Villen auf Eulingswiese

Eulingswiese 1-2 (ca. 1915)

Villen auf Eulingswiese

Diesem "Situationsplan zur Villenzeichnung des Herrn Otte Breme, Hier" (StaBS XII,m,15 / 1901-1909, "Besiedelungs- und Fluchtlinienangelegenheiten Pfaffenberg Euling") verdanken wir u.a. diesen Überblick auf den Grundbesitz der Witwe Euling. 

Zur Orientierung:

Ganz links trennt der "Weg von unten nach Eulings Wiese" (heute Pfaffenberg) den linksseitigen Stadtforst von der rechtsseitigen projektierten Bebauungsfläche. Mittig durchschneidet der "Wa(l)d Weg auf der Höhe " (der heutige Ahornweg) die "Erbhaie" in einen nördlichen  und südlichen Teil. Im Knotenpunkt liegt die Ursache für diese Karte, nähmlich der geplante Neubau der "Villa Otto Breme" (die spätere "Villa Waldheim"; alte Adresse Erbhai 1, heute Ahornweg 13). Die angedeuteten schrägen Verbindungswege sind nicht umgesetzt worden!

Die Entstehungszeit dieser Zeichnung läßt sich auf 1901 datieren (unten links: Villa von der Goltz erbaut 1899, Villa Schulze erbaut 1900). Auf "Eulings-Wiese" steht bisher nur das 1890 vom Gerbereibesitzer Adolf Euling eröffnete Kaffee-Restaurant (heutige Eulingswiese 1).

Berghotel Eulingswiese (Eulingswiese 1)

GUSS von "Euling`s Wiese",    Hotel & Pension. SACHSA a/H.

(1891 circa, AK gelaufen 1895: Slg. R. Boehm A 1, diese Ak habe ich auch gesehen: 1893)


Adolf Euling eröffnet Berghotel Eulingswiese am 18. Juni 1890.

Am 18. Januar 1893 erwirbt die Witwe Fridericke Mügge das Anwesen und führt eine erste Vergrößerung duch.
Ein kurzes Intermezzo gibt dann der Besitzer C. F. Lehne.


GRUSS VON EULING`S WIESE, HOTEL & PENSION, SACHSA a/H Besitzer C. F. Lehne

(1897, AK, Slg. R. Boehm A 71. Diese AK existiert auch mit "Besitzerin Wittwe Mügge" statt "C. F. Lehne").

F. Volker schreibt am 11. Juli 1900 von der Eulingswiese 1 nach Hause folgende Worte an den "Actuar Herrn Frz. Volker" in Hannover (auf einer gleichen Karte wie oben abgebildet:

"Lieber Sohn u. Schiegertochter! Es geht mir gut, die Luft ist hier sehr rein u. kräftig; gehe vorm. u. Nachm. tüchtig Spazieren. Schlaf gut. Wetter ist besser.
Mit herzlichem Gruß an Euch und meiner kleinen Tochter.                      F. Volker. 
Wenn Du kommst, bitte um vorherige / bin dann an der Bahnstation Sachsa."

Gruß vom Berg-Hotel Eulings-wiese, Besitzer August Dreger.

(1899, AK, Slg. R. Boehm A 73)


Durch August Dreger, der das Anwesen am 12. Oktober 1899 erwirbt, wird das Gebäude erheblich erweitert und umgebaut zum "Berg-Hôtel und Pension Euling`s Wiese, Aug. Dreger" (1899 Falk/Rüstenberg W.S. 16, siehe nächste Seite). Aus dem Hotelbetrieb zieht er sich 1910 ein wenig zurück, denn es wird Wilhelm Wedler als Besitzer genannt (Günter König, hds. im StABS). 

Berghotel Eulingswiese (Eulingswiese 1)

Ein Foto von spätestens 1901, evtl. aber bereits zum Ende der Bauphase 1890 aufgenommen.

