Die Pfaffenwiese


Ein für Sachsas Innenstadt typischen altes Haus:
einstöckig, geradliniges Fachwerk mit ausschließlich waagerecht und senkrecht verarbeiteten Hölzern, Traufe straßenseitig.

Die Pfaffenwiese wird bereits 1692 erwähnt (Hallbauer Band i, S. 380); sie verdankt ihren Aufschwung und somit diese Art Häuser Friedrich dem Grossen: "Da in quantitativer Hinsicht der Wohlstand von der Bevölkerungszahl abhängt, suchte Friedrich der Grosse Preussens Volkszahl durch eine planmäßige Ansiedlungspolitik zu vergrößern... So begab sich der für die Grafschaft Hohenstein zuständige Rat Müller aus Halberstadt im Jahre 1764 auf Dienstreise, die ihn auch nach Sachsa führte". Seinem Protokoll vom 18. August des selben Jahres können wir Folgendes entnehmen:
"Da sich auch noch ein Baulustiger angefunden hat,  aber keine Plätze vorhanden, so ohne Schwierigkeit aus der Hut und Weide genommen werden könnten, so habe ich mich nach anderer Gelegenheit umgesehen und findet sich alhier dichte am Orte eine der Kirche zugehörige steuerbare Wiese, so der zeitige Pastor loci Salarii nutzet. Hierauf können mindestens 10 - 12 Häuser nach hiesiger Größe ihre Plätze finden... .. der Pastor loci erkläret, daß er zufreden seyn würde, wenn ihm die hiesige Cömmerey für die Pfaffenwiese jährlich 12 Rthlr. erlegte."
"Nach Erledigung der juristischen Formalitäten wurden am 20. Juni 1766 die Verträge mit folgenden ersten Siedlern abgeschlossen:
Zimmermeister Joachim Matthias
Höche; Andreas Cristoph Günther (ein Ackermann); Wilhelm Pfeiffer; Johann Heinrich Lintzel; Joh. Christian Grimm ein Landgespann (Fuhrmann); Johann Gottfried Kirchner; Höche und Günther hatten bereits im Jahre 1765 begonnen. Wenig später kamen hinzu:
Leinewebermeister Joh. Caspar
Stecher; Philipp Aurin; Uhrmacher Joh. Conrad Henne; Joh. Friedr. Linsel; John Heinrich Engelmann; als zwölfter machte der Maurer Johann Christoph Köhler den Beschluß. Wegen einiger Normüberschreitungen konnten anstatt 15 nur 12 Siedler auf der Pfaffenwiese Platz finden."
Ein Einzelfällen gab es trotz staatlicher Hilfe drückende Not. "So war z.B. der aus dem Hülferschen Regiment entlassene Zimmermann Wilhelm Pfeiffer wieder nach Küstrin beordert worden, und seine Frau Maria Eleonore hatte sich bei der hiesigen Kirchenkasse hoch verschulden müssen; der Zinsendienst fiel ihr besonders schwer. 1767 mußte Andreas Günther vor dem Magistrat dem Weiterverkauf seines noch unfertigen Hauses zustimmen, falls er es innerhalb der ihm bewilligten Frist "pro anni" nicht fertigstellen könnte."
Der König trieb zur Fortsetzung des Siedlungswerkes: "und muß als gethaner Anbau ferner gehörig poussieret werden" (4.X.1769), "damit also dieses Etablissement Pfaffenwiese im künftigen Frühjahr völlig besetztet und perfektioniret werde" (17.X.1769). Der letzte Vertrag mit Joh. Christoph Köhler wurde am 15.7.1771 mit der Auflage abgeschlossen, daß der Bau noch in diesem Sommer fertig werden müsse...
"Die Tatsache, daß von den 12 Namen der Neusiedler aus der Zeit vor 200 Jahren bis heute nur noch 5 übrig blieben (Aurin, Engelmann, Köhler, Pfeiffer und Stecher) stellt der Familienforschung eine interessante Aufgabe."
(BSN "A-Z", 11.Sept. 1971) 
"1852 wird die Pfaffenwiese beschottert"
(König, S. 8)

 Pfaffenwiese 5

(ca. 1970, Foto, Anja Danneberg) 
Im weißen Jacket wohl: Horst Diener, "der singende Wirt".

Weitere Gebäude

Pfaffenwiese 5 

(1939, Foto, Slg. R. Boehm)


Der große Umzug anläßlich des 125jährigen Bestehens des Schützenvereins Bad Sachsa  von 1814 wie auch dem 75jährigen Jubiläum des Kurortes Bad Sachsa 1864.

Pfaffenwisssssssssssssss

(csssssssssssssssssssssssssg) 


Einsssssssss

Weitere Gebäude

Hindenburgstraße 10 

(ca. 1952, Foto: Willi Müller; Slg. R. Boehm)


Demnächst: BALL VERKEHRT !
Das Kurwesen verändert Manches! Gertrud Reuter, Inhaberin des "Café Voigt" setzt auf den Kurbetrieb und erweitert das alte Gebäude erheblich.

