffenberg
22) Der Rabensbergk
23) Der Rathsberg
24) Bey Rudolf eichenn

"Interessant ist u.a. das alte Schloss in Tettenborn - einem Vorgängerbau des ehemaligen Gutshauses der Freiherren von Tettenborn." (sagt Burkhard Karl Konrad Schmidt auf Facebook Ende 2022).  

[Quelle: Sächsisches Staatsarchiv, Hauptstadtarchiv Dresden, 12884 Karten und Risse, Schrank 1 Fach 24 Nr. 5 (Makrofiche Nr. 11087) Verlag Steffen Iffland/Nordhausen am Harz 2017] 

Sachs

"BRUNSWYCK & MEYDBVRG cum ceteris ad: iacentibus"
"Misnie pars Miliaria Germanie commuma."
"Per Gerardum Mercatorem Cum Prifilegio"
(rs. bezeichnet "BRVNSVVYCK / DVCATVS.", ca. 1590)

Dieser Ausschnitt zeigt unsere Berge, bezeichnet mit "Auff dem Hartzwald" mit  u.a. "Sachs" , "Scharfelt", "Osterode", "Poelede" sowie "Northausen" - nicht aber bspw. Herzberg, St. Andreasberg, Goslar, Bad Harzburg etc.!
Auch ist eingezeichnet die Burg "
Hohnstein" auf dem Gebiet "Hohenstein" (sic!) sowie "Stolberg" und "GRVBENHAGEN DVC"

Sachsa

"Die GRAFSCHAFT WERNIGERODE, mit dem STIFTE WALKENRIED, den ABTEYEN QUEDLINBURG und GERNRODE. Nro. 377."

(1796, Reilly 1766 - 1820, kolorierter Kupferstich, unsigniert) 

Ausschnitt mit "Sachsa" und "Sachsenstein" sowie dem "Neuenhof".

Die komplette Karte.

Sachsa

"Die GRAFSCHAFT HOHNSTEIN, mit den HERRSCHAFTEN KLETTENBERG und LOHRA. Nro. 375."

(1803, Reilly 1766 - 1820, kolorierter Kupferstich, unsigniert) 

Ausschnitt mit "Sachsa", Ravensberg, Nesselkopf, Buchenberg, Wartberg, Vorwerk Nixey, Tettenborn, Knick sowie "Kamste in Wittiger oder Wüstung".

Die komplette Karte

Sachsa

Karte: "HERZBERG-LAUTERBERG-SACHSA. Maßstab 1:60.000
vermutlich aus: "DER HARZ", 1909.

Ausschnitt mit "Sachsa", Ravensberg, Nesselkopf, Buchenberg, Wartberg, Vorwerk Nixey, Tettenborn, Knick sowie "Kamste in Wittiger oder Wüstung".

Die komplette Karte

BAD SACHSA
(PHARUS-PLAN, um 1920)

Alphabetisch folgen die Straßen unserer Kernstadt

(die Ortsteile werden an anderer Stelle dargestellt)

BAHNHOFSTRASSE

Grundstück des Herrn C. Seidenstücker

(1901-1909, StABS XII.m.15, Besiedelungs- und Fluchtlinienangelegenheiten, Bahnhofstrasse)

Das große Grundstück mit der Sägemühle des Carl Seidenstücker wird zur Rechten durch den Grund von Otto Kaiser (Bauunternehmer, siehe insbesondere auf dem Pfaffenberg) und zur Linken vom Wettbewerber C. Heidecke mit seiner Sägemühle begrenzt. Oberhalb liegt der Bahnhofsweg.


(1946, AK, Slg. Klaus Petersen)

Das große Grundstück mit der Sägemühle des Carl Seidenstücker wird zur Rechten durch den Grund von Otto Kaiser (Bauunternehmer, siehe insbesondere auf dem Pfaffenberg) und zur Linken vom Wettbewerber C. Heidecke mit seiner Sägemühle begrenzt. Oberhalb liegt der Bahnhofsweg.

BAHNHOFSTRASSE

Walkenrieder Kreuzung

(1946, AK, Slg. Klaus Petersen)

Das große Grundstück mit der Sägemühle des Carl Seidenstücker wird zur Rechten durch den Grund von Otto Kaiser (Bauunternehmer, siehe insbesondere auf dem Pfaffenberg) und zur Linken vom Wettbewerber C. Heidecke mit seiner Sägemühle begrenzt. Oberhalb liegt der Bahnhofsweg.


(1906, Rechnung: Slg. R. Boehm)

Carl Seidenstücker hat in seinem Dampfsägewerk (mit anhängender Zimmerei u. Holzhandlung) einen Ahorn zu 15 Brettern aufgeschnitten für den Walkenrieder Tischlermeister Heinrich Domeyer. (...wenn ich die Schrift richtig gelesen habe... Bitte helfen Sie uns!)


BLUMENBERG

Steinkreuze + Kreuzsteine

(05.10.2021, Foto: Brigitte Borchert)

IN ARBEIT

(05.10.2021, Foto: Brigitte Borchert)

IN ARBEIT

IN ARBEIT

(05.10.2021, Foto: Brigitte Borchert)

IN ARBEIT

Blumenberg 26 + 26 A

Die Grenzöffnung 1989 hatte ähnliche Auswirkungen wie die Grenzziehung Mitte der 1950er:
Alle wollen nach Bad Sachsa
Zwischenzeitlich hat sich auch dieser Zustand wieder normalisiert.
(Harz Kurier, 25.11.1992)

Bornweg 10

Mit einem "Großangriff" in Form von schweren Baumaschinen wurde jetzt mit den Vorbereitungen zur Erstellung des neuen Altenerholungsheims des Vereins Diakonisches Werk Wolfsburg e.V. am Bad Sachsaer Bornweg begonnen. Wie unser Bild zeigt, sind erhebliche Erdmassen zu bewegen, ehe mit den eigentlichen Bauarbeiten begonnen werden kann (BSN 28.2.1974, Karl Friedrich Georg)