(1901, CDV, Slg. R. Boehm)

Eine entscheidende Wendung ist sicherlich der Verkauf  des Betriebes an den "Verband der Kommunalbeamten der Provinz Sachsen am 23. Mai 1912 (G. König, hds.).
August Dreger bleibt diesem Hause allerdings weiterhin bis zu seinem Tode im Jahre 1930 als Hausverwalter verbunden.




Ganzseitige Werbung

(1899, Falk/Rüstenberg, Werbung S. 16) 

"Berg-Hôtel und Pension
Euling`s Wiese
in bevorzugter Lage mitten im Walde
mit herrlichster Fernsicht.
30 Zimmer, meist mit Balkon 
oder Veranda.
Comfortable eingerichtet.
-Pension 4-5 Mark.-
Table d`hôte 1 Uhr.
Reine Mosel- und Roth-Weine
vom Fass.
Aug. Dreger."

Die Nazis waren überall!

(1939, Flyer, Slg. R. Boehm)

 

Im Folgejahr 1931 wird das Heim vom "Bund der Kommunalbeamten und Angestellten Preußens" übernommen. Selbstredend haben die Nazis das "Berghaus Eulingswiese" auch unter ihre Fittiche genommen und wurde Teil der "Erholungsheim" = Verwaltungs-gesell-schaft m.b.H. in Berlin, einer "Gemeinnützigen Einrichtung des Reichsbundes der Deutschen Beamten (RDB.) e.D.".
 

 Mitte der 1960er Jahre übernimmt der "Deutsche Beamtenbund" das Haus unter Leitung des Ehepaares Schmidt aus Hannover, die umfangreiche Erneuerungsarbeiten in 1968 abschließen können (Hannoversche Prese 31.08./01.09.1968).

Feuerwehrübung auf der Eulingswiese

(1953, Foto, Slg. R. Boehm)



Und wer ist der Herr in der Mitte? (mit Brille + 3 Reißverschlüssen)

Anläßlich einer Feuerwehrübung trafen sich 1953 auf der Eulingswiese v.l.n.r.:
Baumeiser Joseph Gremm, Stadtdirektor Willi Müller, Weißhuhn, x?, Stadtbrandmeister Karl Imse, Bürgermeister Döbrich, Herr Creuzberg und Karl Rusche.

Nach dem II. WK wird das Haus geleitet von Karl Rusche und es wechselt den Besitzer 1953 hin zum "Bund Deutscher Kommunalbeamten u. Angestellten" in Köln/Deutz


In den 1960er herrscht noch eitel Freude und Sonnenschein;         noch ist nicht absehbar, daß die Versicherungsträger mithilfe der Politik die Leistungen kürzen werden...

(31.08./01.09.1968, Hannoversche Presse)


(1983 ?, Harz Kurier)

Dregers`s Privathotel u. Pension Eulingswiese

(Eulingswiese 2)

.

Dreger`s Privathotel u. Pension Eulingswiese, erbaut 1909 oder kurz davor.

(1909, AK, Slg. R. Boehm 1590)

August Dreger erbaute "Dreger`s Pension Eulingswiese im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts (Wann genau??? und durch welchen Baumeister??? Vermutlich war es R. Kälz). Mehr ist bisher leider nicht bekannt.

Rückseite der linken Ansichtskarte

(1909, AK, Slg. R. Boehm 1590)

Das "erstklassige Pensionshaus" hat auch internationale Kundschaft; in diesem Fall aus dem Holländischen Enschede.

Kronbergs Erholungsheim Eulingswiese mit erstem größeren Erweiterungsbau

(1911 oder kurz danach, AK: Slg R. Boehm 156)

Dem Puristen wird der ursprüngliche Baukörper sicherlich besser gefallen und diesen Anbau als überflüssigen Appendix sehen - aber der Fortschritt...

Rückseite der linken Ansichtskarte

(1911 oder kurz danach, AK: Slg R. Boehm 156)

Fritz Kronberg setzt mehr auf den gesundheitlichen Aspekt mit medizinischer Unterstützung durch den Sanitätsrat Dr. Koch-Bergemann und Dr. med Matthiae sowie "Liegekuren, bester gesundheitlicher und reichlicher Verpflegung"  -  Hätte Thomas Mann nicht in Davos Freunde besucht sondern in Bad Sachsa, er hätte den Roman "Der Zauberberg" hier verortet!