Pfaffenwiese 19

(ca. 1952, Foto: Willi Müller; Slg. R. Boehm) 


Stadtbesuch! Der Stadtdirektor Hermann Döbrich (helles Sakko) und Bürgermeister Willi Müller (dahinter halb verdeckt) gratulieren Herrn Köhler (?) wohl zu einem runden Geburtstag.

Ravensberg 

(Mai/Juni 1955; Slg. R. Boehm)

Wirtschaftswunder: Auch in Bad Sachsa zeigt man/frau, was er/sie hat. Am Heiligabend brennt an einem eiskalten Wintertag das Hotel Ravensberg vollständig nieder und wird, leicht versetzt, wieder aufgebaut.

Schulstraße 1 bis 4 und Umgebung I

(1905ff, StABS I,r,9 Verkauf städt. Grundstücke etc., Anlage eines Teiches). 

Zur Abrundung seines Besitzes plante Louis Deibel 1905 die Anlage eines Teiches und den Bau des Palmenhauses (irgendwohin müssen ja schließlich die kälteempfindlichen Pflanzen im Winter hin - und der eigene Gärtner hatte auch noch keine Wohnung!). Dazu kaufte er die Mühle samt Schuppen (ganz links oberhalb des blauen Bereichs), ließ diese Gebäude abreißen und stattdessen die heutige Schulstraße 2 erbauen. Der "Abfluß der Mühle" wurde noch einige Zeit gebraucht (Strom-bzw. Wärmegewinnung durch das wiederverwendete Mühlrad am Palmenhaus)  zwischen den Grundstücken des Tischlers Helmvoigt und des Oekonomen Wiedemann.

Der Abriß der damaligen Mühlgebäude kam der Stadt auch zupaß, da man nun endlich durch die Beseitigung dieser Engstelle dem sich stark ausweitenden Automobilverkehr eine genügend breite Straße bauen konnte.  In der gestrigen Stadtverordneten-Sitzung wurden, so hieß es am 12.Oktober 1907 in den Bad Sachsaer Nachrichten, wurden... für die Verbreiterung und Neudeckung (sic!) der Schulstraße die Kosten bewilligt.

Schulstraße 1 bis 4 und Umgebung II

(1906, StABS XII,n,16, Skizze zu einem Schuppen für den Tischlermstr. Herrn Heinrich Helmvoigt)

Der Tischlermeister Helmvoigt wollte den Raum über der Uffe nutzen und ließ 1906 dafür die obige Zeichnung zum Bau eines Schuppens anfertigen. Ob dieser "Schuppen" von Helmvoigt gebaut worden ist oder aber von Wiedemann, läßt sich z.Zt. noch nicht beantworten. In der Folge gab der Tischler diese Arbeitstätte, wohl wegen Platzmangels, auf und das Haus sollte einem Neubau Schulstr. 3 weichen (wann?) Heute gehört dieses Gelände über der Uffe zur Schulstraße 4. Bis zu den Abrißarbeiten in 2020 befand sich unter der Decke des Schuppens, genau über dem ehemaligen Mühlabfluß, noch eine Transmission. Ob diese dem Tischler oder dem Oekonomen gedient hat? Zur Schulstraße hin ist der ehemalige Uffegraben bis zu letzt nicht überbaut worden; lediglich eine Mauer verhindert den Blick auf den Raum zwischen den Häusern Schulstr. 3 und 4.

Platzhalter: hier könnte Ihr Haus erwähnt werden!!!

(19xx) 

Entwurf

Schulstraße 4

(1897, StABS I,r,5)

"Handzeichnung von einem Theile der...eingetragenen Liegenschaften der ungetrennten Hofräume, welches von der Stadtgemeinde an den Landwirth Hermann Wiedemann aufgelassen werden sollen... zum Zwecke des Antrags auf Berichtigung des Grundbuches... Nordhausen den 10ten März 1897" (StABS I,r,5).
"Wilhelm Wiedemann, Bürger, Brauherr und Ackermann, wohnhaft im Flecken (das ist die sehr alte Bezeichnung für die spätere Marktstraße in Sachsa) über dem Rathause, ein Wittber unter 60 Jahre, hat sich den 15ten Martii mit Anna Catharina, sel. Steinhofs gebohr. Zeitzen, als Wittbe unter 45 Jahre allhier copulieren lassen. Anno 1767.
Mit der Grundstücks-Bezeichnung kann entweder das frühere Brauerei-Grundstück for dem früheren Rathause, dem jetzigen Ratskeller, oder das Grundstück Marktstr. 15 (später "Pitts Bierstuben") gemeint sein. In beiden Grundstücken wurden früher gewerbliche Brauereien betrieben, die wahrscheinlich von der Stadt verpachtet wurden und die vor Wilhelm bereits von seinem Vater Adam (Wiedemann) pachtweise betrieben sein dürften. Deshalb erschien Adams Name nicht in der Liste der Grundstückseigentümer. Mit dem hier erworbenen Vermögen wird er dann um 1725 die Schenke in Clettenberg erworben haben, wo auch die weiteren 7 Kinder geboren wurden.
Nach Aufgabe der städtischen Pachtung übersiedelte sein Sohn Wilhelm in das Grundstück Schulstraße 3-4. Hier betrieben seine Nachfahren nur noch Landwirtschaft. Durch Einheirat der Familie Neumeyer ging das Grundstück später auf diesen Namen über
." (Auszug aus "Familiengeschichte: Friedrich Wilhelm Wiedemann", ohne Verfasser - wohl von Otto Löhnis - StABS IV,a,8 S. 17ff)

Schulstraße 4 und 3 (rückseitig)

(ca. 1940, Foto: Slg. R. Boehm)

 St


Nüxei: Vorwerk

(1913, Slg. R. Boehm A 348 vs.) 