Mit einem "Großangriff" in Form von schweren Baumaschinen wurde jetzt mit den Vorbereitungen zur Erstellung des neuen Altenerholungsheims des Vereins Diakonisches Werk Wolfsburg e.V. am Bad Sachsaer Bornweg begonnen. Wie unser Bild zeigt, sind erhebliche Erdmassen zu bewegen, ehe mit den eigentlichen Bauarbeiten begonnen werden kann

(2021, Foto: Margarete Aydin)

Seit dem zahlreiche Ausstellung seiner Gemälde (unter anderem Lyon und Bern). Mitte der 1950er Jahre wendete er sich der Bildhauerei verstärkt hin und prägte den Satz das Statement "Alles ist eine Skulptur". Mehr als 100 Solo-Ausstellung folgten in Kroatien und im Ausland. Zahlreiche Auszeichnungen folgten (u.a. 1964 auf der Biennale von Venedig. Seine Werke werden in vielen Galerien und Museen ausgestellt. Seine Geburtsstadt Slavonksi Brod widtmet ihm die "Galerie Ruzic"; den Grundstock bilden über 400 Werke des Namensgebers selbst sowie Werke von mehr als 100 renomierten kroatischen Malern und Bildhauern der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einer Dauerausstellung der kroatischen modernen Kunst (vgl. wikibrief.org 2021-12-01)

Bornweg 10

"Andächtige", Branko Ruzic, o.D.

(2012, Foto: Ralph Boehm) 

"ANDÄCHTIGE", ein fast vergessenes Denkmal am Bornweg 10. Geschaffen wurde es von Branko Ruzic (* 1919 in Slavonski Brod in Kroatien, an der Grenze zu Bosnien-Herzegowina, t 1997 in Zagreb in Kroatien) (nicht zu verwechseln mit dem Stellv. Ministerpräsidenten von Serbien gleichen Namens). Ruzic war ein bekannter kroatischer Maler, Bildhauer und Professor an der Akademie der bildenden Künste in Zagreb. Nach Abschluß des Studiums der Bildhauerei schloß sich das Studium der Malerei an, welches er 1948 abschloß

(2021, Foto: Margarete Aydin)

Seit dem zahlreiche Ausstellung seiner Gemälde (unter anderem Lyon und Bern). Mitte der 1950er Jahre wendete er sich der Bildhauerei verstärkt hin und prägte den Satz das Statement "Alles ist eine Skulptur". Mehr als 100 Solo-Ausstellung folgten in Kroatien und im Ausland. Zahlreiche Auszeichnungen folgten (u.a. 1964 auf der Biennale von Venedig. Seine Werke werden in vielen Galerien und Museen ausgestellt. Seine Geburtsstadt Slavonksi Brod widtmet ihm die "Galerie Ruzic"; den Grundstock bilden über 400 Werke des Namensgebers selbst sowie Werke von mehr als 100 renomierten kroatischen Malern und Bildhauern der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einer Dauerausstellung der kroatischen modernen Kunst (vgl. wikibrief.org 2021-12-01)

Bornweg 10

"Andächtige", Branko Ruzic, o.D.

(2012, Foto: Ralph Boehm) 

"ANDÄCHTIGE", ein fast vergessenes Denkmal am Bornweg 10. Geschaffen wurde es von Branko Ruzic (* 1919 in Slavonski Brod in Kroatien, an der Grenze zu Bosnien-Herzegowina, t 1997 in Zagreb in Kroatien) (nicht zu verwechseln mit dem Stellv. Ministerpräsidenten von Serbien gleichen Namens). Ruzic war ein bekannter kroatischer Maler, Bildhauer und Professor an der Akademie der bildenden Künste in Zagreb. Nach Abschluß des Studiums der Bildhauerei schloß sich das Studium der Malerei an, welches er 1948 abschloß

(2021, Foto: Margarete Aydin)

Seit dem zahlreiche Ausstellung seiner Gemälde (unter anderem Lyon und Bern). Mitte der 1950er Jahre wendete er sich der Bildhauerei verstärkt hin und prägte den Satz das Statement "Alles ist eine Skulptur". Mehr als 100 Solo-Ausstellung folgten in Kroatien und im Ausland. Zahlreiche Auszeichnungen folgten (u.a. 1964 auf der Biennale von Venedig. Seine Werke werden in vielen Galerien und Museen ausgestellt. Seine Geburtsstadt Slavonksi Brod widtmet ihm die "Galerie Ruzic"; den Grundstock bilden über 400 Werke des Namensgebers selbst sowie Werke von mehr als 100 renomierten kroatischen Malern und Bildhauern der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einer Dauerausstellung der kroatischen modernen Kunst (vgl. wikibrief.org 2021-12-01)

JUGENDHERBERGSstrasse

(ehedem Tetteborner Strasse)

Kur und Jugend passt eigentlich nicht zusammen!?!:

"Die wandernde Jugend findet in der neuzeitlichen Jugendherberge am Schachtberg,
die abseits vom eigentlichen Kurbetrieb liegt,
freundliche Aufnahme"

1958, Entwurfzeichnung
("Bad Sachsa im sonnigen Südharz, 360-660 m. ü.d.M.", Prospekt für 1959, unpaginiert)

PFAFFENWIESE

(1931, Foto Slg. R. Boehm)

Text auf der weißen Fahne: "Für jeden ist Platz im T.S.V."
(1930er Jahre, Foto: Fam. Krautz)