Dreger`s Privathotel wird zu Kronbergs Sanatorium (Eulingswiese 2)

Dreger`s Pension Eulingswiese

(Meyers Reisebücher Harz 1910-1911)
 

Pastor Preu aus Rotheshütte hatte mit seiner Gattin 11 Kinder; die drei jüngsten Schwestern davon wurden durch Hochzeit mit Bad Sachsa verbandelt.
 

1) Julius Braess senior aus Nordhausen heiratete eine dieser Schwestern Preu. 


2) Eine weitere Schwester, Elisabeth Preu, heiratete den Berliner Seifenfabrikanten Herrmann Runge, dessen Mutter die TBC hingerafft hatte und der deshalb schon  Rungerode in Sülzhayn erworben hatte - einem Ort, der für TBS-Heilstätten  bekannt war (Sülzhayn hatte und hat ganz ähnliche klimatische Verhältnisse wie ansonsten nur Bad Sachsa!).

3) Und die beiden Männer Herrmann Runge und Julius Braeß senior finanzierten gemeinsam den Kauf von Dreger`s Privathotel anläßlich der Hochzeit der dritten der drei jüngsten Schwestern, Meta Preu, mit Fritz Kronberg in 1911, "damit auch ihr Mann was hatte". 
Somit war die Basis gelegt für die medizinische Ausrichtung auf Lungenkankheiten im nunmehrigen "Kronbergs Sanatorium" und für weiteren Nachwuchs in Bad Sachsa (siehe u.a. Julius Braess junior, der im Schützenverein über 50 Jahre für die Finanzen zuständig war sowie Dr. Erika Kronberg im Folgenden)

(BSN 31. Januar 1911 sowie Heinz Meißner, Enkel des Herrmann Runge, 2021 im persönlichen Gespräch)
Anmerkung: Das Anwesen der Familie Runge  in Rungerode / Sülzhayn hat 1900 der Sachsaer Baumeister Otto Kaiser erbaut, der a.a.O. gebührend ins Bild gesetzt wird!

Kronbergs Sanatorium Eulingswiese, Anstalt für Leichtkranke ohne Ansteckungsgefahr

(1937, Der Harz, Zeitschrift, März 1937)

Nach dem Tode des Fritz Kronberg führt seine Frau Meta Kronberg das Sanatorium weiter; jetzt mit Unterstützung des Leitenden Arztes Dr. med. Fritz Becker, Facharzt für Erkrankungen der Atmungsorgane.

Bad Sachsa  - eine Rose im Heilgarten des Südharzes  + Blick auf die Heimat in Köthen/ Sa-Anhalt -  D.D.R.

(1961, AK: Slg R. Boehm xxx)

"Lieber Freund Hermann!
Ab heute bin ich für 8 Wochen in dem umstehenden Sanatorium. Seit langer Zeit herrscht erstmalig wieder ein sonniges Wetter. Die reine würzige Bergluft, die herrlichen Anlagen der Rosen und vielen anderen Blumen, mit ihren Düften., wirken hervorragend auf alle Organe. Bei klarem Wetter kann man mit einem guten Fernglas die Heimat erkennen. Sonst geht es mir gut. Das Essen, Zimmer mit allem Komfort ist klassisch. Die Angest. Vers. leistet wirklich allerlei. Außerdem bekomme ich noch täglich 11.Px für meine Frau. Täglich 1.- Taschengeld. Fahrtvergütung xx. Abholung von der Bahn mit Mercedes 180 gratis. Ist das P. ungeöffnet angekommen? Bitte schreibe mir bald. Euch allen die besten Grüße von Sachsa, einer Rose im Heilgarten des Südharzes.
In alter Treue. Franz


Kronberg`s Sanatorium (Eulingswiese 2)

Familie Kronberg

(1919, Foto: Heinz Michael Meißner)

Im Gegenzug für das großzügige Hochzeitsgeschenk der Herren Runge und Braess hatte die Familie Kronberg aber nicht nur das Sanatorium zu betreiben sondern war auch für die Kindererziehung aller drei Familien zuständig, wovon dieses Foto zeugt.