Den Gebrüder Grimm verdanken wir, neben der  bedeutenden Sammlung an Märchen, insbesondere das Grimm`sche Wörterbuch; dort wird ein "Vorwerk" erklärt u.a. mit: '"'landwirtschaftlicher zweigbetrieb einer domäne', 'vorgeschobener wirtschaftsstützpunkt eines ritterguts', dem die bewirtschaftung einer bestimmten landfläche oder die pflege eines besonderen wirtschaftszweiges übertragen ist..." [Bd. 26, Sp. 1929]. Dieses Vorwerk war ehedem zum Rittergut Tettenborn gehörig. "Aus der Geschichte der Wüstung Wittgerode und des Weilers Nüxei" schrieb Klaus Walter in einer
Schülerjahresarbeit 1963 umfassend; diese ist einsehbar auf der absolut lohnenswerten Seite des "Karstwanderweg Südharz" unter https://www.karstwanderweg.de/publika/sonstige/nuexei/index.htm

Nixey b. Tettenborn

(1913, Slg. R. Boehm A 348 rs.) 

"Nixey b. Tettenborn, (Harz)
Meine Lieben, Aus der neuen Heimat senden wir Euch ein herzliches Gedenken. Wir xxxxx uns noch ganz xxx, besonders die Kinder xxxx sich bisher xxxxx. Nüchterner schreibe ixxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx . Für heute xxxxxxx herzliche Grüße von Eurer treuen Familie Walter."

Nixei und das Bottdörfer Holz

(Bad Sachsaer Nachrichten, 27.01.1917)

Herr Walter (siehe links), diesmal wohnhaft in "Nixei", beabsichtigt in der "Rosenstiel`schen Gastwirtschaft zu Tettenborn" (heute:  Dorfstraße 21, Gaststätte "Zur Erholung") Holz zu verkaufen, welches im BOTTDÖRFER HOLZ geschlagen wurde.
Aber wo ist das Bottdörfer Holz??
"Nach einem freundlichen Hinweis von F. Vladi, Osterode, (liegt) das Bottorfer Holz, bei dem die Wüstung vermutet wird, auf der Steilkante des Stinkdolomits... und (weist) eine ausgesprochen trockene Lage ohne jegliche Gewässer im Umfeld auf... Westlich des Bottorfer Holzes und des Bottdorfer Berges liegen allerdings die Nüxteichwiesen, in denen nach der Karte bei Kühlhorn, Wüstungen Bd. I S. 289 ein Bach versickert."
(Uwe Ohainski und Jürgen Udolph: Die Ortsnamen des Landkreises Osterode, in: NIEDERSÄCHSISCHES ORTSNAMENBUCH, Jürgen Udolph Hrsg., Bd. II, S. 30 f). Laut Heinz Duensing (mdl. in 2013) ist "Bottdorf" ein "untergegangenes Dorf oberhalb des Weissensees, in dem Keramik hergestellt worden war.".  Burkhard Schmidt schreibt "Das Bottorfer Holz war ein hutfreies gemeinschaftliches Waldstück der Herren v. Tettenborn und Consorten (9 Einwohner von Tettenborn). Es hatte eine Größe von 115 Morgen mit 12 Teilen, genannt nach der Wüstung Bottorf (1835/45)."


Gruß aus Nüxen

(1908, Slg. R. Boehm A 349)
 
"Schon bald nach der Gründung betreiben die Gastwirte in Nüxei neben der Gastwirtschaft und der Paßkontrolle eine kleine Landwirtschaft. Sie halten sich Vieh und weiden damit die umliegenden Triften. Gegen 1660 dürfen sie sich auf Anweisung des Amtes Scharzfeld einen Kohlgarten zwischen ihrem Haus und der Landesgrenze anlegen. Darüber beklagen sich wiederum die Tettenborner, denn durch den Kohlgarten sei ihnen die Viehtrift verbaut. Gegen 1680 hat ein Martin Romeyer den Zollkrug inne. Auch während der Pestzeit (1681 - 1683) hat er viel zu leiden, denn die Tettenborner versuchen gewaltsam die Versperrungen und Verhaue zu durchbrechen und lassen sich zu Tätlichkeiten und Schlägereien mit Martin Romeyer hinreißen. Als Vergeltung zeigen sie ihn 1691 beim Amt Herzberg an, als sie ihn beim unerlaubten Fischen im Herzberger Tafelteich zu Nüxei ertapt haben. Daraufhin wurde Romeyer zu 50 Thalern Strafe verurteilt. Wer im 18. Jahrhundert den Posten als Grenzwirt in Nüxei innegehabt hat, ist schwer zu ermitteln. Von 1798 bis 1807 war Heinrich Christian Jordan als solcher tätig. Über seine Tätigkeit geht einiges aus dem Pachtkontrakt zwischen der Königlichen Kammer zu Hannover und Jordan hervor:

"Wir, Se. Königl. Majestät und Churfürstl Durchlaucht verordnete Cammerpräsident und geheime Räthe urkunden hiermit, daß wir den Krug zu Nüxhey dem bisherigen Pächter Heinrich Christian Jordan auf fernere 3 Jahre verpachtet haben. Wir tun solches dergestalt und also, daß derselbe mit allem Fleiße dafür sorge, daß die Gebäude, wie ihm selbige nach dem Inventario überliefert sind, im guten Stande erhalten werden. Dabey verpflichtet er sich, den Passagiers und anderen bey ihm einkehrenden Gästen mit aller Bescheidenheit zu begegnen, im übrigen aber richtige Bier und Brantwein Maaße zu halten und sich überhaupt als ein ehrlicher und gewissenhafter Wirth zu bezeigen. Nächst dem verspricht er auch, auf fremde und verdächtige Personen, in gleichen auf die durchreisenden Soldaten, fleißig zu achten, nach ihren Pässen zu fragen, selbige zu examinieren, bey verspürende Unrichtigkeit anzuhalten, und davon sofort dem Amt Scharzfeld zur weiteren Verfügung Anzeige zu tun. Auch hat derselbige die dortige Grenze fleißig zu absolvieren und alle Neuerungen und Beeinträchtigungen dem Amte gleichergestalt sofort anzumelden. Für den Genuß dieser Krug-Pacht hat bezeichneter Heinrich Christian Jordan jährlich 43 Thaler, 9 Groschen, 2 Pfennige an Pachtgelde zu bezahlen.

(Fortsetzung siehe nächste Spalte)




Hotel Römerstein, Besitz: Rich. Peix. Gruss aus Nüxey.

(1904, Slg. R. Boehm A 347) 

(Fortsetzung)1831 hat sich der Postspediteur, Grenzvogt und Gastwirt Engelhardt zu Nüxei widerrechtlich ca. 1/2 Morgen Hutweidelands, der Gemeinde Osterhagen gehörig, angeeignet. Das Amt Scharzfeld hat entschieden, das Engelhardt das fragliche Gelände kaufen oder pachten soll und der Gemeinde Osterhagen den Schaden ersetzen soll. PRIVATISIERUNG DES GRENZKRUGES.
1866 wurde die Zollgrenze zwischen Hannover und Thüringen aufgehoben. Dadurch brauchte man in Nüxei keinen Grenzkrug mehr. Deshalb wurde dieses Gebäude mit Stallungen und Ackerland an Peix aus Limlingerode verkauft. Der veräußerte die Wirtschaft weiter an Hennecke aus Tettenborn. Dieser wiederum verkaufte sie an Wachtel aus Halle.Um 1900 wanderte Johann Rohrbach aus der Schweiz nach Deutschland ein. Bei Dr. Matthießen, Tettenborn, war er als Schweizer tätig. Am 1. April 1906 kaufte er die Gastwirtschaft mit 54 Morgen Ackerland von Wachtel. Sein Sohn Otto Rohrbach bewirtschaftet diesen ehemaligen Grenzkrug heute noch.Dieses Gebäude stand um die Jahrhundertwende unter keinem günstigen Stern. 1891 brannte die Scheune bis auf die Grundmauern ab. Sieben Jahre später (1898) brach erneut ein Feuer aus. Alle Gebäude wurden von dem Brand bis auf die massiven Grundmauern vernichtet.
Die Besitzer des früheren Zollhauses betrieben Gast- und Landwirtschaft. Nebenbei verdienten sie sich noch Geld, indem sie ihre Pferde vor die schweren Pulverwagen spannten, damit diese den Berg hinauf kamen. Diese Wagen kamen aus Harzgerode, Rottleberode u.a. Orten. Sie fuhren nach Minden (Westf.), Reyershausen, Wollbrandshausen, Wildemann, Hammenstedt u.a. Orten. Die meisten Wagen kamen von der Firma Eisfeld aus Harzgerode. In der Hauptsache wurde das Pulver zum Sprengen in den Steinbrüchen verwendet. Von der Höhe des Berges kehrten die Vorspänner zurück, nachdem man vorher einen kräftigen Schluck aus der Branntweinflasche genommen hatte.An diesem markanten Punkt steht eine uralte Eiche, die unter dem Namen "Branntweinseiche" bekannt ist und wegen der Bedeutung aus früherer Zeit unter Naturschutz gestellt wurde.