Die Pfaffenwiese wird bereits 1692 erwähnt (Hallbauer Band i, S. 380); sie verdankt ihren Aufschwung und somit diese Art Häuser Friedrich dem Grossen: "Da in quantitativer Hinsicht der Wohlstand von der Bevölkerungszahl abhängt, suchte Friedrich der Grosse Preussens Volkszahl durch eine planmäßige Ansiedlungspolitik zu vergrößern... So begab sich der für die Grafschaft Hohenstein zuständige Rat Müller aus Halberstadt im Jahre 1764 auf Dienstreise, die ihn auch nach Sachsa führte". Seinem Protokoll vom 18. August des selben Jahres können wir Folgendes entnehmen:
"Da sich auch noch ein Baulustiger angefunden hat,  aber keine Plätze vorhanden, so ohne Schwierigkeit aus der Hut und Weide genommen werden könnten, so habe ich mich nach anderer Gelegenheit umgesehen und findet sich alhier dichte am Orte eine der Kirche zugehörige steuerbare Wiese, so der zeitige Pastor loci Salarii nutzet. Hierauf können mindestens 10 - 12 Häuser nach hiesiger Größe ihre Plätze finden... .. der Pastor loci erkläret, daß er zufreden seyn würde, wenn ihm die hiesige Cömmerey für die Pfaffenwiese jährlich 12 Rthlr. erlegte."
"Nach Erledigung der juristischen Formalitäten wurden am 20. Juni 1766 die Verträge mit folgenden ersten Siedlern abgeschlossen:
Zimmermeister Joachim Matthias
Höche; Andreas Cristoph Günther (ein Ackermann); Wilhelm Pfeiffer; Johann Heinrich Lintzel; Joh. Christian Grimm ein Landgespann (Fuhrmann); Johann Gottfried Kirchner; Höche und Günther hatten bereits im Jahre 1765 begonnen. Wenig später kamen hinzu:
Leinewebermeister Joh. Caspar
Stecher; Philipp Aurin; Uhrmacher Joh. Conrad Henne; Joh. Friedr. Linsel; John Heinrich Engelmann; als zwölfter machte der Maurer Johann Christoph Köhler den Beschluß. Wegen einiger Normüberschreitungen konnten anstatt 15 nur 12 Siedler auf der Pfaffenwiese Platz finden."
Ein Einzelfällen gab es trotz staatlicher Hilfe drückende Not. "So war z.B. der aus dem Hülferschen Regiment entlassene Zimmermann Wilhelm Pfeiffer wieder nach Küstrin beordert worden, und seine Frau Maria Eleonore hatte sich bei der hiesigen Kirchenkasse hoch verschulden müssen; der Zinsendienst fiel ihr besonders schwer. 1767 mußte Andreas Günther vor dem Magistrat dem Weiterverkauf seines noch unfertigen Hauses zustimmen, falls er es innerhalb der ihm bewilligten Frist "pro anni" nicht fertigstellen könnte."
Der König trieb zur Fortsetzung des Siedlungswerkes: "und muß als gethaner Anbau ferner gehörig poussieret werden" (4.X.1769), "damit also dieses Etablissement Pfaffenwiese im künftigen Frühjahr völlig besetztet und perfektioniret werde" (17.X.1769). Der letzte Vertrag mit Joh. Christoph Köhler wurde am 15.7.1771 mit der Auflage abgeschlossen, daß der Bau noch in diesem Sommer fertig werden müsse...
"Die Tatsache, daß von den 12 Namen der Neusiedler aus der Zeit vor 200 Jahren bis heute nur noch 5 übrig blieben (Aurin, Engelmann, Köhler, Pfeiffer und Stecher) stellt der Familienforschung eine interessante Aufgabe."
(BSN "A-Z", 11.Sept. 1971) 
"1852 wird die Pfaffenwiese beschottert"
(König, S. 8)


 Pfaffenwiese 2

Erbaut zwischen 1765 und 1771
< 1853: Haus Nr. 184 in der Pfaffenwiese
> 1854: Haus Nr. 226 in der Pfaffenwiese, Familie des Schneiders Polle
> 1890: Pfaffenwiese 2, Eigentümer sind die Geschwister Schröder
1934/1935: Abriß der Scheune.
1956: Abriß des Hauses

Unter der Last des Erkers drohte das ansonsten für Bad Sachsa typische Haus, welches Anfang der 1950er vier Erwachsenen und einem Kind ein Heim bot, zusammenzubrechen.

(>1958, Foto: Slg. R. Boehm) 

1935 wird der Abriß der damals dazugehörenden Scheune der Schröder`schen Erben unter Aufsicht des Bauunternehmers Gremm vollzogen. "Die Entfernung muß sofort erfolgen, da der Kindergarten der N.S.Volkswohlfahrt in dem Grundstück untergebracht wird...die Kindertagesstätte bereits am 20.d. Mts. [Mai 1935] eröffnet werden soll...".

Dazu scheint es aber nicht gekommen zu sein, jedenfalls lässt sich hierzu keine weitere Notiz finden.

1941 finden sich im Stadtarchiv zwei kleine Mitteilungen des damaligen Bürgermeisters Werges u.a. an den Bezirksschornsteinfeger in Ellrich:
"Betr. der Schornsteinangelegenheit bestehen keine Bedenken, gerade jetzt bei den Kriegsverhältnissen, daß an den vorhandenen Schornstein ein Ofen in der betr. Stube angeschlossen würde...". Auch wird die Eigentümerin aufgefordert, die zwei unbewohnten Räume zu vermieten, damit Steuerschulden bezahlt werden.

Unter der Last des Erkers drohte das ansonsten für Bad Sachsa typische Haus, welches Anfang der 1950er vier Erwachsenen und einem Kind ein Heim bot, zusammenzubrechen.  

"In diesem Haus wohnte eine Familie Witter . Der Mann hatte den Spitznamen Wippelbaum. Immer, wenn wir aus der Schule kamen, klopften wir bei Wippelbaum ans Fenster und rannten schnell weg. Wippelbaum kam heraus und drohte uns, aber wir waren schon außer Reichweite."

(Werner Scholten, Facebook 19.05.2022)

"Das weit über 100 Jahre alte Fachwerkhäuschen befindet sich in einem völlig verbrauchten und stark baufälligem Zustand", und so erhält Jupp Gremm 1955 die Genehmigung zum "Abbruch des Wohnhauses mit Wirtschaftsgebäude" (StABS)

 (Göttinger Tageblatt / Bad Sachsaer Nachrichten 01.07.1959)

PFAFFENWIESE 2: Aufbruch in eine neue Zeit!

