Hotel Schützenhaus

Am Kurpark 1-3

(AK: Slg. M. Wedler)

An der Stelle des heutigen „Göbel‘s Vital Hotel Bad Sachsa“ stand seit 1732 das Sachsaer Forsthaus. Es wurde 1825 erneuert, dabei vergrößert und nahm zugleich das „Schützenhaus“ auf. Ab 1842 durfte der Stadtförster am Haus „unter den Linden“ einen Bierausschank betreiben. Geschossen wurde durch den heutigen Kurpark auf Scheiben, die man am Damm des Schmelzteiches aufstellte. 1889 wurde das Schießen wegen Lärmbelästigung in das Ostertal verlegt. 

(AK: Slg. M. Wedler)

Meyers Reiseführer durch den Harz erwähnt 1901 das „Schützenhaus (Frind) mit Lindenhaus und Parkhaus“. 1904 wurde das Forsthaus abgerissen und bis 1905 das große „Hotel Schützenhaus“ erbaut, welches mit den baulich einbezogenen Lindenhaus und Parkhaus 80 Zimmer und Salons aufwies. 

(AK: Slg. M. Wedler)

Im Zweiten Weltkrieg wurde es von der Dynamit Nobel AG und danach von amerikanischen und englischen Truppen belegt. 
Im dahinter liegenden Kurpark stellten diese ihre Fahrzeuge ab.

Vom Forsthaus zum 4*-Hotel

Das „Göbel‘s Vital-Hotel“ in der Hindenburgstraße (Am Kurpark 1) hat eine interessante Geschichte. 

1865 wurde das Gebäude von August Frind übernommen, der es zu einem kleinen Hotel ausbaute. Sein Sohn August Frind junior nahm 1888 (Saal), 1893 (Parkhaus) und 1898 (Lindenhaus) nach Plänen des Nordhäuser Architekten Habermann Erweiterungen vor. 

Der Neuanfang nach dem 2. Weltkrieg war mühsam, weswegen bereits 1948 das Linden- und Parkhaus an den „Reichsbund der Kriegs- und Zivilbeschädigten, Sozialrentner und Hinterbliebenen e.V.“ (heute Sozialverband Deutschland SoVD) verpachtet wurden. 1961 wurde das komplette Hotel vom „Reichsbund“ als Erholungsheim übernommen – eine späte Parallele übrigens zu „Eulings Wiese“, wo das gleichnamige Berghotel von August Dreger allerdings schon im Jahre 1907 auf den „Gemeindebeamtenbund“ als Erholungsheim überging. Unter der Regie des Reichsbundes, der hier zeitweise bis zu 140 Erholungssuchende unterbrachte, wurde 1983-85 der Seitentrakt (früher Lindenhaus und Parkhaus) durch einen Neubau ersetzt.     

 

Heute ist das „Reichsbundheim“ wieder Hotel. Und ein wahrhaft prächtiges Gebäude, oder nicht? Es fällt angesichts eines solchen Baus nicht schwer, sich in die Bad Sachsaer Hotelszene des ausgehenden 19. Jahrhunderts hinein zu denken, in welchem in ambitioniert gestalteten Häusern mit prächtigen Namen eine Menge Personal sich um die erholungssuchenden Gäste bemühte.