(Auszug aus: WALTER, Klaus (1962): Aus der Geschichte der Wüstung Wittgerode und des Weilers Nüxei)

Wappen

(1916, Slg. R. Boehm A 346)

"Am Wirtshaus war ein Lüneburgisches Wappen vom Jahre 1701 eingemauert. Es ist anzunehmen, daß im Jahre 1701 ein Neubau errichtet und dabei die Steinplatte angebracht wurde.Diese Wappen lag bis vor ein paar Jahren im Garten der Gastwirtschaft. 1956 verschenkte es der heutige Besitzer, Otto Rohrbach, an die Gemeinde Steina. Dort wurde es in eine äußere Wand des neuen Gemeindebüros eingemauert. |Historisch gesehen hat dieses Wappen mit Steina nichts zu tun. Früher gehörte Nüxei zur Gemeinde Osterhagen. Erst am 1. April 1934 wurde es nach Steina umgemeindet. Deshalb wäre es besser gewesen, wenn man das Wappen in Nüxei behalten hätte, oder aber man hätte es nach Osterhagen gegeben."

(Auszug aus: WALTER, Klaus (1962): Aus der Geschichte der Wüstung Wittgerode und des Weilers Nüxei)

Försterei Nüxei

(1916, Slg. R. Boehm A 346)

"Die einzelnen Förster lassen sich schwer ermitteln. Der Reihenfolge nach waren die letzten: Damm, Rößling, Rietz, Phillip, Ewald und Steffens. Der zuletzt genannte wohnt heute noch im Forsthaus (Anm. R. Boehm: 1962). Durch die Zonengrenze hat sich das Revier bedeutend verändert. Von den 350 ha großen Crotenhagen fallen durch die Zonengrenze 300 ha an die D.D.R. Dafür kommen 200 ha von der Mackenröder Forst hinzu."

(https://www.karstwanderweg.de/publika/sonstige/nuexei/index.htm)

 Um 1910 waren 5 Namen (sic!) für NÜXEI gebräuchlich (vgl. die o.g. Ansichtskarten etc.) Auch wenn viele der historischen Namen dieses Ortes bekannt sind, so ist doch die Bedeutung bis heute unklar geblieben!
(vgl.: Niedersäschsisches Ortsnamenbuch, Hrsg. Jürgen Udolph, Teil II, Die Ortsnamen des Landkreises Osterode von O. Ohainski und J. Udolph, Verlag für Regionalgeschichte Bielefeld 2000. ISBN 3-895 34-370-6).

Die Schäferei, Baujahr wohl 1909

(https://www.karstwanderweg.de/publika/sonstige/nuexei/index.htm)

"Die Schäferei war schon seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts nicht mehr von einem Amtsschäfer betrieben worden. Vielmehr war sie ab 1825 mit der herrschaftlichen Schäferei zu Osterhagen zusammen an 8 Osterhäger Ackersleute für jährlich 266 Thaler, 16 Groschen verpachtet worden. 1850 wurde der Pachtvertrag gekündigt und die beiden Schäfereien von der Königl. Domänen Kammer zu Hannover für einen jährlichen Rentenbetrag von 280 Thalern an die Gemeinden Osterhagen und Steina verkauft. 1860 teilen sich die zwei Gemeinden die Schäferei, dabei erhält die Gemeinde Steina 3/7 der Hutfläche und das Schäferei-Haus in Nüxei, Osterhagen 4/7 der Hutfläche und das Schäferei-Haus in Osterhagen.

Der jährliche Anteil am jährlichen Rentenbetrag (4/7 von 280 Thalern = 160 Thaler) wird 1871 abgelöst. Kurze Zeit später der Steinaer Anteil.

Dann hat die Gemeinde Steina das Schäferei-Haus an Heinrich Wöge verkauft. 1909 baute sein Sohn Heinrich ein neues Wohnhaus, das alte nur einstöckige, kleine Häuschen dient jetzt als Geräteschuppen. heute bewirtschaftet dessen Sohn, der auch wieder Heinrich heißt, die ehemalige Schäferei.

(Klaus Walter auf: https://www.karstwanderweg.de/publika/sonstige/nuexei/index.htm)

(18.04.2015, Harz Kurier)

"Die GRAFSCHAFT HOHNSTEIN. mit den HERRSCHAFTEN KLETTENBERG und LOHRA. Nro. 375" aus dem Jahre 1803. (Wintersport-+Heimatmuseum Bad Sachsa)

Unser nord-westlichster thüringischer Zipfel mit (von oben nach unten an der roten Grenze ) "Ravensberg", "Nesselkopf", "Buchenberg", "Sachsa", "Warteberg", "Weeg nach Göttingen", "Wittgeroder Wüstung" und dem "Vorwerk" (!) sowie "Nüxey" an der "Poststrase".

Schuhmachermeister Robert Lemmer, Schützenstr. 5

(1950er, Herbert Lemmer) 

Um 1900 hatten 10 Schuhmachermeister (sic! plus Gesellen) und deren Familien ihr Ein- und Auskommen; bei rund 1.500 Einwohnern hätte einer, eventuell zwei ausgereicht um den innerstädtischen Bedarf zu befriedigen. Daraus folgt, daß 1) die Sachsaer die besten Schuhe weit und breit fertigten und 2) diese in ganz Nordthüringen bis Nordhausen zum Verkauf kamen! Hier das Ladengeschäft des Schuhmachermeisters Robert Lemmer.

