Villen Eulingswiese

Eulingswiese 1-2 (ca. 1915)

Berghotel Eulingswiese (Eulingswiese 1)

(1898, AK: Slg. M. Wedler)

Das „Berghotel Eulingswiese“  wurde von August Dreger am 18. Juni 1890 eröffnet. 

Bereits 1907 wurde es vom „Gemeindebeamtenbund“ angekauft und fortan als „Gemeinde-Beamtenheim“ genutzt. 

(1914, AK: Slg. R. Boehm 69)

Wie viele Einrichtungen im vermeintlich sicheren Bad Sachsa geriet das Heim ins Visier der Nationalsozialisten und wurde im Februar 1945 kurzzeitig Sitz der Dienststelle von Oberst Walter Dornberger, dem führenden Kopf bei der Entwicklung und Produktion der V2-Waffe, die im nahen Kohnstein bei Nordhausen unter unmenschlichen Bedingungen von KZ-Häftlingen gebaut wurde ("Etwa 60.000 Häftlinge wurden von August 1943 bis März 1945 in die Mittelbau-Lager verschleppt. Die Gesamtzahl der Toten läßt sich nicht genau ermitteln. Etwa 12.000 Tote wurden offiziell in den SS-Akten vermerkt. Hinzu kommen eine unbekannte Zahl nicht registrierter in den Mittelbau-Lagern verstorbener und ermordeter Häftlinge, über 5000 Sterbende, die Anfang 1944 und im März 1945 in Vernichtungstransporten nach Lublin und Bergen-Belsen geschickt wurden und eine unbekannte Zahl von Häftlingen, welche die Todesmärsche nach der Räumung der Mittelbau-Lager im April 1945 nicht überlebten. Ebenfalls nicht erfasst sind etwa 1300 Tote, die amerikanische Soldaten im April 1945 bei der Befreiung der Boelcke-Kaserne auffanden. Es kann also selbst bei vorsichtiger Schätzung davon ausgegangen werden, daß mindestens 20.000 Häftlinge die Deportation in das KZ Mittelbau-Dora nicht überlebt haben".    30.07.2020: https://www.buchenwald.de/347/)

(Aufnahe 1908, AK gelaufen 1913: Slg. R. Boehm 61)

1950 wurde das Sanatorium wie folgt beworben: „Haus für Leichtkranke ohne Ansteckungsgefahr. Ärztlich geleitete Kuren für Rekonvaleszenten nach Rippenfell- und Lungenentzündungen, Bronchitis und Asthma. 400 m über dem Meere, in schöner, staubfreier und ruhiger Waldlage mit prächtiger Fernsicht…“. 

 

Angeboten wurden Liegekuren, Massagen, Luft- und Sonnenbäder sowie Gymnastik. 

Kronberg`s Sanatorium (Eulingswiese 2)

Kronberg`s-Sanatorium

(1909, AK: Slg R. Boehm 1590)

Die aus Neustadt bei Nordhausen stammende Familie Kronberg erwarb 1910 die auf dem Gebiet der Eulingswiese entstandene Pension von August Dreger und benannte sie entsprechend um. 

Familie Kronberg

(1919, Foto: Heinz Michael Meißner / Slg. R. Boehm)

Die Kinder der Familie Kronberg

Villa Kronberg lebt

(1912, AK: Slg R. Boehm 401)

Das Haus wurde 1984 von den „Harz-Weser-Werkstätten“ übernommen und zu einem Zuhause umgebaut, welches sich auch heute einer regen Nutzung erfreut. Hierdurch konnte die umfangreiche Gebäudesubstanz erhalten werden. Ein moderner Anbau kam im Jahre 2002 hinzu.

Hermann Löns und Bad Sachsa

Vor Kronbergs Sanatorium steht ein Gedenkstein für Hermann Löns. Vorwiegend und zu Recht als „Heidedichter“ bekannt, weilte dieser aber auch oft und gern im Südharz, den er durch seine zweite Frau Lisa Hausmann aus Barbis kennen lernte. Neben mehreren Aufenthalten in Scharzfeld (Hotel Schuster, heute Hotel Thiele am alten Bahnhof) weilte er 1908 zur Kur in Neustadt bei der Familie Kronberg und schloss mit dieser Freundschaft. Nachdem diese sich auf der „Eulingswiese“ angesiedelt hatte, besuchte er sie dort 1912 und 1913. (links: Eulingswiese 2 mit Denkmal oben rechts: 1970er, AK: Slg. R. Boehm, mittig: 1999, Foto: Helmut Werner Degenhard, Slg. Boehm, rechts: Eulingswiese 1 mit Denkmal oben links: 1970er, AK: Slg. R. Boehm)

"Die Hermann-Loens-Gedenkstätte auf Eulingswiese in Bad Sachsa/Süd Harz.
Es war am 8. August 1938 abends gegen 20 Uhr als sich in unmittelbarer Nähe des Sanatoriums Eulingswiese in Bad Sachsa zahlreiche Bürger und Bürgerinnen der Stadt Bad Sachsa, die Stadt und Kurverwaltung, viele Kurgäste, Abordnungen der N.S.D.A.P.-Gliederungen und verschiedene Vereine einpfanden, um bei Fackelschein eine in den letzten Monaten zur bleibenden Erinnerung an Hermann Löns geschaffene Gedenkstätte zu weihen. Nach feierlichem Vollzug durch den Kreisleiter Nentwig übernahm der damalige Bürgermeister WErges die Stätte in die Obhut der Stadt. Die Initiative zur Schaffung dieser Stätte des Gedenkens an den Dichter lag in erster Linie bei der ihm befreundeten Familie Kronberg. Da Herr Fritz Kronberg verstorben war, waren Haupttriebfeder seine Witwe Frau Meta Kronberg und ihre Kinder, von Ihnen besonders Otto Kronberg, der heutige Besitzer des Sanatoriums Eulingswiese. Aber auch Herr Rusche, der Geschäftsführer des benachbarten Erholungsheims BERGHAUS EULINGSWIESE war äusserst aktive beteiligt. Freiwillige Helfer für die freiwilligen Arbeiten fanden sich unter den Lönsfreunden der Stadt. Die entstehenden Kosten wurden durch die Familie Kronberg und Rusche aufgebracht. Die Stadt stellte das Gelände zur Verfügung.
Die Örtlichkeit bestimmte sich sozusagen selbst durch eine Bank, die zu Löns-Zeiten von einer Gruppe hoher Fichten umstanden war, ein Lieblingsplatz des Dichters, von wo aus er eine weite Sicht über die Berge des Süd Harzes bis zum Poppenberg vor Stollberg hatte. An dieser Stelle setzte man einen Granitblock, der aus dem Hochharz heran geholt war. In ihm wurde das Reliefbildnis des Dichters in Bronze eingelassen, darunter erhielt der Stein die Inschrift Hermann Löns. Nach hinten wurde der Platz mit einer Tannenhecke halbkreisförmig abgeschlossen, davor stand die Ruhebank. In den folgenden Jahren wurde die Stätte durch weitere Anpflanzungen, deren Pflege sich die Familie Kronberg angelgen sein liess, verschönt und ausgebaut. Die alte Bank musste ersetzt werden, und heute sind es deren zwei, die wiederum ausruhenden Menschen Platz bieten. Die rückwärtige Tannenhecke ist durch eine Buchenhecke ersetzt, un in den Jahren hochgewachsener Baumbestand lässt die weite Fernsicht nicht mehr zu.". (maschinegeschriebenes Manuskript im Archiv der Stadt Bad Sachsa)