(1960er, Stadtarchiv Bad Sachsa) 

"Ein altes, baufälliges Fachwerkhaus mußte in Bad Sachsa an der Pfaffenwiese verschwinden, wurde abgerissen und gab dem schmucken Zweckbau Platz, der in hellen OTAVI-Klinkern, wie sie auch an der neuen Jugendherberge zu finden sind, ein lichtes Bild bietet. Der erste Spatenstich zu den Ausschachtungsarbeiten wurde am 8. Oktober 1958 getan - durch die Bauunternehmung Gremm in Bad Sachsa, die für Planung und Gesamtausführung verantwortlich zeichnet. Der Kurort hat nun seine zweite Apotheke, eine solche, die der Stadt zur Zierde gereicht." (Göttinger Tageblatt / Bad Sachsaer Nachrichten 01.07.1959)

(28.08.2021, Foto: R. Boehm)

Der zweite Besitzer war Herr Bitzer, der die "Kur-Apotheke an Herrn Rolffes verkaufte (gleichzeitig Eigentümer diverser Apotheken, u.a. der hiesigen Stadt-Apotheke); dieser schloss direkt nach Erwerb diese Apotheke endgültig in 2005. Den Auswirkungen der Gesundheitsstrukturgesetze (vgl. insbesondere.....) fielen zuerst die diversen Kurheime, leider eben auch in Bad Sachsa, zum Opfer; anschließend halbierte sich die Zahl von zwischenzeitlich 4 Apotheken auf nunmehr eben noch zwei. Seit rund einem Jahrzehnt beherbergt dieses Gebäude eine Physiotherapie- und Massagepraxis.

Der "schmucke Zweckbau..., der in hellen OTAVI-Klinkern, ein lichtes Bild bietet..." und "der Stadt zur Zierde gereicht" (1959) war gestern! Seit 2020/2021 jedenfalls leuchtet das nunmehr verputzte Haus in noch helleren freundlichen Farben.

Pfaffenwiese 5

Erbaut zwischen 1765 und 1771
< 1853: Haus Nr. 187 in der Pfaffenwiese, Familie des Zimmermanns Willige
> 1854: Haus Nr. 229 in der Pfaffenwiese, Familie des Zimmermanns Willige
> 1890: Pfaffenwiese 5, Familie Willige 


(ca. 1970, Foto, Anja Danneberg) 

Im weißen Jacket der Nachbar Horst Diener, bekannt geworden als "der singende Wirt".

Weitere Gebäude in der Pfaffenwiese

Pfaffenwiese 5 

(1939, Foto, Slg. R. Boehm)


Der große Umzug anläßlich des 125jährigen Bestehens des Schützenvereins Bad Sachsa  von 1814 wie auch dem 75jährigen Jubiläum des Kurortes Bad Sachsa 1864.

Pfaffenwisssssssssssssss

(csssssssssssssssssssssssssg) 


Einsssssssss

PFAFFENWIESE 12/13

Pfaffenwiese 13 

(1905, Rechnung, Slg. R. Boehm)


Robert Creutzberg, Schlossermeister, schreibt diese Rechnung an den Walkenrieder Tischlermeister Heinrich Domeyer für die Reparatur der Bandsäge

Pfaffenwiese 12/13

(1970er, Slg. R. Boehm) 


Ein ganzes Jahr mussten die Kinder darauf warten, daß endlich der Schützenumzug kam, denn mit ihm kam auch "Onkel Pelle"! Im Hintergrund die Pfaffenwiese 12 und 13 der Familie G. Creutzberg.

Poststraße

Villa Daheim

Ehedem Groschenplan 271 - heute Poststraße 6 

Bauunternehmer Karl Heidecke 

"Entstehung neuer Etablissements.., (1883-1910, StABS I.qu.25)

Diesem "Situationsplan von den Etablissements des Lieutnant a.D. Freiherrn v. Strombeck und des Bauunternehmes Karl Heidecke hier" ist in rot die jeweilige projektierte Villa zu entnehmen. Die erwähnten Straßenbezeichnungen sind v.l.n.r. die "Kirchstraße", "Hinter den Höfen" (heute Ringstraße), "nach Tettenborn" (Schillerstraße), "nach Steina" (Steinaer Straße), unbezeichnet (Talstraße), "Mühlgraben" und der "Groschenplan" (Poststraße). In schwarz sind die Häuser "Baumgärtel" (Baujahr ca. 1890, Steinaer Str. 1, Vorgänger des Art Deco-Gebäudes), "v. Hahn" (Poststr. 4) und "Conventes" (ab ca. 1900 Deibel, heute Rathaus).

Grundstück "Peter"

"Verkauf städt. Grundstücke" etc., (1905ff, Anlage eines Teiches, StABS I.r.9) 


Der "Mühlgraben" teilt das Deibel`sche Gelände ("Anlage eines Teiches") und das mit "Peter" bezeichnete Grundstück in dieser Zeichnung von 1905 ff. Diese Zeichnung wird die Basis gewesen sein für Stadarchivar Günter König, das Foto rechts mit "Villa der Familie Peter" zu beschreiben; allerdings ist das Baujahr noch zu ermitteln.


"Villa der Familie Peter am Postplatz, seit 1938 Stadtsparkasse. Hier zwischen 1895 und 1900."

(Günter König: Bad Sachsa, Vom Bauernstädtchen zum Kurort, Horb am Neckar, 1988, ISBN 3-89264-233-8. S. 30) 

"Villa Daheim" heißt es rechts unter den Giebelfenstern. Besonders hervorzuheben bzgl. der Bauweise sind bei diesem Gebäude die atypische komplette Verschieferung, so daß das Fachwerk lediglich bei den Balkonen sichtbar ist und die bleigefaßten Gläser der Balkone, die hier per sé nicht als Wintergarten zum Luftkuren gedacht sind!


"Umbau des früher Dr. Stöhr gehörigen Wohnhauses zur Stadt-Sparkasse, in Bad Sachsa, Poststr. No. 6" in 1938

(Stadtsparkasse Bad Sachsa) 

Eine Spielart der "Neuen Sachlichkeit" vermischt mit Art Deco-Elementen wird den Architekten Robert Kälz bewogen haben, diesen Entwurf für die Auftraggeber, die Stadt-Sparkasse Bad Sachsa, zu entwickeln und umzusetzen.