Die spätere Dr. Erika Kronberg (2.Reihe von unten, links; siehe nächste Seite) mit weiteren Kinderm der Familien Kronberg, Runge und Braess.


Fritz Kronberg

(13. März 1934, Anzeige in BSN)

Fritz Kronberg hinterläßt eine große Familie und das Sanatorium.


Familie Kronberg und Personal

(o.D., 1934 oder später, Foto: Hans-Jürgen Liebau auf facebook 14.10.2018)

In der vorderen Reihe sitzen Mitglieder und Verwandte der Besitzer-Familie Kronberg, in hinteren Reihen stehen Angestellte des Sanatoriums.

Berghotel Eulingswiese (Eulingswiese 2)

Dornberger (links mit Hut) mit von Braun (Mitte) nach ihrer Festnahme durch die US Army in Österreich im Mai

(Mai 1945, T5C. LOUIS WEINTRAUB, Wikpedia)


Wie viele Einrichtungen im vermeintlich sicheren Bad Sachsa geriet das Heim ins Visier der Nationalsozialisten und wurde im Februar 1945 kurzzeitig Sitz der Dienststelle von Oberst Walter Dornberger, dem führenden Kopf bei der Entwicklung und Produktion der V2-Waffe, die im nahen Kohnstein bei Nordhausen unter unmenschlichen Bedingungen von KZ-Häftlingen gebaut wurde ("Etwa 60.000 Häftlinge wurden von August 1943 bis März 1945 in die Mittelbau-Lager verschleppt. Die Gesamtzahl der Toten läßt sich nicht genau ermitteln. Etwa 12.000 Tote wurden offiziell in den SS-Akten vermerkt. Hinzu kommen eine unbekannte Zahl nicht registrierter in den Mittelbau-Lagern verstorbener und ermordeter Häftlinge, über 5.000 Sterbende, die Anfang 1944 und im März 1945 in Vernichtungstransporten nach Lublin und Bergen-Belsen geschickt wurden und eine unbekannte Zahl von Häftlingen, welche die Todesmärsche nach der Räumung der Mittelbau-Lager im April 1945 nicht überlebten. Ebenfalls nicht erfasst sind etwa 1300 Tote, die amerikanische Soldaten im April 1945 bei der Befreiung der Boelcke-Kaserne auffanden. Es kann also selbst bei vorsichtiger Schätzung davon ausgegangen werden, daß mindestens 20.000 Häftlinge die Deportation in das KZ Mittelbau-Dora nicht überlebt haben".    30.07.2020: https://www.buchenwald.de/347/)

Blick vom Turm der Kreuzkirche auf die durch die Luftangriffe zerstörte Innenstadt Dresdens in Richtung des Pirnaischen Platzes


(1945, Bundesarchiv, Bild 183-Z0309-310 / G. Beyer / CC-BY-SA 3.0, Wikipedia )

Was hat der Feuersturm auf Dresden vom 13. bis 15. Februar 1945 mit Bad Sachsa zu tun?

"Die Luftangrife auf Dresden und den Großraum der Stadt im Zweiten Weltkrieg fanden erstmals im Herbst 1944 statt und fanden ihren Höhepunkt in vier Angriffswellen derRoyal Air Force (RAF) und United States Army Air Forces (USAAF) vom 13. bis 15. Februar 1945. Diese forderten zwischen 22.700 und 25.000 Todesopfer, zerstörten große Teile der Innenstadt und Teile der industriellen und militärischen Infrastuktur Dresdens." (Wikipedia 26.04.2021:  

Luftangriffe auf Dresden). Unmittelbar vor dem 13.02.1945 wurde die Kinderheilanstalt Dresden evakuiert - sie wurde kompkett Opfer der Angriffe.