Gaststätte Schützeneck von Frau Richter, Schützenstraße 5

(1965 ca., Slg. R. Boehm 3393) 

Inhaber der "Gaststätte Schützeneck" waren laut rückseitigem Firmenstempel "Peter Schwarzer u. Frau" Marianne - "blutjung beide, aber vom Fach", die das Lokal 1967 von Frau Richter übernahmen (BSN 11./12.11.1967)

Schützenstr. 6

(Ende der 1920er, Herbert Lemmer) 

Die Schützengesellschaft von 1814 Bad Sachsa e.v. zieht, angeführt von ihrem Schützenmeister, hier ist es Otto Heise (Schützenmeister von 1926 bis 1933), wie seit mehr als 100 Jahren, durch die nach ihnen bezeichnete Schützenstraße hinauf zum Schützenplatz. Im Rückraum das Haus mit der Adresse Schützenstr. 6, welches von der Familie Lamster bewohnt war.


Harzer Holzwaren-Fabrik Gebrüder Lohoff, Tettenborn

(1907; Briefkopf, Slg. R. Boehm)

"Ein Kapitel regionaler Wirtschafts-geschichte.Die Eisenbahnlinie Northeim - Nordhausen von 1869 war letztlich entscheidend für die Standortwahl am Bahnhof Tettenborn. Bis zu dieser Zeit betrieb der Kaufmann Gustav Lohoff bereits in Benneckenstein ein florierendes Versand-geschäft mit Haus- und Küchengeräten aller Art, die dort von den zahlreichen Holzhand-werkern in Heimarbeit hergestellt wurden.

Das Geschäft wuchs. Die manufakturelle Produktion konnte der steigenden Nachfrage immer weniger gerecht werden. Zumal das Buchenholz mit erheblichen Transportkosten belastet war: Es mußte mit Pferdefuhrwerken von seinem natürlichen Standort im Süd- und Ostharz auf den Hochharz transportiert werden. Die Fertigprodukte wurden über die weitreisenden „Benneckensteiner Handelsleute“ an den Verbraucher gebracht.

Zusammen mit seinem Bruder Emil, Apotheker in Magdeburg, reifte der Plan, dort eine industrielle Produktion aufzubauen, wo das Buchenholz sozusagen vor der Tür liegt. So fiel die Wahl auf Tettenborn mit seinem Gleisanschluß.
 Ein weiterer Aspekt für die lohnintensive Produktion war die Standortwahl im Hinblick auf das benötigte Arbeitskräftepotenzial: In den umliegenden Dörfern lebten viele Familien, deren kleine Landwirtschaft nur für das Lebensnotwendigste ausreichte. Bei einer Arbeitszeit von 6 Uhr in der Frühe bis 14.30 Uhr blieb den fleißigen Holzwerkern im Sommer genügend Zeit für Acker, Wiese und Vieh. Von Benneckenstein kamen etliche erfahrene Männer mit hinunter in den Südharz, um mit ihren Familien in Tettenborn-Kolonie zu siedeln und ihr Wissen und Können mit einzubringen.
 Familiennamen wie Gropp, Großheim, Hartung, Ließmann, Hecht, Hendrich, Heyder, Hintze, Wedler u.a. geben uns noch heute Zeugnis vom Pioniergeist und schöpferischen Fleiß, lassen uns die Aufbruchstimmung der Gründerjahre - und die Liebe zum Harzgebirge erahnen, das Heimat und Rohstoffquelle zugleich war.

Am 3. Oktober 1903 wurden erstmalig die beiden Wolffschen Dampfmaschinen angefahren. Zwei mächtige Dampfkessel, jeder in den Dimensionen einer schweren Güterzug-Lokomotive. Geheizt wurden sie ausschließlich mit den reichlich vorhandenen Holzabfällen. Über Transmissionsräder, -wellen und -riemen wurde der gesamte Betrieb, inklusive der schweren Gattersägen, mit mechanischer Energie versorgt. Mit der überschüssigen Wärmeenergie beheizte man vor allem mehrere Trockenkammern, in welchen dem an der Luft vorgetrockneten Schnittholz die restliche Feuchte entzogen wurde. Mit der Entwicklung der Elektrizitätstechnik stellte man die Produktion schrittweise auf Stromantrieb um. Mittels Holzgasgenerator erzeugte man den Strom aus Produktionsabfällen. Ein Verfahren, welches im 21. Jahrhundert zu neuen Ehren kommt und zu „nachhaltigem“ Wirtschaften verhelfen soll.

Mit der Teilung begann der Niedergang
In den dreißiger Jahren wurde die Strompro-duktion zentralisiert (Reichsenergiegesetz). Seit dieser Zeit mußte die Harzer Holzwaren-Fabrik den Strom aus Bleicherode beziehen. Dies bedeutete einen ersten Rückschlag für die Gesamtrentabilität.