"Städtische Sparkasse" und Rodelkorso, wohl 1950

(1950 ?, Foto: Familie Leimcke, Postraße 4) 

Die Sparkasse bleibt modern und wird sicherlich auch diesen Rodelkorso-Umzug von (vermutlich) 1950 unterstützt haben!
Im Bilde ist der Festwagen des Wintersportvereins WSV Bad Sachsa (mit Holzrücke-Schlitten, wie er um 1900 zum Vergnügen der Touristen auf dem Ravensberg eingesetzt war)


Unsere "Sparkasse", ca. 1968

(ca. 1968, Foto: Slg. R. Boehm) 

Die Wintergärten linker Hand des Gebäudes mußten den Erweiterungen des Sparkassengeschäfts weichen und der Eingangsbereich wurde aus selben Gründen neu rechter Hand gestaltet.

"Städtische Sparkasse" und Rodelkorso, wohl 1950

(1950 ?, Foto: Familie Leimcke, Postraße 4) 

Die Sparkasse bleibt modern und wird sicherlich auch diesen Rodelkorso-Umzug von (vermutlich) 1950 unterstützt haben!
Im Bilde ist der Festwagen des Wintersportvereins WSV Bad Sachsa (mit Holzrücke-Schlitten, wie er um 1900 zum Vergnügen der Touristen auf dem Ravensberg eingesetzt war)


IN ARBEIT

(ca. 1968, Foto: Slg. R. Boehm) 

Das Hauptgebäude wird in den Jahren 1994/1995 neu errichtet und am 27.01.1996 mit einem "Tag der offenen Tür" eingeweiht

RINGSTRASSE

Ringstraße 4
Friedrich Schade
Knopffabrik

(Tom Schreiber, Facebook 25.5.2019)

Ringstraße 4 (Neuzeit)

Umnummerierung der Ringstraße führt zu Unsicherheit!!! Leider sind uns nur selten die alten UND neuen Hausnummern bekannt. Bitte helfen Sie uns !!!

(ca. 1960, Foto: Joachim Dittmann)

Friedrich Schade (betrieb mit seinem Bruder bereits vor dem II. Weltkrieg eine Knopffabrik in Berga und später in Kelbra) sowie Hermann Höchel aus ebenfalls Kelbra am Kyffhäuser gründeten in den Nachkriegsjahren in der BRD

in der hiesigen Ziegelstraße eine Knopffabrik. Auf eigene Rechnung betrieb Friedrich Schade die obige Knopffabrik in der Ringstraße von 1956 bis 1960. 1962 ging die Familie Schade nach Eutin, wo sie wiederum eine Knopffabrik betrieben.

(ca. 1960, Foto: Birgit Hutchcroft Servals)

"Mein Vater [Anm.: Kurt Lawrenz] hat die Knopffabrik gekauft", schreibt  Birgit Hutchcroft Servals auf Facebook, 2019.06.03. 
Wenig später ging die Knopffabrik an Herrn Georgi über.

(ca. 1960, Foto: "Björn Mo")

Knopffabrik Schade, rechts stehend mit dem Jungen auf dem Arm ist meine Oma Elfriede Müller,
("Björn Mo", Facebook 24.05.2021)

Ringstraße 22

Neuapostolische Kirche

Gemeinde Bad Sachsa

(23.04.2008, Foto: Ralph Boehm )

(26.06.1979, BSN)

(10.07.1993, Wochen-Chronik)

(15.11.2002)

"Die aktuell rund 70 Kirchenmitglieder zählende Gemeinde wurde 1977 gegründet und zwei Jahre später die heutige Kirche eingeweiht. Sieben Seelsorger betreuen die Gemeindemitglieder, darunter auch die älteren sowie kranken Gemeindemitglieder mittels Seelsorgerbesuchen mit Feier des Heiligen Abendmahls. Wie in allen Gemeinden im Kirchenbezirk Göttingen wird auch Bad Sachsa die Kirchen- und Grundstückspflege von den Gemeindemitgliedern übernommen.
Gottesdienste jeden Sonntag um 10:00 Uhr sowie am Mittwoch um 19:30 Uhr.
Gemeindechor, gelegentlich Kirchencafé im Anschluss an den Gottesdienst, Erntedank-Brunch, Sommerfeste und Weihnachtsfeier.
"
("Broschüre der religiösen Gemeinden und Religionsgemeinschaften in Stadt und Landkreis Göttingen". Hrsg. Stadt Göttingen, 3.5/1.20. Wohl 2020)

Ringstraße 27

Schulzentrum Bad Sachsa

IN ARBEIT

(1972/1973, Slg. Ralph Boehm )

Die vielleicht erste Entlassungsfeier in diesem Gebäude (BSN, 28.06.1973)


SCHÜTZENSTRASSE

(1890er, Foto: K. + D. Lauenstein) 


SCHÜTZENstrasse 10

F.W. Kälz eröffnete in Bad Sachsa im Jahre 1893 das erste Kaffee mit Konditorei in der Schützenstraße (jetzt Bäckerei Voigt)

(??.??.??, BSN)

SCHÜTZENstrasse 14

Die (erste) hiesige Jugendherberge

(27.01.1917, BSN)

(16.10.1920, BSN)

(1932, Foto: Slg. R. Boehm)

Mit Oberlichtern in der Haustür
(19xx, Foto: Tom Schreiber, 23.09.2018 auf Facebook)

(1970er, Foto: Slg. Horst Möller)

(um 1950, Foto: Tom Schreiber, 24.12.2018 auf Facebook)

IN ARBEIT

IN ARBEIT


STEINSTRASSE

Steinstraße 1


(Bad Sachsaer ECHO, 18.9.1981)

Sportplatz

IN ARBEIT: 2017 geht der VfB Bad Sachsa auf im VfB Südharz... IN ARBEIT

(1967, Foto: Torsten Böttcher, Facebook 20.04.2020).
Sabine Scheer kommentiert dieses Foto mit "Den Fußballer und das Wappen hat mein Vater mal gemalt (war Maler bei Niesel)."