Aus dem Bericht einer Praktikantin, die 1945 in Kronbergs Sanatorium arbeitete:
"Oma Kronberg führte das Haus mit ihrer Tochter Elfriede; Otto Kronberg war als Soldat an der Ostfront, Doktor Erika Kronberg als Ärztin in Dresden. Am 8. Mai 1945 stand Dr. Erika Kronberg mit Dr. Wilhelm (s.a.a.O.) abends um 8 Uhr vor der Tür. 40 Säuglinge, 19 elternlose Kinder, Ärzte mit ihren Familien und den Schwestern kamen in diesem Hause unter..."
In der Brandnacht hatten das Rote Kreuz und Soldaten auf LKW die Kinderheilanstalt Dresden evakuiert und über Kesselsdorf nach Bad Sachsa gefunden in der Hoffnung, hier eine vorläufige Bleibe zu finden.

"Auf Anordnung des amerikanischen Gouverneurs für den Landkreis Hohenstein Colonel Camerun in Nordhausen und des Obermedizinalrates Dr. Hesse als Gesundheitsdezernent für den Landkreis Grafschaft Hohenstein soll das aus Dresden evakuierte Säuglings- und Kinderkrankenhaus KINDERHEILANSTALT in das Bremer-Kinderheim verlegt werden.", so die Anweisung in einem Brief vom 16. Mai 1945  an Dr. Wilhelm (Sanatorium Kronberg / Säuglings- und Kinderkrankenhaus der  Stiftung Kinderheilanstalt Dresden). 
"Im November zog die Kinderheilanstalt dann ins Borntal, es war der Anfang des dortigen Kinderkrankenhauses (im Borntal) nach dem II. WK.". 
(vgl. auch: http://www.dresdner-stadtteile.de/Sud/Plauen/Strassen_Plauen/Chemnitzer_Strasse/chemnitzer_strasse.html)

Einladung zum Tag der Offenen Tür


(10.05.1985, Einladung zur Einweihungsfeier. Slg. R. Boehm)

1950 wurde das Sanatorium wie folgt beworben: „Haus für Leichtkranke ohne Ansteckungsgefahr. Ärztlich geleitete Kuren für Rekonvaleszenten nach Rippenfell- und Lungenentzündungen, Bronchitis und Asthma. 400 m über dem Meere, in schöner, staubfreier und ruhiger Waldlage mit prächtiger Fernsicht…“. 

 

Angeboten wurden Liegekuren, Massagen, Luft- und Sonnenbäder sowie Gymnastik. 

Aus den 1950/60er Jahren wird überliefert, daß die Jugendlichen dieses Anwesen häufig als "Hustenburg" oder auch "Pfeifferheim" bezeichneten. Das hatte seinen Hintergrund darin, daß sich "Kronbergs Sanatorium Eulingswiese als Sanatorium bewarb, welches besondere Kenntnisse im Bereich der Atmungsorgane anbot. Dafür dienten u.a. 43 "Zi. m. Fließw." (Zimmer mit Fließwasser), 75 Betten, Bad im Hause und ein Leitender Arzt Dr. med. Bock, welcher Facharzt war für innere Medizin und Lungenkrankheiten. Offene Tbc wurde im Gegensatz zu Sülzhayn (heute Stadtteil des thüringischen Ellrich) in Bad Sachsa nicht angeboten (dagegen hat sich auch insbesondere der damals von den Amerikanern nach Kriegsende eingesetzte Bürgermeister Willi Müller ausgesprochen, der in der Behandlung von Tbc hier vor Ort eine Gefahr für die Anerkennung des Prädikates "Heilklimatischen Kurort" sah).
Noch in 1966 wurde durch Joseph Gremm ein bedeutender Anbau realisiert. Die bundespolitischen Maßnahmen (s.a.a.O.) nahmen aber schließlich auch diesem Sanatorium die Luft zum Atmen (Sorry! für das Wortspiel).
Nach Leerstand wurde das Anwesen im Juli/August 1984 an die "Harz-Weser-Werke" verkauft (BSN 16.04.1988) und bereits im Oktober des selben Jahres lebten 52 behinderte Frauen und Männer dort (BSN 20.11.1984). Die Einweihung wurde im Folgejahr mit einem "Tag der offenen Tür" am 10. Juni 1985 begangen. In der Einladung durch den GF Helwing  kommt damals -vielleicht berechtigte- Sorge zum Ausruck, "denn wir erhoffen uns von dem Kennenlernen ein besseres Verständnis für unsere Arbeit und eine Einbeziehung unserer Behinderten in die Bad Sachsaer Gemeinschaft". Nach über 35 Jahren Miteinander ist zu konstatieren: die Sorge war und ist unbegründet! (siehe oben).