Von Tettenborn in die ganze Welt
Die Kriegswirtschaft und die Teilung Deutschlands brachten weitere Rückschläge. Von ca. 350 Beschäftigten, anfangs der dreißiger Jahre, waren noch etwa 55 Arbeitsplätze am Ende der fünfziger Jahre übriggeblieben. Allerdings verlangte auch die Entwicklung auf dem Weltmarkt von Anbeginn eine kontinuierliche Produktivitäts-steigerung.

Es war in erster Linie dem Erfindungs-reichtum des Drechslermeisters Louis Hendrich aus Benneckenstein zu verdanken, einem Bruder des Kunstmalers Hermann Hendrich, dass durch patentierte Produktionsverfahren Millionen von Federklammern und Kleiderbügeln in alle Welt exportiert werden konnten. Um die Jahrhundertwende wurde annähernd der gesamte Weltbedarf dieser Artikel erst in Benneckenstein - und ab 1903 in Tettenborn-Kolonie erzeugt, was Tettenborn den Beinamen „Klammerode“ einbrachte! Das „Hendrichstal“ erinnert uns noch heute an den genialen Konstrukteur und Erbauer zahlreicher Spezialmaschinen, der nach mehreren Firmengründungen in Amerika hier im Harz als Ingenieur seine Bestimmung fand.
Rückschläge durch Krieg und Teilung
Im Endeffekt war die Teilung Deutschlands die Ursache für Mitte der sechziger Jahre das Ende des Unternehmens. Das angestammte Absatzgebiet und die Leipziger Messe konnte nicht mehr bedient werden. Dem jährlichen Ausstoß von bis zu 15 Millionen Kleiderbügeln stand ein reduzierter Absatzmarkt gegenüber, welcher mit traditionellen Wettbewerbern beworben werden mußte. Steigende Rohstoff­ und Arbeitskosten verschärften zusätzlich die Situation.

1965 kam das Ende
Überdies hatte der nachwachsende Rohstoff Buchenholz durch den Kunststoff Konkurrenz erhalten. Im Jahre 1965 rief die weithin zu vernehmende Dampfpfeife die Beschäftigten ein letztes Mal zur Arbeit. Die Feuer in den Kesseln erloschen nach 63 Jahren endgültig.

Glücklicherweise erwachsen aus Trümmern auch neue Chancen: Die Firma Wilhelm Wedler betreibt heute auf dem Gelände ihr modernes Einrichtungsunternehmen."
( Lutz Werner Lohoff auf https://karstwanderweg.de/publika/harz_kur/lohoff/index.htm)

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"Größte Spezialfabrik der Welt"

(1920er Jahre, Slg. R. Boehm)

So warben die Gebr. Lohoff in den 1920er Jahren auf bspw. der Messe in Leipzig für Produkte ihrer HARZER HOLZWAREN-FABRIK GEBR. LOHOFF, TETTENBORN, SÜDHARZ.

Mark 1.000.000 / wörtlich Eine Million Mark

(15. August 1923, Slg. R. Boehm)

Auch die Harzer Holzwarenfabrik gab im August 1923 Notgeld heraus in Form von Gutscheinen; bekannt sind mir Gutscheine über 100.000 Mark vom 15. August und vom 30. August sowei der abgebildete Schein über 1 Million.

Wiedaer Str. 44 

(1934, Foto: Slg. R. Boehm) 

Die Hochzeitsgesellschaft Kurt + Emmi Schmidt läßt sich anläßlich ihrer Hochzeit (und vermutlich der Silberhochzeit der Brauteltern) am 23.12.1934 gemeinsam mit der Verwandtschaft vor ihrem Haus in der Uffestr. 44 vom Fotografen Ernst Jordan ablichten.

Schützenstraße 17

  

(21.05.2021, Foto: H.M. Meißner) 


Diese Häuser für "Ziegen und Hühnerstall" war die typische Größe für 1-Familienhäuser um 1900; schräg gegenüber sind die letzten Häuser dieses Formates (noch) zu sehen! Die Zweistöckigen (auch in der Marktstraße, Kirchstraße sind samt und sonders nach ca. 1850 aufgestockte oder spätere Häuser. Zweitöckige Häuser gab es in Sachsa ursprünglich zuerst in der Uffestraße (nach dem großen Brand von 1631/1632 in der Marktstraße baute man auf dem eigenen Grund nach hinten raus auf der anderen Seite der Uffe neu und nannte diese neue Straße damals bis ca. 1890 "Hinterstraße" - typisch für diese Häuser u.a. Uffestraße 36 von 1650).

Das hier ist der erste Text, den Leute sehen, wenn sie auf deine Webseite kommen. Hier kannst du gut einen kurzen Satz oder Slogan einfügen, der auf knackige Weise dein Unternehmen beschreibt.