Die "IgJz" und das Jugendzentrum

IN ARBEIT: 2017 geht der VfB Bad Sachsa auf im VfB Südharz... IN ARBEIT

2018: Der Sportplatz soll als Baugrundstück genutzt werden
(Harz Kurier, 16.06.2022)

Im Jahre 2020 sind das "CLUBHAUS" wie auch der "VfB Bad Sachsa e.V." längst Geschichte.
(Foto: Ralph Boehm, 25.12.2020)

Abfiff!

Das endgültige Aus des Fußballs in der Kernstadt Bad Sachsa

Abriss 2023

(Fotos: Gert Brunner, Facebook 14.05.2023).

Und was haben einige Sachsaer Ratsherren mit dem VfB und dem Jugendzentrum zu tun?

IN ARBEIT

Anlässlich des Abrisses der Gebäude kommentierte Ralph Boehm auf Facebook am 14.05.2023:

"Man stelle sich mal vor, der VfB Bad Sachsa und seine Vertreter im Rat hätten die dortigen damaligen Jugendlichen als zukünftige Fußballer verstanden (ja wen denn sonst!!!) und nicht gierig die Räumlichkeiten des Jugendzentrum bei der Genehmigung als zukünftigen Partyraum angesehen... So heißt der Verein nun schon 6 Jahre VfB Südharz... und das heutige Jugendzentrum ist dort, wo die damaligen Jugendlichen von Anfang an hin wollten: in der Jugendherbergsstraße. Die damalige staatliche Förderung zum Anbau des Jugendzentrums, übrigens ein landesweites Modellprojekt, über, ich meine mich zu erinnern: in Höhe von 50.000 Euro, werden jetzt abgerissen...."
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Sollte man auf einer solchen Seite auch mal polemisch werden? Ich denke: ja!"
Dank an einen Ratsherren:
Die folgenden Zitate stammen von einem Ratsherren, der gleichzeitig Lehrer am damaligen Schulzentrum war und auf die Frage, was mögen Sie an sich, antwortete "Meine Hilfsbereitschaft":

1) Schmerels dürfen nicht mehr auf dem Schotterplatz an der Steinstraße spielen.
2) Den Schmerels, sie spielen nun auf dem Platz am Schulzentrum (Jugendherbergsstraße), wird versprochen: "Wir machen für Euch diesen Rasenplatz neu! Bis der fertig ist, könnt ihr gegenüber des Tennisplatzes, am Eingang des Kuckanstales, spielen - ich besorge Euch Tore dafür!"
Zwar ansteigendes und holpriges Gelände inmitten schönster Natur am Rande der Stadt - aber immerhin...
3) Der tolle neue Sportplatz an der Jugendherbergsstraße wird eingezäunt...
"Ja, das tut mir nun wirklich leid für Euch - aber ihr müsst verstehen: dieser Platz gehört zur Schule, den könnt ihr nicht mehr benutzen -  aber ihr habt ja die Möglichkeit oben gegenüber des Tennisplatzes"....
4) Es werden neue Tennisplätze genau dort gebaut, wo wir bisher, zwar mehr schlecht als recht, spielen durften. Die Tore werden talaufwärts wieder aufgebaut, sogar eine "SportStudio-Fußballwand" wird aufgestellt.
Nur das mit dem Fußballspielen hatte sich erledigt, denn die örtlichen Gegebenheiten ließen es aufgrund von Feuchtigkeit und der Arbeit von vielen Maulwürfen nicht mehr zu.
Danke lieber Ratsherr, dass Du uns so geholfen hast!

Nachsatz: Der Ratsherr und Lehrer spielt schon länger kein Tennis mehr, der oben angeführte Bereich des Tennisplatzes ist einem "Beach-Volleyball"- Feld gewichen, welches äußerst selten genutzt wird..
Ralph Boehm, 14.05.2023

IN ARBEIT


UFFEPLATZ

Uffeplatz 12

< 1853: Haus 168 am Uffeplatz
>= 1853: Haus 211 am Uffeplatz
1875-1887: Hinterstraße 211
<> 1898: Unter dem Thore No. 211
>= 1906: Uffeplatz 12


Bereits vor 1853 wird hier die Schmiede der Familie Weber betrieben.
Mitte der 20. Jh., Eigentümer ist die Familie Oestreich, betrieb "DKW-Mayer" eine Kraftfahrtzeug-Reparaturwerkstadt (u.a. 1960); 1986 wird die alte Scheune abgerissen; 1969 erfolgt der Umbau in einen Ausstellungsraum, in den um die Jahrtausendwende die "Neuen Medien" Einzug für rund 5 Jahre in dieses Haus in Form einer "Videothek" hielten, die von einem Second-Hand-Shop - und 2004 von Büroräumen des Deutschen Roten Kreuzes mit angeschlossener DRK-Rettungswache - abgelöst wurden.

In 2011 wurden dem Haupthaus mit Stadtsanierungsmitteln neue Fenster und Wärmedämmung spendiert. Der neue Eigentümer Philipp Maxim betreibt eine Physiotherapie-Praxis, im Gebäude kann man/frau außerdem sich "Perfect Nails" durch Annett Nahavi fertigen lassen

(ca. 1917, Foto: Heike Völkl) 


(1920er Jahre?, ?)
"Webers Brücke", dahinter die Schmiede.

(1960, Fahrplan-Rückseite)

(ca. 1917, Foto: Heike Völkl) 


(August 2011. Fotos R. Boehm)

(April 2014. Foto R. Boehm)

(Juni 2021. Foto R. Boehm)


WALKENRIEDER STRASSE

Walkenrieder Straße 1

vor 1890: Walkenrieder Chaussee 307, Gärtnerei Thiele .
1895: Walkenrieder Straße 1, Landschaftsgärtner Gustav Ereke übernimmt den Betrieb.

