Gelpkes Mühle

Bismarckstraße 15

Das Baujahr der Mühle ist unbekannt; erstmals wird sie im Jahre 1557 erwähnt

(1921, Foto: Slg. R. Boehm) 

Sie war damals eine Ölmühle, wovon die kleinen Mühlsteine an der Auffahrt zum Parkplatz Zeugnis ablegen. Gefunden wurden sie 1970 im Fundament der ehemaligen Scheune. Die fünf groβen Mühlsteine im Hof sind Getreidemühlsteine, mit denen zum Teil noch bis 1957 unter dem Müllermeister Martin Gelpke Korn verarbeitet wurde.

Schon 1864 wurden in “Gelpkes Mühle” die ersten Kurgäste begrüβt und damit eine lange Familientradition gegründet.

(1910, Foto: Slg. R. Boehm)

So sah eine Geschäftsidee vor 140 Jahren aus...

(1895, Foto: Familie Gelpke)

1874 richtete Carl Gelpke hier eine erste Privat-Badeanstalt ein. Sie bestand aus einer Bretterbude neben dem Mühlrad, in welcher eine Badewanne stand, in der Anwendungen verabreicht wurden. 

Fast 450 Jahre Ortsgeschichte

„Gelpkes Mühle“ stand mit an der Wiege des Bad Sachsaer Kurwesens und ist eine heute noch blühende Einrichtung. Lange davor, nämlich 1576, wird sie als „Gemeindemühle“, auch „Obermühle“ genannt. Der Inhaber war damals Hans Christian Müller. Erst 1952 wurde das auf dem Grundstück liegende Wasserrecht am Schmelzteich abgelöst. Nach fünfjährigem elektrischem Betrieb wurde die Mühle 1959 endgültig stillgelegt und in den Pensionsbetrieb integriert. 
 

Im 1874 wurde von Carl August Gelpke die erste “Badeanstalt”errichtet: eine Holzbadewanne vor dem oberschlächtigen Mühlrad die ersten Kneippschen Anwendungen in Bad Sachsa! Das Wasser wurde über den Mühlgraben aus dem Schmelzteich und der Uffe zugeführt.

Im 1952 kaufte die Stadt Bad Sachsa das Wasserrecht an Schmelzteich und Uffe, da ein gleichbleibender Wasserstand zur Aufrechterhaltung des Bootsbetriebes notwendig war.

Die Mühle wurde bis 1957 elektrisch weiter betrieben und anschlieβend durch Umbau in die bereits bestehende Pension integriert.

Zeitungsartikel 29.08.1970 Bad Sachsaer Nachrichten

Zeitungsartikel vom 29.08.1970 / Bad Sachsaer Nachrichten

Karte der Brunnen von 1898, StABS

Ein kleiner Teil des Mühlgrabens ist heute noch (mit Wasser!) zu sehen im Vital-Kurpark. Der Überlauf vom Schmelzteich zum Mühlgraben war dort, wo heute der Zugang vom Kursaal zur Schmelzteich-Ecke ist; der Graben verläuft dann weiter parallel zum Damm Richtung Bismarckstraße, geht zum kleinen Teich, an dem Selmar Müller über viele Jahre montags (an dem Tag gab es kein Kurkonzert!) auf seiner Waldzither die Gäste unterhielt, unterfloß die Bismarckstraße, ging weiter über den heutigen P des RoWis (die Kegelbahn des "Hubertus" wurde ehedem auf den zugeschütteten Mühlgraben gebaut) zur ersten Mühle (heute Christel + Harm Douma, auf dessen Grund kann man, kurz vor der Steigung zur Moltkestraße noch den Mühlgraben erahnen an der ca. 2 m erhöhten Rasenfläche). Das Wasser floß dann oberschlächtig auf Gelbkes Mühlrad, um dann parallel zur Anhöhe weiter unte Kälz` Mühle anzutreiben (heute Chicco) und später, noch vor der Schimmelbrücke (Hinter Eiscafé Venezia) in das Uffebett zurückgeleitet zu werden. (Karte der Brunnen von 1898, StABS).

1893, Auseinandersetzung Müller mit den Nachbarn in der Moltkestraße, StABS

Text

Titel

Text

Karte der Brunnen von 1898, StABS

Text

Titel

Text

2017-03-27 Bismarckstraße 15, Gelpkes Mühle

Text