Ab November 1992 wurde die erste größere Erweiterung vorgenommen von bis dahin 70 auf nunmehr 96 Plätze (BSN 27. November 1992); die Einweihung für die Erweiterung im Oktober 1994 geschah im Beisein von u.a. dem damaligen BGM Karl-Otto Wienecke (BSN 08./09. Oktober 1994).
In 2002 erfolgte ein weiterer Anbau. 

Harz-Weser bereichert unserer Stadt Bad Sachsa durch das Betreiben der Wohnstätte Eulingswiese - Mehr als 35 Jahre gute Arbeit mit den Menschen - dafür Danke!!




(BSN 20.11.1984)

(Kurzeitung Weihnachten 1984)

(BSN 16.04.1988, a)


(BSN 16.04.1988, b)

(BSN 16.04.1988, c)


(BSN 16.04.1988, d)

(BSN/HK 18.09.2002)


(2009, homepage der Harz-Weser-Werke)


Ausführliche Information finden Sie auf der homepage der

Harz-Weser-Werke

25.04.2021: https://www.h-w-w.de/wohnen/wohnstaetten/haus-eulingswiese/

(25.04.2021, Foto Harz-Weser-Werke)

Lage:
Das Haus Eulingswiese liegt am Ortsrand von Bad Sachsa. Es ist umgeben von einem parkähnlichen Gelände. Der Garten ist viele Hundert Quadratmeter groß. Dort gibt es einen Grillplatz, einen Sinnesgarten sowie Sitz- und Ruhemöglichkeiten. Zu Fuß ist man in 15 Minuten in der Innenstadt. Dort gibt es Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte, ein Spaßbad, Restaurants, Banken und eine Eislaufhalle. Die Bus- und Zugverbindungen sind sehr gut.

Wohnstätte:

In den zwei Häusern der Wohnstätte leben derzeit 96 Bewohner. In den zehn Wohngruppen gibt es viele Einzelzimmer, aber auch noch einige Doppelzimmer. Jede Gruppe hat einen eigenen Wohn- und Essbereich. Im Haus gibt es eine Zentralküche, die das Mittagessen kocht, wenn man das möchte. Es hat aber auch jede Gruppe eine eigene Küche. Außerdem gibt es eine Turnhalle für Bewegungsangebote, den Snoezelenbereich zur Entspannung und einen Saal für größere Veranstaltungen.

Arbeit:

Jeder Bewohner hat die Möglichkeit, entweder in unserer Werkstatt in Osterode oder in unserer Tagesförderstätte zu arbeiten. Die Tagesförderstätte befindet sich auf demselben Gelände wie die Wohnstätte.

Freizeit:

In der Wohnstätte gibt es sehr viele Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Sie können bei uns zum Beispiel wandern, joggen oder Wintersport betreiben. Wir fahren gemeinsam zum Bowlen, ins Fitness-Center, ins Spaßbad oder gehen in den Sportverein, zur Feuerwehr oder in die Kreisvolkshochschule. Dazu gibt es Tagesausflüge, Wochenendfahrten oder sogar mehrwöchige Urlaubsfahrten. Wenn Sie Ihren Urlaub mit anderen verbringen wollen, unterstützen wir Sie dabei. 

Weitere Informationen erhalten Sie in unserem "Hausprospekt"  (vorvertraglichen Informationen) und natürlich bei einem persönlichen Gespräch.

