Schmelzteich

Bismarckstraße

ca. 1905

Bisher konnte leider nicht nach-gewiesen werden, daß der Schmelzteich zur Wasserversorgung einer "Erzschmelze" (vermutlich bei Gelpkes Mühle und Kälz` Mühle) angelegt worden ist, obwohl viele Indizien dafür sprechen. 

Sanierung mit Privatkapital

Am 5. Juli 1910 ließ der Kommerzienrat Friedrich Wilhelm Reinhardt (geb. 1844 in Sachsa, gest. 1920 in Leipzig), Ehrenbürger und großer Wohltäter unserer Stadt, mitteilen, daß er auf seine Kosten den Schmelzteich verlängern und durch Ausbaggerung verschönern wolle, eine Privat-Initiative, die ihn dann 12.000 Goldmark gekostet hat. Herr Reinhardt hat sich damit selbst ein Denkmal gesetzt.
"Etwa Mitte September begann Maurermeister Otto Kaiser (welcher auch für die schönsten Villen auf dem Pfaffenberg verantwortlich zeichnete) mit der Ausführung des Reinhardt-schen Projekts. Die Ausführung scheint aber auf erhebliche Schwierig-keiten gestoßen zu sein, da sich die Tausenden von ausgehobenen Kubik-metern von Schlamm und Erde nicht ohne weiteres an den Ufern unterbrin-gen ließen. Aus den Magistratsakten ist nicht zu ersehen, wann die Ver-größerung des Schmelzteiches um etwa 4.500 Quadratmeter zu Ende geführt wurde, anscheinend 1913."

"Der Teich ist etwa 320 Meter lang, 130 Meter breit und hat eine Fläche von 7 Hektar. Er wird von Zuflüssen aus dem Massiv des Ravensbergs überwiegend zur Zeit der  Schnee-schmelze gespeist. Noch heute ist er Teil des Hochwasserschutzes. Der Staudamm des Schmelzteiches ist rund 130 Meter lang und etwas mehr als fünf Meter hoch. [https://www.harzlife.de/teiche/schmelzteich.html].

Ein Wehr auf der Dammmitte regelt den Wasserabfluss über eine kleine Kaskade in den historischen Teil des Kurparks. Auf dem Teichdamm sowie an vielen Uferabschnitten stehen zahlreiche Relax- und Parkbänke. Im Zuge der Umgestaltung des Kur-parkes zum Vitalpark wurde am Hauptzufluss eine kleine Insel für Wasservögel angelegt (Hauptgrund für die Schaffung der Vogelinsel war allerdings Geldknappheit, denn man hätte nur für teuer Geld den Aushub anderweitig hätte entsorgen können).

Große Schmelzteichbeleuchtung (Bad Sachsaer Nachrichten 10. August 1933)

"Einen feenhaften Anblick bietet der Schmelzteich an den Abenden, an denen seine Ufer einschließlich des Bootshauses von ungezählten elektrischen Glühbirnen beleuchtet sind, deren Schein sich im Wasser spiegelt. Ungezählte Einwohner, Kurgäste und Besucher aus der Nähe und Ferne kommen zu diesen Schmelzteichbeleuchtungen, mit denen Konzert, ein großes Feuerwerk und bengalische Beleuchtung der Darbietungen mit dem Bewuststein, etwas sehr Schönes erlebt zu haben. Die Anregung zur Beleuchtung des Schmelzteiches gab 1930 der Verwaltungsinspektor Fischer, der Leiter der städtischen Elektrizitäts= und Wasserwerkes." (Dietz, 75 Jahre Kurort, 1939, S. 15)

Schmelzteich mit Bootshaus; in den 1920er Jahren

"Das schönste Stück Landschaft im schönen Bad Sachsa" wird bereits 1550 erwähnt und gehört zu den ältesten Talsperren im Harz. (Günter König: Bad Sachsa – Vom Bauernstädchen zum Kurort. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 1988, S. 57). 

Bootshaus, 1921

1903 wurde auf dem Schmelzteich-damm ein mit Schilf gedecktes Birkenhäuschen als Bootsstation er-baut, welches 1924 erneuert werden mußte. Wegen Baufälligkeit wurde dieses 1956 abgebrochen zugleich erhielt der Damm eine neue Beton-mauer, während ein neues Boots-Haus in der Bismarckstrasse seinen Platz erhielt.

Titel

Neue Attraktion im Schmelzteich

Bad Sachsa.                                            Der hintere Schmelzteich wurde ausgebaggert, um ihn wieder für Boote befahrbar zu machen. Mit dem Material wurde eine Insel aufge-schüttet. (Florian Renneberg auf Harz Kurier online, 27.09.2013)