Zollhaus Schütze Platzhalter

(1999, Foto: Platzhalter) 


Borntal Platzhalter

(ca. 1970; AK; Platzhalter) 


Uffestraße 49 oder Waldsaumweg 23 (Nr. 19 in 1907) 

(Slg. R. Boehm) 

Die Villa der Marie Goette, erbaut zwischen 1901 und 1905, wird in den Folgejahren als "Pensionat für In- und Ausländer" geführt. 1957 bis 1964 wurden vom Pädagogium Bad Sachsa Zimmer für eine Erzieherin und 6 Schülerinnen der Oberstufe angemietet. Das Haus Goette wurde zwischenzeitlich abgerissen und an dessen Stelle ein Mehrfamilienhaus errichtet (Fritz Reinboth, 2015, S. 77).

Geschichtliches vom Abbau und der Verarbeitung des Harzer Dolomits in Steina/Südharz

 
 Steinsägewerk und Schleiferei
 Reinhold Beyermann KG
 Harzer Dolomit- und Marmorsteinbrüche 


 Im Jahre 1881 erwarb der Steinmetzmeister Friedrich Beyermann in der sogenannten „Wolfskuhle“ bei Steina ca. 60 Morgen Steinbruchland, um den dort anstehenden Dolomit, der bereits zum Bau des Zisterzienser Klosters Walkenried von den Mönchen für Bauarbeiten verwendet wurde, abzubauen. Er beschäftigte ca. 20 bis 30 Steinmetze. Im Jahre 1919 gab er seinen Betrieb auf und verteilte seinen Landbesitz an seine Kinder. Der Steinbildhauer Reinhold Beyermann, ältester Sohn von Friedrich Beyermann, gründete im gleichen Jahr mit seinem Steinbruch-Erbteil die Firma Reinhold Beyermann (Steinbildhauerei, Bau- und Grabmalarbeiten).

Bis zum Jahr 1935 beschäftigte er je nach Marktlage bis zu 25 Steinmetze. 1936 gab es für das Steinmetzhandwerk einen Aufschwung und es wurden 2 Steinsägen angeschafft. Desweiteren wurde der Steinbruch maschinell verbessert. Während des 2. Weltkrieges (1939-1945) kam der Betrieb zum Erliegen.

1945 erfasste Reinhold Beyermann trotz Zonengrenzziehung und dem damit verbundenen Verlust seines wirtschaftlichen Hinterlandes sofort die Initiative und baute den Betrieb wieder auf.
1947 trat sein aus dem Krieg zurückgekehrter Sohn, der Steinmetz und Techniker Hans-Joachim Beyermann, in die Firma mit ein. Gemeinsam wurde der Anschluss an den Wiederaufbau gefunden. Die Firma erhielt mehr Mitarbeiter und bildete guten Nachwuchs aus. Der Maschinenpark wurde vergrößert und modernisiert. Der Betrieb wurde voll auf Natursteinarbeiten am Hochbau umgestellt.

(beide Fotos, Photographin Tina Holzapfel / GLC)

 Am 01.01.1957 wurde die Firma in eine KG umgewandelt und als solche war sie mit 45 Mitarbeitern eine der bekanntesten Natursteinfirmen Norddeutschlands, die ihre Steine im eigenen Steinbruch abgebaut, im dazugehörigen Sägewerk verarbeiteten und auch selbst verlegt hatten. Namhafte Bauten, zum Beispiel in Hildesheim, Wiesbaden, Köln und Bayreuth, wurden mit Natursteinarbeiten der Firma Beyermann ausgeführt. Außenbehänge aus „Harzer Dolomit“ wurden ebenfalls an Gebäuden verarbeitet.

Auch die Restaurierung des Kreuzgangs des Zisterzienser Klosters in Walkenried zählte zu den bedeutendsten Arbeiten. Die Bögen der Decke wurden hierfür speziell von Steinmetzen angefertigt und später passgenau eingesetzt. Das abgebaute „Harzer Dolomit“ des hiesigen Steinbruches ist eine Gesteinsart der Südharzer Karstlandschaft.

Mitte der Siebziger Jahre wurde der Betrieb an der Steinsäge im Ort eingestellt. Der Abriss des Gebäudes erfolgte im April 2006.

Um der Nachwelt die Geschichte dieses Natursteinbetriebes zu erhalten, hat sich der Förderverein Steina e.V. für eine Rettung der größten und historischen Steinsäge im Südharz eingesetzt. Nach 5 Jahren konnte diese historische Steinsäge durch die Initiative des Vereins in Verbindung mit Fördermitteln vom Land und verschiedenen Sponsoren erfolgreich restauriert und neu aufgebaut werden.
 
Das Sägeblatt der „Historischen Steinsäge“ hat immerhin einen Durchmesser von mehr als 2 Metern. Große Dolomit-Steinblöcke, die im Steinbruch gebrochen worden sind, konnten mit dieser imposanten Steinsäge weiter verarbeitet werden.
 
Für den Ort war die Firma Beyermann von großer Bedeutung. Heute steht die Steinsäge in Steina auf dem Kirchplatz und kann von allen Interessierten angeschaut werden. 
(2021-04-26: https://www.bad-sachsa.de/bad-sachsa/steina/)