Adresse:

Eulingswiese 2, 37441 Bad Sachsa

Hermann Löns und Bad Sachsa

Vor Kronbergs Sanatorium steht ein Gedenkstein für Hermann Löns. Vorwiegend und zu Recht als „Heidedichter“ bekannt, weilte dieser aber auch oft und gern im Südharz, den er durch seine zweite Frau Lisa Hausmann aus Barbis kennen lernte. Neben mehreren Aufenthalten in Scharzfeld (Hotel Schuster, heute Hotel Thiele am alten Bahnhof) weilte er 1908 zur Kur in Neustadt bei der Familie Kronberg und schloss mit dieser Freundschaft. Nachdem diese sich auf der „Eulingswiese“ angesiedelt hatte, besuchte er sie dort 1912 und 1913.

 (links: Eulingswiese 2 mit Denkmal oben rechts: 1970er, AK: Slg. R. Boehm, mittig: 1999, Foto: Helmut Werner Degenhard, Slg. Boehm, rechts: Eulingswiese 1 mit Denkmal oben links: 1970er, AK: Slg. R. Boehm)

"Die Hermann-Loens-Gedenkstätte auf Eulingswiese in

Bad Sachsa/Süd Harz.

Es war am 8. August 1938 abends gegen 20 Uhr als sich in unmittelbarer Nähe des Sanatoriums Eulingswiese in Bad Sachsa zahlreiche Bürger und Bürgerinnen der Stadt Bad Sachsa, die Stadt und Kurverwaltung, viele Kurgäste, Abordnungen der N.S.D.A.P.-Gliederungen und verschiedene Vereine einpfanden, um bei Fackelschein eine in den letzten Monaten zur bleibenden Erinnerung an Hermann Löns geschaffene Gedenkstätte zu weihen. Nach feierlichem Vollzug durch den Kreisleiter Nentwig übernahm der damalige Bürgermeister WErges die Stätte in die Obhut der Stadt. Die Initiative zur Schaffung dieser Stätte des Gedenkens an den Dichter lag in erster Linie bei der ihm befreundeten Familie Kronberg. Da Herr Fritz Kronberg verstorben war, waren Haupttriebfeder seine Witwe Frau Meta Kronberg und ihre Kinder, von Ihnen besonders Otto Kronberg, der heutige Besitzer des Sanatoriums Eulingswiese. Aber auch Herr Rusche, der Geschäftsführer des benachbarten Erholungsheims BERGHAUS EULINGSWIESE war äusserst aktive beteiligt. Freiwillige Helfer für die freiwilligen Arbeiten fanden sich unter den Lönsfreunden der Stadt. Die entstehenden Kosten wurden durch die Familie Kronberg und Rusche aufgebracht. Die Stadt stellte das Gelände zur Verfügung.
Die Örtlichkeit bestimmte sich sozusagen selbst durch eine Bank, die zu Löns-Zeiten von einer Gruppe hoher Fichten umstanden war, ein Lieblingsplatz des Dichters, von wo aus er eine weite Sicht über die Berge des Süd Harzes bis zum Poppenberg vor Stollberg hatte. An dieser Stelle setzte man einen Granitblock, der aus dem Hochharz heran geholt war. In ihm wurde das Reliefbildnis des Dichters in Bronze eingelassen, darunter erhielt der Stein die Inschrift Hermann Löns. Nach hinten wurde der Platz mit einer Tannenhecke halbkreisförmig abgeschlossen, davor stand die Ruhebank. In den folgenden Jahren wurde die Stätte durch weitere Anpflanzungen, deren Pflege sich die Familie Kronberg angelgen sein liess, verschönt und ausgebaut. Die alte Bank musste ersetzt werden, und heute sind es deren zwei, die wiederum ausruhenden Menschen Platz bieten. Die rückwärtige Tannenhecke ist durch eine Buchenhecke ersetzt, un in den Jahren hochgewachsener Baumbestand lässt die weite Fernsicht nicht mehr zu.".
(maschinegeschriebenes Manuskript im Archiv der Stadt Bad Sachsa)