(1919, Rechnung, Slg. R. Boehm) 


Bereits vor 1890 hat die spätere "Kunst- und Handelsgärtnerei/Blumenbinderei" (1919) von Richard Thiele ihren Grund und Boden an der Walkenrieder Chaussee 307, die ab ca. 1890 als Walkenrieder Straße 1 zu finden ist. Thiele erhält 1908 die Erlaubnis zum Bau von Stall und Wohngebäude (StABS Altarchiv).

(1927, Foto: Slg. R. Boehm) 


1924 wird eine Pension vom damaligen Gärtnereibesitzer Rockenfeller angemeldet; zwei Jahre später wird durch ihn das Wohnhaus umgebaut und erhält insbesondere den prägenden Vorbau

(1932 ca., Stadtplan mit Werbung)

1936 übernimmt Marie Wawrina die "Fremdenpension", die bereits  kurz darauf 1939 von Frl. Richter & Dross für den Betrieb eines Kinderheimes gepachtet wird. Nach dem II. WK übernimmt Frau Lüding das Kinderheim (StABS 471/01)

Kinder-Kurheim Haus Lüding

(OKA-Sachsaer Tageblatt, leider ohne Datum. In Facebook-Beitrag am 25.5.2019 von Tom Schreiber) 


Nach dem II. Weltkrieg diente auch dieses Haus (wie alle anderen großen Häuser auch) teilweise zur Unterbringung von Flüchtlingen; die damals vorhandenen 45 Betten wurden zur Hälfte durch die Sozialverwaltung Hamburg sowie die Stadtverwaltung Bremerhaven mit TBC-gefährdeten und erholungsbedürftigen Kindern belegt, die andere Hälfte mit Flüchtlingen (07.06.1947, StABS 471/01).

Kinder-Kurheim "Haus Lüding"

(1955, AK vs: Slg. R. Boehm) 


Ab vermutlich 1951 übernehmen Jugendleiterin Charlotte Hanff und Krankenschwester E. Dross (s.o.) die Trägerschaft. Ab 1957 übernimmt das Ehepaar Kern die Geschicke und führt das "Kinder-Erholungs- und Genesungsheim Haus Kern, Inh. Helmut Kern, für Kinder von 4 bis 14 Jahren in 15 "Zi. m. Fließw., Bad im Hause" und 50 Betten (Prospekt 1958). 1972 endet das Pachtverhältnis und das Kinderheim zieht um in die heutige Ringstr. 48 (damals Bahnhofstr. 12).

Haus Kern

(1961, AK: Slg. R. Boehm) 

Wohl 1974 beginnt der Abriss und in der Folge werden auf diesem Gelände Einfamilien-Reihenhäuser errichtet.

Haus Kern

(1970, AK vs + rs: Slg. R. Boehm)

Diese Dankeskarte geht mal in die andere Richtung

Liebe Familie Oelmann!
Zu Hause gut angekommen, möchten wir uns noch einmal im Namen der Kinder für Ihre liebevolle Betreuung bedanken. Es hat ausschließlich allen sehr gut bei Ihnen gefallen.
Liebe Grüße von uns allen an Sie alle
Ihre Hannelore Kern


WEBERS BRÜCKE

(1920er Jahre?, ?)
"Webers Brücke", dahinter die Schmiede.

(1920er Jahre?, ?)
"Webers Brücke", dahinter Uffeplatz 11 (< 1853: Haus 167,
>= 1853: Unter dem Thore No. 210)

23. Juni 1984, HarzKurier, Umbau "Webersbrücke".

11. Juli 1984, HarzKurier, Verbreiterungsarbeiten "Webersbrücke".

Der Sanierungs-Ausschuss begutachtet die Totalerneuerung der "Webersbrücke"  am 26. Mai 2014.
Von Links im Uhrzeigersinn: Bürgermeisterin Helene Hofmann, Detlef Markert, ? Mitarbeiter (Büro Rinne & Partner), Dipl.-Ing. Peter Buhl (Büro Rinne & Partner), Bauamtsleiter Gerhard Grundei, Günther Kasper, Sanierungs-Ausschuss-Vorsitzender Horst Schwedhelm (auch unten rechts) [ sowie der Fotograf Ralph Boehm].

23. Juni 1984, HarzKurier, Umbau "Webersbrücke".

11. Juli 1984, HarzKurier, Verbreiterungsarbeiten "Webersbrücke".

ZIEGELSTRASSE

Auszug aus einem Pharus-Plan (1920 oder davor).
Die nördliche Seite war, zu dieser Zeit bereits komplett bebaut, mit Nausnummern durchgängig 

1 bis 16. Auf der südlichen Seite hingegen stehen lediglich drei Häuser mit den Nummern
17 (heute 16A),
18 (heute 19),
19 (heute 21).
Alle anderen Grundstücke, die an der Ziegelstraße anliegen, gehören zur Uffestraße

Auszug aus dem Gebäudenachweis des Liegenschaftskatasters
mit u.a. Ziegelstr. 1,2,3,4 und 18a,19,20,21
(1974)

Auszug aus dem Gebäudenachweis des Liegenschaftskatasters
(2010, südliche Seite hat teilweise neue Nummerierung erhalten)
(Die nörliche Seite der Pfaffenwiese 51 A:) Uffestr. 21 war bisher Uffestr. 19
Uffestr. 20 war bisher Uffestr. 18 a
Die bisherige Pfaffenwiese 52 wird komplett neu aufgeteilt in Pfaffenwiese 52 A sowie Uffestrasse 18 + 19

Ziegelstraße 1

(ein Beispiel für die typischen Veränderungen der Fassadengestaltung)

Ca. 1980 wurde westlich angebaut (1984, Foto: B. Krautz) 

(1984, Foto: Bernd Krautz) 

(07.06.2020, Foto: Ralph Boehm)

Beispiel einer Fassaden-Neugestaltung

inklusive Wärmedämmung

2021/2022

Ziegelstrasse 1

Noch ziert eine Bretterverschalung die Fassade (09.05.2019, Foto: Hans-Jürgen Liebau) 

Die bisherigen  Bretter wurden für eine Erneuerung der Fassade entfernt - zum Vorschein kommt eine sehr alte Holzverschalung, die ehedem Träger für einen gemusterten verzinkten oder verschieferten Vorhang diente. Im hellen Bereich ist das ursprünglich Fachwerk für kurze Zeit sichtbar. (27.10.2021, Foto: Heinz Michael Meißner)

Der Hauseigner Buhse steht stolz vor dem aufgesetzten Fachwerk, welches der Zimmermeister Axel Mehmecke (Bad Sachsa) gefertigt hat. (22.11.2021, Foto: R. Boehm) 

(4 Fotos: Ralph Boehm)

Nachdem die Fachungen mit Dämmmaterial gefüllt wurden, sind nun Platten aufgesetzt worden. (26.12.2021) 

Anschließend bekam der Eingang eine Überdachung und es wird die Seitenverkleidung anggegangen, ...
(28.06.2022) 

... außerdem wird das vom Dach kommende Regenwasser aufgefangen für die zukünftige Gartenbewässerung
(30.08.2022)

Zwischenzeitich wurde die Fassadensanierung inkl. Wärmeisolierung abgeschlossen. (14.06.2023)

ZIEGELstraße 19, 18, 20, 21

von Ost nach West in dieser Reihenfolge !!!

Auszug aus dem Gebäudenachweis des Liegenschaftskatasters mit u.a. Ziegelstr.

19, 18, 20, 21

von Ost nach West in dieser Reihenfolge !!!

(2010)

ZIEGELstraße 19

(um 1920: Nr. 18)

(11.05.2015, 3 Fotos: Ralph Boehm)

Lehmanns Gasse mit Uffeplatz 1a (dahinter an der Ecke Uffeplatz 1) sowie Pfaffenwiese 53 (hinten rechts) und Uffestraße 19 (ab der mit roten Ziegeln bekrönten Mauer, vorn rechts).

Über der mit roten Ziegeln bekrönten Mauer der Uffestraße 19).

Direkt auf der Ecke zur Uffestraße

07. Juni 2020, 2 Fotos: Ralph Boehm

Fensterverzierungen in der Literatur
"ZIEGELSTRASSE 18: 19. Jh., 2 Gesch., ca. II G.
Stallspeicher in Firstverlängerung 5 G.
Wandbehang aus Schablonenschiefern in Musterdeckung.
Galgenfenster.
Geschweift ausgesägte Bekleidungsbretter unter den Öffnungen. Falzziegeldach. Gr. Abb. 108."

[Anmerkungen: heute Ziegelstrasse 19, "G" meint wohl "Gefache"].

Aus: "Das deutsche Bürgerhaus"; Band 19: "Das Bürgerhaus der Oberharzer Bergstädte", begründet von Adolf Bernt, Hrsg. von Günther Binding, Verlag Ernst Wasmuth, Tübingen, 1973.

Die selben Fensterverzierungen im Original
(16. Juli 2017, Foto: R. Boehm)

Umfangreiche Restaurierungsarbeiten, verbunden mit Wärme-Dämmung
werden im September 2023 ausgeführt:

Das Haus wird eingerüstet.
(23.08.2022, Foto: Heinz Meißner)

Neue Ziegeln werden gelegt und die Giebel verschiefert.
(30.08.2022, Foto: Ralph Boehm) 

(30.08.2022, Foto: Ralph Boehm) 

(30.08.2022, Foto: Ralph Boehm) 

(30.08.2022, Foto: Ralph Boehm) 

Der Seitengiebel ist fertig verschiefert - die wahre Freude!!!
(09.2022, Foto: Ralph Boehm) 

 (09.2022, Foto: Ralph Boehm) 

(01.09.2022, Foto: Ralph Boehm) 

Der andere Seitengiebel wurde gerade vom Eternit-Behang befreit.
(09.2022, Foto: Ralph Boehm) 

Das bisherige Grundstück Pfaffenwiese 52 (um 1974) wird neuen Funktionen und Hausnummern zugeordnet
(????, vor 2010).
Die Schmiede wird aberissen in ???? durch ????

("Nachrichten der ev. Kirche", dez19/feb20)

Ziegelstraße 18
(07. Juni 2020, Foto: R. Boehm)

Ziegelstraße 18


Ziegelstraße 20                          (damals Ziegelstr. 18 a)


Hermann Hinze
Schmiedemeister
(1940er?, Foto: Horst Möller)

"Rechnung für Herrn Frind Hotelbesitzer von
H. Hinze Schmiedemstr.",
Betrag erhalten 5.4.1908 Hermann Hinze
(Slg. R. Boehm)

(5. Januar 1935, BSN)

16.07.1972, Schützenumzug in der Ziegelstraße.
"Die Schmiede Bitzmann hat damals noch den Kraftstrom für die Ziegelstraße erzeugt...siehe Luftleitungen." sagt Heinz Meißner in 2023

Seit spätestens 1971 betreibt
Horst Bitzmann
Kunstschmiede. Schlosserei. Stahlbau.
(vermutlich 1985; Foto: Slg. R. Boehm).
Vorab, lt. Rechung von 1954:
"Josef Buluschek [über "Gebr. Buluschek]
Schmiede, Federnschmiede, Fahrzeugbau, Fahrzeuge, Landmaschinen,
Mechanische Werkstatt, Traktoren"

Ziegelstraße 20 (ehedem 18a)
(07. Juni 2020; Foto: R. Boehm)

Ziegelstraße 19                                (später Ziegelstr. 21)

(ca. 1960, Foto: Willi Müller; Slg. R. Boehm) 


Hoher Besuch!
Der Bürgermeister Hermann Döbrich (helles Sakko) und Stadtdirektor Willi Müller (dahinter halb verdeckt) gratulieren Herrn Löhr wohl zu einem runden Geburtstag.
Aus dem Fenster schaut Frau Klapproth zu (verheiratet mit dem Dachdecker  und Hausschlachter Oskar Klapproth).

(Besten Dank an dieser Stelle wieder mal an Gerhard Seiert, der mit seinem Wissen über die Schmerls, mit Rat und Tat uns zur Seite steht!)